Yom Ha’atzmaut Sameach!

3000 Jahre alt und 78 Jahre jung – das ist Israel. Das wird heute trotz aller Widrigkeiten auch gefeiert. Heute ist Yom Ha’atzmaut. Eigentlich schon seit gestern Abend, denn jüdische Feiertage beginnen am Abend. Der Jahrestag der Gründung Israels dem jüdischen Kalender ist heute. Nach dem gregorianischen ist dieser erst am 14. Mai.

Solange es jüdisches Leben gibt, solange gibt es schon Ausgrenzung, Vertreibung und Antisemitismus. Nach dem Holocaust und der Staatsgründung Israels ist der Antisemitismus in den letzten 78 Jahren nicht geringer sondern größer geworden. Dies hat leider viel mit mangelndem Wissen über die Entstehungsgeschichte des Staates Israel zu tun. Israel ist nach dem Holocaust und in Konsequenz des Holocaust entstanden. Wenn es Israel zuvor gegeben hätten, hätte es den Holocaust in der Form mit 6 Millionen ermordeten Juden nicht gegeben. Der junge Staat Israel musste sich vom Tag seiner Gründung an verteidigen und hat dies erfolgreich getan. Wenn Israel einen der zahlreichen Kriege verloren hätte, würde es Israel heute nicht mehr geben, denn genau dies ist das erklärte Ziel einiger Nachbarn. Wer mehr zur Staatsgründung Israels wissen will, dem empfehle ich die Broschüre der Landeszentrale für politische Bildung.

Ich habe einen klaren Kompass. Ich stehe zu Israel. ich freue mich über die Existenz des Staates Israel und deshalb auch über eine heute von Hessen angekündigte Bundesratsinitiative. Im Mai wird im Bundesrat eine Verschärfung des Strafrechts diskutiert. Wer zur Vernichtung des Staates Israel aufruft, oder solche Aufrufe unterstützt, soll rechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Zugleich soll Antisemitismus stärker verfolgt und geahndet werden. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen Antisemitismusbeauftragten in Thüringen (es gibt sechs in öffentlichen Verwaltungen/Ministerien und Hochschulen/Universitäten) habe ich mich heute zu einer Besprechung getroffen und wir haben die Gesetzesinitiative ausdrücklich begrüßt.

Alles Gute zum heutigen Unabhängigkeitstag meinen israelischen Freundinnen und Freunden!

Empathie und Toleranz sind die Schlüssel

Auch bei seinem zweiten Besuch in Thüringen innerhalb der letzten vier Wochen ist Ahmad Mansour mit seinen Ausführungen auf breite Zustimmung des Publikums gestoßen. Auf Einladung er Friedrich Naumann Stiftung war er gestern Abend im Kaisersaal in Erfurt zu Gast. Wie bereits in Weimar waren rund 120 Gäste gekommen. Nach dem Einführungsvortrag von Ahmad Mansour konnte ich mit ihm, dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm und dem ehemaligen FDP-Landtagsabgeordneten Robert-Martin Montag über das Thema Antisemitismus, Iran und Israel unter Moderation von Elmar Otto (Funke Medien Gruppe) diskutieren.

Ahmad Mansour warb um Empathie und Toleranz – beides Fähigkeiten, die zunehmend verloren gegangen sind. Er sieht die Ursache dafür im Wesentlichen in veränderten Kommunikationsformen und hierbei insbesondere bei den sozialen Medien. Zuhören, Mitgefühl und auch das Ertragen von anderen Meinungen werden nicht automatisch in allen Elternhäusern vermittelt.

Beim Thema des Abends – dem zunehmenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft – kommen noch weitere Faktoren hinzu. Ich habe darauf hingewiesen, dass Bildungsdefizite über die Ursachen des Antisemitismus und der Entstehungsgeschichte des Staates Israel ursächlich für den israelbezogenen Antisemitismus sind. Fort- und Weiterbildungsangebote erreichen leider nur einen kleinen bereitwilligen Teil der Lehrer und der Bevölkerung, der übergroße Teil zieht seine Meinung aus dem Internet und damit sehr selektiv.

Wir waren uns im Podium einig, dass die Erinnerungs- und Gedenkkultur bzw. Holocaust Education alleine nicht ausreichend sind. Das Gedenken an die ermordeten 6 Millionen Juden sind leider noch keine hinreichende Antisemitismusprävention. Das Gedenken ist unverzichtbar, muss aber ergänzt werden um Bildungs- und Begegnungsangebote mit dem jüdischen Leben in der Gegenwart.

Am gestrigen Abend war der Saal voll mit Menschen, die zugehört haben und ihre Fragen gestellt haben. Viele von ihnen waren voller Zustimmung zu den Worten von Ahmad Mansour. Ich kann nur hoffen, dass sie diese Gedanken und Worte weitertragen, denn leider ist derzeit die breite (öffentliche und veröffentlichte) Meinung nicht nur im Internet deutlich schwieriger zu erreichen. Spätestens wenn sich ein geschlossenes Weltbild ausgeprägt hat, ist dies nahezu unmöglich.

Bilder des Abends   

Saisonhöhepunkt für unsere Nachwuchsteams

Während unser Bundesligateam schon in der Sommerpause ist, stehen für unsere Nachwuchsteams die Saisonhöhepunkte noch unmittelbar bevor. Gestern fand die Regionalmeisterschaft der U14 und der U18 in der gutbesuchten Halle am Sportgymnasium statt. Beide SWE-Teams erkämpften sich nach dem Thüringenmeistertitel den den Vize-Regionalmeistertitel und damit verbunden die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft (in Dachau und Paderborn). Unsere U18 stand gestern unter der Leitung von Rebekka Schneider, unserer Bundesliga Co-Trainerin. Ihr assistierten mit Lydia Stemmler und Lotte Goertz zwei Bundesligaspielerinnen.

Nach der U16 und der U20 sind wir nunmehr mit vier Teams bei den Deutschen Meisterschaften. Dies ist ausgesprochen erfreulich und macht uns stolz. Unsere gute Nachwuchsarbeit zahlt sich aus. Vielen Dank vor allem unseren Trainerinnen und Trainern!

Ja, wir haben in Erfurt mit dem Sportgymnasium und der guten Zusammenarbeit mit dem TVV den Vorteil, dass junge Talente von anderen Vereinen nach Erfurt kommen. Aber sie werden in unserer Vereinsstruktur aufgenommen und sehr gut betreut und trainiert. Diese intensive Nachwuchsarbeit war uns in der Vergangenheit wichtig und wird auch in Zukunft unsere wichtigste Säule sein.

Bilder von der Regionalmeisterschaft

Abschlusspräsentation New Yiddish Creativity

In dieser Woche konnte ich zwei Mal in der Other Music Academy (OMA) in Weimar zu Gast sein und habe dort ein ganz wunderbares Projekt junger Menschen erlebt. Schon seit vielen Jahres gibt es das Projekt Generation J.

Dabei feiern und leben jüdische und nichtjüdische junge Menschen die Vielfalt jüdischen Lebens mit Literatur, Musik, Jiddish-Sprachkursen und mehr. Das diesjährige zweiwöchige Programm fand in Weimar und Paris statt.

Heute Abend haben die rund 40 Teilnehmenden aus Frankreich, Polen und Deutschland ihre Projektergebnisse präsentiert. Begleitet und gestaltet wurden die zwei Projektwochen von 13 Künstlerinnen, Komponisten, Lehrerinnen und Lehrern und Referenten, die sich ebenfalls in das heuten Abschlussprogramm einbrachten. Neben der Vielfalt an künstlerischen Projekten, habe ich mich über die guten Gespräche sehr gefreut. Es werden sich daraus etliche Anknüpfungspunkte für meine Arbeit ergeben. Vielen Dank für einen sehr schönen Abend in Weimar. Vielen Dank Andreas Schmitges, ich freue mich jetzt schon auf Yiddish Summer Weimar 2026.

Bilder und Videos

Erstaunlich gute Resonanz

Zweifellos war die Stimmung schon besser. Politische Themen gibt es genug und Redebedarf auch, allerdings ist die Bereitschaft zu einem intensiven Dialog oft sehr gering. Insbesondere im Internet und da auf den diversen Social-Media-Kanälen geht es es konfrontativ und aggressiv zu. Ein Austausch ist da nur selten möglich.

Als CDU Kreisverband wählen wir deshalb immer noch die alte “Retro-Variante” des direkten Gesprächs an Infoständen. Heute auf der Schlösserbrücke ging es dabei ausgesprochen sachlich zu und wir haben neben kritischen Anmerkungen (von der Kommunal- bis zur Bundespolitik) auch Zuspruch bekommen.

Völkerverständigung mit Ester e.V.

Seit Ende letzten Jahres haben engagierte Menschen die Gründung des Vereins Ester e.V. voran getrieben und ich unterstütze als Mitglied des neuen Verein ausdrücklich. Anfang März haben wir den Verein gegründet und ich bin den beiden Initiatoren Pirusan Mahboob und Heinz-Jürgen Kronberg sehr dankbar für ihr Engagement. Die Myrte der Verständigung ist das Signet des neuen Vereins und die steht für den Ausgleich und die Verständigung zwischen den Religionen – Muslime, Christen und Juden.

Pirusan ist Exil-Iraner und lebt schon seit vielen Jahren in Thüringen. Seine persischen Wurzeln lassen ihn gerade jetzt sehr aufmerksam in den Nahen Osten schauen. Er weiß sehr gut, dass der gegenwärtige Krieg zwischen dem Iran, Israel und der USA keine Feindschaft der Völker ist, sondern die derzeit regierenden im Iran ihr Volk missbrauchen und aufhetzen. Wir werden natürlich die Konflikte nicht von Deutschland aus lösen, aber es ist uns wichtig ein Signal der Verständigung zu senden. Um uns darüber auszutauschen waren wir in dieser Woche bei der Jüdischen Landesgemeinde zum Gespräch. Der MDR hat den Besuch begleitet und daraus einen Beitrag für das Thüringen Journal gemacht. 

Habemus Vorstand!

Nach der Saison ist immer auch vor der Saison und wie in jedem ordentlichen Verein gibt es auch dazwischen Aufgaben zu erledigen. Bevor wir unserer 66. Saison vorbereiten (das Motto ist ja quasi schon gesetzt), ging es bei der gestrigen Versammlung um den formalen Teil.

Ohne größere Überraschungen ist die gestrige Jahreshauptversammlung des MKC über die Bühne gegangen. Nach der Entlastung des alten Vorstandes für das vergangene Geschäftsjahr stand dessen Neuwahl für die kommenden vier Jahre an.

Der Elferrat hatte sich vor der eigentlichen Wahl dafür entschieden, der Rückkehr unserer kleinsten Mitglieder aus dem KJTV zum MKC Rechnung zu tragen und dem Thema Kinder- und Jugendschutz künftig mit einem eigenen Vorstandsmitglied eine starke Stimme geben zu wollen.

Also stand neben den 4 „etatmäßigen“ Vorstandsmitgliedern Präsi, Vize, Bütten- und Schatzmeister erstmals ein Vorstand für Kinder- und Jugendfragen, kurz Jugendwart zur Wahl. Für dieses Amt stellte sich Nicole Iffarth zur Wahl, für die übrigen Funktionen waren die „Alten“ nochmal angetreten.

Mit Wahlergebnissen wie früher in der Volkskammer wurden alle Kandidaten ohne Gegenstimmen in ihre Ämter gewählt. Erstmals haben wir nun eine Vorständin in unseren Reihen.

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl! Wir wünschen unserem Vorstand alles Gute für ihre Amtszeit und ein gutes Händchen für die Lenkung unserer Vereinsgeschicke.

Auszeichnung und Verpflichtung

Seit 2023 ist Erfurt mit seinem jüdisch-mittelalterlichen Erbe Welterbestätte. Heute war die Monitoring-Gruppe des Deutschen Nationalkomitees von ICOMOS zur Jahreskonferenz in Erfurt. Ministerpräsident Mario Voigt und der Beigeordnete Lars Bredemeier machten deutlich, der Titel UNESCO-Welterbe ist für Erfurt Auszeichnung und Verpflichtung zugleich.

Momentan gibt es da einige “offene Baustellen”. Hinter dem Rathaus sollen in diesem Jahr noch Probebohrungen auf dem Parkplatz beginnen. Es ist noch nicht sicher, was da gefunden wird. Sicher ist aber, dass da was gefunden wird und daraus ein großes Denkmalprojekt wird. Für das UNESCO-Welterbezentrum gibt es momentan zwar Ideen, aber noch keine geplanten Finanzmittel. Auch in der Alten Synagoge haben wir offene Aufgaben. Dabei geht es um die qualtitativ gute Nachbesetzung von Stellen. Ich werde im Stadtrat an beiden Punkten energisch nachfragen.

Ausgesprochen interessant waren dann die beiden Abendvorträge von Dr. Rainer Müller (TLDA) und Prof. Dr. Mark Scherich (Denkmalschutzbehörde Erfurt). Ich bin nunmehr in diesem Jahr 60 Jahre Erfurter – aber viele der stadtgeschichtlichen Hintergründe waren auch mir neu.

Zweite Gesprächsrunde mit Ahmad Mansour

Kommenden Montag wird die zweite Veranstaltung mit Ahmad Mansour  unter dem Titel “Reden wir über Freiheit” im Kaisersaal in Erfurt  stattfinden. Erneut wird es dabei, wie in Weimar vor einigen Wochen, in einem Dialog um Antisemitismus, Iran und Israel gehen. Ich freue mich darauf und auch darüber, dass mich die Friedrich-Naumann-Stiftung gebeten hat mit Ahmad Mansour,  dem Generalsekretär der FDP Robert-Martin Montag und dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm zu diskutieren.

Wer Ahmad Mansour in Weimar verpasst hat, sollte sich unbedingt für die Veranstaltung am Montag anmelden. ich schätze seinen sehr klaren Kompass und die Art wie er Probleme in unserer Gesellschaft auf den Punkt bringt und anspricht.

Anbei die Veranstaltungseinladung (Anmeldung nicht vergessen)

Gedenken an die Befreiungen des KZ Buchenwald und des KZ Mittelbau-Dora

Am Sonntag und am Montag wurde mit zwei Gedenkveranstaltungen des 81. Jahrestages der Befreiung des KZ Buchenwald und des KZ Mittelbau-Dora gedacht. Hape Kerkeling hielt dabei in Buchenwald eine bewegende Rede, in der er an seinen Opa Hermann erinnerte, der in Buchenwald drei Jahre von den Nazis gequält wurde. Gerne halt ich hier die Rede von Hape Kerkeling fest.

Sowohl in Buchenwald, als auch in Mittelbau-Dora (wo Sebastian Krumbiegel die Rede hielt) waren viele Menschen zum Gedenken versammelt. Leider war es nur noch zwei bzw. drei Überlebenden der beiden Lager möglich an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Weitere konnten derzeit aus Israel nicht anreisen und leider werden es auch in jedem Jahr weniger. Es ist deshalb an uns die Erinnerung wach zu halten und selbst zu Zeugen der Zeitzeugen zu werden. 

Bilder vom Gedenken in Buchenwald 

Bilder vom Gedenken in Mittelbau-Dora