Bundesministerin Karin Prien und die Berliner Senatorin Katharina Günther-Wünsch eröffneten das heutige Symposium im Konferenzzentrum des Bundesfamilienministeriums in Berlin. Gemeinsam mit einigen meiner Beauftragtenkollegen habe ich dabei die Länderseite vertreten.
Strukturen, Kultur und Umgang mit Antisemitismus war der Gegenstand mehrerer Vorträge, u.a. von der Leiterin von OFEK Marina Chernivsky. Viele der vorgetragenen Befunde sind bekannt. Struktureller Antisemitismus findet sich auch in Schulen, oftmals einhergehend mit der Annahme von jüdischer Nichtpräzens. Ausschlusserfahrungen machen jüdische Kinder auch außerhalb der Schule. Das Verbergen der eigenen jüdischen Identität hat dramatisch zugenommen. Es geht jetzt darum Lücken und Leerstellen an Schulen mit Informaitionen, Wissen und Sensibilisierung zu füllen.
Ein zweites großes Thema der Diskussion war die Feststellung, dass Erinnerungskultur an Schulen praktisch keine Wirkung bei der Bekämpfung des israelbezogenen Antisemitismus hat. Viele Lehrerinnen und Lehrer wissen wenig über die Staatsgründung Israels. Hier werden wir perspektivisch viel stärker in der Lehrererstausbildung arbeiten müssen. Einig waren sich viele der Teilnehmer des Symposiums in der Forderung, dass Antisemitismusbekämpfung schon im Kindergartenalter ansetzen kann – spätestens aber in kindgerechter Kinderliteratur im Grundschulalter.
Leider konnte ich nicht bis zum Schluss des Symposiums bleiben, weil am Abend unser Vorbereitungstreffen für die Israel-Reise auf dem Programm stand. Vielen Dank für die guten Kontakte am Rande des Symposiums.