Ahmad Mansour in Weimar

Auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung, in Kooperation mit der DIG, war gestern Abend Ahmad Mansour in der Sendehalle in Weimar zu Gast. „Reden wir über Freiheit“ war der Titel der Veranstaltung und in der anschließenden Gesprächsrunde ging es überwiegend um Antisemitismus, den Iran und Israel, also genau die Themen, die die Menschen derzeit beschäftigen. Über 120 Gäste waren gekommen, um Ahmad Mansours Einführung zu hören. In der 15minütigen Rede kam Mansour schnell auf den Punkt. Insbesondere der muslimisch geprägte Antisemitismus ist sein Thema. Er schreibt Bücher, hält Vorträge und geht in Schulen. Mit seiner Mansour-Initiative für Demokratieförderung & Extremismusprävention (MIND prevention) gGmbH schafft er auch den Zugang in migrantische Strukturen und insbesondere die Entwicklung der jungen Generation liegt ihm am Herzen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion konnte ich mit der FDP-Politikerin Linda Teuteberg, dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm und Ahmad Mansour das Thema vertiefen. Moderiert vom Journalisten Dr. Sebastian Haak ging es schnell um Bildungsdefizite bei der Antisemitismusprävention, Auswirkungen der sozialen Medien, Elternverantwortung und die Frage, wo Antisemitismus beginnt. Ausgesprochen dankbar bin ich für die klaren Worte und auch die Diskussion mit dem Publikum. Was müssen wir bei der Bekämpfung des Antisemitismus tun und ob ich optimistisch bin, dass dies Wirkung erzielt, wurde ich gefragt. Klare Antwort: Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und alle Menschen, die mit jungen Menschen zu tun haben inhaltlich befähigen und motivieren gegen antisemitische Stereotypen zu argumentieren. Jüdisches Leben sichtbar und erlebbar machen. Den Dialog zwischen gesprächsbereiten Muslimen, Christen und Juden fördern. Letzteres gelingt freilich nur bei Menschen die noch kein geschlossenes Weltbild haben. Und letztlich solche Veranstaltungen wie gestern Abend durchführen, weil sie Menschen erreicht und ihnen Argumente mitgibt für Gespräche im persönlichen Umfeld.

Am 20. April 2026 wird das gleiche Veranstaltungsformat mit Ahmad Mansour, Reinhard Schramm und mir noch einmal im Kaisersaal in Erfurt stattfinden. Herzlichen Dank Christian Polozek-Becher, dem regionalen Büroleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die wichtige Initiative und die Organisation.

Bilder aus Weimar

Israel und der 7. Oktober – Vortrag und Ausstellungseröffnung mit den Bildern von Halina Hildebrand

Im Rahmen der 34. Jüdisch-Israelische Kulturtage war ich heute zum dritten Mal in Gera zu Gast. Nachdem am Sonntagnachmittag in der Villa Mazur Tanya Raab über ihr Buch gesprochen hat, folgte heute mein Vortrag zum 7. Oktober 2023. Gerne war ich dazu wieder in der Bibliothek Gera zu Gast. Seit vielen Jahren ist die Bibliothek Veranstaltungspartner der Kulturtage.

Unser Programm der Kulturtage ist vielfältig und beinhaltet Musik, Tanz, Ausstellungen und Buchlesungen – aber eben auch Vorträge. Dies ist uns ebenso wichtig, wie Israel im Namen der Kulturtage. Das Bekenntnis zu Israel ist für uns elementar und dies nicht erst seit dem 7. Oktober 2023.

Was ist am 7. Oktober und vor allem auch danach geschehen? – darüber habe ich heute Abend gesprochen und zudem erklärt, warum die Ausstellung von einer Auswahl der Bilder von Halina Hildebrand so wichtig ist, um die Erinnerung wach zu halten. Für die israelische Gesellschaft bleibt der 7. Oktober eine fortwährende offene Wunde. Die furchtbare Dokumentation dessen, was in den über 800 Tagen mit den Geiseln und ermordeten Menschen geschehen ist, schockiert und macht uns bis heute traurig, auch wenn sich die mediale Wahrnehmung inzwischen nahezu vollständig auf den Iran und Libanon konzentriert. Gaza, Libanon und der Iran sind aber alle drei die gleiche Seite einer Medaille, die seit vielen Jahrzehnten die Region in Unruhe versetzt.

Ich habe in der Bibliothek in Gera schon zwei Mal über Israel gesprochen. In den letzten beiden Jahren war dies jeweils für die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

2024 – Bleibt der Frieden im Nahen Osten ein frommer Wunsch? Geschichte der Juden im Nahen Osten – Gründung des Staates Israel

2025 – Das Land Israel – Geschichte und Perspektiven

2026 – Israel und der 7. Oktober 2023

Als Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus bin ich froh darüber, dass die Bibliothek in Gera die Bilder von Halina Hildebrand zeigt (noch bis zum 30. April) und mir die Möglichkeit geboten, hat mit den Besuchern der Auftaktveranstaltung nach meinem Vortrag auch noch ins Gespräch zu kommen. Danke den Organisatoren vor Ort. Ich werde gerne auch im nächsten Jahr wieder kommen.

Bilder aus Gera

Saisonfinale – oder doch noch nicht?

Noch am Samstag hätte kein Mensch bezweifelt, dass wir am Mittwoch das erste, aber auch das letzte Heimspiel in der Playoffrunde in dieser Saison absolvieren würden. Zu klar war die Ausgangslage. Das nach der Vorrunde auf Platz 8 platzierte Team Schwarz-Weiß Erfurt gegen den Ligaprimus Stuttgart. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in Stuttgart überhaupt mal einen Satz geholt haben, geschweige denn in den Tiebreak gekommen sind. Genau dies ist aber am Sonntag passiert. Nach zwei gewonnenen Sätzen roch es nach einer faustdicken Sensation. Ich konnte dieses Mal nicht mitfahren und habe das Spiel deshalb nur am Live-Ticker verfolgen können und auch dies nur aus dem Augenwinkel, weil ich zeitgleich eine Buchvorstellung in Gera moderiert habe. Nachfolgend der Rück- und Ausblick:

Gibt es noch einen Krimi?

Die Playoff-Premiere von Schwarz-Weiß Erfurt war trotz der 2:3-Niederlage bei Allianz MTV Stuttgart ein großer Erfolg. Das macht Lust auf mehr am Mittwoch, wenn 18:30 Uhr in der Riethsporthalle das Rückspiel in der Best-of-Three-Serie steigt.

Was war das am Sonntag für ein Match, das die Erfurterinnen dem haushohen Favoriten lieferten? Stuttgart, nur eine Niederlage in der Hauptrunde, in zehn Heimspielen nur einen Satz in der SCHARRena (3:1 gegen Münster) abgegeben. Wohl kein Zuschauer in der Halle im Bauch der großen Fußballarena oder am Bildschirm hätte vermutet, dass es bei dieser Partie des Ersten gegen den Achten eine fast zweistündige Volleyballkost geben würde. Und dass Erfurt das gelingt, was keinem anderen Team der Liga in der Hauptrunde dort gelang. Aber die Schwarz-Weiß-Damen nahmen ihr Herz in die Hand und zeigten ihre bisher beste Saisonleistung. Mutig im Angriff, abwehrstark in der Feldverteidigung machten sie den Gastgeberinnen das Leben schwerer als es denen lieb war. Allianz MTV wurde zwar in den Sätzen vier und fünf seiner Favoritenrolle noch gerecht, aber die Anerkennung für die Leistung der Gäste aus Thüringen kam von allen Seiten vielfach. Schwarz-Weiß Erfurt hat deutschlandweit aufhorchen lassen.

Am Mittwoch folgt nun das Rückspiel. Von einer ähnlich knappen Partie auszugehen, wäre vielleicht etwas vermessen. Schließlich wird der Meisterschaftsfavorit Nr. 1 seine Schlüsse aus dem Hinspiel ziehen und versuchen, seiner Favoritenstellung klarer gerecht zu werden. So, wie es in der Hauptrunde zweimal der Fall war. Letztlich ist die Mannschaft von Konstantin Bitter auf jeder Position qualitativ besser und doppelt stark besetzt. Doch Volleyball ist auch ein „Kopfspiel“, womit sich das knappe 3:2 vom Sonntag ebenfalls erklären lässt. Wie cool bleibt Stuttgart am Mittwoch? Kann Schwarz-Weiß Erfurt noch einmal so unbeschwert, locker drauf los spielen?

Egal wie es am Mittwoch ausgehen wird, für die Heimpremiere in den Playoffs haben sich die SWE-Damen eine volle, lautstarke Riethsporthalle – auch an einem ungünstigen Werktag – verdient. Es könnte das letzte Saisonspiel für die Erfurterinnen sein. Oder doch nicht?

Zweirad-Wochenende

Auch an diesem Wochenende standen zwei Buchvorstellung mit Tanya Raab auf dem Programm – in Erfurt und Gera. Aber der Rest des Wochenendes war frei und so blieb mal wieder etwas Zeit für den Sportpark. Da das Wetter mitgespielt hat, auch für Bewegungstherapie für das Motorrad.

Für die an diesem Wochenende stattfindende Motorrad-Messe war das Wetter ebenfalls so gut, dass viele der Besucher der Messe mit dem Bike anreisten. Zahlreiche neue Modelle gab es zu bestaunen. Einen der größten Stände hatte Ducati und zeigte dort Bikes, die bis zu 48.000 Euro kosten. Meine Monster hat da im Gegensatz dazu schon fast nostalgischen Wert – in diesem Jahr wird sie 27.

Bilder der Motorrad-Messe

Shalom zusammen

Es gibt zuwenig Juden in Thüringen und in Deutschland. Der zunehmende Antisemitismus – seit dem 7. Oktober 2023 insbesondere aus dem muslimischen und linken Spektrum sowie der israelbezogenen Antisemitismus – trägt zudem dazu bei, dass Juden weniger in die Öffentlichkeit gehen. Jüdisches Leben ist weniger sichtbar und dies ist ein Grund, warum wir als Gesellschaft viel mehr in die Offensive gehen müssen, um gegen Stereotype und Vorurteile anzukämpfen. 

Weil viele Menschen sowenig über Juden wissen, gibt es soviele Klischees. Jüdisches Leben ist aber nicht stereotyp sondern vielfältig. Dies wollen wir mit den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen zeigen. Deshalb haben wir neben Musik, Tanz und Ausstellungen auch Buchvorstellungen im Programm. In diesem Jahr ist die junge Autorin Tanya Raab gleich mit vier Veranstaltungen  im Programm. Als Beauftragter für jüdisches Leben und die Bekämpfung des Anmtisemitismus sind diese Buchvorstellungen, neben einer Ausstellung der Bilder von Halina Hildebrand und und einem Vortrag zum 7. Oktober meine Beiträge im Programm der 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage.

Tanya Raab hat in ihrem Buch “Shalom zusammen! Warum wir falsche Vorstellungen von jüdischem Leben haben und das gemeinsam ändern sollten” kräftig mit Klischees aufgeräumt. Tanya Raab ist so ganz anders, als die oberflächige Vorstellung, wie Juden sind. Tanya stammt aus der Ukraine und ist mit 3 Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. In Frankfurt/Oder ist sie aufgewachsen und hat ihre jüdische Identität entdeckt. Sie ist angehende Lehrerin für Deutsch und Russisch, hat eine 5jährige Tochter, trägte gerne eine regenbogenfarbene Kippa und eine Kette mit einem Davidstern auch im Fitnessstudio. Sie ist jüdische Aktivistin und Influenzerin und bekennend quer. In ihrem Buch räumt sie konsequent mit Vorurteilen auf, schildert Datingerfahrungen “Gibt es hier so was eigentlich noch?” wird sie gefragt, als sie erzählt, dass sie Jüdin ist. Antisemitismus hat sie erstmals bewusst in der Schule erlebt und beklagt, dass auch die deutsche Erinnerungskultur nicht immer hilfreich ist bei der Bekämpfung von Antisemitismus. 

Die ersten beiden Veranstaltungen haben wir gestern und heute gemeinsam durchgeführt – in Meiningen in der Galerie Ada und in der St. Elisabeth Berufsschule der Caritas. In beiden Fällen hatte sie ein ausgesprochen aufmerksames Publikum. In Meiningen mit 20 Teilnehmern eher die ältere Generation in der BBS 80 Berufsschülerinnen.

Ich freue mich, dass Tanya so ein ganz anderes Bild vermittelt, und ebenso, dass sie auch gute Eindrücke aus Erfurt mitnimmt. Nach der Buchvorstellung in der BBS habe ich ihr die Erfurter Altstadt und das Rathaus, vor allem aber die jüdischen Orte der UNESCO-Welterbestadt gezeigt und von der langen jüdischen Geschuchte erzählt. Seit über 900 Jahren gibt es jüdisches Leben in Thüringen. Ich bin gespannt, wie die Verstaltungen morgen Abend im jüdischen Kultur- und Gemeindezentrum und Sonntag in der Villa Mazur in Gera werden.

Bilder aus Meiningen und Erfurt

Handwerklich schlecht gemacht!

Naivität oder Unkenntnis? Ich glaube beides nicht. Es ist ganz offensichtlich Vorsatz und es ist auch ganz offensichtlich einkalkuliert, dass im Ergebnis Frust und Enttäuschung produziert wird. Gestern Abend hat der Erfurter Stadtrat nach längerer Diskussion ein sogenanntes Kita-Moratorium beschlossen.

Dieser Antrag mag von vielen der Stadträtinnen und Stadträte die dafür den Arm gehoben haben gut gemeint sein, aber er ist von den Initiatoren handwerklich schlecht gemacht und nicht umsetzbar. Hinter vorgehaltener Hand wird auch aus den Reihen der SPD immer wieder kolportiert, dass es wohl eher darum, ging sich für die Wahl eines neuen Sozialdezernenten in Stellung zu bringen. Wenn dies innerhalb der SPD funktioniert, ist dies aber nur teilweise hilfreich. Außerhalb der SPD und insbesondere in der Verwaltung weckt dies erhebliche Zweifel an der fachlichen Kompetenz.

Die Stellungnahme der Verwaltung zu der Drucksache von SPD & Piraten, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen fällt entsprechend deutlich aus. Drei Mal Nein! Der Jugendamtsleiter und der Finanzbeigeordnete (beide SPD) erklären, dass weder die rechtliche Zulässigkeit, noch die personellen und sächlichen Ressourcen und schon gar nicht die finanziellen Voraussetzungen zur Beschlussfassung eines solchen Antrags vorliegen. Selten werden Stadtratsvorlagen so deutlich als rechtswidrig gebrandmarkt. 

Geld, welches vom Land kommt, wurde schon für die deutlich gestiegenen Sozialausgaben verplant und um einen Nachtragshaushalt zu erstellen (wie es die Antragsteller vorschlagen) fehlt jeglicher Spielraum. Anders gesprochen, es müsste möglicherweise bei bestehenden Leistungen im Sozial- und Jugendhilfebereich gekürzt werden um Mittel zu haben. Diese Diskussion hätte selbstverständlich vor einigen Wochen bei der Haushaltsberatung geführt werden müssen, aber aus nachvollziehbaren Gründen hat dies die SPD nicht getan. Sie hat schlichtweg keine Lösung für das Problem.

Ich finde es ausgesprochen unredlich, dass in den letzten Wochen den Eltern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kitas suggeriert wurde, es stünde eine Qualitätsverschlechterung bevor, wenn das Moratorium nicht beschlossen wird. Fakt ist, es gibt klar definierte Personalschlüssel die per Landesgesetz festgelegt sind und die eine gute Betreuung ermöglichen. Diese orientieren sich an der Anzahl der betreuten Kinder. Diese hohen Standards verändern sich nicht. Mit den zurückgehenden Kinderzahlen sinken aber die Landeszuschüsse in der Gesamtsumme. Wenn die Stadt dies ausgleichen und Personal in den Einrichtungen bezahlen soll, das über den definierten Personalschlüssel hinaus geht muss dies von der Stadt bezahlt werden.

Ich gehe davon aus, dass der Beschluss nicht umgesetzt werden kann. Ich gehe davon aus, dass dies die Antragsteller auch wissen. Die Sorgen der Eltern zu missbrauchen um ein politisches Süppchen zu kochen wird sich langfristig nicht auszahlen, sondern zusätzlichen Frust schaffen.

Die Position der CDU Stadtratsfraktion und des Oberbürgermeisters Andreas Horn dazu ist eindeutig und deshalb haben wir das sogenannte Kita-Moratorium abgelehnt.

Tag der Demokratiegeschichte im Thüringer Landtag

Mit einer Podiumsdiskussion im Thüringer Landtag wurde heute an die ersten und einzigen freien Volkskammerwahlen der DDR erinnert. Diskutiert haben vier Abgeordnete der ersten Stunde aus der Volkskammer, dem Bundestag, dem EU-Parlament und dem Landtag. Unter den Gästen waren viele der ehemaligen Parlamentskollegen aus dem Landtag und auch mir war es ein besonderes Anliegen, dabei zu sein.

Schirmherr des Tages der Demokratiegeschichte ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Der Thüringer Landtag gehört nunmehr zu den bundesweit rund 260 und thüringenweit 16 “Orten der Demokratiegeschichte”.

10 Jahre durfte ich im Thüringer Landtag als Abgeordneter Demokratie mitgestalten und seit 33 Jahren im Erfurter Stadtrat. Heute vor 36 Jahren war daran nicht zu denken. Ich habe Wahlkampf für den Demokratischen Aufbruch gemacht und war enttäuscht. dass am Ende nur 0,9 Prozent für den DA das Ergebnis waren. Dies lag auch daran, dass der damalige DA-Vorsitzende kurz vor der Wahl als Stasi-Spitzel enttarnt wurde. Überwältigender Wahlsieger war die CDU, die mit der Allianz für Deutschland mit dem DA und der DSU eine Wahlgemeinschaft und danach auch Regierung gebildet hat.

Die spannende Wendezeit ist lange her, aber viele Erinnerungen sind noch überdeutlich präsent. Ich bin dankbar dafür, so viele Jahre aktiv mitgestalten zu können. Heute Abend ist wieder Stadtratssitzung und da stehen rund sechs Stunden Kommunalpolitik auf dem Programm 😉

Bilder vom Tag der Demokratiegeschichte 

Breites Bündnis gegen “Kufiyas in Buchenwald”

Ich bin dem Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender außerordentlich dankbar für die Erarbeitung einer umfänglichen Stellungnahme “Gegen die antisemitische Vereinnahmung von KZ-Gedenkstätten” und zur Kampagne “Kufiyas in Buchenwald”. Ich habe selbstverständlich in der vergangenen Woche keinen Moment gezögert, sondern die Stellungnahme gemeinsam mit 18 Organisationen unterzeichnet.

Für den 12. April 2026, dem 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald, haben antisemitische Organisation dazu aufgerufen, in Weimar und Buchenwald zu demonstrieren. Für mich ist völlig klar, die Gedenkstätte Buchenwald ist natürlich ein Ort des Gedenkens und kein Ort des Antisemitismus! Israelbezogener Antisemitismus darf in unserer Gesellschaft und auch in den demokratischen Parteien keinen Platz haben.

Leider zeigen uns aber die Beschlüsse der niedersächsischen Linken an diesem Wochenende, dass es sehr wohl Parteien gibt, in denen Antisemitismus sogar mehrheitsfähig ist. Ich bin einzelnen Linken durchaus dankbar, dass sie sich dagegen positionieren. Konsequent gehandelt hat aber der Brandenburger Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner und ist aus der Partei die Linke ausgetreten.

Jüdische Allgemeine

Pressemitteilung

epd-Meldung

Fritz Bernstein – Antisemitismusforscher, Zionist und Staatsgründer aus Thüringen

Im Rahmen der 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage war ich heute in Gera und habe mit Christoph Gann einen interessanten und guten Nachmittag zu Fritz Bernstein erleben und gestalten können. Die Veranstaltung in der Villa Mazur war gut besucht und begann mit einem Einblick in die Geschichte der Villa. Ein jüdischer Teppich-Fabrikant lebte einst in der Villa mit seiner Familie.

Die Geschichte und das Wirken von Fritz Bernstein ist – obwohl er aus Thüringen kommt – bei uns weniger bekannt und dies obwohl sie ausgesprochen beeindruckend ist. Fritz Bernstein wurde 1890 in Meiningen geboren, ist aber schon in jungen Jahren nach Holland gegangen und hat sich dort in der zionistischen Bewegung engagiert. 1936 emigrierte er in das britische Mandatsgebiet Palästina und wurde nach der Staatsgründung Israels Regierungsmitglied. Bei der Staatsgründung hat er aktiv mitgewirkt und dies wohl auch, weil er klare Vorstellung hatte, wie ein jüdischer Staat sein soll.

Sein Buch “Der Antisemitismus als Gruppenerscheinung. Versuch einer Soziologie des Judenhasses” erschien 1926, vor genau 100 Jahren und ist heute noch so aktuell, wie damals. Er beschreibt darin sowohl, wo der Judenhass herkommt, als auch was ihn begünstigt. Dass Juden immer und überall eine Minderheit waren, sieht er als zentrale Ursache. Er war Zionist – weniger bekannt als Theodor Herzl, aber genauso mit einer klaren Vision. Der bekannte Satz “Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen.” von Theodor Herzl wurde von Fritz Bernstein ergänzt “Wenn ihr es nicht mehr wollt, ist es sicher nur ein Märchen.”.

Ich bin ausgesprochen dankbar für den heutigen Vortrag von Christoph Gann und nehme daraus die Anregung mit, mich mehr mit Fritz Bernstein zu beschäftigen. 

Nachtrag: Nachdem ich wieder in Erfurt zurück war, habe ich von dem unseeligen Beschluss der Linken in Niedersachsen gelesen. Mit großer Mehrheit haben die Delegierten des Landesparteitages einen Antrag mit der Überschrift “Ablehnung des Zionismus” beschlossen.   

“Weiter heißt es in der Entschließung: »Sowohl die israelische Regierung als auch die Hamas hegen offen Vernichtungsfantasien gegen die jeweils vom anderen vertretenen Volksgruppen. Klar ist: Besatzung, Entrechtung und Perspektivlosigkeit führen zu Terror. Der Gaza-Streifen liegt nach über zwei Jahren Genozid in Trümmern.« Die Forderungen der niedersächsischen Linken richten sich aber ausschließlich an Israels Adresse.

So fordert der in Hannover verabschiedete Antrag ein »Ende der Apartheid in Israel und in den besetzten Gebieten« und prangert einen angeblichen Missbrauch des Antisemitismus-Begriffs an. »Wir kritisieren, wo der Antisemitismusvorwurf instrumentalisiert wird, um Kritik am real existierenden politischen Zionismus zu delegitimieren.« Im ursprünglichen Antrag hatte es noch geheißen, das Bekenntnis zum Antizionismus müsse von der Linken in Niedersachsen »öffentlichkeitswirksam geteilt werden« und die »Verbreitung zionistischer Ideologie untersagt« werden.” (Quelle Jüdische Allgemeine)”.

Mein Kollege Andreas Büttner, Antisemitismusbeauftragter in Brandenburg, hat daraufhin seinen Parteiaustritt bei den Linken erklärt und ich kann ihn darin nur bestärken. Auch ich finde diesen Beschluss empörend und antisemitisch. 

Bilder aus Gera

  

 

Erfurt – Münster – Erfurt

Noch einmal ging es für mich in dieser Saison heute auf Auswärtstour mit unserem Team. Beim letzten Spiel der Hauptrunde beim USC Münster wollte ich gerne dabei sein und bin deshalb mit dem Mannschaftsbus mit nach NRW und zurück gereist. In Münster bin ich deshalb immer wieder gerne dabei, weil die Atmosphäre in der legendären Halle Berg Fidel immer gut ist und die Kolleginnen und Kollegen in Münster einen gute Job machen.

Mit dem Präsidenten von Münster Jürgen Aigner habe ich heute auch über die zurückliegende Saison gesprochen. Gerne hätte ich auch den direkten Vergleich mit Münster mit einem oder mehreren Punkten in dieser Saison abgeschlossen, aber auch dieses Mal gab es nichts zu gewinnen und das Spiel endete 0:3 für Schwarz-Weiß Erfurt. Nachfolgend der Spielbericht und Bilder aus Münster:

Schwarz-Weiß Erfurt kehrt erneut mit leeren Händen nach Hause zurück. Beim 0:3 (-20, -18, -14) am Berg Fidel mussten sich die Thüringerinnen dem USC klar geschlagen geben.

Am Einsatz in der gut einstündigen Begegnung bei den „Unabhängigen“ hat es nicht gelegen. Erfurt ackerte in der Defensive aufopferungsvoll, hielt viele Bälle im Spiel, konnte sich aber zu selten dafür belohnen. Es haperte vor allem im Angriff, wo sich die Gäste zu selten durchsetzen konnten. Lediglich Isabel Kovacic gelang dies mit zunehmender Spieldauer, die als einzige Erfurter Angreiferin zweistellig punkten konnte. Vom Rest kam zu wenig, zu wenig, um gegen ein etabliertes Team Zählbares mitzunehmen.

Dabei hatten die Gäste gute Phasen. Im ersten Satz spielte man zunächst gut mit, musste Mitte des Satzes entscheiden abreißen lassen, um zum Satzende wieder auf Augenhöhe zu agieren. Hätten die Erfurterinnen den Start des zweiten Satzes (1:9) nicht völlig in den Sand gesetzt, wäre auch hier mehr möglich gewesen. Umgekehrt der dritte Durchgang: Hier lagen die SWE-Damen 11:10 in Führung, um dann vollkommen wegzubrechen. Somit siegten die USC-Damen souverän und kletterten durch die Aachener Niederlage noch auf Platz fünf.

Erfurt, das erneut eine Achterbahnfahrt hinlegte, erwartet nun im Playoff-Achtelfinale Spitzenreiter Stuttgart zu zwei Duellen. Auch wenn die Herausforderung sehr groß ist und man sich keiner Illusionen hingeben muss, so darf man in der Thüringer Landeshauptstadt das erstmalige Erreichen als Erfolg werten und in die Spiele mit Vorfreude gehen. (St.S.)

Bilder aus Münster