Ich war und bin ein Fan der Bilder von Günter Rössler! Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen waren in allen Illustrierten und Monatszeitschriften der DDR zu finden. Seine Modebilder zierten über Jahrzehnte die Titelblätter und seine Aktbilder im Magazin oder in der Jugendzeitschrift “Neues Leben” waren legendär. 1984 widmete der Playboy Günter Rössler eine 11seitige Reportage und dies obwohl oder weil seine Bilder sich so sehr vom Hochglanzimage der Playboy-Aktbilder unterschieden.
Im Kunsthaus Apolda ist noch bis zum kommenden Wochenende eine Ausstellung mit vielen seiner Werke zu sehen. Glücklicherweise habe ich es heute noch rechtzeitig nach Apolda geschafft. Viele der Schwarz-Weiß-Bilder erinnern an eine vergangenen Zeit – bei den Bilder mit Aufnahmen von Porträts aus Bulgarien, Albanien oder Prag sind auch Hintergründe mit im Bild. Die Frauen-Porträts und Akte sind hingegen zeitlos und erst beim betrachten der Bildinformationen stellt man fest, dass Bilder von 1998 direkt neben Bildern von 1984 platziert und kaum zu unterscheiden sind. Bis zu seinem Tod hat Günter Rössler überwiegend auf Farben verzichtet (außer bei Modebildern) und seinen Bildern im Fotolabor selbst den letzten Schliff gegeben.
Für mich war die Ausstellung auch eine Zeitreise. Seit ich 12 bin fotografiere ich. Mit 14 habe ich mir ein eigenes Labor eingerichtet und die Filme selbst entwickelt. Bis heute mag ich lieber Porträts, als Landschaften und bis heute faszinieren mich schwarz-weiße Bilder. Meine alte Laborausrüstung inklusive des Axomat-Entwicklungsgerätes steht zwar noch in der Garage – aber seit rund 30 Jahren ungenutzt.
Allerdings hat sich in all den Jahren auch bei mir die Art der Fotografie sehr gewandelt. Lange habe ich mich gegen die Digitalfotografie gewehrt und analog fotografiert. Und auch bis vor sieben Jahren habe ich auf Reisen grundsätzlich die Spiegelreflexkamera mit mehreren Objektiven mitgeschleppt. Bei Sportaufnahmen und schlechtem Licht ist meine Sony auch unbestritten bessern, als die Mobilkamera vom Telefon. Aber allen Fotoformen gemein ist, dass es auf die richtige Motivwahl ankommt.