Ja, ich habe einen Tag gebraucht, damit sich das alles erst einmal sackt. Das gestrige Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist mehr als eine Denksportaufgabe und wird nachhallen. Der Vorteil, wenn man mit Meinungsäußerungen einen Tag wartet- es ist fast alles schon von irgendjemand gesagt und es sind schon alle Szenarien durchgespielt. Ich habe in den letzten 36 Jahren unendlich viele Wahlabende erlebt und da war alles dabei. In Erinnerung geblieben sind die großen Siege (unter anderem zur Landtagswahl 1999 und zur Oberbürgermeisterwahl von Andreas Horn vor zwei Jahren, aber auch die Niederlagen 2009 und einige danach.
Es bleibt festzuhalten, dass die Wähler entschieden haben und dies zu respektieren ist, auch wenn es schwer fällt. Der Trend der letzten Monate hat nun an der Wahlurne Wirkung gezeigt. Ein Jahr nach der Bundestagswahl sind häufig die Parteien auf dem Tiefststand, die gerade regieren. Hinzu kommen handwerkliche Fehler, die wir aus CDU uns zurechnen lassen müssen. Es wird schwierig aus dem aktuellen Tief heraus zu kommen. Am Donnerstag werden wir uns in Erfurt mit unseren Mitgliedern treffen und die Wahlen auswerten. Es gilt viel stärker das Gespräch mit den Menschen zu suchen und offensiv für unsere Demokratie zu werben. Das fällt momentan schwer – aber ich sehe keine Alternative dazu. Die Partei, die behauptet eine zu sein, hat noch nichts geliefert – auf keiner politischen Ebene.