Unsere Veranstaltung morgen Abend mit Arye Shalicar im Thüringer Landtag sorgt schon vor Beginn für Aufregung. Es gibt Protestbriefe an den Landtagspräsidenten und Demonstrationsaufrufe im Internet von zwei BSW Landtagsabgeordneten und diverse Pressemitteilungen. Leider kommt das nicht ganz unerwartet, da aus dem links- und rechtsextremen Spektrum sowie von Sympathisanten “der Sache Palästinas” derzeit Widerspruch und offener Antisemitismus an der Tagesordnung ist.
Ich habe dazu eine klare Meinung und habe diese auch auf eine Medienanfrage hin kundgetan:
Die Veranstaltung am Dienstagabend im Thüringer Landtag findet auf Einladung des Freundeskreises Israel des Thüringer Landtags, der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft und von mir in meiner Funktion als Beauftragter des Landes für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus haben wir Arye Shalicar zu einer Buchvorstellung seines neuen Buches “Überlebenskampf – Kriegstagebuch aus Nahost” (erschienen am 1. Oktober 2025 im Verlag Hentrich & Hentrich) eingeladen.
Die Buchvorstellung ist inzwischen ausgebucht, was auf ein großes Interesse am Thema hindeutet. Herr Shalicar war bereits vor drei Jahren in Thüringen. In einer Veranstaltungsreihe an Thüringer Schulen hat er damals über seine Erfahrungen mit Antisemitismus in Berlin und sein Buch “Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude”, welches auch verfilmt wurde, gesprochen. Er ist deutsch-persisch-israelischer Schriftsteller und Politologe und Autor von inzwischen sieben Büchern. Er ist Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte in Reserve.
Im Vorfeld seiner ab diesem Wochenende an mehreren Orten in Deutschland stattfindenden Buchvorstellungen sieht sich Herr Shalicar im Internet und in diversen Presseverlautbarungen massiven Vorwürfen, Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt. Leider knüpft die Pressemitteilung des Friedensbündnis Erfurt nahtlos daran an.
Ich halte die Unterstellungen und Behauptungen in diversen Mitteilungen des Friedensbündnis Erfurt (Friedensbuendnis-an-Thueringer-Landtag-1.pdf) (u.a. sind dies Deutsch-Russische Freundschaftsgesellschaft, DIE LINKE Erfurt, DKP Kulturbrücke Palästina, MLPD, SDAJ) für falsch und ehrverletzend. Es handelt sich weder um einen “Völkermord” seitens der IDF, noch ist Herr Shalicar “Influenzer der israelischen Regierung” und schon gar nicht ein “Menschenfeind”. Die Pressemitteilung ist leider von viel Unkenntnis und Vorurteilen geprägt. Sie ist geeignet antisemitischen Vorurteilen und israelbezogenem Antisemitismus Vorschub zu leisten. Ich bedauere dies sehr, weil wir gerade in diesen Tagen erleben, wie Beleidigungen und Bedrohungen zu antisemitischen Taten führen.
Herr Shalicar setzt sich in seinem neuen Buch mit den Folgen des Massakers am 7. Oktober 2023 auseinander, welches Juden und Israelis tief traumatisiert hat. Darum wird es auch bei seiner Buchvorstellung gehen.
Eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Hamas-Massakers wird es am Dienstagvormittag um 9 Uhr vor dem Thüringer Landtag geben. Dazu habe ich mit der DIG und dem Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen eingeladen. Wir alle hoffen bis zum Dienstag auf gute Nachrichten bezüglich des Friedensplanes und die Freilassung der 48 Geiseln (darunter sieben Deutsche).
Arye Shalicar hat sieben Bücher geschrieben und an zahlreichen weiteren Büchern mitgewirkt. Leider haben seine älteren Bücher zwischenzeitlich an erschreckender Aktualität gewonnen. Das Buch über seine Jungendzeit in Berlin beschreibt sehr deutlich, was an muslimisch geprägtem Antisemitismus in Deutschland inzwischen zum Alltag wird. Sein Buch “Der neu-deutsche Antisemit” ist von 2018 und heute aktueller den je. Erschreckend finde ich aber, wie offen sich inzwischen manche Linke antisemitisch positionieren und wie wenig Widerspruch es von der Parteiführung der Linken dazu gibt. Bodo Ramelow hat in seiner Zeit als Ministerpräsident von Thüringen sehr genau darauf geachtet, die Linien deutlich zu ziehen und Antisemiten in der Partei zu benennen und zu kritisieren. Er hat sich auch gegen Parteitagsbeschlüsse der Linken gewandt, als es um eine neue Definierung der Bezeichnung Antisemitismus ging. Heute ist die Linke inzwischen auf breiter Front auf einen Kurs eingeschwenkt, der Sorge bereitet.
Am Dienstag ist es genau zwei Jahre her, dass die Terrororganisation Hamas mit ihrem Massaker einen Krieg gegen Israel begonnen hat, den sie nicht gewinnen kann. Sie haben aber damit den Menschen in Israel und auch ihrer eigegen Bevölkerung im Gazastreifen unendlich Leid gebracht. Immernoch sind 48 Geiseln, darunter sieben Deutsche in der Gewalt der Hamas.
Wir halten die Fahne auch am Tag der Deutschen Einheit hoch! Leider ist die CDU damit aber im Kreis der demokratischen Parteien in Erfurt allein. Auch die Stadt fand den 35. Jahrestag der Deutschen Einheit nicht bedeutend genug, um eine würdige Veranstaltung zu organisieren. So tobte sich die AfD mit einem sogenannten Familienfest auf dem Theaterplatz aus. Mit doppelt gestellten Zäunen wurden die überschaubaren 320 Teilnehmer vor rund 1.000 lautstarken Gegendemonstranten geschützt. Es ist befremdlich, dass ausgerechnet die demokraitiefeindliche AfD meint den 3. Oktober “übernehmen zu können”. Diesen Eindruck könnte die Stadt vermeiden, wenn sie selbst am Tag der Deutschen Einheit entwas entgegen setzen würde. Tat sie aber nicht – es gab ja das Oktoberfest auf dem Domplatz.
Wie auch immer, die CDU Erfurt blieb ihrer Tradition treu. Auch in diesem Jahr haben wir den Tag der Deutschen Einheit mit einem sehr gut besuchten Gottesdienst und einem anschließenden Empfang in der Michaeliskirche am Vorabend gefeiert. Pfarrer Diettrich hielt eine gute und nachdenklich machende Predigt. Danke dafür!
In den letzten 35 Jahren durfte ich bei vielen Empfängen der Landesregierung zum Tag der Deutschen Einheit dabei sein. Obwohl sie sicher alle angemessen und gut gestaltet waren, ragte die diesjährige Feier in Gotha heraus und und wird sicher länger in Erinnerung bleiben.
Ich bin der Konrad-Adenauer-Stiftung dankbar für ihr stetiges Engagement für Israel und gegen Antisemitismus. Als Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus war ich deshalb besonders gerne bei der gestrigen Veranstaltung im Haus Dacheröden dabei und habe neben einem Grußwort anschließend auch mit dem Referenten des Abends Dr. Bastian Matteo Scianna diskutiert.
Das Wochenende bot ein ziemlich dichtes Sportprogramm und zudem recht vielfältig. Samstag war ich in Oberhof zur Vorstellung der AXA-Winterwochen. Sonntag ging es mit den notwendigen eigenen Aktivitäten im Sportpark weiter. Direkt danach folgte unser Testspeil von Schwarz-Weiß Erfurt gegen eine tschechische Nachwuchsmannschaft aus Kladno in der Nähe von Prag. Auch wenn wir sportlich noch nicht vollständig zufrieden sein können, war es eine gute Gelegenheit unseren vielen ehrenamtlichen Helfern Danke zu sagen. Nach dem Spiel ging es in lockerer Runde bei Getränken und Essen weiter.
Mehrere antisemitische Vorfälle in Deutschland in den letzten Tagen machen wütend und betroffen. Wir sind als Gesellschaft im allegemeinen und als Politik im besonderen gefordert, Position zu beziehen und zu widersprechen. Antisemitismus ist vor allem ein erhebliches Bildungsdefizit und bei machen Menschen auch blanker Judenhass. Aber Antisemitismus nimmt sich den Raum, den wir als Politik und Gesellschaft im lassen – bei antisemitischen Demonstrationen, bei Diskussionen im Internet und im persönlichen Umfeld und auch im Alltag.
Am Montagabend lädt die
Der Start in die neue Wintersportsaison kommt immer näher – auch wettertechnisch. In Lillehammer sind unsere Rodlerinnen und Rodler schon auf der dortigen (bereits vereisten) Bahn unterwegs. In Oberhof ist zwar noch kein Bahnbetrieb, aber die Vorbereitung läuft auf Hochtouren.
Im Rahmen unserer gestrigen Vorstandssitzung des Fördervereins für Jüdisch-Israelische Kultur in Thüringen haben wir die diesjährigen Kulturtage ausgewertet und die nächsten im März 2026 geplant. Zudem habe wir uns mit geplanten Veranstaltungen zum 7. Oktober beschäftigt. Die Kulturtage waren gerade auch in den schwierigen Zeit ein voller Erfolg. Über 20.000 Besucherinnen und Besuhcer hatten wir bei unseren Verastaltungen in ganz Thüringen. Projekte, wie “Tacheles mit Simson” laufen inzwischen das ganze Jahr.
Sehr gefreut haben wir uns über eine, aus meiner Sicht hochverdiente, Ehrung. Beim Demokratie-Dinner in Berlin waren wir eines von vier ausgezeichneten Projekten. In der Kategorie “Bekämpfung von Antisemitismus” haben wir ein Preisgeld von 30.000 Euro erhalten. Die helfen uns als Verein sehr, um auch in den kommenden Jahren die notwendigen Eigenmittel zu haben. In mehreren großen Tageszeitungen u.a. dem Handelsblatt, dem Tagesspiegel und der Zeit wurde die Arbeit gewürdigt.