Stolpersteine nun auch in Erfurt

Europaweit gibt es inzwischen rund 121.000 Stolpersteine in Erinnerung an unsere im Holocaust ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Seit heute sind nun auch 15 Stolpersteine in Erfurt verlegt. Viele Jahre hatte Erfurt einen anderen Weg des Gedenkens gewählt und mit den Denknadeln an neun Standorten an insgesamt 13 ehemalige Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnert. Diese Form des Gedenkens war aber nicht mehr praktikabel. Die Finanzierung der großen Nadeln wurde schwierig und es fehlte auch der öffentliche Raum.

Viele Jahre land hat meine langjährige Freundin aus Israel Daniela Epstein dafür geworden, die Stolpersteine zum Gedenken auch in Erfurt zu nutzen. Briefe an den damaligen Bürgermeister blieben lange ergebnislos. Erfreulicherweise gibt es aber jetzt eine Arbeitsgruppe, die sich des Themas angenommen hat. Vor einem Jahr wurde symbolisch im Rahmen des Katholikentages ein Stolperstein vor dem Edith-Stein-Gymnasium verlegt.

Heute folgten nun 15 weitere und erfreulicherweise waren an den sechs Standorten jeweils rund 100 Erfurterinnen und Erfurter sowie Gäste aus Israel  dabei. Auch Daniela Epstein war extra aus Jerusalem engereist. Von den 15 Stolpersteinen waren allein 8 für Angehörige von Daniela.

An allen sechs Orten wurde das Programm individuell gestaltet und war geprägt von den jeweiligen Paten der Stolpersteine. Schulen und Kirchgemeinden kümmern sich künftig um ihre “Patensteine” und werden sie regelmäßig reinigen. Bereits im Oktober werden die nächsten Stolpersteine in Erfurt verlegt.

Bilder und Videos von der Verlegung der Stolpersteine

MDR-Beitrag

Auszeichung für Achava

Bis zum kommenden Wochenende laufen noch die Achava-Festspiele Thüringen – eines unserer drei großen jüdischen Kulturfestivals. Martin Kranz und sein Team haben auch in diesem Jahr 75 Veranstaltungen in ganz Thüringen organisiert. Eine der größten Veranstaltungen war auch dieses Jahr das Achava Schülerforum im Thüringer Landtag.

Für ihr langjähriges Engagement wurde Achava heute ausgezeichnet. Im Berliner Allianz Forum erhielt Achava der Margot-Friedländer-Preis 2025. Über 329 Vorschläge machten es der Jury nicht leicht, die fünf Preisträger auszuwählen. Der ehemalige Kultursenator von Berlin Joe Chialo machte in seiner Laudatio deutlich, warum die Wahl verdient auf Achava fiel.

Ich habe mich bei der Festveranstaltung sehr gefreut, so viele Intitiativen und Einzelpersonen zu erleben, die sich für das jüdische Leben engagieren. Margot Friedländer, die im Mai verstorben ist, hätte sich insbesondere über das Engagement der jungen Menschen gefreut. Die erste Auszeichungsveranstaltung ohne die Stifterin Margot Friedländer, war auch geprägt von der Erinnerung an eine große Frau und ihre Aufforderung “Seid Menschen”.

Altbundespräsident Joachim Gauck, Elke Büdenbender, die Frau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und Iris Berben waren unter den Gästen und Mitwirkenden des Abends. Neben Achava war Thüringen auch mit der musikalischen Umrahmung vertreten. Prof. Dr. Jascha Nemtsov sorgte am Klavier gemeinsam mit Shelly Ezra an der Klarinette für den richtigen Ton.

Herzlichen Glückwunsch Martin Kranz und seinem Team! Ich war sehr gerne dabei und freue mich jetzt schon auf das Konzert am Freitag in Weimar.

Bilder von der Preisverleihung

Jüdisches Leben sichtbar machen

Um dem zunehmenden Antisemitismus zu begegnen bedarf es nach meiner festen Überzeugung zwei Dinge. Dies ist zum einen deutlich mehr Bildung in diesem Bereich, insbesondere zur Entstehungsgeschichte des Staates Israel und über die historischen Ursachen und Auswirkungen des Antisemitismus. Zum anderen ist es jüdisches Leben sichtbar zu machen und die Gelegenheit zu Begegnungen mit Jüdinnen und Juden zu organisieren. Letzteres ist gar nicht so einfach.

In Thüringen gibt es derzeit 700 Jüdinnen und Juden und die meisten von ihnen leben in Erfurt und gehören der dortigen Gemeinde an. In Jena und Nordhausen gibt es noch “Außenstellen der Jüdischen Gemeinde”, aber in vielen Regionen Thüringens leben keine Juden mehr und sind dort auch nicht sichtbar.

Zu diesen beiden Themengebieten fanden gestern gleich drei Veranstaltungen statt, bei denen ich jeweils in Grußworten auch auf den zunehmenden Antisemitismus hingewiesen habe. Am Vormittag fand im Rahmen der ACHAVA Festspiele das Schülerforum im Plenarsaal des Thüringer Landtages statt. 300 Schülerinnen und Schüler waren bei dem Forum dabeim, um etwas über jüdisches Leben, Kultur und Geschichte zu erfahren. In zahlreichen Workshops wurde viel Wissen vermittelt. Danke Martin Kranz und seinem Team für diesen wichtigen Beitrag, den ACHAVA seit vielen Jahren fest im Programm hat. Sehr gerne habe ich bei der Gelegenheit auch einmal wieder am Rednerpult im Thüringer Landtag gestanden und zu dem vollbesetzten Haus gesprochen. Mein “letztes Mal” dort ist schon 15 Jahre her 😉

Um die Mittagszeit fand im Thüringer Landtag die Eröffnung der Ausstellung der Fotografin Halina Hildenbrand “Sei a Mensch.” gemeinsam mit dem Landtagspräsidenten statt. Bereits zum dritten Mal konnte ich die Ausstellung mit eröffnen und habe gerne für die LZT organisiert, dass die Wanderausstellung nach dem Stadtmuseum und der VHS Meiningen nun im Thüringer Landtag gezeigt wir. Halina Hildebrand hat mit ihren Fotos in beeindruckender Form Porträts und zerstörte Gebäude in Israel nach dem 7. Oktober 2023 festgehalten.

Wir planen die Ausstellung noch in Mühlhausen und Gera zu zeigen. Bis 9. Oktober ist sie aber zunächst im Thüringer Landtag zu sehen. Über 100 interessierte Schülerinnen und Schüler waren allein bei der Eröffnung dabei. Ich wünsche mir viele interessierte Besucher.

“Tacheles mit Simson” ist ein ausgesprochen erfolgreiches Format der Jüdischen Landesgemeinde und des Fördervereins für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen. Johannes Gräßer und sein Team sind seit vier Jahren mit einem Bauwagen an Schulen unterwegs und vermitteln Wissen über jüdisches Leben.

Gestern wurde die nächste “Runde” eröffnet und sehr gerne war ich mit der Thüringer Sozialministerin Katharina Schenk und dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm dabei.

Vielen Dank der Schulleiterin Frau Kirchner der BBS St. Elisabeth in der Mittelhäuser Straße Erfurt für die Gastfreundschaft. Die Vermittlung solcher Informationsveranstaltungen lebt davon, dass Schulen mitmachen. Vielen Dank auch für die Fotos an Alice End.

Testspiel in Münster

In vier Wochen beginnt die neue Bundesligasaison für unsere Damen von Schwarz-Weiß Erfurt. Seit Anfang August wird fleißig trainiert und seit Ende August getestet. Bei den Testspielen probiert unser neuer Trainer Pablo vieles aus und zieht daraus Schüsse für das Training und die Saisonplanung.

Durch meinen Urlaub habe ich bis jetzt die Mannschaft nur beim Sommerfest kennengelernt. Deshalb bin ich an diesem Wochenende gerneemit nach Münster gefahren. Im Testspiel gegen den USC Münster lief leider noch nicht alles rund. Den ersten Satz konnten wir gewinnen, aber es folgten zwei Sätze in denen wir unter die Räder gekommen sind. Auch der letzte Satz ging in der Sporthalle am Berg Fidel verloren, allerings war es da wieder etwas knapper.

In den nächsten Wochen folgen noch etliche Tests. Unser Saisonanspruch bleibt das erreichen der Playoffs und dies bedeutet, dass wir mindestens vier Team hinter uns lassen wollen.

Japan 2025 – Teil 4

Tokyo Natürlich im Programm bei jeder Japan-Reise! Die mit 37 Millionen Einwohnern größte Stadt beeindruckt durch die Superlative. Das Nahverkehrsnetz ist für Touristen eine Entdeckungsreise. Wichtig ist es durchaus bei der Hotelwahl die Lage zu beachten. In der Nähe einer zentralen U-Bahnstation zu sein, kann extrem viel Zeit sparen.

Wir hatten bei allen Übernachtungen in Japan die richtige Wahl. Das RIHGA Royal Hotel in Osaka, Laguna Garde Okinawa, Kyoto Tokyu in Kyoto, Hiroshima Hilton und das Tokyo Bay Shiomi Prince in Tokyo – allesamt würde ich jederzeit empfehlen, weil das Preis-Leistungsverhältnis und der Service überall sehr gut waren. Das Hilton in Hiroshima und das Bay Shiomi ragten noch etwas heraus, weil beide einen tollen Wellnessbereich hatten. In Tokyo mit dem Onsen-Bad (eines der größten in Tokyo) noch ein besonderes Highlight.

Wir hatten die Tage in Tokyo auf die zweite Urlaubshälfte geplant und kannten uns dadurch schon ein wenig mit dem Nahverkehr und einigen anderen Spezialitäten aus. Was sich in Tokyo nicht geändert hat, war das Wetter. Konstant über 35 Grad wurden selbst bei einem Tag Regen kaum abgemildert und machen sich beim Sightseeing durchaus bemerkbar. Geschäfte mit Klimaanlage und der “Handfön” helfen. Vor allem aber die omnipräsenten Getränkeautomaten. beeindruckend ist Tokyo von oben. Wir haben zahlreiche wunderbare Aussichtspunkte entdeckt (siehe Fotodokumentation). Spektakulär wird es vor allem, wenn es dunkel wird.

Das Nachtleben in Tokyo ist etwas ganz besonderes. Natürlich waren wir auch im Parlament (Ober– und Unterhaus). Auch in Tokyo gibt es aber ruhige Orte und natürlich auch zahlreiche Tempel.  Insgesamt hatten wir knapp drei Wochen eine tolle Zeit in Japan. Wir haben unendlich viel gesehen und neue Eindrücke gewonnen. Ich kann einen Trip nach Japan nur empfehlen und ganz abgearbeitet ist Japan für mich noch nicht 😉

Bilder aus Japan    

Japan 2025 – Teil 3

Fujiyoshida, Fukushima und Sendai Durch den Week-Train-Pass haben wir die größeren Touren, zu denen wir mit dem Shinkansen gefahren sind, alle in eine Woche gepackt. Da aber die Fahrten mit dem Shinkansen eingentlich Erholung sind, hielt sich der Reisestress durchaus im Rahmen. Auf die Minute pünktlich fuhren auch die anderen Bahnen. Auf unserem Weg nach Fujiyoshida mit dem senasationellen Ausblick auf den Mt. Fuji waren wir mit Themen-Berbahnen unterwegs. In Japan werden verschiedne Comic-Figuren gerne auch als Motov für Züge genutzt und die Züge innen und außen entsprechend gestylt.

In Fujiyoshida haben wir natürlich auch den örtlichen Tempel besucht, aber sind vor allem mit der Seilbahn zu einem der schönsten Aussichtpunkte gefahren. Der legendäre Fuji ist inzwischen im wahrsten Sinne des Wortes überlaufen. Der Zugang wird reglemetiert und kosten eine Gebühr. Rund sechs Stunden dauert der Aufstieg und rund vier Stunden der Abstieg. Das geht an einem Tag nur, wenn man sehr früh startet. Ab 14 Uhr müssen die Auf- und Abstiegsaktivitäten eingestellt werden und die Berghütten zur Übernachtung aufgesucht werden. Wir haben den Aufstieg dieses Mal (noch) nicht auf dem Schirm gehabt. Bei durchgängig 35 Grad (am Berg etwas weniger) wäre es auch eine sehr ordentliche Herausforderung. Die Bilder vom Fuji waren schon aus der Ferne wunderschön.

Fukushima stand auch auf unserer Besuchsliste. Die Stadt hat leider durch den Tsunami und der Unfall im Kernkraftwerk 2011 nachhaltig einen Imageschaden bekommen. Heute ist die Reststrahlung unbedenklich, aber ganz offensichtlich sind vor allem jüngere Menschen aus Fukushima weg gezogen und man merkt dies auch im Stadtbild. Wir haben daher das Shinkansenticket genutzt und sind 60 km weiter nach Sendai gefahren. Die Millionenstadt am Meer bietet mit ihrem Tempel auf dem Berg, der riesigen Budda-Statue, Universitäten und Hochhäusern einen attraktiven Touristenstandort. Dort kann man durchaus auch mehrere Tage verbringen.

Bilder aus Japan

Japan 2025 – Teil 2

Kyoto und Nagano Nach Osaka und Okinawa ging es per Flieger und Bahn nach Kyoto. Die ehemalige Hauptstadt hat vor allem reichhaltig Tempel und Shreine zu bieten.

Über 70 Prozent der Japaner sind Buddisten, über 60 Prozent befolgen die religiönsen Regeln des Shintoismus. Der Buddismus stammt aus Indien und der Shintoismus ist die ursprüngliche Religion der Japaner. Christen gibt es nur 1 Prozent und demzufolge haben wir nur wenige Kirchen gesehen. Die Tempel und Shreine sind hingegen überall präsent und alle ausgesprochen sehenswert.

Der bekannteste Tempel in Kyoto Kiyomizu-dera ist Pflichtprogramm für jeden Touristen, ebenso wie der Arashiyama Bamboo Forest. Bei beiden Sehenswürdigkeiten sollte man allerdings sehr zeitig oder erst am späten Nachmittag sein. In Kyoto hat uns zudem ein Restaurant begeistert, in dem es wunderbare frische Austern gab.

Nach Nagano wollten wir reisen, um nach den Spuren der Olympischen Spiele zu suchen. Leider war davon nicht mehr viel zu sehen, sebst das kleine olympische Museum hat inzwischen geschlossen. Daher ließen wir uns vom obligatorischen Tempel hin zu einem Ausflug in die Natur treiben. Nach einer 50minütigen Busanfahrt folgte ein sehr schöner Wanderweg in die Berge.

Am Ende der Strecke hatten wir Glück und im Jigokudani Yaen-koen Park waren die legendären Snow Monkeys auch da (das ist laut ihrer Facebook-Seite eher die Ausnahme). Die freilebenden Affen ziehen in mehreren bis zu 100 Affen umfassenden Rudeln durch die Berge und kommen insbesondere im Winter regelmäßigen zu den heußen Quellen und baden entweder in den Naturpools, um sich aufzuwärmen oder im Fluß, um sich abzukühlen. Es war total faszinierend sie dabei zu beobachten.

Bilder aus Kyoto (Tag 1) und (Tag 2)

Bilder aus Nagano

Mahnung und Gedenken in Hiroshima

Hiroshima ist ein Ort, eine Stadt, die den meisten Menschen auf der Welt ein Beriff ist und mit unendlich viel Leid verbunden wird. Am 6. August 19945 wurde dort die erste Atombombe abgeworfen und gezündet und tötete 140.000 Menschen allein im Jahr 1945. An den Folgen und Verstrahlungen starben bis heute weitere 200.000 Menschen.

Für uns war der heutige Besuch in Hiroshima am 1. September, dem Antikriegstag, das nachdenklichste Erlebnis bei unserer Japan-Reise. Wir waren im Friedenspark und im Hiroshima Oeace Memorial Museum und haben dort die traurigen und nachdenklichen Biographien gelesen. Das Gedenken an die Opfer muss dauerhaft Mahnung und Verpflichtung sein.

600m vom Abwurfund Explosionspunkt der Bombe steht bis heute die Ruine des Hiroshima Doms. Dieses Gebäude ist eines der wenigen Gebäude, die nicht sofort verschwunden waren. Bis heute steht es als Mahnmal am Friedenspark. Dort ist das Kinderdenkmal mit vielen tausend gefalteten Kranichen der Ort, der unendlich traurig macht.

Hiroshima ist als Stadt vor 80 Jahren innerhalb von wenigen Minuten komplett verschwunden. Heute ist Hiroshima eine Millionenstadt mit pulsierendem Leben. Man kann dort auch unbeschwerte schöne Stunden verbringen. Wir haben am Abend auf dem Dach des Orizuru Towers in der Roof Top Bar gesessen und auf die hellerleuchtete Stadt geschaut. Unmittelbar am Fuße des Towers steht der beleuchtete Hiroshima Dom und mahnt.

Bilder aus Hiroshima

Im Land der aufgehenden Sonne – Japan 2025 – Teil 1

Osaka und Okinawa Vor vier Jahren, bei der EXPO in Dubai, habe ich mit meinem Sohn Jonas den Plan geschmiedet, auch zur nächsten EXPO nach Osaka zu reisen.

Uns hatte es damals in Dubai sehr gut gefallen und wir wollten gerne erfahren, wie die Japaner die EXPO präsentieren. Der Plan wurde im letzten Jahr konkreter und schließlich haben wir uns entschieden, gleich den Sommerurlaub dran zu hängen.

Um es gleich vorab zu sagen, drei Wochen in Japan reichen noch lange nicht, um dieses wunderbare Land kennenzulernen. Ich glaube, dass da durchaus noch Luft für weitere Besuche bleibt. Die Geschichte unserer Japan-Reise ist sehr lang geworden und hier fehlt der Platz und die Zeit um sie in ganzer Länge zu erzählen. Aber dafür habe ich auf meinem Flickr-Account rund 2.400 Fotos abgespeichert und zudem auf Facebook täglich berichtet. Deshalb werde ich hier nur einige der besuchten Stationen aufzählen und den einen oder anderen Tip für eine Reise ins Land der aufgehenden Sonne geben.

Geflogen sind wir von Berlin nach Helsinki und dann nach Osaka und zurück Tokio-Helsinki-Berlin. Über Helsinki gibt es jeweils Nachtflüge und die sind eigentlich am besten geeignet, um dem Jetlag aus dem Weg zu gehen. Dieser stellt sich eher auf dem Hinweg ein – Japan liegt zeitlich 7 Stunden vorraus.

In Osaka haben wir uns nach der Ankunft zunächst mit dem Verkehrssystem beschäftigt. Japan hat ein gutes Nah- und Fernverkehrssytem. Extrem pünktlich und sicher. Über 1000 Shinkansen Schnellzüge (Bulet Train) fahren mit Geschwindigkeite von über 300 km/h durchs Land.

Für den Fernverkehr hatten wir ein Ein-Wochen-Ticket im Netz gebucht und in diese Zeit haben wir die ganzen längeren Touren gepackt. Die 50.000 Yen (285 Euro) haben sich schnell rentiert. Allein die Strecke Hiroshima – Tokio würde über 100 Euro kosten. Da wir allein sieben Shinkansen-Touren gemacht haben, war dies eine gute Investition. Für den Nahverkehr gibt es verschiedene Kartensysteme. Wir haben das ICOCA genutzt (in Tokio ist die SUICA verbreiteter). Darauf lädt man verschieden Summen und bezahlt damit in Bussen, Bahnen, U-Bahn und auch etlichen Automaten und Geschäften. Bargelb benötigt man in Japan trotzdem regelmäßig. Viele Geschäfte und Restaurants nehmen keine Kreditkarten und selbst Geldwechselautomaten sind nicht überall zu finden.

In Osaka stand die ersten vier Tage die EXPO auf dem Programm. Kompakter, als in Dubai und auf einer Insel angeordnet waren es trotzdem so viele Ausstellerländer, dass man dafür mindestens drei Besuchtstage einplanen sollte. Viele der Pavilions hatten lange Wartezeiten und bei etlichen muss man die Besuchszeiten vorher auch online buchen. Obwohl die Besucherzahlen (noch) nicht aus Höchstniveau lagen, gab es schon beim Einlass rund 45 Minuten Wartezeiten. Bei 35 Grad war es gut, dass die Veranstalter kostenlose Sonneschirme austeilten. Wir fanden die EXPO sehr gelungen und waren jeweils bis zum Abend auf dem Gelände. Eine Lasershow und ein Feuerwerk beedneten jeweils die EXPO-Tage. Osaka konnten wir uns dann am vierten Tag anschauen.

Von Osaka ging es mit dem Flugzeug nach Okinawa. Die Insel rund 200 km südlich von von der Hauptinsel ist das Hawai Japans. Dorthin reisen die Japaner in den Urlaub und auf Hochzeitsreise. Eigentlich wollten wir dort für drei Tage einen Mietwagen nehmen. Aber den haben wir nicht bekommen – die einzige “Panne” auf unserer Japan-Reise. Ich hatte keinen internationalen Führerschein und auch keine beglaubigte japanische Übersetzung meines Führerscheins dabei. Wir haben daher auch auf Okinawa den Nahverkehr – in dem Fall Bus genutzt. Das kostete etwas mehr Zeit, aber wir haben dafür auf den Inselrundfahrten mehr gesehen. Highlight waren eine Helicopterflug und das Schnorcheln im türkisfarbenene Wasser.

Okinawa ist sehr geprägt von den Amerikanern, weil dort immernoch eine große Militärbasis ist. Zugleich ist die Insel aber im Norden auch ländlich geprägt. Wir haben unter anderem ein Museumsdorf besucht. Nachhaltig in Erinnerung geblieben ist auch die Sake-Verkostung. Okinawa ist eine wunderbare Inselgruppe, auf der übrigens die Menschen mit der weltweit höchsten Lebenserwartung leben. Das hat neben der gesunden Ernährung und dem medizinischen System vor allem damit zu tun, dass die Menschen dort bis ins hohe Alter zu tun haben und sich Aufgaben suchen. In ganz Japan ist dies übrigens zu sehen, dass ganz viele ältere Menschen im Nahverkehr oder im öffentlichen Leben noch arbeiten. Möglicherweise hat dies mit niedrigen Reten zu tun. Wahrscheinlich aber auch mit dem Gefühl “gebraucht zu werden”.  Als Generationenbeauftrater habe ich vor zehn Jahren dazu regelmäßig Vorträge gehalten.

Bildersammlung Japan

Antisemtismus bennenen und bekämpfen

In dieser Woche haben wir den RIAS-Bericht im Kabinett und in der Regierungsmedienkonferenz vorgestellt. Die deutliche Zunahme antisemitischer Aussagen und Taten in Thüringen hat für mediale Beachtung gesorgt und in der Folge wurde ich von der FUNKE-Mediengruppe zu einem Interview und der Aufzeichung eines Podcasts eingeladen.

In dem 45minütigen Gespräch habe ich die roten Linien in der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus aufgezeit. Die Grenze zwischen durchaus berechtigter und zulässiger Kritik am Handeln der israelischen Regierung und der pauschalen Verurteilung Israels und aller jüdischer Menschen ist eben nicht fließend, sonder klar abzugrenzen. Es gehört zu meinem Aufgabenbereich als Beauftragter diese Abgrenzung vorzunehmen und israelbezogenen Antisemitismus klar zu bennen.

Interview der FUNKE-Mediengruppe