Fauda-Abend

Schon vor dem 7. Oktober 2023 hat die israelische Serie Fauda (auf Deutsch  Chaoas, Unordnung) weltweit Aufmerksamkeit erregt und hatte Fans überall auf der Welt und dies auch in vielen arabischen Ländern. Fauda hat in den ersten vier Staffeln mit den 48 Folgen (jede 45 Minuten) ein drastisches aber vor allem auch realistisches Bild der Sicherheitsfragen in Isreal aufgezeigt. Von 2015 bis 2023 erschienen die vier Staffel – erst im israelischen Fernsehen und dann weltweit via Netflix. Gemeinsam mit meinen Söhnen, die mit mir auch schon in Israel waren, habe ich alle Folgen gesehen und wir haben auf die Fortsetzung gewartet. Für Herbst 2023 war sie angekündigt – dann kam der 7. Oktober und die fünfte Staffel wurde komplett umgeschrieben.

Seit vorgestern ist die fünfte Staffel online und wir haben die ersten vier Folgen im Rahmen eines Vater-Sohn-Abends gleich am Stück gesehen. Das Hamas-Masaker vom 7. Oktober prägt mit seiner Brutalität die nun entstandenen Folgen. Insbesondere die 7 und die 8 Folge, ist nichts für sensible Zuschauer. Aber es war leider Realität und traumatisiert die isrealische Bewvölkerung auch drei Jahre danach. Es wird in der Serie nichts beschönigt. Die isrealische Armee mit der Spezialeinheit des Inlandgeheimdienstes Schin Bet wird so dargestellt, wie es ist. Gelungene und mißlungene Operationen um den Hauptdarsteller Doron (Lior Raz), Verluste von Kameraden und Familienmitgliedern ebenso, wie das Spannungsfeld zu den Nachbarländern.

Nicht mehr dabei ist in der fünften Staffel der populäre Schauspieler Idan Amedi. Er diente nach dem 7. Oktober 2023 in der isrealischen Armee und wurde im Januar 2024 im Gazastreifen schwer verletzt. Seitdem konzentriert er sich auf seine Gesangskarriere. Im Mai konnte ich ihn beim Jahresempfang der isrealischen Botschaft live in Leipzig erleben.

Ich möchte nichts vorweg nehmen, aber die Serie endet wieder so wie die vorherigen Staffeln. Es bleibt offen und es bleibt ein ewiger Kampf, um das Existenzrecht des Staates Israels und den Schutz der israelischen Bürgerinnen und Bürgern vor Terroranschlägen.

Bis zum Wochenende werde ich alle 11 Folgen gesehen haben. Ich kann sie jedem nur empfehlen. Im Oktober und im November werde ichwieder  zwei Mal nach Israel reisen. Ich bin mir sicher auch dort werde ich mit vielen über Fauda sprechen. Danach heißt es wieder warten – auf die 6 Staffel. Wem es zulange dauert, sei die Netflix-Serie Hit and Run (ebenfalls mit Lior Raz).

Zweitzeugengespräch Ingeburg Geißler

Gestern wurde in Marbach ein Stolperstein für Ingeburg Geißler verlegt und heute wollte die Zeitzeugin, die den Holocaust überlebte, eigentlich mit Schülerinnen und Schüler mehrerer Erfurter Schulen sprechen.

Leider ging dies gesundheitlich nicht und so wurde es ein Zweitzeugengespräch der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas mit Videogesprächen mit Ingeburg Geißler. Gerne habe ich das Projekt der Konrad-Adenauer-Stiftung Thüringen und des Erinnerungsortes Topf & Söhne unterstützt und zu den 80 Schülerinnen und Schülern gesprochen.

Wir werden in den nächsten Jahren neue Formen der Vermittlung der Grauen des Holocaust finden müssen. Ich bin froh, dass es Träger, wie die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas gibt, die sich dafür engagieren.

Bilder des Zweitzeugengesprächs

Stolperstein für Herbert Frank

Erfurt hatte im Gedenken an seine ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Viele Jahre auf das Denknadelprojekt gesetzt. Insgesamt neun Denknadeln gibt es im Stadtgebiet – zwischen 2009 bis 2013 wurden sie gesetzt. Ich kann mich gut daran erinnern, weil ich bei allen dabei war.

2023 haben der Arbeitskreis Erfurt Gedenken und die Stadt entschieden, künftig auf die Stolpersteine zurückzugreifen, wie es viele Orte in Europa tun. Vor zwei Jahren, Anfang Juni 2024 im Rahmen des Katholikentages, wurde der erste Stolperstein in Erfurt verlegt. Heute kamen der 28. für Herbert Frank und der 29. für Ingeburg Geißler hinzu.

Michael Siegel in Marbach und ich in der Klausnerstraße haben die Patenschaft dafür übernommen. Danke der Initiative Stolpersteine für Erfurt für das Engagement. Im November folgen schon die nächsten Stolpersteine. Ich habe bei der Verlegung heute die Biografie von Herbert Frank vorgetragen und an sein Leben erinnert:

Herbert Frank wurde am 12. Januar 1912 in Nürnberg in eine jüdische Familie geboren. Er war das zweite Kind von Siegfried und Selma Frank (auch Sara, geb. Altbaier), seine ältere Schwester Lina war am 14. Mai 1909 geboren und noch am selben Tag verstorben. 1918 verlor Herbert seine Mutter, die im Alter von nur 37 Jahren verstarb. Herberts Vater Siegfried Frank, der von Beruf kaufmännischer Vertreter war, ging später eine neue Beziehung mit Margarete Johanna Delle ein. 1920 kam ihr gemeinsamer Sohn Helmut Frank zur Welt, Herberts Halbbruder. Siegfried Frank verstarb am 23. November 1933 im Alter von 53 Jahren; die Ursache seines Todes ist nicht bekannt.

Im Sommer 1927, im Alter von 15 Jahren, verließ Herbert Frank seine Heimatstadt Nürnberg und zog in das rund 400 Kilometer entfernte Ahlen bei Hannover. Dort besuchte er die im Jahr 1893 gegründete Israelitische Gartenbauschule, eine überregionale und internatsmäßige Bildungseinrichtung, die jüdische Jugendliche im Gartenbau und anderen Handwerksberufen ausbildete. Dort erlernte Herbert Frank den Beruf des Landschaftsgärtners. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung kehrte er kurzzeitig nach Nürnberg zurück, bevor er im Herbst 1930 nach Erfurt zog. Hier fand er eine Anstellung im renommierten Gartenbauunternehmen Benary. Während dieser Zeit lernte er die zwei Jahre jüngere Elfriede Eilert kennen, die als kaufmännische Angestellte ebenfalls bei der Firma Benary arbeitete.

Die beiden verliebten sich und heirateten. Im Juli 1932 kam ihre Tochter Ingeburg zur Welt. Im Oktober 1933 verwirklichte Herbert Frank mit seiner jungen Familie den Plan, in das britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern, um dort ein neues Leben zu beginnen. Bereits während seiner Ausbildung in Ahlen war er darauf vorbereitet worden, dort als Gärtner zu arbeiten. Da Ingeburg das Klima und die Ernährungsumstellung als Kleinkind nicht vertrug und erkrankte, kehrte die Familie jedoch nach nur zwei Monaten nach Erfurt zurück – und das, obwohl antisemitische Gewalt und staatliche Repressionen gegen Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten zum gesellschaftlichen Alltag gehörten.

Der Verfolgungsdruck der Nationalsozialisten betraf die Familie existentiell. Herbert Frank fand nur selten eine bezahlte Arbeit, sodass die Familie oft allein auf das Einkommen der Mutter angewiesen war. Um die Tochter, die von den Nationalsozialisten als „Halbjüdin“ angesehen wurde, vor der zunehmenden Verfolgung zu schützen, ließ sich Herbert Frank 1938 von seiner nicht-jüdischen Frau Elfriede scheiden und bereitete seine Ausreise aus Deutschland vor. Er plante, sich in Shanghai eine neue Existenz aufzubauen und dann Elfriede mit der Tochter Ingeburg nachzuholen. In Folge des Novemberpogroms 1938 wurde er jedoch verhaftet und in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Da er seine Ausreise bereits vor seiner Haft vorbereitet hatte, entließ ihn die SS nach zwei Wochen aus dem Lager. Im Dezember 1938 verließ er Erfurt in Richtung Berlin. Die Kraft, sich persönlich von seiner Tochter zu verabschieden, fand er nicht. Zu schmerzhaft war für ihn dieser Abschied, wie er in einem Brief an Ingeburg schrieb. Von Berlin trat er Anfang 1939 die lange Reise nach Shanghai an.

Bis Ende 1939 stand Herbert Frank mit Elfriede und seiner Tochter Ingeburg in Briefkontakt. Er hatte Glück, dass er aufgrund seiner handwerklichen Ausbildung schnell wieder eine Stelle als Landschaftsgärtner finden konnte. Der Plan, seine Familie zu sich zu holen, war jedoch durch den Kriegsausbruch unmöglich gemacht worden. Um ihre Tochter zu schützen, gab Elfriede Ingeburg zu ihrer Tante und ihrem Onkel nach Marbach und arbeitete fortan in Magdeburg. Die beiden Verwandten versuchten alles, um das Mädchen vor der antisemitischen Ausgrenzung zu schützen. Doch vor der Deportation, zu der Ingeburg Frank im Januar 1945 bei ihnen abgeholt wurde, konnten sie das Mädchen nicht retten. Das zwölfjährige Mädchen wurde ohne einen Angehörigen zusammen mit weiteren Jüdinnen und Juden aus Erfurt nach Theresienstadt verschleppt. Sie überlebte die menschenverachtenden Bedingungen des Lagers und kehrte nach Kriegsende nach Erfurt zurück.

Herbert Frank lebte bis zum Kriegsende in Shanghai. Dort waren die Lebensbedingungen für die rund 20.000 aus Europa nach China geflüchteten Jüdinnen und Juden schwer. Shanghai war insbesondere ab 1938 für jüdische Menschen mit geringem Vermögen die letzte Zufluchtsmöglichkeit und wurde häufig als Zwischenstation für eine Ausreise in die USA gesehen. Seit 1937 war die Stadt – bis auf die kolonial verwalteten britischen, französischen und amerikanischen Stadtgebiete – durch Japan besetzt. 1943 drängte das nationalsozialistische Regime das verbündete Japan dazu, die Jüdinnen und Juden in Shanghai aufgrund vermeintlicher Spionagegefahr in Lagern zu „konzentrieren“. In der Folge wurden die geflüchteten Jüdinnen und Juden in den Stadtteil Hongkou zwangsumgesiedelt. Vermutlich betraf dies auch Herbert Frank. Über sein Leben in diesem jüdischen Ghetto ist jedoch kaum etwas bekannt. Sicher ist, dass er in Shanghai eine Wiener Jüdin kennenlernte, die ebenfalls vor den Nationalsozialisten nach China geflohen war. Die beiden verliebten sich, heirateten und bekamen 1947 einen Sohn. Dann gelang ihnen die Ausreise in die USA. Dort lebten sie in Kalifornien, wieder fand Herbert Frank eine Anstellung als Gärtner, später machte er sich selbstständig. Zu seiner Tochter Ingeburg stand Herbert Frank vermutlich ab Ende 1947 wieder in Briefkontakt. Eine dauerhafte Rückkehr nach Deutschland war für ihn jedoch ausgeschlossen. Ingeburg blieb mit ihrer Mutter und wuchs in der DDR auf. Mehrmals besuchte er sie dort. Nach der politischen Wende reiste Ingeburg, inzwischen verheiratet und Mutter eines Sohnes, in den 1990er Jahren mehrfach zu ihrem Vater in die USA. Am 20. Oktober 1999 verstarb Herbert Frank.

Seit dem 8. September 2026 erinnert ein STOLPERSTEIN in der Klausenerstaße 32 an Herbert Frank. Er trägt die Inschrift: 

HIER WOHNTE
HERBERT FRANK
JG. 1912
´SCHUTZHAFT` 1938 KZ BUCHENWALD
ENTLASSEN
FLUCHT 1938
SHANGHAI

Bilder von der Stolpersteinverlegung

The day after

Ja, ich habe einen Tag gebraucht, damit sich das alles erst einmal sackt. Das gestrige Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist mehr als eine Denksportaufgabe und wird nachhallen. Der Vorteil, wenn man mit Meinungsäußerungen einen Tag wartet- es ist fast alles schon von irgendjemand gesagt und es sind schon alle Szenarien durchgespielt. Ich habe in den letzten 36 Jahren unendlich viele Wahlabende erlebt und da war alles dabei. In Erinnerung geblieben sind die großen Siege (unter anderem zur Landtagswahl 1999 und zur Oberbürgermeisterwahl von Andreas Horn vor zwei Jahren, aber auch die Niederlagen 2009 und einige danach.

Es bleibt festzuhalten, dass die Wähler entschieden haben und dies zu respektieren ist, auch wenn es schwer fällt. Der Trend der letzten Monate hat nun an der Wahlurne Wirkung gezeigt. Ein Jahr nach der Bundestagswahl sind häufig die Parteien auf dem Tiefststand, die gerade regieren. Hinzu kommen handwerkliche Fehler, die wir aus CDU uns zurechnen lassen müssen. Es wird schwierig aus dem aktuellen Tief heraus zu kommen. Am Donnerstag werden wir uns in Erfurt mit unseren Mitgliedern treffen und die Wahlen auswerten. Es gilt viel stärker das Gespräch mit den Menschen zu suchen und offensiv für unsere Demokratie zu werben. Das fällt momentan schwer – aber ich sehe keine Alternative dazu. Die Partei, die behauptet eine zu sein, hat noch nichts geliefert – auf keiner politischen Ebene.

Umjubeltes Konzert von Olama

Das war ein ganz wunderbares Konzert der israelischen Olama Band! Im Frühjahr mussten wir das im Rahmen der Jüdisch-Israelischen Kulturtage geplante Konzert noch absagen und heute konnte es zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur im Festsaal des Erfurter Rathauses nachgeholt werden.

Kurz vor der Eröffnung der 34. Tage der Jüdisch-Israelischen Kultur in Thüringen begann der Krieg mit dem Iran. Nur vier von 17 geplanten israelischen Künstlern konnten damals nach Thüringen kommen. Für uns war deshalb schnell klar, dass wir einige Konzerte nachholen wollten. Als Beauftragter der der Landesregierung konnte ich die beiden Konzerte (heute in Erfurt und Mittwoch in Mühlhausen) finanziell unterstützen und der Oberbürgermeister Andreas Horn hat dankenswerterweise die Schirmherrschaft übernommen.

Auch das Datum haben wir ganz bewusst gewählt und ich habe in meinem Grußwort daran erinnert. Im Jahr 1999 wurde der Europäische Tag der jüdischen Kultur begründet. Inzwischen gibt es in 30 Ländern an diesem ersten Sonntag im September Veranstaltungen dazu. Damit werden wertvolle Beiträge geleistet, jüdische Kultur und jüdisches Leben sichtbar zu halten.

Die fünf Musikerinnen der Olama Band stehen für die jüdische Vielfalt. Sie alle kommen aus verschiedenen Teilen der Welt und haben in Israel zum gemeinsamen musizieren zusammengefunden. Heraus gekommen ist eine perfekte mitreißende Mischung, die den bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal im Rathaus in Erfurt begeisterte.

Ein großes Dankeschön an Johannes Gräßer und sein Team für diesen wunderbaren Konzertnachmittag!

Bilder und Videos von Olama

Yair Yifrah in Suhl zu Gast

Der 7. Oktober 2023 ist ein Tag der die Welt schockiert und die Menschen in Israel traumatisiert hat. Für die Menschen, die den Terrorangriff der Hamas aus nächster Nähe miterleben mussten bleibt es eine lebenslange Belastungstötung und es föllt ihnen schwer, dies auch nur ansatzweise zu verarbeiten. Einigen gelingt dies, indem sie darüber sprechen. Yair Yifrah ist im Kibbuz Kfar Aza aufgewachen – unmittelbar an der Grenze zu Gaza. Als Eventtechniker war er beim Nova-Festival für den Bühnenaufbau zuständig. Am nächsten Morgen – nach einer durchfeierten Nacht mit LSD – war er inmitten des Terroranschlags der Hamas. Er konnte flüchten und blieb am Leben. Nben ihm starben junge Menschen, die Opfer des Massakers wurden.

Für Yair waren die Erlenisse an diesem Tag, aber auch das folgende Jahr mit viel Drogen und Alkohol ausschlaggebend, dass er seine zweite Chance nutzte und sein Leben radikal änderte. Gestern Abend war er auf Einladung des Christlichen Gebetszentrums Dein Haus e.V. und des Rahab Support Vereins im CCS in Suhl zu Gast. Vor über 80 interessierten Gästen sprach er über seine Erlebnisse am 7. Oktober und beantwortete viele Fragen.

Als Beauftragter der Landesregierung habe ich gerne ein Grußwort gehalten und darin darauf verwiesen, dass die kollektive Solidarität mit den Menschen in Israel nach dem 7. Oktober leider nur für wenige Wochen angehalten hat. Seidem müssen wir uns mit zunehmendem israelbezogenen Antisemitismus auseinandersetzen. Ich bin sehr dankbar für den eindrucksvollen Bericht von Yair. Ich habe ihn eingeladen, im kommenden Jahr wieder nach Thüringen zu kommen.

In sechs Wochen werden wir bei unserer Israel-Reise auch im Kibbuz Kfar Aza sein und das Nova-Festivalgelände besuchen. Ganz sicher werde ich dabei an seine Worte denken.

Bilder aus Suhl

Mediaday 2026

Noch einen Monat bis zum Saisonstart in der 1. Volleyballbundesliga – da stehen Training und Teambildung im Mittelpunkt unserer Mannschaft. Dass unter den 12 Spielerinnen und beim Trainerteam eine sehr gute Stimmung ist, war heute beim Mediaday deutlich erkennbar.

Neben dem hochoffiziellem Teambild für die neue Saison hatte unsere Spielerinnen genügend Raum für kreative Ideen. Unsere Social-Media-Verantwortliche ist schon voller Vorfreude auf die Bilder, die dann bei allerlei Feiertagen, Geburtstagen und zu Spielankündigungen zum Einsatz kommen werden.

Immer wieder gerne

Politisch bewegte Zeiten sind es zur Zeit sowohl in Sachsen-Anhalt mit der bevorstehenden Landtagswahl, als auch in Erfurt mit der bevorstehenden Wahl von zwei neuen Beigeordneten. Die Verknüpfung beider Themen lag heute auf der Hand. Ich konnte eine Gruppe der Senioren Union Köthen unter Leitung ihrer Kreisvorsitzenden Brigitte Take durch unser Rathaus führen. Sie sind für zwei Tage nach Erfurt gekommen und waren nicht nur an der Stadt, sondern auch an der Politik interessiert und da bin ich gerne zur Stelle!

Unser Festsaal steht für die Geschichte der Stadt und der Ratssitzungssaal für die kommunalpolitische Gegenwart. Vor allem blieb aber Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Finanzen und die Bausituation in der Stadt interessierten unsere Gäste besonders. Vielen Dank unserem langjährigen Stadtratskollegen Jörg Kallenbach für die Organisation des Erfurt-Programms.

Wer erklärt Politik eigentlich?

Für mich ist die Beantwortung dieser Frage eine klare Sache. Wir müssen es tun! Politiker in aller erster Linie, nicht als Rechtfertigung, sondern als Erklärung des eigenen Handelns. Ich weiß, dass viele Menschen denken es wären Medien, die dafür zuständig sind – Tageszeitungen, Magazine, Tagesschau, viele Talkshow-Formate und Bildungsinstitutionen. Die tragen auch alle dazu bei, aber Politiker auf allen Ebenen bleiben in der Pflicht.

Ich bin als Landtagsabgeordneter häufig und gerne zu Besucher- und Schülergruppen zum Gespräch gegangen. Ich führe regelmäßig Gruppen durch das Rathaus und diskutiere mit ihnen. Und ich nehme auch gerne Einladungen zum Dialog an. Heute war dafür wieder eine ganz wunderbare Gelegenheit.

Auf dem Petersberg in Erfurt gibt es in der Johanniter-Wohnanlage die Tradition der regelmäßigen Gartenbankgespräche. Dazu eingeladen sind jeweils Gäste, die zu ihrem Thema Gesprächsrunden anbieten. Als Stadtratsvorsitzender war ich gerne dabei. Wetterbedingt haben wir aus dem Gartenbankgespräch ein Kapellengespräch gemacht. Mitten im Wohngebiet steht eine kleine Kapelle, die viel nicht nur zu Andachten genutzt wird.

Eineinhalb Stunden quer durch die Kommunalpolitik mit der Fragestellung: was macht der Stadtrat eigentlich? 20 Seniorinnen und Senioren waren gekommen und in einem Frage- und Antwortspiel habe ich aus der Erfurter Kommunalpolitik berichtet. Ich war sehr angenehm überrascht, wie groß das Interesse und auch die konkreten Nachfragen waren. Momentan ist das dominierende Thema in Erfurt die bevorstehende Beigeordnetenwahl, die Verkehrssituation und die Finanzlage der Stadt. Gewünscht habe sich die Gesprächsteilnehmer zudem mehr Beteiligungsmöglichkeiten. Vielen Dank für die Einladung zum Gartenbankgespräch an Stefan Beck von den Johannitern.

Saisonende?

Das Wochenende war wettermäßig schon ausgesprochen gemischt, aber heute war es zumindest noch einmal Lichtblick, was die Sonneneinstrahlung angeht und so haben wir uns spontan entschieden die Wakeboards einzupacken und zum Nordstrand zu fahren. Zum Geburtstag habe ich von meiner Schwester einen Gutschein bekommen und den möchte ich schon gerne noch in diesem Jahr einlösen. Auf unserer “Heimatanlage” war es (zumindest zu Beginn um 13:00 Uhr) leer, das Wasser noch angenehm warm und der Wind stört (im Gegensatz zu Kroatien) kaum. Auch in dieser Saison bin ich die meisten Runden mit meinen Söhnen in Kroatien gefahren. In den drei Wochen auf der Insel Pag waren wir allein an 12 Tagen auf der dortigen Anlage am Zrce-Beach.

Ob das nun schon die letzten Runden für dieses Jahr waren, kann ich schwer sagen. Neben dem Wetter muss ja auch der Terminkalender passen. Ganz weggeräumt habe ich das Brett aber noch nicht…