Beeindruckendes Doppelkonzert zur Eröffnung der 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage

Im Atrium der Stadtwerke Erfurt gab es gestern „zwei tolle Konzerte zum Preis von einem“ so formulierte es Ministerpräsident Mario Voigt bei der Eröffnungsveranstaltung der 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage. Bis zuletzt war offen, ob das Sharon Mansur Trio rechtzeitig zum Eröffnungskonzert anreisen konnten. Nach 29 Stunden Reisezeit haben sie es aber doch von Israel nach Erfurt geschafft und standen auf der Bühne. Festivalleiter Johannes Gräßer hatte sicherheitshalber noch einen Joker im Ärmel, den er auch gezogen hat. Das Berliner Ensemble Sistanagila – bestehend aus israelischen und iranischen Künstlern – spielte und beeindruckte ebenfalls.

In den Grußworten machten der israelische Botschafter Ron Prosor, der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm und Mario Voigt deutlich warum das Festival auch in schwierigen Zeiten stattfindet und welche Signale es sendet. Mario Voigt erklärte, dass das Festival sozusagen ein „Iron Dome“ gegen Antisemitismus und Israelfeindlichkeit ist und erhielt dafür breite Zustimmung.

Bei der diesjährigen Eröffnung konnten wir viele Gäste begrüßen. Landtagspräsident Thadäus König, Vizepräsident Steffen Quasebarth, Oberbürgermeister Andreas Horn, die Fraktionsvorsitzenden der CDU und Linken Andreas Bühl und Christian Schaft, der Antisemitismusbeauftragte des Bundes Felix Klein und viele weitere Gäste aus Politik und Gesellschaft zeigten ihre Solidarität und Verbundenheit zur Jüdischen Landesgemeinde.

Ich freue mich jetzt auf die bevorstehenden Kulturtage. Seit nunmehr 25 Jahren bin ich im Vorstand des Fördervereins dabei und werde auch in diesem Jahr wieder etliche Veranstaltungen selbst mitgestalten und aktiv begleiten. In den vergangenen Jahren habe ich etliche Vorträge zu Israel und zum Thema Amntisemitismus für die Landeszentrale für politische Bildung gehalten und auch in diesem Jahr werde ich dies tun – nun aber als Beauftragter für jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus. Zudem werde ich etliche Buchvorstellungen moderieren und begleiten.

Unsere 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen finden in den nächsten drei Wochen mit 80 Veranstaltungen an 16 Orten in ganz Thüringen statt. Das Festival der Jüdischen Landesgemeinde und des Fördervereins für Jüdisch-Israelische Kultur in Thüringen e.V. ist das am längsten stattfindende, der drei Thüringer Festivals, und hat inzwischen seinen festen Platz im Frühjahr jeden Jahres gefunden. Gemeinsam mit ACHAVA und Yiddish Summer Weimar haben die drei Festivals eine wichtige Funktion, um jüdisches Leben sichtbar und bekannt zu machen.

Ein Alleinstellungsmerkmal auch bundesweit ist, dass die Jüdisch-Israelischen Kulturtage bewusst Israel im Namen tragen. Neben den kulturellen Angeboten ist damit ein klares Bekenntnis zu Israel verbunden. In diesem Jahr sind unter den Künstlern auch zahlreiche Israelis, die mit mehr als 20 Programmpunkten ein starkes Signal senden.

Unterstützt werden die Jüdisch-Israelischen Kulturtage von Anbeginn durch das Land, aber auch durch viele Kommunen und Sponsoren. Die große überregionale mediale Beachtung des Festivals, zeigt die Wertschätzung für die langjährige Arbeit in Thüringen.

Im Rahmen des Festivals wird auch eine Ausstellung von Porträts aus Haifa und Erfurt gezeigt. Mit dieser Ausstellung, die im Herbst auch in Haifa gezeigt werden soll, wird anlässlich der 20jährigen Städtepartnerschaft zwischen Haifa und Erfurt ein starkes Zeichen für den Dialog und die Verbundenheit gesetzt.
Ausstellungen, Konzerte, Performances, Filme, Vorträge und Buchvorstellungen bieten ein breites Programm, welches viele Thüringerinnen und Thüringer erreichen soll. Jüdisches Leben sichtbar zu machen, ist neben Bildungsangeboten zur israelischen und jüdischen Geschichte das wichtigste und wirksamste Instrument gegen Antisemitismus. Deshalb gilt allen Organisatoren und Mitwirkenden und an deren Spitze der Vorsitzenden des Fördervereins Dorothea Marx, dem Festivalleiter Johannes Gräßer sowie dem Vorsitzenden der jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm der große Dank für die Fortführung der langen Tradition der Jüdisch-Israelischen Kulturtage.

Programm der Kulturtage

Bilder und Videos von der Eröffnung

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