Die Fan und das Team konnte am ersten Adventswochenende jubeln. Der erhoffte Heimspielsieg gelang gegen Hamburg mit einem 3:1 – allerdings erst nachdem unser Team richtig ins Spiel gefunden hatte. Mal sehen, wie das bis jetzt so erfolgreiche Sportwochenende noch weiter läuft. RWE gestern mit dem 3:1 Derby-Sieg gegen Jena, wir heute mit unserem Sieg und die Kufensportlerinnen und Sportler aus Thüringen mit drei Siegen in Cortina. Morgen könnten die Black Dragons und Max Langenhan das Wochenende noch komplett erfolgreich gestalten.
Nachfolgend der Spielbericht von unserem Vizepräsidenten Stephan Siegel und die Bilder bzw. Videos vom Spiel. Morgen Abend wird auch das Thüringen Journal berichten, die erfreulicherweise mit einem Team beim Heimspielsieg dabei waren:
Schwarz-Weiß Erfurt hat die Partie der Tabellennachbarn gegen die ETV Hamburger Volksbank Volleys mit 3:1 (-21, 13, 18, 14) gewonnen und Platz acht damit verteidigt.
Die Frage vor der Begegnung des Achten gegen den Neunten war auf Gastgeberseite, wie sie ihre Rolle des Favoriten ausfüllen werden und, ob sie dieser gerecht werden können. Nach 90 Spielminuten konnten die 617 Zuschauer diese Frage bejahen, aber erst ab dem zweiten Satz. Denn der Auftakt der Begegnung gehörte zunächst den Gästen (1:4). Erfurt holte mit vier Punkten zwar auf, aber das zu hektische und fehlerhafte Spiel ließ die Sanchez-Schützlinge nicht so richtig in Fahrt kommen. Als es nach langem Gleichschritt mit den mutig aufspielenden Hamburgerinnen nach einem Satzgewinn für die SWE-Damen roch (19:16, 20:18), machte eine Sechs-Punkte-Serie des Neulings dem Sinnesorgan einen Strich durch die Rechnung. Anna Hartig verwandelte den zweiten Satzball zum 25:21 für die Gäste.
Der zurecht unzufriedene Erfurter Coach Pablo Sanchez brachte mit Lea Feistritzer für Alianza Darley eine neue Angreiferin ins Spiel. Ein Wechsel, der sich auszahlen sollte. Erfurts jüngste Spielerin belebte sofort die Offensive und riss damit ihre Mannschaft mit. Die Thüringerinnen zeigten ein vollkommen anderes Gesicht und gingen mit 6:3 in Führung. Diese bauten die SWE-Damen, begünstigt durch eine Fehlerflut der Gäste, zum 12:5 vorentscheidend aus. Lea Feistritzer war es dann, die den gegnerischen Block zum 25:13 anschlug und zum 1:1-Satzausgleich stellte.
Erfurt war jetzt auf Betriebstemperatur. Fortan spielten sich zwei Spielerinnen in den Mittelpunkt, die sonst nicht unbedingt für ein furioses Spiel bekannt sind: das Mittelblockerpaar Alina Zellin und Elizabeth Sandbothe. Mit drei Punkten zum 3:1, davon zwei per Block, eröffnete Zellin den dritten Durchgang im Alleingang. In der Folge war Erfurt dominant, verteidigte stark und hielt den herausgearbeiteten 10:5-Vorsprung bis zum finalen Blockpunkt von „Elli“ Sandbothe zum 25:18.
Die in der bisherigen Saison mit achtbaren Auftritten auf sich aufmerksam machenden Gäste wollten aber noch nicht klein bei geben. 5:5 stand es kurz nach Beginn des vierten Satzes. Doch dann stand das Bollwerk der Erfurterinnen am Netz wieder. Insgesamt acht Blockpunkte sollten es im vierten Satz werden. Auf das Konto des Duos Zellin/Sandbothe gingen insgesamt 9 von 17 in dieser Kategorie. Zuzüglich der gemeinsamen 16 Angriffspunkte war dies einer der Erfolgsgaranten. So verwunderte es an diesem Abend auch nicht, das es Alina Zellin vorbehalten war, die letzten beiden Punkte zum 25:14 einzufahren und den Schwarz-Weißen einen hinten heraus souveränen Heimsieg zu bescheren.
Zweifelsfrei war es schwer, nach dieser Begegnung eine Spielerin zur MVP-Wahl herauszuheben. Neben dem an diesem Abend starken Mittelblocker-Duo, der die Wende einleitenden Lea Feistritzer oder der annahmestarken und vorne effizient punktenden Kinga Scücs, gab es auch die die schwierigen Angriffsbälle meisternde Isabel Kovacic, für die sich der Gästetrainer entschied. Bei den ETV-Damen fiel die Wahl von Pablo Sanchez auf die effizienteste Angreiferin Hannah Ammerman.
Erfurt hat mit den drei Punkten den letzten Playoff-Platz gesichert, den Abstand zu Hamburg vergrößert und auch das zweite Duell gegen einen Aufsteiger für sich entschieden. Im nächsten Heimspiel kommt der dritte Aufsteiger, Skurios Volleys Borken, in die Riethsporthalle. Doch zuvor müssen die Schwarz-Weißen am kommenden Samstag in Aachen antreten. Dann wieder in der ihnen angenehmer scheinenden Außenseiterrolle.