Eigentlich hatte ich mir vorgenommen erst am Ende meiner Israel-Reise zusammenfassend etwas zu schreiben und die Zeit hier einfach für das Land und die Menschen zu nutzen.
Der gestrige Reformationstag ist aber so verlaufen, dass ich meine Gedanken dazu jetzt schon niederschreiben möchte. Als Christ hat man es im Heiligen Land derzeit nicht leicht. Das ist nicht neu, weil seit vielen Jahren die Zahl der Christen stark rückläufig ist.
Abt Nikodemus, den ich auch gestern getroffen habe, sagt immer Israel läuft Gefahr ein christliches Disneyland zu werden. Millionen Christen kommen hierher und bestaunen die Heiligen Stätten, aber es gibt kaum noch funktionierende Gemeinden. Zudem, so berichtete es mir Abt Nikodemus, werden Christen zunehmend auch Ziel von Angriffen und Beleidigungen – zumeist durch orthodoxe Juden.
Ich konnte heute bei der Mittagshore in der Dormitio Abtei dabei sein und anschließend mit den Mönchen zu Mittag essen. Gerade am Reformationstag fand ich dies ein schönes Signal.
Beim Gottesdienst in der Erlöserkirche waren am Nachmittag neben Abt Nikodemus auch Vertreter anderer Religionen dabei, u.a. der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Abraham Lehrer. Vor der Kirche konnte ich ihn, den Landtagspräsidenten Andre Kuper und die Antisemitismusbeauftragte von NRW Sylvia Löhrmann kurz begrüßen. Sie alle sind mit einer Delegation aus NRW derzeit in Israel und so trafen sich viele Gäste aus Deutschland zum dreisprachigen Gottesdienst (Englisch, Arabisch und Deutsch).
Bischof Sani Ibrahim Azar hielt die Predigt und seine Worte lösten durchaus einen Eklat aus. Er ging in seiner Predigt auch auf Gaza und die Situation der Christen ein – das ist nicht ungewöhnlich in dieser Zeit. Ungewöhnlich ist es jedoch für einen evangelischen Würdenträger in dem Zusammenhang die Frage zu stellen: “Aber wie sieht es mit der Reformation nach zwei Jahren Völkermord aus?”.
Beim Wort “Genocide” stand Abraham Lehrer auf und verlies den Gottesdienst. Ich kann seinen Unmut sehr gut verstehen und halte es ausdrücklich auch als evangelischer Christ für falsch, wenn von einem Bischof am Reformationstag solch eine Aussage kommt. In Deutschland hat die evangelische Kirche dazu eine klare Position – es ist kein Völkermord in Gaza!
Was Bischof Azar mit seiner Predigt bezweckt hat, erschließt sich mir nicht. Die Situation der Chrsisten in der Region stärkt er damit jedenfalls nicht. Auch der anschließende Empfang im Kreuzgang der Erlöserkirche war von der Diskussion über den Eklat noch überlagert. Ich danke ausdrücklich Abraham Lehrer, aber auch der Delegation aus NRW, die klar Position bezogen haben. Ich teile Ihre Kritik!
Gestern in Oberhof der erste Schnee und 0 Grad – da wächst schon die Sehnsucht nach Sonne und Meer. Heute Abend ein wunderbares Konzert mit Hadar Maoz und Johannes Gräßer – da wächst die Sehnsucht wieder einmal nach Israel zu reisen zusätzlich. Dienstag ist es dann endlich wieder soweit…
Das Konzert (noch an fünf weiteren Orten in Thüringen) fand zwar außerhalb der Kulturtage statt, aber war ein guter Brückenschlag. Überhaupt sind kulturelle Veranstaltungen mit jüdischer Musik und Tanz derzeit das beste Mittel gegen den angewachsenen Antisemitismus in unser Gesellschaft. Auch am Samstag zogen wieder etliche wirre Typen mit Palästinenserfahnen und viel Geschrei durch die Erfurter Innenstadt.
Auch in diesem Jahr endete das Thüringen-Derby, wie seine Vorgänger. Es gab ein 0:3 für Suhl. Lange ist es her, dass wir ein Spiel gewonnen haben – in Erfurt in der 1. Liga gar nicht und in Suhl nur ein Mal. Die Vorzeichen sind allerdings auch in diesem Jahr nicht besser gewesen. Mit der Verletzung von Lydia im ersten Spiel hatten wir ein zusätzliches Handicap. Zwar konnten wir in dieser Woche mit Alianza Darley eine neue Spielerin verpflichten, aber sie hatte gerade erst wenige Tage Training mit dem Team.
Seit vier Jahren bin ich nun im Vorstand des weltweit erfolgreichsten Wintersprortverbandes (gemessen an den olympischen Medaillen und Weltmeistertiteln). Heute hatten wir unseren 31. Verbandstag mit der Neuwahl des Vorstandes in Oberhof. Ich bin dankbar für das Vertrauen der Delegierten unserer 19 Vereine, dass ich auch in den nächsten zwei Jahren als Vizepräsident und Pressesprecher weiter dabei sein darf. Ich freue mich schon sehr darauf unsere Sportlerinnen und Sportler auch bei Olympia in Cortina erleben zu können.
Beim Verbandstag des Thüringer Schlitten- und Bobverbandes (TSBV) am Samstag in Oberhof hat der einstimmig im Amt bestätigte Präsident Andreas Minschke die Zielrichtung für die Olympischen Spiele in Cortina vorgegeben: Fünf Mal Edelmetall soll es für Oberhof werden.
Den Gedankenaustausch und das einander zuhören, halte ich generell für richtig. Auch bei unterschiedlichen Positionen halte ich es mit dem Motto: Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung, aber er hat kein Recht darauf, dass ich sie teile. Zu der eigenen Meinung gehört, dass man sie aussprechen kann und Widerspruch aushält. Dieses Prinzip gilt in der Politik, als auch im interreligiösen Dialog.
Der Herbst ist da – inzwischen sogar mit Nachttemperaturen, die mich die Pflanzen auf der Terrasse “evakuieren” haben lassen. Allerdings lockte heute auch noch einmal der Sonnenschein und so blieb zwischen dem Fitnessstudio und dem Eishockeyspiel der Black Dragons Zeit für eine letzte längere Motorradtour der diesjährigen Saison.
Letztes Jahr hat der Stadtrat den Gedenktag für die Opfer rechter Gewalt beschlossen und heute wurde er auf dem Domplatz durchgeführt. Beim Gedenken war ich sowohl als Stadtratsvorsitzender, als auch als Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus gerne mit dabei.
Fünf weitere Stolpersteine sind heute in Erfurt hinzu gekommen. Nach dem ersten Stolperstein vor über einem Jahr und 15 vor einem Monat ging es heute weiter. Ich bin froh, dass auch dabei – im Löberwallgraben und in der Werner-Seelenbinder-Straße – neben den Paten auch viele Erfurterinnen und Erfurter dabei waren. Die Verlegung der Stolpersteine wird weiter gehen und ich begrüße dies ausdrücklich.