Alles Gute zum Studienstart!

Mit Jonas in Dresden
Wieder einmal ein Kreis, der sich geschlossen hat… Vor 31 hätte ich mit dem Studium in Dresden begonnen. Allerdings wurde meine damalige Studienzulassung an der TU Dresden noch vor Studienbeginn widerrufen weil ich “gesellschaftspolitisch nicht geeignet” war, Diplomingenieurpädagoge für Elektrotechnik (Berufsschullehrer) in der damals noch real existierenden DDR zu werden. Ich hatte mich geweigert drei Jahre Wehrdienst zu leisten und dies war Grund genug für den Widerruf. Daran musste ich denken, als mein zweitältester Sohn an diesem Wochenende nach Dresden gezogen ist und nun sein Informatik-Studium an der TU Dresden beginnt. Ich bin auf alle meine drei Söhne mächtig stolz – der älteste als Polizeibeamter und für seinen Tanzsportverein rund um die Uhr engagiert und der jüngste am Gymnasium in Weinheim – aber heute besonders auf meinen Sohn Jonas. Er hat ein tolles Abitur gemacht und sich sehr bewusst für sein Studium in Dresden entschieden. Eine Wohnung hat er gemeinsam mit zwei Freunden in der Nähe der Uni gefunden und nun freut er sich auf den Studienstart.
…wenn sich Kreise schließen…
Für die Eltern ist das immer etwas “schwieriger”. Als wir seine Wohnung zusammen eingeräumt haben, hatte das schon so etwas endgültiges. Zwar hat er in Erfurt noch sein Zimmer bei seiner Mama und auch bei mir, aber ummelden wird er sich nach Dresden und die regelmäßigen Football und Grillabende fallen ebenso weg, wie mache Tennis- und Sporteinheit. Allerdings ist Dresden nur zwei Fahrstunden von Erfurt entfernt und so wird er hoffentlich öfters kommen oder wir fahren hin. Ihm wachsen jetzt Flügen und er ist ein junger Mann geworden, der genau weiß was er will. Ich bin dankbar dafür, dass er aber auch neben dem klaren Kompass auch feste Wurzeln hat. Allen Studierenden, die in dieses schwierigen Corona-Zeiten ihr Studium beginnen ,wünsche ich alles Gute. Vor allem wünsche ich dies aber meinem Sohn Jonas. Ich bin glücklich darüber, dass er alle Chancen hat und hoffentlich auch nutzt. Auch dafür war die friedliche Revolution da, dass heute nicht mehr Wehrdienstzeiten und politische Grundeinstellungen über eine Studienzulassung entscheiden, sondern Leistungsbereitschaft.

Kartenvorverkauf bei Schwarz-Weiß

Vorfreude auf das erste Heimspiel
Endlich ist es soweit, unser Ticketverkauf ist gestartet! Seit heute könnt Ihr euch online oder Dienstag und Donnerstag von 13:00 – 17:00 in unserer Geschäftsstelle eure Sitzplätze sichern. Neben den ersten beiden Heimspieltagen ist auch weiterhin unsere Saisonkarte erhältlich. Am 24.10.2020 geht es dann wieder los. Wir haben die Mädels des SC Potsdam zu Gast in Erfurt. Wir freuen uns auf euch! Die Vorbereitungswochen auf unseren Heimspielauftakt verliefen in jedem Jahr unruhig, aber in diesem Jahr war lange vieles offen und es wird wohl auch einiges unsicher bleiben. Wir haben aktuell die Genehmigung für 400 Zuschauer in der Riethsporthalle. Sollte es zu weiteren Einschränkungen kommen, haben zunächst die Dauerkarteninhaber ein Anrecht zu den Heimspielen. In jedem Fall ist es sinnvoll, die Karten im Vorverkauf online oder in der Geschäftsstelle in der Magdeburger Allee zu kaufen. Ob es eine Abendkasse geben wird hängt von der Zahl der noch zur Verfügung stehenden Karten ab. In jedem Fall könnte es da aber Wartezeiten geben, da wir die Corona-Regeln einhalten müssen. Dies gilt auch in der Halle. Maskenpflicht gilt da ebenso, wie ein Alkohol-Verkaufsverbot. Bei allen Einschränkungen freuen wir uns aber sehr darauf endlich wieder vor unseren Fans zu spielen.

Erfurter wird bunter

In der Stauffenbergallee
Dieses Mal ist das aber nicht politisch gemeint, sondern dient ausschließlich der Vorbereitung und Vorfreude auf die Buga 2021. Das Erfurter Gartenamt hat dazu auf der breiten Stauffenbergallee 40 größere Kreise und 80 kleinere Quadrate vorbereitet und gestern 500 Grundschüler eingeladen diese Flächen mit Blumenzwiebeln zu bepflanzen. An dieser Aktion beteiligten sich auch viele Vereine und die im Stadtrat vertretenen Fraktionen. Auch wir von der CDU-Fraktion waren mit mehreren Stadtratskolleginnen und Kollegen vor Ort und als “Stadtgärtner” im Einsatz. Ich finde die Idee und die Umsetzung Klasse. Seit 2011 bin ich in diversen Gremien, die vom ersten Buga-Beirat, über den Aufsichtsrat EGA bis hin zum Buga-Ausschuss im Stadtrat die Bundesgartenschau vorbereiten. Viel ist dazu schon passiert, aber nicht alle ursprünglichen Buga-Träume waren auch realisierbar. In den nächsten Monaten wird es darauf ankommen, die Buga-Vorfreude bei den Erfurterinnen und Erfurtern zu wecken und eine Identifikation zu schaffen. Da haben wir noch kräftig zu tun. Dass sich aber nun hunderte Grundschulkinder auf die Buga freuen und ihren Eltern jedes Mal, wenn sie durch die Stauffenbergallee fahren erzählen werden, dass sie die Blumen mit gepflanzt haben ist schon ein toller Einstieg dafür. Bilder von den CDU-Stadtgärtnern 

Saisonausblick

Bei unserem Hauptsponsor
Normalerweise starten wir in die neue Saison mit einem Pressetermin, bei dem die ganze Mannschaft vorgestellt wird. Auch dies ist in Corona-Zeiten leider anders. Beim heutigen Termin bei den Stadtwerken Erfurt konnten nur zwei Spielerinnen und der Cheftrainer das Team vertreten. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke Erfurt Peter Zaiß wagten wir einen Ausblick auf die bevorstehende Saison. Zwar sind schon zwei Spieltage gelaufen, aber unser erstes Heimspiel steht erst in knapp zwei Wochen auf dem Programm. Die ersten beiden Spieltage haben allerdings schon für Aufregung gesorgt. Insbesondere die Zuschauerfrage beschäftigt in Corona-Zeiten alle Vereine. Beschränkungen oder gar der Ausschluss der Zuschauer treffen je nach Infektionsgeschehen alle Vereine. Wir werden am Donnerstag mit dem Vorverkauf für unser erstes Heimspiel beginnen. Aktuell haben wir die Erlaubnis 400 Zuschauer in die Halle zu lassen – natürlich mit umfänglichen Auflagen, wie der Maskenpflicht. Wir hoffen jetzt gemeinsam, dass sieh die Situation nicht verschlechtert. Wie schnell das gehen kann haben mehrere unserer Mitbewerber schon erlebt. Straubing war zum Beispiel am Freitag schon auf dem Weg zum Spiel in Wiesbaden und musste wieder umkehren, weil es einen Coronafall im Vereinsumfeld gab. Vieles in der neuen Saison ist offen. Geklappt hat aber bereits die Corona-Hilfe des Landes. Unser Antrag auf Unterstützung wurde weitgehend bewilligt. Dafür sind wir dankbar, da so wenigstens ein großer Teil des finanziellen Drucks genommen ist. Ausgesprochen dankbar sind wir auch den Stadtwerken Erfurt. Seit unserem ersten Jahr in der 1. Bundesliga haben wir SWE als Hauptsponsor und gehen jetzt gemeinsam schon in die 18. Saison.

Technik, die begeistert

Im Technoseum
Inzwischen schon seit sieben Jahren fahre ich regelmäßig in die Rhein-Neckar-Region, um Wochenenden mit meinem Sohn zu verbringen. Dabei ist schon eine lange Liste von Sportveranstaltungen, Museen und Events zusammen gekommen. Auch die Technik-Museen in Speyer und Sinsheim haben wir schon mehrfach besucht. An diesem Wochenende ist aber wieder etwas Neues in der Reihe “Technik, die begeistert” hinzu gekommen. Mit dem Kurzen war ich im Technoseum in Mannheim. Julian war zwar dort schon zwei Mal, aber für mich war es neu und ich war durchaus beeindruckt. Insbesondere Kindern, aber auch Erwachsenen wir ein spannender Einblick in den Welt der Technik geboten  und dies quer durch alle Jahrhunderte. Die vielen Mitmachangebote waren etwas eingeschränkt durch die aktuellen Corona-Regeln. Aber das Landesmuseum ist für einen Schlecht-Wetter-Tag in Mannheim eine gute Empfehlung. Ausgesprochen gutes Wetter hatte wir am heutigen Sonntag. Trotzdem haben wir uns für die Bade-Indoor-Variante entschieden und waren im Miramar. Auch dort gab es Technik, die begeistert. Unter den vielen Rutschen hat uns die “Rohrpost” am Besten gefallen. Mit einem Raketenstart schießt man durch die Röhre, weil der Boden unter den Füßen einfach wegklappt. Etwas mehr Zeit hätten wir gerne in der großen Saunalandschaft des Miramar verbracht. seit dem letzten Jahr gibt es idyllisch am See gelegen eine Baumhaussauna mit großen Panoramascheiben zum See. Der Waldsee hatte immerhin sogar noch 15,3 Grad Wassertemperatur, also war es die ideale Gelegenheit noch einmal im See zu schwimmen. Bilder aus dem Technoseum Bilder Miramar  

“Willy Brandt ans Fenster”

Im Brandt-Zimmer
Inzwischen ist es 50 Jahre her, dass erstmals ein Bundeskanzler offiziell die DDR besucht hat. Aus Statusgründen fiel damals die Wahl auf Erfurt – ein Staatsbesuch in Berlin wäre undenkbar gewesen. So wurde im März 1970 innerhalb von rund einer Woche der Besuch von Willy Brandt  in Erfurt vorbereitet. Umfangsreiche Sicherheitsmaßnahmen sollten den Gast vor begeisterten Erfurterinnen und Erfurtern abschirmen. Dies gelang jedoch nicht und führte zu dem legendären “Willy Brandt ans Fenster” Rufen. Heute steht dieser Satz auf dem Dach des ehemaligen Hotels Erfurter Hof gegenüber vom Bahnhof und aus dem historischen Fenster schaut ein Bild von Willy Brandt auf den Bahnhofsvorplatz. Bereits im März wollten wir mit der LZT zum historischen Jubiläum zwei Veranstaltungen dazu durchführen, mussten sie aber coronabedingt kurzfristig absagen. Gestern nun konnten wir die Führung in das historische Brandt-Zimmer mit dem Erfurter Stadtführer Roland Büttner nachholen. Gleich zwei Mal 15 interessierte Erfurterinnen und Erfurter folgten der Einladung – viele von ihnen waren 1970 live dabei. Im Anschluss stellte der Journalist Jan Schönfelder sein Buch zum Besuch von Willy Brandt in Erfurt vor – natürlich am passenden Ort, dem Cafe Willy B. mit zahlreichen Fotos von Willy Brandt. Den Besuch von Willy Brandt vor 50 Jahren in Erfurt kenne ich gut aus den Erzählungen meines Vaters. Deshalb habe ich heute sehr interessiert zugehört und gerne die Veranstaltungen der LZT im Vorfeld des heutigen 28. Todestages von Willy Brandt organisiert. Das Buch zum 19. März 1970 gibt es bei der LZT kostenfrei zu bestellen. Fotos der Führung

30 Jahre CDU-Landtagsfraktion

Im Plenarsaal des Landtages
Jubiläen gibt es derzeit viele – aber die meisten können nicht oder nur mit Einschränkungen gefeiert werden. Das 30jährige Bestehen der CDU-Landtagsfraktion konnte nur mit Corona-Auflagen im Kaisersaal in Erfurt gefeiert werden und die Zahl der Gäste war begrenzt. Allein 117 Fraktionsmitglieder hatte die CDU in den 30 Jahren. ich bin stolz darauf, dass ich für ein Drittel dieser Zeit von 1999 bis 2009 Mitglied der Fraktion war. Rund 70 der ehemaligen Kolleginnen und Kollegen waren bei der Festveranstaltung dabei und der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hilt die Festrede, die mit vielen persönlichen Erinnerungen an die Wendezeit angereichert war. Das Buch zum Jubiläum ist inzwischen ganz schön dick geworden. neben den Biographien aller Fraktionsmitglieder finden sich darin auch viele Erinnerungsfotos und Episoden. Mein “ältestes Bild” im Buch ist von 1994. Auf einem Wahlplakat habe ich mit Hammer-Willi, unserem ehemaligen Innenminister und Parteivorsitzenden der leider schon viele Jahre Tod ist, für die Landtagswahl 1994 geworben. Willibald Böck mit einer Pfeife in der Hand und ich in einem Hemd, was selbst in den 90ger Jahren gewagt war. Irgendwie war der Abend wir ein großes Klassentreffen – viele gute Gespräche und Erinnerungen. Alles Gute unseren Nachfolgerinnen und Nachfolgern für die nächsten Jahrzehnte! Bilder vom Festakt 

UNESCO-Welterbe

An der alten Synagoge
Reichhaltige Zeugnisse der mittelalterlichen jüdischen Geschichte von Erfurt sind der Grund für die UNESCO-Welterbe-Bewerbung der Stadt. Vor vielen Jahren wurde dies von unserem damaligen Beigeordneten Ingo Mlejnek auf den Weg gebracht. Über den aktuellen Stand der UNESCO Welterbe-Bewerbung zum mittelalterlichen jüdischen Erbe konnten wir uns letzte Woche mit den beiden CDU-Ortsverbänden “Am Petersberg” und “Am Steiger” in der Alten Synagoge, in der Mikwe und am Steinhaus informieren. Die drei Orte der jüdischen Geschichte werden ergänzt um den jüdischen Hochzeitsschatz. Ich freue mich, dass wir neben der jüdischen Geschichte vor allem auch viele Zeugnisse aktuellem jüdischen Lebens in Erfurt haben. Aktuell bereiten wir gerade die nächsten jüdisch-israelischen Kulturtage im November vor und das Themenjahr 900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen hat in der vergangenen Woche begonnen. Bilder vom Besuch in der alten Synagoge

Saisonstart mit Niederlage

Unser Team für die Saison 2020/2021
Straubing bleibt für Schwarz-Weiß Erfurt ein schweres Pflaster. Obwohl das bayerische Team auch zu den Teams aus dem unteren Tabellendrittel zählt, konnten wir von dort noch nie etwas Zählbares in Form von Punkten mitbringen. Bedingt durch den 30. Tag der Deutschen Einheit konnte ich gestern auch nicht mitfahren. Aber da SporttotalTV die Spiele live im Internet überträgt konnten wir da Spiel über den Laptop am heimischen TV verfolgen. Etwas beeinträchtigt haben die Freude darüber, die schlechte Kameraführung und der fehlende Kommentar. Da Straubing zudem über eine kleine Halle verfügt, fehlte ein Teil des Spielfeldes bei der Übertragung. Im ersten Satz fiel es leicht darüber hinwegzusehen – schließlich legten unsere Mädels gut los und gewann souverän den ersten Satz. Aber dann… Den Rest des Abends überlasse ich unserem Vereinsrückblick. Jetzt ist eine Woche Pause, dann müssen wir nach Aachen und am 24. Oktober folgt das erste Heimspiel gegen Potsdam und in der Woche darauf das zweite Heimspiel gegen Wiesbaden. Rückblick von Schwarz-Weiß Erfurt auf das Spiel in Straubing: Ohne Punkte musste Schwarz-Weiß Erfurt die Heimreise vom Auswärtsspiel bei NawaRo Straubing antreten. Nach gewonnenem Auftaktsatz gingen die folgenden Durchgänge an die Gastgeber, die sich beim 3:1 verdient die Punkte sicherten. Dabei sah es im ersten Satz nach einem viel versprechenden Saisonstart der Thüringerinnen aus. Beim 2:6-Rückstand gelang mit Sara Kovac am Aufschlag eine Acht-Punkte-Serie. Diese Führung bauten die Gäste stetig aus und gewannen deutlich mit 25:16. Noch deutlicher verlief der zweite Satz, diesmal aber zu Gunsten der Gastgeberinnen. Mit viel Druck im Aufschlag erschwerten sie den Spielaufbau von Schwarz-Weiß, die so gar nicht mehr ins Spiel kamen. Mit 25:13 war der Satzausgleich hergestellt. „Etwas Zählbares mitnehmen“, war die Zielvorgabe von Trainer Dirk Sauermann vor dem Spiel. Bis zum 11:11 im dritten Satz hatte man auf Erfurter Seite die Hoffnung, dass zumindest ein Punkt mitgenommen werden könnte. Diese Hoffnung schwand von da ab zusehends. NawaRo wurde immer dominanter, während Erfurts Annahme immer mehr nachließ. Das Angriffsspiel wurde folglich ausrechenbarer und erfolgreiche Abschlüsse seltener. 25:19 hieß es am Ende des dritten Satzes für die Niederbayern. Im vierten Satz setzten sich diese gleich deutlich ab und hatten Mitte des Satzes einen beruhigenden Vorsprung (17:10) herausgearbeitet. Dirk Sauermann versuchte zwischenzeitlich mit einigen Wechseln in der Defensive gegenzusteuern, doch Magdalena Gryka & Co. waren nicht mehr zu bremsen. Mit 25:18 fuhr NawaRo auch den vierten Satz und somit drei Punkte im Auftaktspiel ein. Schwarz- Weiß Erfurt hat am kommenden Wochenende spielfrei, bevor es am 17. Oktober mit einem weiteren Auswärtsspiel bei den Ladies in Black Aachen weitergeht. (StS)

Festliche Andacht der CDU Erfurt zum 3. Oktober 2020

Nach der Andacht im Hof der Michaeliskirche
Seit 1992 begeht die CDU Erfurt den Tag der Deutschen Einheit mit einer festlichen Andacht in der Michaeliskirche und natürlich haben wir auch heute in einer Andacht diesen aller Deutschen unseren Feiertag gewürdigt. Auch für mich ist es einer der wichtigsten Tage in meinem Leben. Meine drei Söhne sind jetzt 30, 19 und 13 Jahre alt sie sind alle, wie meine dreijährige Enkeltochter in Freiheit aufgewachsen und haben alle Chancen ihr Leben nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Mir ist es auch ein Bedürfnis Danke zu sagen, allen Freundinnen und Freunden, die ich in den letzten 30 Jahren in ehemals Ost und West kennengelernt gelernt habe. Die Predigt bei unserer Andacht hat Pfarrer Christian Dietrich gehalten. Christian hat aktiv die friedliche Revolution mitgestaltet, war Landesbeauftragter für die Stasiunterlagen und ist jetzt wieder Pfarrer. Was ich an ihm immer bewundert habe, waren seine klaren und deutlichen Worte. Mit seinen Worten hat er auch heute den Punkt getroffen, deshalb ist es mir sehr wichtig, diese Worte auch zum Nachlesen hier fest zu halten. Aus der Predigt von Christian Dietrich zum 30. Jahrestag der Einheit in Recht und Freiheit: „… In verzweifelten Situationen, gerade vor Wahlen, wenn bei Umfragen die Chancen einer Regierungsbildung gegen Null gehen, dann kommen Sprüche auf wie: „Die Hoffnung stirbt als letztes.“ Wenn wir heute das Ende der DDR und der Nachkriegszeit feiern, so ist es gut, sich daran zu erinnern: die Chance für einen Regierungswechsel in der DDR war vom ersten Tag an auf Null gesetzt. Wer das anders sah, wurde brutal daran erinnert, dass kommunistische Herrschaft gewaltbasiert ist. Ich denke an die Erfurter Jugendliche Annemarie Becker, Johannes Blochmann und Manfred Hochhaus, die Heiligabend 1951 in Moskau erschossen wurden. Welche Hoffnung war diesem Terror gewachsen? Unsere jüdischen Schwestern und Brüder sagen. Dass die Hoffnung als letztes stirb, stimmt nicht. Es sei der Humor. Gerade in diesen Tagen, wo Menschen schnell im ideologischen Gewand zu Unmenschen erklärt werden, zeigt sich: Humor ist die äußerste Freiheit des Geistes. Echter Humor ist immer souverän. Wenn wir heute 30 Jahre Recht und Freiheit in Einheit feiern, dann – so habe ich den Eindruck – geschieht dies in einer großen Gemeinschaft der Dankbarkeit – mal abgesehen von den Menschen, die sich lieber ins Jammertal begeben. Es ist der Luxus unserer Freiheit, dass sie dies können. Heute interessiert mich mehr, wie wir die Freiheit gewinnen und bewahren können. Wie wird man frei? In der DDR haben Millionen als Antwort darauf gefunden: Indem man abhaut. Das war zutiefst biblisch, auch wenn die Kirchen das damals nicht sagten. Abhauen ist die Urerfahrung der Israeliten in Sachen Freiheit. Am Anfang der Geschichte des Volkes steht der Exodus, die Flucht aus Ägypten. Auch Paulus ist geflohen im Korb über die Mauer von Damaskus. Flucht kann auch heute noch helfen frei zu werden. Ich denke an Menschen in Belarus. Dramatisches Fliehen ist in Deutschland meist nicht erforderlich. In vielen Fällen genügt es, einfach von dort wegzugehen, wo es einem nicht gut geht. Niemand muss da bleiben, wo es ihm schlecht geht und er sich klein gemacht und unfrei fühlt. Gott jedenfalls will unsere Freiheit. Wer flieht, dem steht Gott bei. Wie wird man frei?
  1. indem man für Gerechtigkeit und Recht kämpft, indem man also den Kampf um die Freiheit aufnimmt. Auch für diese Methode finden sich in der Bibel zahlreiche Beispiele. Ich denke an den Bau der Schutzmauer und der Bewaffnung unter Nehemia. Nicht immer empfiehlt die Bibel dem, der einem auf die eine Wange haut, auch die andere hinzuhalten. Ich kann das vielleicht für mich so handhaben. Wenn ich aber Verantwortung für andere habe, dann wird die Sache komplexer. Man kann andere nicht einfach der Willkür und Gewalt von Bösewichten überlassen. Deshalb brauchen wir Polizei und Militär. Das Gewaltmonopol des Staates ist einer der biblischen Wege zur Freiheit.
Wie wird man frei? Im Humor. In der DDR blühten ja die Witze: Im Zuchthaus fragt ein Häftling den anderen nach dem Grund seiner Verurteilung. „Weil ich zu faul war.“ – „Sabotage?“ – „Nein. Ich hatte mit einem Kollegen über Politik gesprochen und dachte, es hätte bis zum nächsten Morgen Zeit, ihn bei der Stasi anzuzeigen. Er war schneller.“ Ich hätte jetzt Lust, zu zeigen mit welchem Humor in der Bibel Gott, menschliche Unfreiheit konterkariert: Wunderbar aktuell beim Turmbau zu Babel. Der Turm, der seine Erbauer so groß – nein überhaupt wie Gott machen sollte. In der Bibel heißt es dann: “Da fuhr der Herr hernieder, dass er den Turm sähe.” Der Turm – was für ein Luftschloss… Wie wird man frei? Im souveränen Humor. Bei Paulus ist ein Witz so deftig, dass er in den Übersetzungen verschämt gekürzt wurde. Lassen Sie mich hier doch etwas ins Detail gehen. Es ist eine der zentralen Freiheitsstelle der Bibel. Die Gemeinde in Galatien wurde von gesetzestreuen Judenchristen mit Fakenews aufgemischt. Sie behaupten, Paulus fordere nicht nur die Notwendigkeit von Glaube und Taufe, sondern verlange auch die Beschneidung. Die Botschaft des beschnittenen Paulus war aber gerade, dass die Beschneidung nicht heilsnotwendig ist. Einer der Gründe, weshalb er verfolgt wurde. Im seinem Brief an die Gemeinde konterte er dann: “Ich wünschte, die, die Euch verwirren, wären konsequent und kastrierten sich gleich!” Ich wünschte denen, die sich selbst zum antifaschistischen Schutzwall erklären, erleben bald einen Mauerfall. Nein ich will jetzt keine aktuell-politischen Empfehlungen geben. Mir hat Erich Fromms «Furcht vor der Freiheit» vor 40 Jahren die Augen geöffnet. Die Furcht vor der Freiheit hat eine Flucht ins Revolutionäre, Autoritäre oder in die Selbstpreisgabe zur Folge.
Unsere Erfurter Bundestagsabgeordnete Antje Tillmann
Wie wird man frei? – Martin Luther hatte die tiefste Erfahrung der Freiheit beim Studium der Heiligen Schrift gemacht. Gerade in diesem 5. Kapitel des Galaterbriefes: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Steht daher fest und lasst euch nicht wieder ein Joch der Knechtschaft auflegen!“ Bei und in Jesus Christus hat sich ihm die Freiheit in ihrer ganzen Tiefe erschlossen. Christliches Handeln ist ein Handeln aus Freiheit, aus der Freiheit eines Menschen, der nichts an sich selbst und alles an seinem Gott hat. “So ihr bleiben werdet an meiner Rede, seid ihr meine rechten Jünger und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen. So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei” (Johannes 8, 32. 36). Jesus Christus ist unsere Freiheit, frei von der Welt, frei für Gottes Herrlichkeit. Wir erkennen diese Freiheit an Jesus. Unbeirrt geht er seinen Weg der Liebe. Auch durch Gewalt, durch Schmähung und Verrat lässt er sich nicht vom Weg der Liebe abbringen. All die Selbstherrlichen, all die Potentaten, die ihn verurteilen, können ihm seine Freiheit nicht nehmen. Sie rauben ihm seine Ehre, sie nehmen ihm das Leben, aber nicht seine Freiheit. Er zerbricht die Macht, die der Tod über ihn begehrte. Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Diesem Befreier zu folgen, aus dieser Erfahrung zu leben – das ist die rechte christliche Freiheit. Wie werden wir frei? Heute sind es genau 30 Jahre “Recht und Freiheit in Einheit”. Grund zur Dankbarkeit und Einladung, in Christus zu bleiben. Im September 1989 haben wir beim Verlassen der Nikolaikirche gesungen „We shall over come“ und es wurde wie Weihnachten „O-O du-u fröhliche“. Heute passt vielleicht besser: “In dem rasenden Getümmel schenk uns Glaubensheiterkeit”. Wie wirst Du frei? In der Hoffnung, nicht tiefer Fallen zu können als in Gottes Hände. Der Heilige Geist hat uns durch das Evangelium berufen, darum lasst uns mit Heiterkeit losgehen. ER hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder und gedenkt ewiglich seinem Bund.“