Antisemitismus im Kulturbetrieb

Bei der gestrigen Programm-Pressekonferenz unser Jüdisch-Israelischen Kulturtage wurde ich gefragt, wie ich das Thema Antisemitismus im Kulturbereich einschätze. Konkret lautete die Frage:

Welche Formen von Antisemitismus nehmen Sie speziell in der Thüringer Kulturszene wahr und welche Chancen sehen sie, dass Kultur und Projekte wie die Jüdisch-Israelischen Kulturtage einen positiven Gegenpol leisten können bzw. welche Verantwortung sehen Sie hier für die Thüringer Kulturlandschaft?

Auch in der Thüringer Kulturszene gibt es antisemitische Tendenzen – da muss man nicht zum aktuellen Berlinale-Antisemitismusskandal nach Berlin oder zum ESC schauen. Ich erinnere an den offenen Brief an den Bundeskanzler „Lassen Sie Gaza nicht sterben, Herr Merz“, (August 2025) den auch die bekannten Thüringer Künstlerinnen und  Künstler Sandra Hüller, Yvonne Catterfeld und Clueso unterzeichnet haben. Dieser Brief mit seiner einseitigen Schuldzuweisung an Israel ist nur exemplarisch dafür, dass auch Künstlerinnen und Künstler für israelbezogenem Antisemitismus anfällig sind. Sie sind ein Spiegelbild und ein Brennglas unserer Gesellschaft.

Exemplarisch für unsere Gesellschaft ist, dass es viel Meinung zum Thema aber wenig Ahnung gibt. Dies weist auf Bildungsdefizite hin. Künstlerinnen und Künstler, die sich öffentlich positionieren haben aber dabei eine besondere Verantwortung. Ihre Bekanntheit und Reichweite in Medien, insbesondere in den sozialen Medien erreicht viele Menschen und beeinflusst diese auch in ihrer Meinung.

Bildungsdefizite zu bekämpfen ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Da ist Schule ebenso gefragt, wie Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und Medien.
Wenn es um das zweite große Thema geht, jüdisches Leben sichtbar zu machen und nicht nur den Blick auf den Holocaust oder beispielsweise das jüdische Erbe zu richten, kommen die Jüdisch-Israelischen Kulturtage als wichtiger Akteur ins Spiel. Thüringen kann darauf stolz sein und auch auf die lange Tradition. Nur in wenigen Bundesländern gibt es überhaupt jüdische Festivals – wir haben sogar drei davon! Erfreulicherweise gibt es auch Künstlerinnen und Künstler, die sich ganz klar gegen Antisemitismus positionieren.

Unser Festival hat eine Besonderheit. Es ist  bundesweit das einzige mit Israel im Namen. Für uns ist es wichtig damit nicht nur einen Bezug, sondern ein klares Bekenntnis zu Israel abzugeben. Künstler und Gäste des Festivals sind sich dessen bewusst. Israelische Künstler die derzeit nach Deutschland kommen erfüllen eine wichtige Brückenfunktion. Sie sind Botschafterinnen und Botschafter Israels. Während sie bei vielen anderen Kulturveranstaltungen und Festivals in Deutschland nicht mehr berücksichtigt oder sogar ausgeladen werden, sind wir froh, dass 16 Künstlerinnen und Künstler bei den Kulturtagen dabei sind und wir zudem wunderbare Partnerschaftsprojekte, wie die Fotoausstelltung Erfurt – Haifa haben. Viele Menschen werden wir mit den Kulturtagen erreichen – positiv erreichen!

Programm-Pressekonferenz der 34. JIKT

Die 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen finden vom 5. bis 26. März 2026 mit 80 Veranstaltungen an 16 Orten in ganz Thüringen statt. Heute haben wir gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Prof. Reinhard Schramm, dem Chef der Staatskanzlei Stefan Gruhner und Oberbürgermeister Andreas Horn das Programm in einer Pressekonferenz vogestellt. Die Vorsitzende unseres Fördervereins Dorothea Marx und der Festivalleiter haben sowohl zum Festival berichtet als auch in Gesprächsrunden mit den Podiumsgästen die besondere Bedeutung heraus gestellt.

Das Festival der Jüdischen Landesgemeinde und des Fördervereins für Jüdisch-Israelische Kultur in Thüringen e.V. ist das am längsten stattfindende Thüringer Festivals und hat inzwischen seinen festen Platz im Frühjahr jeden Jahres gefunden. Es hat eine wichtige Funktion, um jüdisches Leben sichtbar und bekannt zu machen. Ein Alleinstellungsmerkmal auch bundesweit ist, dass die Jüdisch-Israelischen Kulturtage bewusst Israel im Namen tragen. Neben den kulturellen Angeboten ist damit ein klares Bekenntnis zu Israel verbunden. In diesem Jahr sind unter den Künstlern auch 16 Israelis, die mit mehr als 20 Programmpunkten ein starkes Signal senden.

Unterstützt werden die Jüdisch-Israelischen Kulturtage von Anbeginn durch das Land, aber auch durch viele Kommunen und Sponsoren. Ministerpräsident Mario Voigt hat die Schirmherrschaft übernommen und wird bei der Eröffnungsveranstaltung am 5. März ebenso wie der israelische Botschafter Ron Prosor sprechen. Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein wird beim Eröffnungskonzert des Sharon Mansur Trios zu Gast sein.

Die große überregionale mediale Beachtung des Festivals, zeigt die Wertschätzung für die langjährige Arbeit in Thüringen.
Im Rahmen des Festivals wird eine Ausstellung von Porträts aus Haifa und Erfurt gezeigt. Mit dieser Ausstellung, die im Herbst auch in Haifa gezeigt werden soll, wird anlässlich der 20jährigen Städtepartnerschaft zwischen Haifa und Erfurt ein starkes Zeichen für den Dialog und die Verbundenheit gesetzt.
Ausstellungen, Konzerte, Performances, Filme, Vorträge und Buchvorstellungen bieten ein breites Programm, welches viele Thüringerinnen und Thüringer erreichen soll. Jüdisches Leben sichtbar zu machen, ist neben Bildungsangeboten zur israelischen und jüdischen Geschichte das wichtigste und wirksamste Instrument gegen Antisemitismus.

Deshalb gilt allen Organisatoren und Mitwirkenden und an deren Spitze der Vorsitzenden des Fördervereins Dorothea Marx, dem Festivalleiter Johannes Gräßer sowie dem Vorsitzenden der jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm der große Dank für die Fortführung der langen Tradition der Jüdisch-Israelischen Kulturtage.

Israelktitik in Buchenwald ist geschichtsvergessen

Erfurt/Weimar (epd). Thüringens Antisemitismusbeauftragter Michael Panse plant rund um die Gedenkfeiern zur Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald am 12. April eine öffentliche Diskussionsveranstaltung. Thema sollen auch antisemitische Haltungen in der linksextremistischen Szene sein, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Donnerstag in Erfurt. “Ich will mit Aufklärung auf die geplanten Aktionen von Aktivisten reagieren, die vom Verfassungsschutz als extremistisch eingestuft werden.” Diese wollten das Gedenken für Demonstrationen gegen die angeblich faschistische Politik der israelischen Regierung missbrauchen.

Laut Panse sei es eine geschmacklose Verdrehung der Tatsachen, der Regierung des Staates Israel ausgerechnet in Buchenwald eine faschistische Grundhaltung vorzuwerfen. Die von dem Bündnis “Kufiyas in Buchenwald” vorgebrachte Argumentation, die Gedenkstättenleitung in Weimar missachte den Geist des Schwurs von Buchenwald durch ihre israelfreundliche Haltung, nannte Panse “geschichtsvergessen.” Es sei nicht hinnehmbar, die israelische Politik in Gaza auf eine Stufe mit den Verbrechen der Nationalsozialisten gegenüber dem jüdischen Volk gleichzusetzen. 

Panse hielte es aber für falsch, das Tragen von Palästinensertüchern aufgrund der Ankündigung der linksextremistischen Kreise generell zu verbieten. “Kufiyas sind in ihrem Kern traditionelle Hals- und Kopftücher, denen allerdings im Laufe der vergangenen Jahrzehnte eine politische Bedeutung gegeben wurde”, sagte Panse. Ein Verbot solle nur erfolgen, wenn diese Kleidungsstücke auf dem Lagergelände erkennbar als Symbol für israelfeindliche Haltungen oder Aktionen genutzt werden. 

Diese Differenzierung könne im Einzelfall schwierig sein, sagte Panse. Doch habe die Vergangenheit gezeigt, dass die Gedenkstättenleitung diese Abwägungen vornehmen könne. So hatte die Leitung der Gedenkstätte im vergangenen April einer Frau den Zutritt mit Kufiya ausdrücklich deshalb verboten, weil sie mit dem Tuch gegen Israel protestieren wollte. Ein Gericht gab der Gedenkstätte im Sommer recht.

Die geplanten Diskussionsveranstaltung in Weimar soll sich vor allem an Jugendliche richten. Grundsätzlich sei jeder und jede willkommen. “Wir können dort offen über all das diskutieren, was in Israel und Gaza passiert ist und immer noch passiert”, sagte Panse. Das aber müsse im argumentativen Austausch geschehen und dürfe nicht von ideologischen Schuldzuweisungen und Relativierungen bestimmt sein.

Zu inkonstant für Punktgewinn

Gestern Abend hatten wir unser vorletztes Heimspiel in der Hauptrunde der Volleyball-Bundesliga. Nach dem letzten Spiel gegen Dresden folgen die Playoffs, bei denen wir noch ein Heimspiel haben werden – gegen wen ist aber noch offen. Nach jetzigem Stand gegen den Meisterschaftsfavoriten Stuttgart. Im Spiel gegen Aachen hätten wir den 7. Platz festigen können, aber leider hat es trotz gutem Spiel nicht zum erwünschten Punktgewinn gereicht. Nachfolgend unser Spielbericht:

Schwarz-Weiß Erfurt lieferte den Ladies in Black Aachen lange einen großen Kampf, musste sich am Samstagabend dennoch nach 93 Spielminuten mit 1:3 (-22, 23, -11, -20) geschlagen geben.

Im Hinspiel gab es eine deutliche Klatsche für die SWE-Damen, was so nicht wieder passieren sollte. Die mageren 42 Punkte waren im Rückspiel bereits nach dem zweiten Satz übertroffen, als es 1:1 nach Sätzen stand. Erfurt hatte bis dahin dem Gegner und den knapp 900 Zuschauern ein packendes, unterhaltsames Spiel geliefert. Im ersten Satz blieb es bis zum 20:20 ein Spiel auf Augenhöhe, ehe die Gastgeberinnen abreißen lassen mussten. Der zweite Durchgang war die beste Phase des Spieles aus Erfurter Sicht. Bei ihnen lief es wie am Schnürchen, druckvoll in Aufschlag und erfolgreich mit schnellen Angriffen, Als Emilie Respaut mit einer Aufschlagserie von 14:9 auf 20:9 stellte, waren die Thüringerinnen enteilt. Gästetrainerin Mareike Hindriksen reagierte und brachte in Zuspiel, Mittelblock und Angriff drei frische Kräfte. Wechsel, die Auswirkung auf den weiteren Spielverlauf haben sollten. Aachen kämpfte sich ins Spiel zurück und ließ den Vorsprung der Schwarz-Weißen dahinschmelzen. Als „Elli“ Sandbothe den vierten Satzball zum 25:23 versenkte, hatte Erfurt den Satzgewinn gerade so ins Ziel gezittert.

Nach der zehnminütigen Pause kam Aachen mit demselben Elan aus der Kabine, mit dem sie zuvor stark aufkamen. Marit Zander und Karmena Struka blieben auf dem Feld, während Celine Jebens wieder ihre Position einnahm. Außerdem hatte Aachen mit der an diesem Abend überragenden Tsvetelina Illieva die Unterschiedsspielerinnen in ihren Reihen. Der Bulgarin gelangen insgesamt 31 Punkte (47 % Angriffsquote), davon allein fünf im Block und sieben am Aufschlag. Sie griff facettenreich an und war von den Gastgeberinnen nicht zu neutralisieren. Dass sie am Ende zur goldenen MVP erkoren wurde, war infolge ihrer Leistung nur logisch. Aachen überfuhr Erfurt im dritten Satz mit 25:11 und ging mit 2:1 Sätzen in Führung.

Das setze sich auch im vierten Satz fort. Als die „Ladies“ mit 11:3 vorn lagen und Pablo Sanchez bereits beide Auszeiten verbraucht hatte, drohte ein erneuter deutlicher Satzverlust. Doch Erfurt kämpfte sich zurück und war beim 15:17 wieder auf Tuchfühlung. Das Satzfinish gehörte wie im ersten Akt den Gästen. Als Kinga Szücs’ vierter Aufschlag im Netz hängen blieb, stand es 20:25 und somit 1:3 nach Sätzen. Aachen war der verdiente Sieger, weil sie konstanter spielten, in der Annahme stabiler waren, mit Illieva die überragende Angreiferin in ihren Reihen hatten und Mareike Hindriksen die entscheidenden Wechselspielerinnen von der Bank bringen konnte.

Bei Schwarz-Weiß zeigte Angreiferin Alianza Darley ebenfalls eine gute Angriffsleistung, dazu scorten auch die Mittelblockerinnen, was „Elli“ Sandbothe die silberne MVP-Medaille bescherte. Allerdings ließ die Qualität der Annahme im Spielverlauf nach, was ein Faktor dafür war, dass es nicht zu einem Punktgewinn reichte.

Durch die Niederlage und den gleichzeitigen Sieg von Wiesbaden in Münster (3:2) rutschte Erfurt wieder auf Platz acht ab. Die Chance zur Korrektur haben die SWE-Damen in anderthalb Wochen in Borken. (StS)

Foto: Sebastian Schmidt

Bilder und Videos vom Spiel

Thüringer erfolgreich bei der Europameisterschaft

Nach den beiden Weltcups im Januar haben wir in Oberhof in den letzten drei Tagen noch die erste Europameisterschaft der Jugend A und zwei Continental Cups organisiert und dabei noch erfolgreicher abgeschnitten, als die Kufensportler bei den Olympischen Spielen. Nachfolgend unsere Pressemitteilung:

“Während die Thüringer Kufensportfamilie noch in Vorfreude auf die siebte Medaille von Thüringer Kufensportlern bei den Olympischen Winterspielen war, haben die Nachwuchssportlerinnen und -Sportler aus dem Freistaat schon geliefert.

Bei der 1. FIL Jugend-Europameisterschaft und dem 6./7. Continental Cup der Jugend A vom Donnerstag bis Samstag ging der Sieg in allen 8 Wettkämpfen an deutsche Sportlerinnen und Sportler. 81 Schlitten aus 13 Nationen waren in Oberhof am Start. Besonders erfreulich aus Thüringer Sicht ist dabei, dass drei von vier Europameistertiteln in Thüringen bleiben. Fiona Groll (RC Ilmenau) und Elias Kämpf (RRV Sonneberg/Schalkau) jeweils im Einzel sowie Linus Knolle und Wilhelm Haupt (beide Rennsteig Helden) im Doppel sicherten sich souverän die Europameistertitel.

Der Präsident des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes Andreas Minschke erklärt dazu:

„Vom Nachwuchstalent zur Weltspitze ist zentrales Motto beim TSBV. Wir sind stolz auf unsere Nachwuchsathleten, die die Olympiasieger von morgen werden können. Ihre herausragenden Erfolge sind Ergebnis guter Nachwuchsarbeit in unseren Vereinen, dem Sportgymnasium und der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Hinzu kommen perfekte Trainingsbedingungen auf der Bahn in Oberhof und engagierte Trainerinnen und Trainer.“

Komplettiert wurde das tolle Thüringer Ergebnis noch dadurch, dass sich Elias Kämpf (Einzel) und Fiona Groll (Einzel) sowie Anton Krügerke und Jonathan Wiese im Doppel (BRC 05 Friedrichroda/RC Ilmenau) mit den letzten beiden Continental Cups der Saison den Gesamt-Continental Cup sichern konnten.”

Bilder aus Oberhof

Antisemiten planen Aktion in Buchenwald

Erschreckend, empörend und eigentlich so dumm, dass man es sich kaum ausdenken kann, ist der jüngste Aufruf von linksradikalen Antisemiten im Internet.

Am 11. April jährt sich die Befreiung des KZ Buchenwald zum 81. Mal. Ausgerechnet für dieses Datum rufen nun Antisemiten zu Protesten gegen die Gedenkstätte Buchenwald auf. Seit vielen Jahren muss sich die Gedenkstätte mit rechtsextremistischen Provokationen rumschlagen und nun gesellen sich die Linkradikalen dazu. Ihnen ist die Ausrichtung der Gedenkstätte nicht israelfeindlich genug und sie beklagen sich, dass sie in Buchenwald nicht mit Kufiya auftreten dürfen. Dazu haben sich die Organisationen einen Instagram-Account mit dem Titel “Kufiyas in Buchenwald” gebastelt. Darauf rufen sie nun zu Demonstrationen in der Gedenkwoche in Weimar auf und werfen der Gedenkstättenleitung Anti-Palästinensische Repressionen vor. 

In dieser Woche hat das Thema die Medien erreicht und die NZZ hat mich um ein Statement dazu gebeten. 

Ich halte diese geplante Aktion für geschmacklos und geschichtsvergessen. Die Gedenkwoche zur Befreiung des KZ dient dem Gedenken an die Opfer. Wer dies zu einer Politshow mit der Forderung, die Gedenkstätte solle sich “antizionistisch ausrichten” umfunktionieren will, missbraucht die Opfer und propagiert israelbezogenen Antisemitismus. Ich bin froh darüber, dass das Oberverwaltungsgericht im August letzten Jahres entschieden hat, dass Besuchern der Gedenkstätte der Zutritt verweigert werden kann, wenn sie die Kufiya als politisches Protestsymbol tragen. Ich unterstütze ausdrücklich die Gedenkstätte Buchenwald in ihrem Bestreben, jegliche Form von Antisemitismus zu unterbinden und genau darum handelt es sich bei der geplanten Aktion.

Inzwischen zieht diese Aktion größere Kreise. Nach der NZZ berichten auch die Funke Medien, Bild, Welt und verschiedene israelische Medien. Ich bin froh, dass sich zahlreiche Politikvertreter zu Wort melden und deutliche Worte für diesen israelbezogenen Antisemitismus finden.

Beitrag bei Thüringen24

Wie politisch sind die Olympischen Spiele?

Politik und politische Aussagen sollen bei den Olympischen Spielen außen vor bleiben. So der Anspruch. In der Geschichte der Olympischen Spiele gibt es viele Beispiele des Missbrauchs – 1936 in Berlin durch die Nazis aber auch später wurden die Olympischen Spiele immer wieder durch die Veranstalter für genutzt. Die Zeit der Boykotte ist zwar vorbei, aber den Ausschluss einzelner Nationen gibt es auch heute. Russland und Weißrussland sind aktuell außen vor und nur mit wenigen Sportlern, als internationale und neutrale Vertreter dabei. Dafür gibt es gute Gründe!

Wie schwierig der Start von ukrainischen und russischen Sportlern in einem Wettkampf ist, habe ich erst kurz vor den Olympischen Spielen in Oberhof erlebt. In Cortina hatte bis jetzt vor allem die Helm-Diskussion für Aufregung gesorgt. Ein ukrainischer Skeleton-Sportler, der mit seinem Helm an getötete Sportlerinnen und Sportler erinnern wollte, durfte nach Entscheidung des IOC nicht starten. Ich halte diese Entscheidung des IOC für falsch.

Falsch finde ich es aber auch, dass das IOC nicht klare Position für den israelischen Bob-Piloten Adam Edelman ergreift. Dessen Teilnahme wurde während der Übertragung der Wettkämpfe von einem Kommentator des öffentlich-rechtlichen Schweizer Fernsehsenders RTF in Frage gestellt. Er warf Edelman vor den “Genozid in Gaza” zu befürworten. Nun kann dieser Schwätzer von einem Journalist gerne seine persönliche Meinung zum Thema haben. Wenn er aber seinen Antisemitismus während einer Live-Übertragung im Fernsehen auslebt, sind sowohl das IOC, als auch der Arbeitgeber gefragt. Von beidem kam nichts – das IOC schob es auf den Sender und von dem kam wenig bis nichts.

Ich bin froh, dass israelische Sportlerinnen und Sportler bei den Olympischen Winterspielen dabei sind. Adam Edelman und sein Team habe ich im Dezember in Lillehammer kennenlernen können und drücke ihm die Daumen für den Viererbob.

Karneval auf der Zielgerade…

Am Rosenmontag drehen die Karnevalshochburgen in Köln und Düsseldorf erst richtig auf. Bei uns in Erfurt sind hingegen der Umzug und auch die großen Prunksitzungen schon Geschichte und auch nur einige Vereine haben noch am Rosenmontag eine Veranstaltung. Am Dienstag folgt dann noch die Abschlussveranstaltung der GEC im DasDie und dann ist ab dem Aschermittwoch wieder alles vorbei.

Für den MKC gibt es am Rosenmontag immer noch die traditionelle Kappenfahrt, bei der wir mit Teilen unseres Programms soziale Einrichtungen besuchen und der Marbacher Kindergarten zu uns in die Halle kommt. Gerne war ich in diesem Jahr wieder einmal dabei und habe mich besonders über den Besuch an meiner alten Schule im Rieth gefreut. Die Otto-Lilienthal-Gemeinschaftsschule feierte Karneval in der kleinen Riethsporthalle und wir haben das Programm dazu beigesteuert.

Schulleiter Alexander Dorst und die Kolleginnen der Schule haben sich sehr gefreut, dass wir wieder dabei waren. Für mich sind es auch immer wieder schöne Erinnerungen an meine Schulzeit dort. “Der alte Schulhof ist der schönste Platz…”

Bilder der Kappenfahrt

Nach vorne geschoben…

Während in Erfurt der Karnevalsumzug unterwegs war, hat sich unser Team von Schwarz-Weiß Erfurt in der Tabelle einen Platz nach oben geschoben. Mit dem 3:0 Sieg in Hamburg sind wir nun vorerst an Wiesbaden vorbei gezogen und auf Platz 7 der Bundesligatabelle. Wenn dies bis zum Saisonende so bleibt, wäre dies der erhoffte erfolgreiche Abschluss einer Saison, in der wir neben den drei Aufsteigern auch eine der etablierten Mannschaften hinter uns lassen wollten. Für uns steht noch das wichtige Spiel in Borken am 4.3. auf dem Programm und Wiesbaden könnte noch in Hamburg punkten. Es bleibt spannend bis zum letzten Spieltag der Hauptrunde. Nachfolgend der Spielbericht und die herzliche Einladung zum nächsten Heimspiel gegen Aachen am kommenden Samstag.  

Im Sonntagspiel gewinnt Schwarz-Weiß Erfurt nach 74 Spielminuten mit 3:0 bei den ETV Hamburger Volksbank Volleys und klettert in der Tabelle auf Platz sieben.

Das Ziel der Erfurterinnen für die Partie in der Hansestadt war klar: Einen Sieg einfahren und den VC Wiesbaden, der am Vortag in heimischer Halle Suhl mit 0:3 unterlag, in der Tabelle überholen. Beides gelang, wenn auch das 3:0 deutlicher aussah als es tatsächlich war. Erfurt war aus dem Hinspiel und auch wegen einiger Satzgewinne der Hanseaten gegen etablierte Teams gewarnt. Die kleine, enge Heimstätte der Volksbank Volleys, die mit 573 Zuschauern restlos ausverkauft war, war zudem ein wirklicher Heimvorteil für die Gastgeberinnen.

Eine 3:0-Führung der SWE-Damen zu Spielbeginn war ein gelungener Start, wurde aber sofort durch den ETV egalisiert. Fortan entwickelte sich ein ausgeglichenes Match, in dem Erfurt zahlreich mit „Tippbällen“ punktete, aber die Durchschlagskraft im Angriff vermissen ließ. So gewann Hamburg die langen Rallyes und machte es den Thüringerinnen schwer. Erst zum Satzende konnten sich die Gäste etwas absetzen, brauchten aber den letzten von drei Satzbällen, den Alianza Darley zum 25:23 verwandelte.

Satz zwei begann ausgeglichen (4:4), ehe Schwarz-Weiß aus einer starken Feldverteidigung heraus mit einem Zwischenspurt entscheidend auf 16:9 davonzog. Beim 21:11 schickte Pablo Sanchez Nachwuchstalent Rosalie Tetzel, die für die weiter erkrankte Alina Zellin in der Kader rutschte, ans Netz. Diese bedankte sich mit einem schönen Angriffspunkt über die Mitte zum 23:14. Ihre Passgeberin, Emilie Respaut, machte kurz darauf mit einem Ass zum 25:15 den Deckel drauf.

Erfurt startete mit einer schnellen 10:5-Führung in den dritten Satz und schien nun zügig das Spielende herbeiführen zu wollen. Der Sechs-Punkte-Vorsprung kurz danach (13:7) ließ zunächst keine Zweifel aufkommen. Doch weit gefehlt, Hamburg konterte mit einer 7:1-Serie zum Ausgleich. Etwas Glück beim 18:17 für die Gäste, dass Schiedsrichter Gunnar Seiler einen ETV-Angriff als technisch unsauber wertete und Erfurt den Punkt zum 19:17 zusprach. Der tapfer kämpfende Aufsteiger war nahe dran, den Satz zu kippen. Die favorisierten Gäste, die mit der mittlerweile auf dem Spielfeld stehenden Libera Mia Stauß viele Bälle verteidigten, zitterten sich ins Satzfinish. Auch, weil bis auf Alianza Darley keine Angreiferin wirklich durchschlagskräftig agierte. So rief Erfurts Coach beim 23:23 seine Spielerinnen nochmal zu einer Auszeit an die Seitenlinie. Dann packten Isabel Kovacic und Alianza Darley doch nochmal kräftig und überzeugend zu und machten die letzten beiden Punkte.

Erfurt hatte sich ins Ziel gezittert, nahm ohne Satzverlust (was nicht jedes Team von sich behaupten kann) drei Punkte aus Hamburg mit auf die Heimreise und darf sich über den kleinen Sprung in der Tabelle freuen. Eine gute Block-/Feldverteidigung und ein sehr variables Zuspiel waren die Sieggaranten des Nachmittags. Am kommenden Wochenende gilt es, den erklommenen Platz im Heimspiel gegen Aachen zu verteidigen. (St.S.)

Karnevalswochenende

Zwei Kostümbälle und der Umzug durch Erfurt standen auf dem Wochenendprogramm. Fraitag und Samstag sorgten viele närrische Mitglieder unseres Vereins dafür, dass wir zwei schöne Kostümbälle in Marbach feiern konnten. Im Zeichen der Liebe war die Narhalla gestaltet und fünf Stunden volles Programm begeisterte das Publikum.

Beim heutigen Umzug waren auf dem Domplatz weniger Wagen, als sonst aufgereiht. Der ausgefallene Umzug im letzten Jahr machte sich durchaus an zurückgehender Beteiligung bemerkbar. 30 Wagennummern wurden dieses Mal vergeben. Wir waren mit unseren Wagen mittendrin im Geschehen. Auch dies ist nur möglich, indem viele Vereinsaktive in den Tagen zuvor beim Wagenaufbau helfen, Wagenengel gefunden werden und vieles um den Umzug herum organisiert wird.

An der Umzugsstrecke war die Stimmung wie immer prächtig. Nach Medeinberichten waren mit 27.000 Gästen etwas weniger, wie in den letzten Jahren dabei. Dafür gab es reichlich Wurfmaterial und bestes Umzugswetter. Für die nächsten Tage und insbeondere für den Rosenmontag ist in Erfurt viel Schnee angesagt. Ich würde sagen, da haben wir ziemlich viel karnevalistisches Glück gehabt!

Erster Kostümball beim MKC

Zweiter Kostümball beim MKC

Karnevalsumzug 2026