Antisemiten planen Aktion in Buchenwald

Erschreckend, empörend und eigentlich so dumm, dass man es sich kaum ausdenken kann, ist der jüngste Aufruf von linksradikalen Antisemiten im Internet.

Am 11. April jährt sich die Befreiung des KZ Buchenwald zum 81. Mal. Ausgerechnet für dieses Datum rufen nun Antisemiten zu Protesten gegen die Gedenkstätte Buchenwald auf. Seit vielen Jahren muss sich die Gedenkstätte mit rechtsextremistischen Provokationen rumschlagen und nun gesellen sich die Linkradikalen dazu. Ihnen ist die Ausrichtung der Gedenkstätte nicht israelfeindlich genug und sie beklagen sich, dass sie in Buchenwald nicht mit Kufiya auftreten dürfen. Dazu haben sich die Organisationen einen Instagram-Account mit dem Titel “Kufiyas in Buchenwald” gebastelt. Darauf rufen sie nun zu Demonstrationen in der Gedenkwoche in Weimar auf und werfen der Gedenkstättenleitung Anti-Palästinensische Repressionen vor. 

In dieser Woche hat das Thema die Medien erreicht und die NZZ hat mich um ein Statement dazu gebeten. 

Ich halte diese geplante Aktion für geschmacklos und geschichtsvergessen. Die Gedenkwoche zur Befreiung des KZ dient dem Gedenken an die Opfer. Wer dies zu einer Politshow mit der Forderung, die Gedenkstätte solle sich “antizionistisch ausrichten” umfunktionieren will, missbraucht die Opfer und propagiert israelbezogenen Antisemitismus. Ich bin froh darüber, dass das Oberverwaltungsgericht im August letzten Jahres entschieden hat, dass Besuchern der Gedenkstätte der Zutritt verweigert werden kann, wenn sie die Kufiya als politisches Protestsymbol tragen. Ich unterstütze ausdrücklich die Gedenkstätte Buchenwald in ihrem Bestreben, jegliche Form von Antisemitismus zu unterbinden und genau darum handelt es sich bei der geplanten Aktion.

Inzwischen zieht diese Aktion größere Kreise. Nach der NZZ berichten auch die Funke Medien, Bild, Welt und verschiedene israelische Medien. Ich bin froh, dass sich zahlreiche Politikvertreter zu Wort melden und deutliche Worte für diesen israelbezogenen Antisemitismus finden.

Beitrag bei Thüringen24

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