Vor 8 Jahren war es ein heftiger Diskussionsprozess um die erste geplante Moschee mit einer Kuppel und einem Zierminarett in Erfurt. Die Ahmadiyya-Gemeinde plante einen Moscheebau für ihre rund 100 Gemeindemitglieder in einem Gewerbegebiet in Marbach. Dies sorgte im Stadtrat und nachfolgend auch auf den Straßen der Stadt für erheblichen Gesprächsbedarf. Ich habe mich daran erinnert, als heute die Moschee feierlich eingeweiht wurde. Die Religionsfreiheit ist im Grundgesetz garantiert und dazu können sich die verschiedenen Religionen auch ihre Gotteshäuser bauen, wenn sie sich an die baurechtlichen Bestimmungen halten. Was so klar klingt, war für viele Demonstranten – die meisten zugereist und aus dem rechtsextremen Spektrum – ein Thema für Beleidigungen, Bedrohungen und Beeinträchtigungen der Bauplanung. Bei der feierlichen Eröffnung heute erinnerten einige der Redner daran.
Neben Regionalbischöfin Dr. Fiederike Spengler und Bischof Ulrich Neymeyr war auch der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm bei der Eröffnung dabei. Andrea Horn konnte als Oberbürgermeister auch seine beiden Amtsvorgänger Manfred Ruge und Andreas Bausewein begrüßen. Mit Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow war auch die Bundespolitik vertreten. Ich wünsche der Ahmadiyya Gemeinde alles Gute für die Zukunft. es gibt Dinge, da sind wir unterschiedlicher Meinung – insbesondere was die Rolle der Frau bei den Ahmadiyyas angeht. Aber ihre grundsätzliche Einstellung und Akzeptanz unserer Gesellschaft und Toleranz gegenüber anderen Religionen unterscheidet die Ahmadiyyas positiv von vielen ihrer islamischen Glaubensbrüder.