Es sieht leider momentan nach einer Never Ending Story aus! Der Spezialschulteil und das Internat des Alber-Schweitzer-Gymnasiums ist dringend sanierungsbedürftig. In den Bau aus dem Jahr 1976 regnet es inzwischen an mehreren Stellen rein. In der Erfurter Kommunalpolitik ist das Thema bekannt – selbst bei Stadträtinnen und Stadträten, die noch neu im Stadtrat sind. Bei den älteren sowieso, weil der ehemalige Schulleiter des Gymnasiums Manfred Wohlgefahrt während seiner Zeit im Stadtrat regelmäßig gemahnt und gedrängt hat. Das ist inzwischen 15 Jahre her…
2020 sollte es vorwärts gehen, geplant wurde die Sanierung und eine schrittweise Teilauslagerung. Geschätzte Kosten waren 4,8 Millionen Euro. Aufgrund von Personalmangel und anderen Prioritäten wurde das Vorhaben eingestellt. Im aktuellen Schulsanierungsprogramm (welches gerade fortgeschrieben wird) steht die Sanierung des Spezialschulteils ab 2029 – aber zur Sanierung des Internats gibt es keine Angaben.
Die Eltern- und Schülervertretung sind inzwischen völlig frustriert und enttäuscht, dass es nicht vorwärts geht. Heute Abend fand dazu eine Podiumsdiskussion in der Aula statt und die Vertreter der Fraktionen sollten Position beziehen. Nicht unerwartet haben alle erklärt, wie wichtig ihnen das Gymnasium ist. Der zuständige Beigeordnete erklärte Blumenreich seine Verdienste um den Schulbau und zählte mehrere Projekte auf, bei denen jetzt die Umsetzung erfolgt. Der Redeschwall konnte aber die Schülerinnen und Schüler nicht darüber hinwegtäuschen, dass er für ihre Schule keine Lösung aufzeigte.
Der Stadtrat hat im März die Erstellung einer Machbarkeitsstudie beschlossen (Terminsetzung Ende 3. Quartal). Diese könnte die Basis für weitere konkrete Planungen sein. Der amtierende Beigeordnete erklärte er habe dafür nicht genug Personal und überhaupt halte er eine Machbarkeitsstudie für entbehrlich. Auch eine externe Vergabe der Machbarkeitsstudie oder eine Beteiligung der Elternvertreter kommt für ihn nicht in Frage (letzteres mit der Bemerkung von ihm, die würden dann in alles reinreden). Zentrales Problem bleibt die Unterbringung der Internatsschüler während einer möglichen Bauphase. Zu den im Raum stehenden Vorschlägen (u.a. Containerdorf) wurde nur erklärt was alles nicht geht. Es gibt sogar eine Baugenehmigung – die allerdings nur bis 2028 gilt. Ein Ausweichobjekt wäre nach jetziger Planung vielleicht 2030 vorstellbar – aber auch dafür gibt es mehrere interessierte Schulen, so dass auch dies nur eine vage Hoffnung ist.
Ich bin ausgesprochen angefressen über die Hinhaltetaktik und die mangelnde Hausaufgabenerledigung zu diesem Thema und ich habe dies heute auch deutlich artikuliert. Mag sein, dass dem Beigeordneten Personal fehlt. Aber solange er seine Kraft in diverse Verkehrsversuche investiert (Clara-Zetkin-Straße, Michaelisstraße), fehlt eben die Zeit.
Was passiert nun als Nächstes? Kommende Woche tagt im Stadtrat der zuständige SBUKV-Ausschuss. Dort steht das Thema wieder auf der Tagesordnung. Alle Stadtratsfraktionen, die bei der Podiumsdiskussion vertreten waren, werden sicher nachfragen und drängen. Sicher ist, dass auch die Schülerinnen und Schüler sowie die Elternvertretung nicht locker lassen. Ob der Beigeordnete noch dazu kommt, seine Hausaufgaben abzuarbeiten, hängt sicher auch von der Dezernenten-Neuwahl ab. Am 16. September entscheidet dazu der Stadtrat…