Reisebericht „Jüdisches Wien“

Im April habe ich begonnen unsere sechstägige Studienreise vom 29. September bis zum 4.Oktober 2026 nach Wien zu planen und nun fand sie endlich statt!

In gut sieben Stunden kommt man von Erfurt mit der Bahn nach Wien. Am Dienstagabend waren schließlich alle 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (viele aus dem Bildungsbereich, also Fachhochschulen, Uni, Staatliche Schulämter und Bibliotheken, sowie engagiert in jüdischen Projekten in Thüringen) gut in Wien angekommen und unser Studienprogramm „Jüdisches Wien“ konnte starten. Die Vorstellungsrunde konnten wir leider im Restaurant Makom nur individuell beginnen. Die Atmosphäre in dem jüdischen Restaurant (wir waren während der ganzen Reise fast nur in jüdischen oder israelischen Restaurants) war so toll und das Essen ebenfalls, dass es nur viele direkte Gespräche gab und keine Begrüßungsansprache.

Los ging das Programm dann richtig am Mittwochvormittag. Vom Hotel bis zum Parlament waren wir rund eine halbe Stunde mit den Öffis unterwegs. In Wien geht mit dem Auto oder Bus nur wenig – dafür mit den Öffis praktisch alles. Im Parlament hatten wir nach einer Führung ein sehr gutes Einstiegsgespräch in unser Thema mit David Pinchasov, dem Abteilungsleiter Dialogplattform Staat & Gesellschaft und Antisemitismusprävention. Er stellte uns unter anderem die Antisemitismusstudie, die es in Österreich seit 2018 gibt, vor. Zu dieser Studie gibt es Zusatzbefragungen auch in türkisch und arabisch. Das Parlament in Österreich ist im Bereich der Antisemitismusbekämpfung stark engagiert, davon konnten wir uns auch beim anschließenden Besuch der Ausstellung „Tacheles reden. Antisemitismus – Gefahr für die Demokratie“ überzeugen.

Im Anschluss folgte die jüdische Stadtführung durch unsere wunderbare Reiseleiterin Eidel Malowicki. Eidel ist in der jüdischen Gemeinde Wien sehr aktiv und bestens vernetzt. Rund 8.000 Juden leben in Wien. Dadurch ist jüdisches Leben erfreulicherweise überall in der Stadt – vor allem aber im 2. Bezirk sichtbar. Jugendeinrichtungen, Geschäfte, Schulen und viele Synagogen hat uns Eidel gezeigt. Höhepunkt war der Besuch, die Führung und das anschließende Gespräch im Stadttempel. 10 Monate wurde er grundlegend saniert und wir waren die erste Besuchergruppe die dort wieder zu Gast sein durfte. Binjamin Nägele, der Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) sprach mit uns über die Arbeit der Gemeinde und auch über die Kontakte in die Politik. Zum Abendessen des zweiten Tages hatten wir das Restaurant Hungry Guy gewählt.

Am Donnerstag begann unser Programm im Bundeskanzleramt mit einem Vortrag und Gespräch mit Antonio-Maria Martino, dem Leiter der Abteilung „Förderung österreichisch-jüdisches Kulturerbe und Antisemitismusbekämpfung. Mein Kollege stellte uns die Nationale Strategie gegen Antisemitismus 2.0 vor, die 49 konkrete Maßnahmen in 8 Handlungsfeldern beschreibt. In Österreich wird die IHRA-Antisemitismusdefinition per Ministerratsbeschluss explizit für Ausbildung und Qualifikationen angewandt. Rund 7 Millionen Euro stellt der Staat an finanziellen Mittel bereit – allerdings fließt das meiste Geld in den Sicherheitsbereich für die 21 Synagogen. Ich habe Herr Martino am Ende unseres Gesprächs nach Thüringen zu einem Vernetzungs- und Arbeitstreffen. Für das anschließende Mittagessen haben wir uns ganz bewusst für die MQ-Kantine im Museumsquartier entschieden. Während des ESC hatte die Chefin Lisa Wegenstein ihr Haus als ESC Fan-Cafe für die israelische Delegation und Fans bereitgestellt. Dafür wurde sie angefeindet und das Haus musste extra von der Polizei geschützt werden. Aber sie erhielt auch viel Zuspruch und Dank und genau deshalb waren wir auch dort.

Auf dem Judenplatz in Wien steht während des Laubhüttenfestes eine Sukka, die öffentlich zugänglich ist. Dort haben wir uns mit Awi Blumenfeld, dem Director of Shoa Education der Claims Conference getroffen. Er leitet zudem das Institut Jüdische Religion an der KPH Wien/Krems und lehrt auch in Tel Aviv. In klaren Worten umriss er die Perspektive für jüdisches Leben in Österreich und die Herausforderungen im Kampf gegen Antisemitismus. Ich hatte mit Awi bisher viel über soziale Medien kommuniziert und bin dankbar dafür ihn endlich live im Gespräch erlebt zu haben.

Weiter ging es mit einer Führung auf dem Wiener Zentralfriedhof und dort insbesondere der jüdische Friedhof am Tor 1. Auf dem Zentralfriedhof sind die erinnerungsorte und Gräber vieler jüdischer Menschen, die Wien geprägt haben. Zudem gibt es Gedenkgräber für die ganze Musikwelt Österreichs – Beethoven, Mozart, Schubert, Brahms, Falco, Udo Jürgens und viele andere. Unser Abendziel war schließlich das Neni am Naschmarkt (unbedingt empfehlenswert, weil sehr gute israelische Küche und tolles Ambiente).

Gleich mit drei Noodniks haben wir uns am Freitag getroffen. Das aus dem Jiddischen stammende Wort beschreibt nervige aufdringliche Personen bzw. Quälgeister und Nervensägen. Genau dies wollen die drei Studentinnen die den jüdischen Studierendenverband Jüdische österreichische Hochschüler:innen (JÖH) leiten auch sein. Der Verband hat eine lange Tradition und ist der älteste jüdische Studierendenverein. Theodor Herzl war einer der Gründungsväter. Auch die jüdischen Studenten in Österreich müssen sich mit ähnlichen Problemen rumschlagen, wie in Deutschland. Es gab ein Student Intifada Camp, es gibt Pro-palästinensische Gruppen (meist geprägt von deutschen Studenten und vielen Nichtstudierenden. Aber die JÖH halten dagegen mit einer eigenen monatlichen Zeitschrift, vielen Treffen und Aktionen wie bspw. beim ESC oder der Rosenkranz-Aktion.

Das Wiener Rathaus ist beeindruckend und ein Besuch lohnenswert. Dadurch ist es aber auch mit vielen Besuchergruppen „überbucht“ und es war gar nicht so einfach einen Weg hinein zu finden. Da wir aber ein Gespräch mit Astrid Rompolt, Antisemitismusbeauftragte, Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin, sowie Shams Asadi, Menschenrechtsbeauftragte der Stadt Wien, hatten, öffneten sich die Türen des Rathauses. Im Anschluss an die fachlich geprägte Gesprächsrunde mit den beiden SPÖ-Politikerinnen hat uns Frau Rompolt durch das Rathaus geführt. Der Sitzungssaal und der Festsaal krönen den neugotischen Prachtbau. Das Gebäude wurde von 1872 bis 1883 von Friedrich von Schmidt erbaut und ist eines der bedeutendsten nichtkirchlichen Bauwerke im neugotischen Stil in Europa. Als „Bonus“ hat Frau Rompolt organisiert, dass wir in die Wienbibliothek des Rathauses konnten und uns dort Bücher aus der Judaica vorgestellt wurden, die bis in das 15. Jahrhundert zurückreichen.

In der Sukka am Judenplatz waren wir noch ein weiteres Mal zu Gast. Zum Essen waren wir nicht wie geplant beim LOX & Truffles Deli, sondern konnten die Laubhütte mit dem Angebot von LOX & Truffles nutzen. Daran direkt anschließend besuchten wir die Sonderausstellung „Heimatlos. Wiener Juden im Exil“ im Jüdischen Museum. Die Shoa-Namensmauer-Gedenkstätte im Ostarrichipark führte uns die Schrecken des Holocaust noch einmal besonders deutlich vor Augen. Auf langen Wänden sind die Namen von 65.000 Wiener Juden (ein Drittel, der damals in Wien lebenden 200.000) verzeichnet, die im Holocaust von den Nazis ermordet wurden.

Unser letzter Programmpunkt des Tages war der Besuch im Chabad-Zentrum JRCV in der Innenstadt. Zum gemeinsamen Shabbat-Abendessen waren wir im festlich geschmückten Saal des Zentrums. Eidel erklärte uns den Shabbat, die Gebete und die Speisen.

Der Samstag war nach dem dichtgedrängten Programm der letzten Tage dann geprägt von allem, was in Wien schön und sehenswert ist. Eine zweistündige Stadtrundfahrt nutzten wir als Gruppe noch gemeinsam und am Nachmittag, war jeder individuell unterwegs. Die Lange Nacht der Museen zog einige zu den weltbekannten Bildern von Klimmt. Mich zog es zum Hundertwasserhaus, in den Prater und ins Kriminalmuseum von Wien. Mit der individuellen Heimreise am Sonntag ging eine beeindruckende Reise in das jüdische Wien zu Ende.

Sehr gerne habe ich diese Reise organisiert und bedanke mich vor allem bei unserer Reiseleiterin Eidel Malowicki und allen Mitreisenden. Wir waren eine interessierte Gruppe, die unzählige Eindrücke und Informationen mit nach Thüringen zurückbringen konnte. Neben den regelmäßigen Israel-Reisen, könnte ich mir gut vorstellen diese Form der Studienreisen im Jahr 2027 fortzusetzen. Das jüdische Prag oder das jüdische Riga würden sich dafür anbieten.

Bilder aus Wien

Panse fordert Absage von Dahabflex-Konzert in Erfurt

epd-Gespräch: Matthias Thüsing
9. Okt 2026

Der Thüringer Antisemitismusbeauftragte und Erfurter Stadtrat Michael Panse hat die Absage eines Konzerts des Rappers Dahabflex in Erfurt gefordert. Angesichts früherer Äußerungen des Künstlers im Zusammenhang mit Israelhass und der Verherrlichung terroristischer Gewalt sei die Veranstaltung nicht hinnehmbar, sagte Panse am Freitag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Die Veranstalter sollten das Konzert absagen.

„Ich werte das Auftreten des Rappers als Form israelbezogenen Antisemitismus“, sagte Panse. Das Konzert ist für den 15. Oktober im Erfurter Club Kalif Storch angekündigt.

Der unter seinem Künstlernamen Dahabflex bekannte Frankfurter Rapper Etkin Siar Sarikaya steht wegen verschiedener Äußerungen zu Israel und zur Gewalt im Nahostkonflikt in der Kritik. Panse erinnerte etwa an einen Auftritt bei einer Wahlkampfveranstaltung der Linken in Berlin im August. Hier habe der Rapper nach Medienberichten den Song „Stop the Genocide“ vorgetragen, der Aufrufe zur Gewalt gegen israelische Staatsbürger und Soldaten enthalte.

Panse kritisierte, dass die Verantwortlichen des Clubs trotz öffentlicher Einwände an dem Konzert festhalten. „Wer einen Veranstaltungsort betreibt oder vermietet, muss sich mit der gesellschaftlichen Wirkung solcher Entscheidungen auseinandersetzen“, mahnte er. Die Entscheidung könne dem Ansehen des Clubs schaden und das Vertrauen von Besuchern, Kooperationspartnern und künftigen Veranstaltern beeinträchtigen.

Zur Begründung verwies Panse auf einen Beschluss des Bundestages vom November 2024 zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland. Dieser betone die Bedeutung der Kunst- und Kulturfreiheit, zugleich aber auch die Verantwortung staatlicher Stellen, antisemitischen Bestrebungen entgegenzutreten. „Bund, Länder und Kommunen sind aufgefordert, rechtssichere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Projekte mit antisemitischen Zielen und Inhalten nicht gefördert werden“, erinnerte der Beauftragte.

Panse sprach sich zudem dafür aus, bestehende rechtliche Möglichkeiten zur Bekämpfung des Antisemitismus konsequent zu nutzen und mögliche Schutzlücken zu prüfen. „Es geht auch um die Frage, wie die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels und entsprechende Aufrufe zur Beseitigung des Staates strafrechtlich erfasst werden können, ohne die Meinungsfreiheit unverhältnismäßig einzuschränken.“ Thüringens Landesregierung unterstütze ebenso wie er persönlich eine entsprechende Gesetzesinitiative Hessens im Bundesrat.

Erstes Spiel – erster Sieg

Nach der vergangenen Saison, in der wir mit dem 8. Platz erstmals in die Playoffs gekommen sind, ist unser Ziel die zu wiederholen. Der Aufsteiger Vilsbiburg hat zweifellos ebenfalls dieses Ziel – wenn nicht sogar mehr. Mit einem deutlich erhöhten Etat haben sie sich auf allen Positionen so verstärkt, dass durchaus ein Spiel auf Augenhöhe zu erwarten war. Aber um es gleich vorweg zu nehmen – wir konnten den Sieg im ersten Saisonspiel erringen. berist am Nachmittag hatte unsere Regionalliga gegen Suhl im Tiebreak mit 3:2 gewonnen und dem stand unsere erste Mannschaft nicht nach. Beeindruckt hat mich, wie sie sich nach 0:2 Satzrückstand zurück ins Spiel gekämpft haben. Nachfolgend unser Spielbericht:

Krimi zum Saisonstart

Schwarz-Weiß Erfurt und Rückkehrer Rote Raben Vilsbiburg haben sich gleich zum Saisonauftakt einen packenden Kampf über fünf Sätze geliefert, den die Gastgeberinnen nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 für sich entschieden.

Die Einschätzung auf Erfurter Seite vor der Partie, dass beide Kontrahenten sich in etwa auf Augenhöhe begegnen werden und in der Hauptrunde auch um den Einzug in die Playoffs konkurrieren werden, erhielt durch das Spiel über 124 Spielminuten reichlich Zustimmung. Denn beide Teams lieferten sich einen beherzten Kampf um die drei Punkte und am Ende musste keines der beiden Teams mit leeren Händen die Erfurter Riethsporthalle verlassen.

Dabei hatte es nach zwei Sätzen gar nicht danach ausgesehen. Vilsbiburg hatte diese mit 25:21 und 25:19 gewonnen. Die Raben waren bis dahin das bessere Team, Erfurt bekam im Block kaum Zugriff auf die Angriffe von Luisa Keller und Emma Ellis, während sich die SWE-Angreiferinnen ihrerseits schwer taten, zu scoren. Immer wieder blieben sie im gegnerischen Block hängen oder Vilsbiburgs Verteidigung kratzte die Bälle vor der Bodenberührung.

Dann kam das, was Trainer zumeist überhaupt nicht mögen, zumindest wenn ihr Team einen Lauf hat: eine 10-Minuten-Satzpause. Pablo Sanchez muss bei seiner Kabinenansprache die richtigen Worte gefunden haben und auch die taktische Neuausrichtung sollte fruchten. Erfurt, nun mit Teresa Ziegenbalg für Dagmar Mouritz auf dem Feld, kam wie verwandelt aufs Spielfeld zurück und legte ein 5:1 vor. Fortan gelang auf Seiten der Thüringerinnen vieles, was vorher selten war. Erfurt zog mit stark verbesserter Block-/Feldabwehr den Raben-Angreiferinnen den Zahn, während sich Isabel Kovacic und besonders Lina Lieb immer besser durchsetzen konnten. Nach einer Challenge-Schwämme Mitte des Satzes, inklusive Referee-Challenge, war es Teresa Ziegenbalg, die mit einem Angriffspunkt zum 25:15 auf 1:2 nach Sätzen verkürzte.

Als der Aufsteiger zu Beginn des vierten Durchgangs nach 3:4 auf 8:4 davon zog und zum 10:5 nachlegte, schienen sich die Gallardo-Schützlinge wieder gefangen zu haben. Allerdings hatte Erfurt kurze Zeit später Larissa Winter am Aufschlag, die sehr variabel die Bälle ins Spiel brachte, der Raben-Annahme damit Probleme bereitete und somit wesentlichen Anteil hatte, dass aus einem 7:11 ein 14:11 wurde. Jetzt war Erfurt wieder im Flow wie im dritten Satz, baute die Führung aus (20:14) und kurz darauf vollendete Isabel Kovacic per Block zum 25:18.

Der Satzausgleich war hergestellt, der Tiebreak musste die Entscheidung bringen. Hier wechselten die Gastgeberinnen mit einer 8:6-Führung letztmalig die Seiten und waren beim 11:8 dem Sieg nahe. Doch Vilsbiburg schaffte beim 13:13 den Ausgleich, die Spannung unter den 736 Zuschauern war spürbar. Während Teresa Ziegenbalg den 14. Punkt erzielte, machte Kapitänin „Isa“ Kovacic nach einem langen Ballwechsel mit ihrem Angriff den Deckel drauf: 15:13. Der Jubel der Erfurter Mannschaft und deren Anhängern war dementsprechend groß, schließlich hatte man eine von vielen Zuschauern fast verloren geglaubte Partie mit Plan B nach der längeren Satzpause noch herumgerissen.

Anerkennenden Applaus bekamen aber auch die unterlegenen Roten Raben nicht nur von ihren mitgereisten, lautstarken Anhängern, sondern auch von den Erfurtern. Schließlich hatten sie genauso großen Anteil an einem spannenden Saisonauftakt wie ihre Gegenüber.

Die silberne MVP-Medaille ging an Amanda Cavalcanti, die mit schnellem Armzug über die Mitte nicht nur Erfurts Spielerinnen oft zum Staunen brachte. Bei Erfurt ging die Auszeichnung als wertvollste Spielerin an Lina-Marie Lieb, die sich, je länger das Spiel dauerte, in einen Angriffsrausch spielte und mit harten, variablen Angriffen kaum mehr zu stoppen war. (St.S.)

Bilder vom Spiel

Rappenden Hasspredigern keine Bühne geben

Der geplante Auftritt des Rappers Dahabflex am 15. Oktober im Kalif Storch in Erfurt sorgt seit einigen Tagen für erhebliche Diskussionen. Ich habe persönlich dazu eine sehr klare Meinung.

Vor dem Hintergrund der bisherigen Äußerungen und Auftritten des Künstlers im Zusammenhang mit Israelhass und der Verherrlichung terroristischer Gewalt, sehe ich sein Handeln als israelbezogenen Antisemitismus. Ich finde ist bedauerlich, dass die Veranstalter und Mieter des Kalif Storch trotz zahlreicher kritischer Hinweise nicht bereit sind, die Veranstaltung abzusagen. Wer Verantwortung für einen Veranstaltungsort übernimmt, sollte sich auch mit der gesellschaftlichen Wirkung einer solchen Entscheidung auseinandersetzen. Die Entscheidung, an der Veranstaltung festzuhalten, kann ein negatives öffentliches Branding zur Folge haben, das über den konkreten Anlass hinausreicht und das Vertrauen von Besuchern, Kooperationspartnern und künftigen Veranstaltern beeinträchtigt.

In diesem Zusammenhang ist nach meiner Meinung auch ein Beschluss des Deutschen Bundestages vom 7. November 2024 zum Schutz, zur Bewahrung und zur Stärkung jüdischen Lebens in Deutschland von Bedeutung. Dieser unterstreicht, dass Kunst- und Kulturfreiheit ein hohes Gut ist, zugleich aber kein Freibrief für Antisemitismus sein darf. Bund, Länder und Kommunen sind aufgefordert, geeignete und rechtssichere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Projekte mit antisemitischen Zielen und Inhalten nicht gefördert werden. Dieser Beschluss wurde nicht ohne Grund gefasst. Er muss bei der Bewertung kultureller Veranstaltungen und der Verantwortung ihrer Träger und Betreiber berücksichtigt werden. Nach mir vorliegenden Informationen haben allerdings sowohl die Veranstalter als auch die Mieter des Veranstaltungsortes erklärt, dass die Veranstaltung trotz der öffentlichen Kritik daran stattfinden wird.

Der aktuelle Anlass verdeutlicht für mich die Notwendigkeit, bestehende rechtliche Möglichkeiten zur Bekämpfung des Antisemitismus konsequent auszuschöpfen und mögliche Schutzlücken sorgfältig zu prüfen. Dazu gehört insbesondere die Frage, wie die öffentliche Leugnung des Existenzrechts des Staates Israel und entsprechende Aufrufe zur Beseitigung des Staates rechtlich erfasst werden können, ohne die verfassungsrechtlich geschützte Meinungsfreiheit unverhältnismäßig einzuschränken. Die Thüringer Landesregierung unterstützt erfreulicherweise eine entsprechende Gesetzesinitiative des Landes Hessen im Bundesrat, die darauf abzielt, die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels unter bestimmten Voraussetzungen unter Strafe zu stellen.

Beitrag aus dem Tagesspiegel zum Thema

Gedenken in Weimar an die Opfer des Hamas-Massakers am 7. Oktober 2023

Ein großes Dankeschön den rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die heute Abend Flagge gezeigt haben, den Organisatoren der Gebets- und Gedenkwache und für die Möglichkeit, zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu sprechen. Ich habe daran erinnert, warum dieser Tag für uns alle ein so tiefer Einschnitt war und warum es zudem so schmerzt, dass inzwischen eine Rechtfertigungswelle bis hin zu unverhohlener Freude auch Menschen in Deutschland erfasst hat.

Bereits kurz nach dem 7. Oktober gab es israelbezogenen Antisemitismus – von links und von rechts und ganz besonders von muslimischer Seite. Dieser Antisemitismus der Israel grundsätzlich kritisiert ist in den letzten drei Jahren deutlich. Inzwischen gibt es auch in der Politik linke Kreise, die das Existenzrecht Israels verneinen. Dies ist unerträglich und muss uns alle zum Widerspruch auffordern.

Heute habe ich sowohl mit einer Schülergruppe im Erfurter Rathaus das Thema des ansteigenden Antisemitismus diskutieren können, als auch eine Zoom-Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung Jerusalem verfolgt, bei der auch Überlebende des Hamas-Massakers beim Nova-Festival  am 7. Oktober zu Wort kamen.

Vor einem Jahr war ich mit meinem ältesten Sohn auf dem Nova-Festival-Gelände in Israel. In der kommenden Woche werde ich mit einer Gruppe von Thüringerinnen und Thüringern wieder nach Israel reisen. Der 7. Oktober und seine Folgen, ist eines unserer zentralen Reisethemen. Gespräche mit Überlebenden und Angehörigen, der Besuch auf dem Festivalgelände, im Kibbuz Kfa Azza und im Kibbuz Be’eri sind Bestandteile unseres Programms.

Der 7. Oktober bleibt ein Tag voller Trauer.

Lili Keller-Rosenberg in Weimar

Was für eine beeindruckende und engagierte Frau! Die Holocaustüberlebende und Zeitzeugin Lili Keller-Rosenberg wurde heute mit einem Empfang zu ihren Ehren von Ministerpräsident Mario Voigt herzlich in Weimar begrüßt.

Im Alter von 94 Jahren spricht sie immer noch regelmäßig mit Schülerinnen und Schülern, wie gerade beim ACHAVA Schülerforum, über ihr Leben und sie tut dies unermüdlich seit 45 Jahren. Toleranz, Wachsamkeit und Respekt sind ihre zentralen Botschaften. Gestern habe ich Lili Keller-Rosenberg beim ACHAVA Schülerforum im Thüringer Landtag kennenlernen dürfen. Ich bin sehr dankbar, dass ich heute mit ihr sprechen konnte.

Bilder aus Weimar

ACHAVA Schülerforum 2026

Das ACHAVA-Schülerforum im Thüringer Landtag fand heute zum 8. Mal statt. Rund 300 Schülerinnen und Schüler sprachen dabei mit Zeitzeugen und informierten sich in Workshops über jüdisches Leben.
Gerne habe ich die Veranstaltung unterstützt und auch ein Grußwort gehalten und dabei die Grüße von unserem Ministerpräsident Mario Voigt übermittelt. Vor zwei Wochen war ich bei der Eröffnung des Festivals in Gotha dabei und erlebte ein tolles Konzert. Das Schülerforum ist aber für mich der wichtigste Baustein im Rahmend er vielen Veranstaltungen bei ACHAVA 2026. “
Hört die Zeugen” gibt den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit zuzuhören, nachzufragen und das gehörte weiterzutragen.  Sie werden damit zu Zweitzeugen der Zeitzeugen. Im Holocaust wurden 6 Millionen Juden ermordet. Jeder hatte eine Geschichte, die nicht zu Ende gelebt werden konnte. Von den 15 Millionen Juden weltweit wurde mehr als ein Drittel ermordet. Heute leben in Thüringen nur rund 700 Juden und sie sind Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt. Ursächlich für die antisemitischen Taten (418 registrierte Fälle 2025) sind Bildungsdefizite, Vorurteile, Stereotypen und Judenhass.
Im Landtag wird mit dem Schülerforum etwas dagegen getan. ich war beim Workshop “Meet a Jews” dabei und hoffe auf viele solche Formate. Sehr gefreut habe ich mich auch über das Gespräch mit dem Rabbiner Dr. Gabor Lengyel.
Ein großes Dankeschön an das Team von ACHAVA für 11 Jahre Festival. Ein großer Dank aber auch an den Landtagspräsidenten, an die Lehrer und beteiligten Schulen sowie vor allem an die Schülerinnen und Schüler!

 

Mehr als nur ein Ersatz – Studienreise “Jüdisches Wien”

Ursprünglich sollte es nur eine “Ersatzlösung” sein, falls die geplante Israel-Reise auch in diesem Jahr wegen Sicherheitsbedenken oder mangelnder Teilnehmerzahl nicht stattfinden kann. Sie wurde am Ende mehr als nur ein Ersatz!

Seit vielen Jahren organsiere ich schon für die Junge Union, die CDU oder die Landeszentrale für politische Bildung politische Bildungsreisen nach Israel. Leider konnte seit dem 7. Oktober 2023 keine der geplanten Reisen stattfinden. Zwei Mal haben wir geplant und zwei Mal abgesagt. Lediglich privat war ich in den letzten drei Jahren drei Mal in Israel.

Mit dem Wechsel in mein neues Amt als Beauftragter, konnte ich die Zuständigkeit für das Thema Jüdisches Leben und Israel von der Landeszentrale mitnehmen und dankenswerter Weise auch die dafür notwendigen finanziellen Ressourcen. Im März 2026 habe ich daher den nächsten Anlauf gestartet und eine Israel-Reise für Oktober geplant. Allerdings begann gerade der Krieg mit dem Iran und so habe ich schließlich darauf verzichtet, die Einladung zu verschicken und mir eine “Ersatzvariante” überlegt. Beim Yeddisch Festival Summer in Weimar (wo sie seit 2023 lehrt) habe ich im März Eidel Malowicki kennengelernt. Sie lebt, studiert und lehrt in Wien, schließt gerade ihre Ausbildung als Fremdenführerin ab und ist bestens in der jüdischen Gemeinde vernetzt. Perfekte Voraussetzungen! Schnell reifte der Plan, gemeinsam die Reise “Jüdisches Wien” zu konzipieren. Eine Liste mit geeigenten Gesprächspartnern und Terminen haben wir miteinander abgestimmt und die Reise ausgeschrieben. 22 Anmeldungen gab es und eine große Erwartungshaltung unter den Teilenhmerinnen und Teilnehmern, von denen viele im Bildungsbereich (Universitäten, Fachhochschulen und Schulämtern) sowie in der öffentlichen Verwaltung, Bilbliotheken und bei jüdischen Projekten engaggiert sind. Alle hatten zudem fachlichen “Vorlauf”, weil sie bereits mit dem jüdischen Leben in Thüringen zu tun haben.

Heute nun geht unsere Reise zu Ende, ich sitze gerade im Zug und lass die Reise Revue passieren. Die sechs Tage in Wien haben uns  ganz wunderbare Einblicke, Kontakte, Vorträge und Begegnungen gebracht. In Wien leben derzeit 8.000 – 12.000 Juden (je nach Zählweise). Wir waren sehr positiv überrascht, wie vielfältig jüdisches Leben in Wien präsent ist – im Straßenbild, mit Veranstaltungen und vielen Synagogen, Museen und anderen Einrichtungen. Alle unsere Gesprächstermine haben nicht nur geklappt, sondern vor allem wichtige Einblicke eröffnet. Es gibt in Wien auch Antisemtismus, aber es gibt in Wien auch viele Menschen, die sich dagegen engagieren. Wir waren ausschließlich in jüdischen und israelischen Restaurants und hatten ein wunderbares Shabbat Dinner zum Reiseabschluss. Sehr beeindruckend war der Besuch in der Synagoge, dem Stadttempel. 10 Monate wurde er saniert und wir durften ihn als erste Besuchergruppe nach Sanierungsabschluss besuchen.

Den Reisebericht werde ich sicher in den nächsten Tagen schreiben und mit vielen Fotos hier ins Netz stellen. Ich danke allen Mitreisenden und Mitwirkenenden und bin einfach nur glücklich, dass unser Reisekonzept so aufgegangen ist.

Die Israel-Reise wird übrigens trotzdem stattfinden. In 10 Tagen werde ich das im März schon geplante Reiseprogramm mit 28 Thüringerinnen und Thüringern in Israel umsetzen. Vielleicht gibt es aber nächstes Jahr neben der erneut geplanten Bildungsreise nach Israel auch noch eine Studienreise “Jüdisches Prag”…

Perfektes Sonntagsprogramm

Das Wetter lud dieses Wochenende natürlich dazu ein, den Grill glühen zu lassen und grillen kann doch jeder – zumindest, wenn es um die Selbsteinschätzung geht. Insofern war der gestrige 8-Stunden-Grillkurs Original American Barbecue an der 1. Deutschen Grill & BBQ Schule für alle eine klassische Fortbildung.

Beeindruckende Referenzen konnte unser Schulungsleiter Andreas Bräuer vorweisen – an der Grillschule wurden schon zahlreiche Weltmeister und Deutsche Meistertitel vorbereitet. Fünf verschiedene Fleischgerichte haben wir (unter den 20 Teilnehmenden waren auch fünf Frauen) vorbereitet und auf den Grill gebracht (Pute, Roastbeef, Spareribs, Lende, T-Bone Steaks). Dazu gab es noch diverse Grillwürzungen und Barbecue Saucen und Beilagen sowie zwei gegrillte Desserts vorzubereiten und gemeinsam zu verspeisen. Es hat viel Spaß gemacht und jeder der Gänge war lecker. Seinen Kurs garnierte Andreas Bräuer mit vielen Tipps und Tricks und stellte die verschiedenen Grillarten vor.

Arbeitsschürze, Rezeptblatt und ein Teilnehmerzertifikat gab es als Teilnahmenachweis und als Motivation für weitere Kurse. Einen Anfängerkurs gibt es übrigens nicht – zumindest heißt er aus Marketinggründen Aufbaukurs, denn wie eingangs geschrieben, würde keine Ehefrau in Thüringen ihrem Mann einen Gutschein für einen Anfängerkurs schenken. Ich empfehle die Grillschule von Andreas Bräuer sehr gerne weiter.

Link zur Grillschule

 

Gut in die Saison gestartet

Während unser Bundesligateam noch auf den Saisonstart wartet, hat unser Regionalligateam vom SWE Volley-Team bereits das zweite Saisonspiel absolviert und dabei gestern überraschend klar das Heimspiel mit 3:0 gegen die Damen der Neuseenland-Volleys Markkleeberg III gewonnen. Zum Auftakt gab es schon beim Auswärtsspiel in Sonneberg einen 3:2 Sieg.

Unter der Leitung unserer neuen Trainerin Rebekka, die in den vergangenen Jahren als Co-Trainerin in der 1. Bundesliga fungierte ist viel Schwung und Spielfreude ins Team gekommen. Ich bin mir sicher, unsere jungen Talente werden sich in dieser Saison weiterentwickeln und um die Spitze in der Regionalliga Ost mitkämpfen.

Bilder vom Heimspiel