Das Tagebuch der Anne Frank gehört zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des Holocaust und es macht seine Autorin möglicherweise zum weltweit bekanntesten Holocaust Opfer. Bücher in über 80 Sprachen, Filme und Ausstellungen widmen sich dem Leben von Anne Frank. Schulen und Straßen sind nach ihr benannt und es gibt zahlreiche Erinnerungsformen. Was macht vor diesem Hintergrund die Eröffnung der heutigen Ausstellung “Lasst mich ich selbst sein” in Erfurt so besonders?
Die Antwort ist, dass diese Ausstellung, die es bereits seit 2015 gibt, mit Peer Guides präsentiert wird. Junge Menschen die straffällig geworden sind begleiten Gruppen durch die Ausstellung. Sie wurden zuvor vom Anne Frank Zentrum zu Peer Guides ausgebildet.
Sehr gerne habe ich bei der heutigen Ausstellungseröffnung in den Geschäftsräumen des Vereins UNITYED ein Grußwort gehalten und bin mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Ausstellungseröffnung ins Gespräch gekommen.
Anne Frank ist nur ein Opfer von 6 Millionen ermordeten Juden. Ihr Name steht im Buch der Namen in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, in dem inzwischen rund 5 Millionen Namen und Biographien erfasst sind. Den Opfern des Holocaust zu gedenken ist eine fortwährende Aufgabe. Bei der Bekämpfung des heutigen Antisemitismus müssen wir jedoch unbedingt mehr an Wissen und Hintergründen vermitteln und zugleich die Empathie und das Mitgefühl junger Menschen stärken. Ich hoffe, dass das Projekt der Anne Frank Ausstellung dazu einen Beitrag leisten wird. Für vier Wochen wird die Ausstellung in Erfurt gezeigt und noch können freie Termine für Gruppenbesuche gebucht werden.