Bei der Veranstaltung Von “Brunnenvergiftern” zu den “Globalisten” – Antijüdische Verschwörungserzählungen habe ich zur Begrüßung gesprochen und in das Thema eingeführt.
Die Linie des Judenhasses – heute Antisemitismus – lässt sich weit zurückverfolgen. 1349 wurde in Erfurt in einem Pogrom die gesamte jüdische Gemeinschaft ausgelöscht. Theodor W. Adorno bezeichnete den Antisemitismus als das „Gerücht über die Juden“. Wir wissen, Antisemitismus ist nichts Neues. Viel länger, als die Bezeichnung Antisemitismus (ab 1878) gibt es den Judenhass – überall wo Juden lebten, überall wo Juden in der Minderheit waren
Es begann schon in den Jahren 70/135 mit der Vertreibung aus Judäa. Jüdisches Leben ist eine Geschichte der Vertreibung Verfolgung und des „nie wirklich Ankommens“ zumindest bis zur Staatsgründung Israels 14. Mai 1948. Bis dahin haben Juden überall auf der Welt unendliches Leid erfahren.
Wer gehofft hatte, dass besserer Zugang zu Bildung und Wissen, Vorurteile reduziert, sah sich mehrmals getäuscht. So wie die Erfindung des Buchdruck 1492 – Bildung und Informationen für viele zugänglich machten, gab es aber immer damit Fehlbildung, Hetze und Judenhass, der damit zusätzlich Verbreitung fand. Heute ist es mit dem Internet nicht viel anders. Es gibt nahezu unendlichen Zugang zu Informationen, aber auch ein unendliches Podium für wiederkehrende Verschwörungstheorien. Auf alle diese Punkte gingen die Vortragenden in der Kleinen Synagoge ein.
Danke, für die Veranstaltung im Rahmen des “Weimarer Rendez vous mit der Geschichte”.