
Neue Landesverordnung – neue Verwirrung

Ihr Stadtrat für Erfurt


Leider gab es auch im Ergebnis der Finanzausschusssitzung am Mittwoch keine Klarheit darüber, wer nun genau die ordnungsgemäße Antragstellung auf Bundesfördermittel für die Eishalle und die Sporthalle der Grundschule 34 vermasselt hat. Variante 1 ist, dass es der Oberbürgermeister war und die notwendige Unterschriftsmappe nicht rechtzeitig geöffnet und bearbeitet hat. Variante 2 wäre, dass sich der zuständige Beigeordnete nicht mit der gebotenen Aufmerksamkeit um das Thema gekümmert hat.
Meine Stadtratsanfrage aus der vergangenen Woche zu dem Thema wurde von der Verwaltung dem Werkausschuss Sport fachlich zugeordnet. Da es bei dem Thema aber um fehlende Fördermillionen geht und zudem der Haushalt 2021 ff eine Antwort geben muss, wie nun die Eishalle gebaut werden soll, habe ich im Finanzausschuss nachgehakt.
Der Finanzbeigeordnete Steffen Linnert – der bei der der Antragstellung auch in Personalunion noch für den Sport zuständig war – antwortete zwar auf Nachfragen, aber die wichtigste Frage bleibt offen. Wurde der Antrag bewusst oder unbewusst liegen gelassen und hat dies der Oberbürgermeister oder sein Beigeordneter zu verantworten? Es wäre eine unglaubliche Schlamperei, wenn fristgebundene Unterschriften vom OB nicht geleistet werden und ihn auch keiner nachdrücklich daran erinnert. Ein Skandal wäre es, wenn der Antrag bewusst verzögert wurde.
Von Anbeginn war der Finanzbeigeordnete kein Freund des vom OB versprochenen Eishallenneubaus. Ihm war frühzeitig klar, dass die mehr als 10 Millionen Euro Investitionssumme niemals in der Höhe vom Bund und Land kommen würden und somit der notwendige Eigenanteil der Stadt beträchtlich sein würde. Im Finanzausschuss räumte Steffen Linnert ein, dass im HH Entwurf 2021 überhaupt keine städtischen Eigenmittel geplant sind.
In der Thüringer Allgemeine vom heutigen Tag wird das Thema aufgerollt – morgen folgt der zweite Teil und spannend wird dann der Verlauf der Werkausschusssitzung am 14.4.2021. Unser Fraktionsvorsitzender Michael Hose hat schon einmal unsere Forderungen aufgemacht – vollständige Aufklärung, was das passiert ist und das Aufzeigen der Perspektive für den Eishallenneubau.
Panse: Einschränkungen offensiv kommunizieren
Der gestrige BUGA-Ausschuss wurde von der Diskussion um Schutzmaßnahmen zur Durchführung der Gartenschau dominiert. Am dringendsten muss eine Lösung für das Klimazonenhaus Danakil gefunden werden. Ein Highlight der BUGA wird zum Sorgenkind.
Nach Auffassung der CDU-Stadtratsfraktion wird insbesondere das Klimazonenhaus Danakil zu einem Nadelöhr der Besucherströme werden. Die dortigen Schutzmaßnahmen führen nach Aussage der BUGA-Geschäftsführung dazu, dass maximal 120 Besucher jeweils für 40 Minuten das Klimazonenhaus besuchen können. Um dies zu koordinieren, müssen sich Buga-Besucher für einen Timeslot im Danakil vorab online registrieren und darauf hoffen, dass an ihrem Besuchstag überhaupt noch freie Plätze verfügbar sind.
Michael Panse, BUGA-Ausschussmitglied der CDU, befürchtet, dass die Einschränkungen zu großem Frust bei den BUGA-Gästen führen wird. Er rechnet vor, dass so maximal 1.800 Besucher pro Tag das Danakil werden besichtigen können. An den 171 Öffnungstagen wären es somit höchstens 307.000 Danakil-Besucher. Dies bedeutet, dass bei kalkulierten 1,8 Millionen Buga-Besuchern bestenfalls nur jeder sechste das Klimazonenhaus entdecken kann. Im Preis für ein Tagesticket ist der Danakil-Besuch inklusive.
Die CDU-Fraktion fordert diesbezüglich die offensive und frühzeitige Information aller BUGA-Gäste. Darüber hinaus muss es ein Ersatzangebot für alle geben, die das Danakil während der BUGA2021 nicht besuchen können.
Michael Panse erklärt dazu: „Wir schlagen vor, eine Gutscheinregelung für diejenigen zu schaffen, die das Danakil während ihres Aufenthalts in Erfurt nicht besuchen konnten. Diese Besucher sollen das Danakil nach Abschluss der Gartenschau in den Wintermonaten kostenfrei besuchen können. Wir bitten die Buga GmbH, diesen Vorschlag schnellstmöglich zu prüfen. Die Zeit drängt – in vier Wochen soll die BUGA2021 eröffnet werden.“ 




“Es ist Samstag, der 6. März, kurz vor 18 Uhr. Gleich pfeift Schiedsrichter Tobias Markfeld das zehnte und zugleich letzte Heimspiel der Saison 2020/2021 von Schwarz-Weiß Erfurt in der 1. Bundesliga an. Während sich die Mannschaften aus Erfurt und Suhl fürs Thüringenderby warmspielen, geht ein letzter prüfender Blick von Supervisor Frank Garthoff auf das Spielfeld. Alles in Ordnung, keine Beanstandungen, das Spiel kann beginnen.
Bis es jedoch so weit ist, muss viel vorbereitet werden. Die Aktivitäten laufen meistens schon mehrere Tage doch der eigentliche Kraftakt – im wahrsten Sinne des Wortes – erfolgt am Vorabend der Heimpartien. Es gilt, aus einer multifunktionalen Schulsporthalle eine den Anforderungen der 1. Volleyball-Bundesliga gerecht werdende Spielstätte herzurichten. Hier kommen die freiwilligen Helfer ins Spiel – Vereinsmitglieder und sportbegeisterte Freunde, denen das Projekt „Volleyball in Erfurt“ auf Vereins- und Bundesligaebene am Herzen liegt. In den letzten Jahren hat sich dabei ein Pool von ca. 40 – 50 Freiwilligen herausgebildet, die so oft wie möglich zur Stelle sind wenn es darum geht, die Heimspiele abzusichern. Da, bis auf eine Ausnahme, in dieser Saison keine Zuschauer zugelassen waren, entfielen zwar die Posten für den Publikumsbetrieb, ein positiver Fakt war das aber nicht wirklich.
Es gibt viel zu tun. Während 24 Rollen Volleyballboden, von denen jede gut 100 kg wiegt, ausgelegt, gewendet und verklebt werden, beginnt parallel das Aufstellen der Banden um das Spielfeld. Die 22, fast zwei Zentner wiegenden Rotorbanden werden zu zweit von den Wagen herunter- und nach Spielende wieder hochgehoben: harte Männerarbeit! Aber es gibt nicht nur Helfer, sondern auch Helferinnen, die mit Spaß tatkräftig mit anpacken. Schließlich müssen Bodenwerbung aufgebracht, Tische und Stühle gestellt, Werbebanner an die Wände und die vielen kleine Dinge zurechtgelegt werden, die am Spieltag gebraucht werden. Mittlerweile hat die Helfercrew viel Routine entwickelt, alles geht Hand in Hand zügig voran. An diesem letzten Heimspieltag 2020/2021 ist nur eines anders: Rund um das Spielfeld stehen diesmal LED-Banden, um die Anforderungen an ein Live-TV-Spiel zu erfüllen.
Als Tobias Markfeld um 20.21 Uhr das Tiebreak-Match abpfiff, scharrten unsere fleißigen Helfer bereits mit den „Hufen“. Nachdem die Fernsehteams ihre Kameras ausgeschaltet hatten, ging es los. Wie in einem Ameisenhaufen schwärmen alle aus, jeder und jede packt mit an – wegräumen, zusammenrollen, abhängen, einlagern. Alle machen mit und ein bisschen Spaß gehört auch dazu, wenn die Jüngsten auf den Rollbrettern zu den transportfertigen Fußbodenrollen surfen. Gegen 22 Uhr ist die Riethsporthalle wieder leergeräumt, aus buntem Bundesligaflair wieder eine in weiß gehaltene Sporthalle geworden.
In jeder Saison leisten Mitglieder und Freunde des SWE Volley-Teams in ihrer Freizeit mit Muskelkraft und Engagement einen wesentlichen Beitrag, dass die erste Vereinsmannschaft, Schwarz-Weiß Erfurt, in der 1. Volleyball-Bundesliga spielen kann. Bei keinem Heimspiel gab es Beanstandungen seitens der VBL.
An dieser Stelle möchten wir, Geschäftsführer Christian Beutler und der Vorstand des SWE Volley-Teams, noch einmal von ganzem Herzen DANKESCHÖN sagen. Ihr habt Großes geleistet! Großer Dank gilt ebenso unseren Ballrollerinnen und -rollern sowie unserem Kommentatoren-Team Jens und Michael! Sobald es wieder möglich ist, werden wir uns mit einem Grillabend an anderer Stelle für euren Einsatz bedanken. Bis dahin bleibt vor allem gesund! (StS)”.
Panse: Formfehler in Antrag seit Wochen bekannt
Der Formfehler im Förderantrag für die Sanierung der kleinen Eishalle ist der Stadtverwaltung seit mehreren Wochen bekannt. Anstatt das Problem mit dem Bund zu beheben, zieht es der Oberbürgermeister vor, das Problem zu ignorieren und andere für seine Arbeit einspannen zu wollen. Stadtrat Michael Panse zeigt sich befremdet über diesen Vorgang:
“Nach unserer Kenntnis wurde die Stadtverwaltung bereits vor Wochen von unserer Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann über einen Formfehler im Förderantrag informiert. Detaillierte Nachfragen dazu kann natürlich nur der Antragssteller, also die Stadt Erfurt, stellen. Die Stadt ist in der Pflicht, sich um Ihren eigenen Antrag zu kümmern!”
In einer heutigen Pressemitteilung fordert der Oberbürgermeister die Bundestagsabgeordnete auf endlich zu “sagen was sie wisse”. “Das allein zeigt, wie wenig Ahnung der Oberbürgermeister von Fördermittelvergaben zu haben scheint. Die Vergabe erfolgt in nicht öffentlicher Sitzung, daher ist die Weitergabe von Informationen an den Antragssteller über Dritte gar nicht zulässig”, ärgert sich Panse.
“Der laxe Umgang mit so wichtigen Fördermittelanträgen ist befremdlich. In anderen Kommunen hat so etwas oberste Priorität. Nun muss die Stadtverwaltung endlich aufwachen und den Formfehler im Antrag beheben, ansonsten wird der Antrag auch in der nächsten Vergaberunde hinten runterfallen”, erklärt Panse weiter.
Die CDU-Fraktion wird zu diesem Vorgang im Finanz- als auch im Werkausschuss des Erfurter Sportbetriebs detaillierte Informationen von der Verwaltung einfordern.
