75 Jahre nach der Hinrichtung in Moskau: Erfurt hält die Erinnerung an drei junge Schicksale wach

Im Dezember 2026 jährt sich zum 75. Mal der Todestag der Jugendlichen Annemarie Becker, Manfred Hochhaus und Johannes Blochmann. Die drei jungen Erfurter waren Teil einer Schicksalsgemeinschaft von insgesamt 14 Bürgerinnen und Bürgern der Stadt, die zwischen 1950 und 1953 Opfer willkürlicher Verhaftungen durch die sowjetische Besatzungsmacht wurden. Ihr Schicksal teilt das Leid von mehr als 100 Thüringern, die in jener Zeit unschuldig verurteilt wurden.

Am Heiligen Abend des Jahres 1951 endete ihr Leben gewaltsam durch Hinrichtung im Moskauer Butyrka-Gefängnis – ein dunkles Zeugnis politischer Willkür, das erst Jahrzehnte später eine juristische Korrektur erfuhr. Am 5. Februar 1996 rehabilitierte die russische Militärstaatsanwaltschaft die drei Erfurter offiziell und erkannte damit das an ihnen begangene Unrecht an.

„Für uns erwächst daraus die moralische Verpflichtung, stellvertretend für die vielen namenlosen Opfer an dieses Schicksal in gebührender Weise zu erinnern. Bereits vor zwölf Jahren hatte die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung auf dieses Unrecht aufmerksam gemacht und die entsprechende Drucksache zur Würdigung der Opfer in die Straßennamenkommission eingebracht“, so Stadtrat Michael Panse (CDU).

Dieser langjährige Einsatz mündete nun in einem konkreten Ergebnis:

Gemäß der Empfehlung der Kommission wurden am 30. April 2026 im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Umwelt und Verkehr drei Straßen im Wohngebiet „Beim bunten Mantel“ nach Manfred Hochhaus, Annemarie Becker und Johannes Blochmann benannt.

„Diese Benennungen dienen nicht nur der nachträglichen Würdigung der unschuldigen Opfer, sondern halten die Erinnerung an die Besatzungswillkür für künftige Generationen lebendig und mahnen zur Wachsamkeit gegenüber jedem Unrecht. Um dieses Gedenken auch menschlich zu vertiefen, beabsichtigt die CDU-Fraktion, die Verwandten von zwei der Hingerichteten über die Benennung zu unterrichten und im feierlichen Rahmen eine Gedenkveranstaltung zu organisieren. Damit soll sichergestellt werden, dass die Geschichte dieser jungen Menschen nicht nur ein Teil der Stadtchronik bleibt, sondern als lebendiges Mahnmal für die Freiheit verstanden wird.

Wir sind dankbar, dass im heutigen Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Umwelt und Verkehr die Widmung der Straßen im Wohngebiet „Beim bunten Mantel“ einmütig beschlossen wurde“, erklärt Panse abschließend.

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