Bilder gegen das Vergessen „Sei a Mensch“

Zum vierten Mal konnte ich gestern Abend gemeinsam mit der Fotografin Halina Hildebrand ihre Ausstellung in Thüringen eröffnen. Nach den Stationen Stadtmuseum Erfurt, Volkshochschule Meiningen und Thüringer Landtag wird die Ausstellung nun in den nächsten drei Wochen in der Stadtbibliothek Mühlhausen in der Jakobikirche gezeigt.

Zur Vernissage waren rund 50 Gäste gekommen – unter ihnen auch der Oberbürgermeister von Mühlhausen Dr. Johannes Bruns und der Fraktionsvorsitzende der SPD im Kreistag Oleg Shevchenko, die die auch ein Grußwort gehalten haben.

Bei meinem Grußwort habe ich daran erinnert, dass wir die Ausstellung vor einem Jahr zum ersten Mal eröffnet haben. Damals waren noch 100 Geiseln in der Gewalt der Hamas und es war nicht absehbar, wann sie freikommen würden. Erst 843 Tage nach dem 7. Oktober wurde vor einer Woche die letzte Geisel zurück nach Israel gebracht.

Die zweieinhalb Jahre nach dem 7. Oktober haben die israelische Gesellschaft tiefgreifend verändert. Die Verletzbarkeit der Menschen hat sich tief in das Bewusstsein eingebrannt. Die Bilder von Halina Hildebrand dokumentieren dies eindrucksvoll. Es sind Bilder, die erinnern und es sind Bilder die Einzelschicksale dokumentieren.

Verändert hat sich auch der Blick auf Israel aus Deutschland. Antisemitismus, und insbesondere israelbezogener Antisemitismus, hat dramatisch zugenommen. Juden werden auch in Thüringen beleidigt und angegriffen und ziehen sich aus der Öffentlichkeit zurück. Synagogen und jüdische Einrichtungen stehen unter Polizeischutz. Insbesondere in den größeren Städten gibt es regelmäßig Demonstrationen, die das Existenzrecht des Staates Israel in Frage stellen und unverhohlene Sympathie mit der Hamas bekunden.

Dies alles muss uns Sorge machen und erfordert immer wieder zu widersprechen, wenn antisemitische Parolen verkündet werden. Wir brauchen mehr Informationen und mehr Bildung zur Geschichte des Staates Israel und zu Ursachen von Antisemitismus und es geht darum Jüdisches Leben sichtbar machen.

Ich wünsche der Ausstellung in Mühlhausen viele Besucher. Es sind Bilder gegen das Vergessen und es sind Bilder, die den Opfern und Angehörigen des Massakers der Hamas am 7. Oktober ein Gesicht geben.

Bilder von der Ausstellungseröffnung

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