Licht und Schatten beim deutsch-israelischen Jugendaustausch

Ein Journalist des Evangelischen Pressedienst (epd) hat mich in dieser Woche zum aktuellen Stand des deutsch-israelischen Schul- und Jugendaustauschs befragt und daraus einen epd-Artikel geschrieben, der u.a. in der Jüdischen Allgemeine nachzulesen ist. Das Ergebnis ist ernüchternd. Wir sind weit davon entfernt von einer Normalisierung zu sprechen. Zu groß sind die Unsicherheiten auf beiden Seiten. Noch schwieriger, als der Jugendaustausch gestalten sich die Schulpartnerschaften. Bestehende Partnerschaften (wir hatten in Thüringen fünf) sind zum erliegen gekommen und es wird wohl noch lange dauern, bis Eltern ihre minderjährigen Kinder von Deutschland nach Israel und auch von Israel nach Deutschland reisen lassen. 

Aber es gibt auch ausgesprochen ermutigende Signale. Neben dem Yiddish Summer, wo gerade viele Musikerinnen und Musiker aus Haifa in Thüringen waren, konnte ich heute gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Andreas Horn eine Rugby-Delegation der Wild Boars Maccabi Haifa aus unserer Partnerstadt Haifa im Rathaus begrüßen. Die Erfurter Oaks (Eichen) feiern an diesem Wochenende 25 Jahre Rugby in Erfurt und haben dazu Mannschaften aus den Partnerstädten Lille, Mainz und Haifa eingeladen. 

Neben meinem Grußwort konnte ich ausführlich mit den Sportlerinnen und Sportlern sprechen und wir haben uns für ein Treffen in Haifa verabredet, wenn ich in sieben Wochen mit unserer Gruppe zur politischen Bildungsreise in Israel bin. Die Reise war mit 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schnell ausgebucht und inzwischen haben wir sogar nur eine Warteliste. 

Ich werde auch in Zukunft jede Form der Jugendbegegnung in Thüringen mit Israelis oder in Israel mit Thüringern unterstützen und fördern. 

Grußwort:

Liebe Gäste aus unseren Partnerstädten Lille, Haifa und Mainz, liebe Verantwortliche des USV Erfurt und lieber Abteilungsleiter Sascha Nenninger,

ich freue mich sehr Sie Stadtratsvorsitzender begrüßen zu können. Unsere 11 Partnerstädte liegen uns alle am Herzen und ich bin froh, dass die Städtepartnerschaften sich nicht nur auf offizielle Kontakte beschränken. Eine Partnerschaft ist dann eine gut gelebte Partnerschaft, wenn sie die Menschen aus unseren Städten zusammenbringt. Sport und Kultur sind da ganz wunderbare Beispiele, wie dies gelingen kann. Vielen Dank, dass Sie dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Dabei stehen keine Sprachbarrieren zwischen uns, sondern es gibt ein gemeinsames Interesse und Verständnis.

Rugby hat in Frankreich zweifellos einen großen und wichtigen Stellenwert – ich weiß dies von meinem Sohn, der Rugby in Norwegen spielt. Aber es ist beeindruckend was hier in Erfurt geleistet wird, um den Sport noch populärer zu machen. Sie haben in den 25 Jahren Tolles in Erfurt geleistet! Vor allem aber kommen beim heutigen 25jährigem Jubiläum junge Menschen nicht nur zu Sportwettkämpfen zusammen, sondern sie erfahren viel über die Sichtweisen junger Menschen aus anderen Ländern und stellen Verbindendes fest. Dies ist in unserer Zeit etwas besonders Wertvolles.

Als Beauftragter der Thüringer Landesregierung für das jüdische Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus freue ich mich aus einem weiteren Grund über die Zusammenkunft. Erfurt und Mainz haben neben der Städtepartnerschaft und vielen verbindenden Elementen noch etwas Gemeinsames und dies ist die Städtepartnerschaft mit Haifa in Israel. Leider beklagen wir derzeit überall in Europa einen zunehmenden Antisemitismus. Wie jede Form von gruppenbezogener Diskriminierung speist sich der Antisemitismus aus Unkenntnis und Ablehnung von etwas vermeintlich Fremden. Ich wünsche mir sehr, dass jungen Menschen aus Israel und Deutschland künftig wieder häufiger zusammenkommen können. Jugendaustausch und Jugendbegegnungen sind die Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis. Sehr gerne habe ich deshalb das Jubiläumswochenende unterstützt und einen Beitrag zum Gelingen geleistet. Im Oktober und November werde ich zwei Mal zu Gast in Haifa sein. Und wir planen für die Zukunft eine Bürgerreise gemeinsam mit Mainz in unsere Partnerstadt Haifa. Ich danke allen Mitwirkenden sehr herzlich und wünsche Ihnen gute Tage und langwirkende Kontakte.

Bilder aus dem Rathaus 

 

Treffen der Sportfamilie

Über 200 Vertreterinnen und Vertreter des organisierten Sports in Thüringen waren heute zu Gast in der Landessportsschule Bad Blankenburg. Es gab zwei gute Gründe zum Zusammenkommen. Das Sommerfest des Landessportbundes findet jährlich statt und dient dem Gedankenaustausch der vielen verschienenen Sportarten. Aber in diesem Jahr konnte zudem das Jubiläum 100 Jahre Landessportschule gefeiert werden und dies ist schon etwas Besonderes, was auch den Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt nach Bad Blankenburg brachte.

Viele der Gäste kennen die Sportschule erst nach der Wende. Auch ich war erst Ende der 90ger Jahre das erste Mal dort. In meine Zeit im Thüringer Landtag und im Vorstand der Thüringer Sportjugend war ich allerdings häufiger mit der Landessportschule beschäftigt. Es waren die Sanierungs- und Umbaujahre in denen viele Millionen DM und später Euro an den LSB flossen, um die Landessportschule zu erhalten.

Heute Abend ware auch zahlreiche Sportlerinnen und Sportler in Bad Blankenburg und mit Merle Fräbel auch eine unserer erfolgreichen Kufensportlerinnen. Aber auch zu den Jahren vor der Wende gab es kompetente Gesprächspartner. Der bekannte Boxtrainer Ulli Wegner war gerne angereist um über die Förderung von potentiellen Spitzensportlern zu sprechen. Im Programm ga es zudem auch einige Sportteile und danach viel Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Alles Gute der Landessportschule für die nächsten Jahrzehnte!

Bilder aus Bad Blankenburg

Jüdisch informiert

Es gibt sie die ermutigenden Veranstaltungen, auch in eher frustrierenden Zeiten, wenn wir häufig über zunehmenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft sprechen. Vor einem Jahr habe ich mein Amt übernommen und bei einem der ersten Termine war ich zu Gast in der BBS Sank Elisabeth in Erfurt. Damals wurde dort das Projekt “Tacheles mit Simson” der jüdischen Landesgemeinde präsentiert und gemeinsam mit Sozialministerin Schenk konnte ich dabei sein und mit den Schülerinnen und Schülern sprechen.

Im  Frühjahr war ich im Rahmen der Jüdisch-Israelischen-Kulturtage mit der jüdischen Autorin Tanja Raab zu einer guten Buchvorstellung und Diskussion an der BBS. Heute nun konnte ich wieder dort sein und dieses Mal als Gesprächspartner beim Projekt “Jüdisch informiert”. Der Verein JEWLIF bietet dieses gelungene Konzept für Schulen an und die Konrad-Adenauer-Stiftung hat den Ball aufgenommen und die Veranstaltung mit organisiert.

Rund 80 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer war interessiert beim Projekttag mit vielen Fragen und Anmerkungen dabei. Insbesondere Rabbiner Levi Ufferfilge aus Oldenburg musste viele Fragen zum jüdischen Lebensalltag beantworten. Mein Thema war der Antisemitismus in seinen Ursachen, Ausprägungen und Auswirkungen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der Schüssel in der Bekämpfung des Antisemitismus bei Bildungskonzepten liegt. Der heutige Projekttag war dazu ein ausgesprochen gelungener Beitrag. Vielen Dank der Schulleitung der BBS Sankt Elisabeth für das fortwährende Engagement.

Bilder vom Projekttag

Wanderausstellung zum 150. Geburtstag von Konrad Adenauer

Heute wurde im Thüringer Landtag eine Ausstellung zum 150. Geburtstag von Konrad Adenauer eröffnet. Viele Gäste dokumentierten mit ihrer Anwesenheit bei der Ausstellungseröffnung ihre Wertschätzung für den ersten Bundeskanzler.

Landtagspräsident Dr. Thadäus König erinnerte an die bleibenden Verdienste von Adenauer vor dem Krieg als Oberbürgermeister von Köln und nach dem Krieg als Bundeskanzler. Insbesondere sein Eintreten für die Aussöhnung mit Frankreich und Israel sowie sein Engagement als überzeugter Europäer werden auch in der Ausstellung gewürdigt. Ich wünsche der Wanderausstellung, die noch bis zum 1. September im Landtag zu sehen ist, viele Besucherinnen und Besucher.

Bilder von der Eröffnung

Toller Abschluss beim Yiddish Summer 2026

Der Yiddish Summer 2026 hat gestern noch einmal alles gegeben! Im Zughafen in Erfurt waren die Temperaturen mindestens so hoch, wie draußen. Das Caravan Orchestra & Choir lies sich davon nicht beeindrucken und lieferte ein tolles Abschlusskonzert des diesjährigen Yiddish Summer. Inzwischen ist es zwar noch der Name Yiddish Summer Weimar, aber die beiden Städte Eisenach und Erfurt haben sich fest im Programm etabliert. Unter den rund 90 Veranstaltungen in Thüringen waren 11 in Erfurt und ich konnte etliche davon besuchen.

Gestern Abend war auch der Oberbürgermeister Andreas Horn beim Konzert zu Gast und hielt ein Grußwort. Die Stadt Erfurt unerstützt den Yiddish Summer sowohl im Haushalt 2026, als auch im kommenden Jahr. Ich bin sehr dankbar, dass der Stadtrat mit breiter Mehrheut unserem CDU Antrag gefolgt ist. Wie gut dieses Geld investiert ist, konnte man an den glücklichen Gesichtern der Besucherinnen und Besucher gestern ablesen.

Vayter! Jiddische und nahöstliche Musik im Dialog aus Erfurts Partnerstadt Haifa – so war der Untertitel und das Programm. Junge Studierende aus Weimar und Haifa haben ein wunderbar vielfältiges Programm erstellt und neben Thüringen auch in der Türkei und Griechenland präsdentiert.

Bilder und Videos vom Konzertabend

Robin Hood im Sommertheater

In den Sommermonaten gibt es in Erfurt reichlich Open Air-Angebote für Theaterfreunde. Seit vielen Jahren hat sich neben den Domstufenfestspielen und den Barfüßer Open Air (die beide in diesem Jahr mit allen Veranstaltungen ausverkauft sind) das Sommertheater im Innenhof des Angermuseums etabliert. Kurzweilig war der diesejährige Sommerabend mit Robin Hood wieder und ich werbe gerne dafür. Bis Ende August gehen die Aufführungen noch.

Erfurter Sommertheater

Start in die Saisonvorbereitung

Zweifellos fallen mir viele andere Dinge ein, als bei 37 Grad aktiv Sport zu betreiben. Aber in Form zu bleiben erfordert auch schweißtreibendes Engagement, wenn man lieber am Strand wäre.

Unser Team von Schwarz-Weiß Erfurt trainiert seit dieser Woche sehr intensiv mit Blick auf die neue Saison. Bis auf zwei Spielerinnen, die noch mit der Nationalmannschaft auf Tour sind, sind alle da. Im Sportpark Johannesplatz habe ich die Mädels schon beim Krafttraining getroffen und heute war ich auch zum Trainingsauftakt in der neuen Sporthalle am Beethovenplatz. Im Namen des Vorstandes habe ich die Sielerinnne und unser Trainerteam begrüßt und ihnen eine gute und verletzungsfreie Saison gewünscht.

In der neuen Sporthalle war es ordentlich warm – als ich dort vor vielen Jahren war, war es zumeist sehr kalt. 1999 habe ich begonnen mich im Vorstand (damals noch Braugold) zu engagieren. Unsere Spiele in der 2. Bundesliga fanden in der alten Schalenhalle (die am gleichen Ort stand) statt. Im Gegensatz zur neuen Halle hatte sie zwar Zuschauertraversen, aber keine funktionierende Heizung. Im Winter haben sich unsere Spielerinnen mit Stulpenhandschuhen eingespielt und wir haben dass Termometer an die Heizkörper gehängt, um auf 16 Grad zu kommen. Als dann auch noch das Dach kaputt ging, war das Schicksal der alten Schallenhalle besiegelt. Wir zogen erst um in die Halle am Sportgymnasium und stiegen 2003 erstmals in die 1. Bundesliga auf. Die meisten unserer heutigen Spielerinnen sind zu dieser Zeit noch gar nicht auf der Welt gewesen.

Seit Oktober 2011 spielen wir nun in der Sporthalle im Rieth und haben dort gute Bedingungen – allerdings nicht uneingeschränkten Trainingszeitenzugriff. Mit jeder neuen Halle, die in Erfurt gebaut wird, entspannt sich die Situation. Da nimmt es das Team auch in Kauf, dass es manchmal etwas zu warm ist. Sie sind heiß auf die neue Saison. Viel Erfolg und auf ein Neues in der Saison 2026/2027!

Rahmenplan Petersberg in der Diskussion

Die kommunalpolitische Sommerpause ist vorbei – eigentlich gab es in diesem Jahr gar keine, weil wir zwischendurch eine Stadtratssondersitzung hatten. Heute Abend lud die CDU zum Bürgerdialog auf das Dach Erfurts ein. Die Defensionskaserne auf dem Petersberg ist zweifellos der höchste Punkt der Stadt und bietet im Dachgeschoss einen wunderschönen Ausblick auf unsere Stadt. Darum ging es aber nicht. Es ging um die langfristige Gestaltung des Petersberges.

Im September werden wir im Ausschuss und Stadtrat darüber befinden, wie es nun langfristig nach den vielen Buga-Änderungen weitergehen soll. Dabei spielen Interessen der Gewerbetreibenden, des Denkmalschutzes, der Kleingärtner und des Petersbergvereins eine Rolle und unter den rund 20 Teilnehmenden des Bürgerdialogs waren sie alle vertreten. Erfreulicherweise waren auch Stadtratskolleginnen und Kollegen der Linken und der SPD dabei. Uns alle eint, dass wir die Attraktivität des Petersberges steigern wollen. Das hat viel mit Zugangsmöglichkeiten und Aufenthaltsqualität zu tun. Konkrete Maßnahmen haben wir notiert und bringen sie im die kommunalpolitische Diskussion. Danke unserem Stadtratskollegen Dominik Kordon für die wichtige Initiative!

Bilder vom Bürgerdialog

Gedenken an die Maueropfer auch im Jahr 2026

Solange ich mich zurückerinnern kann haben CDU und Junge Union in jedem Jahr seit der Wende in Erfurt der Maueropfer gedacht und die SED-Unrechtspolitik angeprangert. Wir haben mit der Jungen Union in den 90ger Jahren spektakuläre Aktionen durchgeführt – die PDS-Landesgeschäftsstelle zugemauert, Original-Mauersegmente auf Plätze in Thüringen gestellt, Transparente an Autobahnbrücken an der thüringisch-bayerischen Grenze und vieles mehr.

Ich bin sehr dankbar dafür, dass die CDU in jedem Jahr und auch in diesem – dem 65. Jahr des Mauerbaus – am 13. August mit kurzen Ansprachen und einem Kranz mahnt und gedenkt. Schade finde ich, dass wir damit inzwischen ziemlich allein an der Gedenkstätte in der Andreasstraße sind. Andere Parteien, Medien und Bildungsträger gedenken bestenfalls mit KI generierten Posts. Wir werden dies fortführen, weil Erinnern wichtig für die Zukunftsgestaltung ist.

Bilder vom heutigen Gedenken

Dennis A. Baum im Deutschlandradio Kultur

Vor einem Monat war Dennis A. Baum, der Vertreter der Familie Simson, in Erfurt und Suhl zu Gast. Bei mehreren Veranstaltungen in beiden Städten hat er klar Position bezogen und ich konnte ihn nicht nur an den beiden Tagen begleiten, sondern auch an der Podiumsdiskussion im Rathaus in Suhl mitwirken.

Der Besuch von Dennis A. Baum hat Spuren hinterlassen und wirkt nach. Viele regionale und und überregionale Medien haben über den Missbrauch des Namens Simson durch die AfD berichtet. Anfang September geht die Diskussion um die Sicherung der Namensrechte in Thüringen weiter und ich bin zuversichtlich, dass eine Lösung im Interesse der Familie Simson gelingen wird.

Am Rande der Podiumsdiskussion wurden Dennis A. Baum und ich vom Deutschlandradio Kultur interviewt und der daraus entstandene Beitrag ging dieses Wochenende über den Sender.

Beitrag im Deutschlandradio Kultur