Abschied und tiefe Trauer

Diese Woche hat sehr hoffnungsvoll begonnen und ging tieftraurig zu Ende. Mein großer Bruder Karl-Uwe Panse ist am Donnerstag kurz nach seinem 77. Geburtstag gestorben. Am Montag waren wir Geschwister – meine Schwester Heike und mein Zwillingsbruder Jens – noch bei ihm im Krankenhaus in Suhl und haben ihn zum Geburtstag gratuliert. In der Nacht zuvor war er mit Atembeschwerden und Herzproblemen ins Klinikum gekommen. Vor drei Wochen hatte Uwe einen Herschrittmacher bekommen. Trotzdem waren wir alle optimistisch und Uwe machte schon Pläne, dass er nächste Woche mit seiner Frau nach Bregenz zu den Festspielen (La Traviata) und danach nach Erfurt zu den Domfestspielen (Jesus Christ Superstar) wollte. Am Donnerstag erreichte uns dann die unfassbare Nachricht, dass unser Bruder in der Nacht zuvor gestorben ist.

Uwe war als ältester von uns Geschwistern bei der Geburt von uns “Nachzüglern” gerade dabei das Elternhaus zu verlassen. Er hat früh geheiratet und wurde Vater. Meit seiner Familie ist er dann nach Königsee in ein großes Haus mit Garten- und Waldgrunstück gezogen. Zu DDR-Zeiten war Uwe beruflich bei der Staatlichen Versicherung. In der Wendezeit zog es auch ihn in die Politik. 22 Jahre von 1990 bis 2012 war er Bürgermeister von Zella-Mehlis. Nachdem er in der Wendezeit die DSU mitbegründet hat, war er danach als parteiloser Bürgermeister in Zella-Mehlis hochgeachtet, wurde immer wieder gewählt und hat sich auch im Ruhestand weiter engagiert – später dann auch als Kreistagsmitglied der CDU. Politik hat sein Leben geprägt und ich erinnere mich an viele leidenschaftliche Diskussionen bei Familientreffen über politische Themen. Während meine beiden anderen Geschwister immer für die liberale Seite eingetreten sind waren Uwe und ich die Konservativen und nur unser Vater vertrat die Sozialdemokratie. 1994 hat ein Fernsehbeitrag die politische Seite der Familie gut beschrieben und ich erinnere mich auch am Wahlkämpfe, bei denen ich Uwe helfen konnte. In frühen Jahren, als wir Zwillinge noch Teenager waren haben wir drei Jungs mit unserem Vater regelmäßig die Weihnachtstage mit Familienskatturnieren verbracht. Besonders oft haben wir über die gemeinsamen Erinnerungen unserer Israel-Reise im Oktober 2009 gesprochen.

Uwe hinterlässt seine Frau Beatrix und eine große Familie mit vier Kindern und zahlreichen Enkeln. Er hinterlässt für uns alle eine große Lücke. Es schmerzt zu wissen, dass er nun nicht mehr da ist. Aber als Christen dürfen wir darauf vertrauen, dass wir uns wiedersehen werden. Die jüdische Form des Gedenkens “Möge seine Erinnerung ein Segen sein” drückt aus, was ich fühle.

 

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