Leider viel zu selten habe ich derzeit die Möglichkeit Israelis in Thüringen zu begrüßen. So wie derzeit Reisen nach Israel nur schwer möglich sind, ist es auch in die andere Richtung schwierig zu planen. Zuverlässige Prognosen zu Flugmöglichkeiten, aber auch zur aktuellen politischen Situation in Israel sind schwer geworden. Ob unsere geplante Israel-Reise 2026 im Oktober stattfinden kann, ist derzeit völlig offen. Flüge sind reserviert und Hotels ebenso und es gibt ein Programm, aber zu dessen Umsetzung müssen wir abwarten, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt.
Um so mehr freue ich mich darüber, wenn doch noch Besuchergruppen aus Israel nach Thüringen kommen. Gestern Abend konnte ich 13 Europastudenten der Ben-Gurion-Universität begrüßen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel hat ihnen kurzfristig die Reise ermöglicht und Erfurt als Besuchsort aufgenommen.
Am Nachmittag besuchten die jungen Israelis die Gedenkstätte in der Andreasstraße und am Abend war eine Jugendbegegnung mit jungen Deutschen (viele von ihnen von der Jungen Union) im Programm. Ich war ziemlich beeindruckt, wie schnell die jungen Menschen miteinander intensiv ins Gespräch gekommen sind. Da sie sich in Englisch verständigt haben, war nicht gleich heraus zu bekommen, wer aus Israel und wer aus Deutschland war. Genau dies ist ja der Punkt. Junge Menschen sind sich überall ähnlich, haben gleiche Interessen und finden Kontakt zueinander. Nur wo es diese Kontakte nicht gibt, bleibt man einander fremd und es bilden sich Vorurteile. Ich konnte der israelischen Studenten über die aktuelle Situation in Deutschland bezüglich des zunehmenden Antisemitismus berichten, aber auch über das reichhaltige jüdische Erbe, welches wir in Erfurt haben. Vielen Dank der KAS für die Organisation und vielen Dank allen Mitwirkenden. Ein kleines aber wichtiges Mosaiksteinchen im Kampf gegen Antisemitismus!