Am kommenden Sonntag ist der Israelsonntag der Evangelischen Kirche. Der jüdisch-christliche Dialog soll mit diesem Tag gestärkt werden. Darüber und über die Ursachen und die Bekämpfung von Antisemitismus konnte ich mich heute mit unserer Regionalbischöfin Dr. Friederike Spengler im Augustinerkloster austauschen. Die Regionalbischöfin engagiert sich schon lange für die christlich-jüdischen Begegnungen und auch die Aufarbeitung von Fehlstellen in unserer Kirchenhistorie. Ich bin sehr dankbar dafür und möchte gerne in diesem Bereich auch mit meiner Arbeit – sowohl als Christ, als auch als Landesbeauftragter für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus, dabei helfen.
Vieles muss heute anders beurteilt und erklärt werden. Sowohl die Evangelische, als auch die Katholische Kirche hat im Umgang mit jüdischen Menschen und deren Religion viele antisemitische Tendenzen, die noch nicht alle aufgearbeitet sind. Bildliche Darstellungen an Kirchen sind da ebenso zu benennen, wie Worte von Martin Luther. In Erfurt hat aktuell die Katholische Kirche zum Verhältnis von Christentum und Judentum ein Faltblatt herausgegeben. Mit dem Figurenpaar Ekklesia und Synagoge am Jungfrauenportal, der so genannten “Judensau” am Chorgestühl und einer Kreuzigungsdarstellung im Langhaus gibt es mehrere Beispiele für judenfeindliche Inhalte. Der Flyer klärt auf und stellt sich der Diskussion.