Dennis A. Baum in Suhl

Simson ist Suhl und Suhl ist Simson. Dieser Satz fiel in den letzten Tagen häufiger und er ist zutreffend. Allerdings bezieht sich dies in der öffenlichen Wahrnehmung außerhalb von Thüringen zumeist nur auf die legendären Simson Mopeds. Auch 36 Jahre nach der Wende sind noch unzählige auf den Straßen unterwegs und bei jungen Menschen mit Kultstatus versehen.

Um die jüdische Geschichte des Unternehmens Simson wissen hingegen wenige. In dieser Woche ist der Sprecher der Familie Simson, Dennis A. Baum, aus New York nach Thüringen gekommen und war bei vielen Terminen insbesondere in Suhl. Die Familie Simson hat das Unternehmen groß gemacht, wurde von den Nazis enteignet und flüchtete in die USA. Zu DDR-Zeiten wurde das Werk als Fajas Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk “Ernst Thälmann” fortgeführt. 1968 wurde das Simson-Werk mit dem Jagdwaffenwerk zu einem Großbetrieb zusammengeführt. Eine Aufarbeitung der Geschichte des jüdischen Unternehmens oder Entschädigung der Familie erfolgte in der DDR nicht. Der Versuch der Familie nach der Wende zumindest den Jagdwaffenteil zurückzubekommen scheiterte an der Treuhand.

Der jetzige Besuch von Dennis A. Baum hat aber mir dem Mißbrauch des Namens Simson zu tun. Die AfD wirbt mit dem Firmennamen auf Wahlplakaten und Werbemitteln und dies will die Familie Simson aus nachvollziehbaren Gründen unterbinden.

Sowohl bei der Veranstaltung in der Erfurter Synagoge, als auch bei den Terminen in Suhl bezog Dennis A. Baum klar Position. Ich bin froh, dass er nach Thüringen gekommen ist und habe ihn gerne bei seinen Terminen begleitet. In Suhl waren wir im Fahrzeugmuseum, im Waffenmuseum, zur Eintragung ins goldene Buch der Stadt, an der ehemaligen Villa der Familie, aud dem jüdischen Friedhof in Heinrichs und auf dem ehemaligen Firmengelände. Bei der Pressekonferenz am Abend und er anschließenden Podiumsdiskussion habe ich auch als Landesbeauftrater Stellung bezogen.

Bilder vom Besuch

 

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