Samstagabend hatten die Erfurter Fans Grund zum grenzenlosen Jubel. Endlich platzte der Knoten und unsere Damen belohnten sich mit einem verdienten Sieg gegen Wiesbaden. Nachfolgend der Spielbericht:
Im Duell der Tabellennachbarn behielt Schwarz-Weiß Erfurt am Freitagabend gegen den VC Wiesbaden überraschend deutlich mit 3:0 (17, 21, 16) die Oberhand und rückt im Ranking näher ran.
Die Partie des Achten gegen den Siebten ließ einen spannenden Schlagabtausch mit offenem Ausgang erwarten, zu dem 736 Zuschauer in die Riethsporthalle kamen. Nach der 2:3-Niederlage im Hinspiel war man auf Erfurter Seite gewillt, es diesmal besser zu machen und als Sieger das Feld zu verlassen. Das gelang sehr zur Freude der einheimischen Anhänger. Dass es aber in dieser Deutlichkeit geschah, war dann doch etwas überraschend.
Die Erfurterinnen, die ohne Lea Feistritzer und Alina Zellin auskommen mussten, lieferten sich zunächst ein Match auf Augenhöhe mit dem VCW, der seinerseits auf Libera Rene Sain verzichten musste. Doch dann waren die Gastgeberinnen auf Betriebstemperatur gekommen und setzten sich Mitte des Satzes auf 20:15 ab. Zuspielerin Emelie Respaut mit zwei Angriffspunkten und starkem Service lieferte die Initialzündung für ihre Mitspielerinnen, die fortan sicherer wurden. Allen voran Außenangreiferin Alianza Darley, die einen „Sahnetag“ erwischte. Zwei Eigenfehler der Gäste markierten die letzten beiden Punkte für die Thüringerinnen zum 25:17.
Eine 7:4-Führung inklusive Wiesbadener Auszeit markierte den Start in Durchgang zwei. Wiesbaden stellte nach Tigin Yaglioglus Ansprache beim 10:10 jedoch den Gleichstand her und das Kopf-an-Kopf-Rennen hielt bis zum 18:18. Die drei folgenden Punkte für die Schwarz-Weißen zum 21:18 ließen das Pendel erneut in die Erfurter Richtung ausschlagen. Der quasi vom Krankenbett aufs Spielfeld gekommenen Kinga Szücs war es vorbehalten, mit einem hinter den Wiesbadener Block gelegten Ball zum 25:21 auch diesen Satz für Erfurt zu entscheiden.
Als Emelie Respaut im dritten Satz mit zwei Assen die 7:2-Führung herbeiführte, schien der Spielausgang vorgezeichnet. Allerdings erwehrte sich der VCW, der in Pleun van der Pijl seine stärkste Angreiferin hatte, der drohenden Niederlage. Der Vorsprung der SWE-Damen schmolz auf 10:8 dahin, was Pablo Sanchez zu einer Auszeit animierte. Ein Zwischenspurt zum 14:8 folgte und der Sieg war den Erfurterinnen kaum noch zu nehmen. Ein letztes Aufbäumen der Gäste, die auf 19:16 verkürzten, reichte nicht mehr. Eine Sechs-Punkte-Serie der Gastgeberinnen, an deren Ende Isabel Kovacics Block das Spiel beendete, ließ Mannschaft und Fans siegestrunken jubeln. Es war nicht nur die gelungene Revanche für die Hinspielniederlage, sondern auch der erste Sieg der Saison gegen eine Mannschaft, die kein Aufsteiger ist. Somit markiert der Erfolg ein weiteres Teilstück der Saisonziele, die sich Schwarz-Weiß Erfurt gesteckt hatte.
Die MVP-Medaillen bekamen mit Alianza Darley (Erfurt) und Pleun van der Pijl (Wiesbaden) zwei Außenangreiferinnen, die sich sowohl in Annahme als auch Angriff besonders hervortaten.
Die beiden kommenden Aufgaben (Stuttgart auswärts und Schwerin) haben es für die Sanchez-Schützlinge in sich. Doch zuvor dürfen die Thüringerinnen erst einmal den Moment genießen. (St.S.)