Jörg Kallenbach ist für mich seit vielen Jahrzehnten ein politischer Freund und ein Vorbild in Sachen kommunalpolitisches Engagement. Über 30 Jahre gehörte er dem Erfurter Stadtrat an und wurde schließlich Ehrenstadtrat. Zudem war er viele Jahre Abgeordneter im Thüringer Landtag. Gestern wurde er vom Ministerpräsidenten des Freistaates mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt und dies absolut verdient.
Als ich 1993 in den Stadtrat nachgerückt bin, war Jörg Kallenbach einer der Fraktionskollegen, die ich aus der vorherigen Arbeit im Kreisvorstand schon kannte. Das Bild mit ihm von 1994 entstand am Ende der ersten Wahlperiode. Viele gemeinsame weitere Wahlperioden folgten und ich konnte von ihm viel lernen, auch in der gemeinsamen Zeit im Thüringer Landtag. Bis heute organisieren wir gemeinsame Veranstaltung und Jörg engagiert sich auch nach der kommunalpolitischen Zeit weiter. Herzlichen Glückwunsch!
Nachfolgend die Laudatio des Ministerpräsidenten Mario Voigt zu seiner Ehrung:
„Wer durch Erfurt geht, begegnet vielerorts Spuren des Engagements von Jörg Kallenbach: in Molsdorf, an den Hochschulen, am Evangelischen Ratsgymnasium und in unserer Innenstadt. Seit Jahrzehnten übernimmt er Verantwortung für seine Heimat und weit darüber hinaus. Von 1990 bis 2019 gehörte er dem Erfurter Stadtrat an, von 1990 bis 2003 zugleich dem Thüringer Landtag. Seine christliche Überzeugung versteht er als Auftrag zu gelebter Nächstenliebe.
Seit der Gründung des Fördervereins 1998 setzt er sich für die Schloßkirche Molsdorf ein. Er half bei ihrer Sanierung und bei Abstimmungen mit dem Denkmalschutz. So blieb die Barockkirche als Glaubensstätte und Kulturort erhalten. Auch die Hochschullandschaft prägte er: Von 2004 bis 2008 leitete er das Kuratorium der Fachhochschule Erfurt, danach bis 2012 ihren ersten Hochschulrat. Er begleitete zudem den Aufbau des Evangelischen Ratsgymnasiums, dessen Gründungskuratorium er seit 1992 angehörte.
Als Leiter der Arbeitsgruppe Mobilität der Erfurter Innenstadt und mit seinem Einsatz für die BUGA 2021 wirkte er an der Stadtentwicklung mit. Sein Engagement reicht auch in die Ukraine: Zum zweiten Mal organisierte er für den Verein der Ukrainischen Landsleute in Thüringen eine vom Freistaat geförderte Tournee des Ensembles HURSULIJA. Die Benefizkonzerte sammelten Spenden für ein autonom fahrendes Evakuierungsfahrzeug zur Rettung Verwundeter und von Zivilpersonen – ein eindrucksvolles Zeichen der Solidarität.”