Zwei Mal im Jahr treffen sich die Antisemitismusbeauftragten von Bund und Ländern zu einer Tagung, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und gemeinsame Aktivitäten zu planen. Besonders gerne bin ich am Montag dazu nach Mainz gefahren, auch wenn dies 500 Autobahnkilometer bedeutet hat.
Mainz ist die Partnerstadt von Erfurt, aber wir haben auch gemeinsame jüdische Bezugspunkte. Erfurt ist UNESCO Welterbe mit seinen jüdischen Bauwerke und Mainz ist gemeinsam mit den anderen beiden SchUM-Städten Worms und Speyer ebenfalls UNESCO Welterbe wegen seiner jüdisch geprägten Vergangenheit. Somit war es ganz selbstverständlich, dass wir zum Beginn unserer Tagung die Ausstellung “Shalom am Rhein” im Landesmuseum besucht haben..
Neben dem Austausch der Länder- und Bundaktivitäten, lernten wir die Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung der Universität Trier. Zum Welterbe SchUM sprach Birgit Kita und Christoph Pies erläuterte die Arbeit des Förderkreises Synagoge Laufersweiler. Leider zum letzten Mal dabei war der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein, der beruflich zur OECD nach Paris wechselt. Seit 2018 ist er im Amt und hat das Thema der Bekämpfung des Antisemitismus engagiert und kompetent vertreten. Vielen Dank dafür! Vielleicht sehen wir uns noch bei einer Veranstaltung in Erfurt – geplant ist das jedenfalls.
Ein gemeinsames Abendessen mit jüdischen Verbänden im Staatstheater beschloss den Tag – allerdings noch nicht für mich, es folgten noch drei Stunden Autobahn. Am nächsten Tag hatte ich einen Termin an der Hochschule in Nordhausen mit der Antisemitismusbeauftragten der Hochschule Nordhausen Prof. Dr. Cordula Borbe. Danke, für das gute Gespräch und das Engagement gegen Antisemitismus! Der Präsident der Hochschule Prof. Dr. Jörg Wagner unterstützt dieses Engagement und hat eine klare Position, die er beim Begrüßungsgespräch verdeutlichte. Es tut gut zu wissen, dass es an unseren Hochschulen Menschen mit einem klaren Kompass gibt.