Showdown

Im Estrel-Hotel Berlin
Nach acht Regionalkonferenzen und intensiven Diskussionen wird es morgen in Hamburg ernst. Beim CDU-Bundesparteitag werden die 1001 Delegierten unsere neue Bundesvorsitzende oder unseren neuen Bundesvorsitzenden wählen. Ich werden die interessiert, aber leider nur von Erfurt aus, verfolgen. Seit 1991 in Dresden haben ich nahezu alle Bundesparteitage erlebt, die ersten 10 Jahre als gast und ab 2000 als gewählter Delegierter. So spannend wie dieses Mal war es noch nie. Leider kann ich in Hamburg nicht dabei sein und ein Ersatzdelegierter rückt für mich nach. Längerfristig geplante Termine und das Wochenende in Mannheim mit meinem Jüngsten verhindern die Fahrt nach Hamburg.
…und in BaS
Letztes Wochenende hat die Bild am Sonntag die Delegierten befragt. Obwohl ich erklärt hatte, dieses Mal nicht dabei zu sein, hat die Bild dann mein Statement veröffentlicht. Letzten Freitag habe ich die drei Bewerber bei der achten Regionalkonferenz im Estrel-Hotel in Berlin erlebt und von diversen Veranstaltungen kenn ich auch alle drei. Meine Präferenz hat sich nicht geändert. Wenn ich in Hamburg abstimmen würde wäre ich für AKK und bin da der gleichen Meinung, wie unser Alt-MP Bernhard Vogel. Im Gegensatz dazu ist die Mehrheit unserer 24 Thüringer Delegierten noch unentschlossen – jedenfalls ist so der MDR-Beitrag von heute interpretierbar. Für mich ist das Wichtigste, dass nach erfolgter Wahl keine alten Gräben aufgerissen werden. Aktuell legt die CDU wieder deutlich im Meinungsbild zu. Egal wer die Wahl gewinnt, sie oder er müssen den Schwung mitnehmen und auch die Unterlegenen einbinden. MDR-Beitrag 

Mathe-Asse im Rathaus

Die Preisträger
Erfreulicherweise gibt es sie immer noch! Schülerinnen und Schülern, die so viel Spaß an Mathe haben, dass sie jedes Jahr erfolgreich an der Mathematikolympiade teilnehmen. Heute Abend wurden die Preisträger im Festsaal des Erfurter Rathauses ausgezeichnet. Wie in jedem Jahr hat mein mittlerer Sohn bei der Matheolympiade mitgemacht und dabei die Familientradition fortgesetzt. Vor 40 Jahren habe ich mit meinem Zwillingsbruder auch in jedem Jahr mitgemacht und hin und wieder auch recht erfolgreich. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass mein Sohn die beste Leistung aller 11. Und 12-Klässler abgeliefert hat. Mein Vater, der Mathelehrer war, wäre sicher sehr auf seinen Enkel stolz gewesen, genau so wie wir es als seine Eltern sind. Herzlichen Glückwunsch allen Schülerinnen und Schülern und ein Dank den Lehrerinnen und Lehrern, die das jedes Jahr organisieren.  

CDU-Infobrief November 2018

CDU-Infobrief November 2018
Beide Novemberstadtratssitzungen boten eine menge an Gesprächsstoff – vorher, aber vor allem auch danach. Während am 21.11. die Themen im Vordergrund standen, ging es am 22. nicht mehr weiter. Ganze 19 Stadträte waren zur Fortsetzung der Stadtratssitzung anwesend. Immerhin 31 fehlten, davon 12 sogar unentschuldigt. Dies wird mit Sicherheit noch ein Tagesordnungspunkt in der nächsten Hauptausschusssitzung. Um die Beigeordnetenwahlen ging es in der zweiten Stadtratssitzung am 28.11.2018. Dabei setzten sich die drei Kandidaten des Oberbürgermeisters durch und Rot-Rot-Grün zerbröselte an den Grüne  und später den Linken. Auch dies wird die Stadt noch weiter bewegen. Neben dieses zwei Aufregerthemen bietet unser aktueller Infobrief aber auch noch etliches mehr zum nachlesen. Viel Spaß dabei! Link zum Infobrief

Sportliches Auf und Ab

Bei den Eisbären
Reichlich Sport und unerwartete Ergebnisse gab es am Wochenende. Es begann mit dem Spiel der Eisbären Berlin gegen die Kölner Haie in der Mercedes-Benz-Arena. Ich hatte schon vorher ein ungutes Gefühl. Häufig haben die Eisbären verloren, wenn ich in der Halle war. Dieses Mal gab es vor rund 13.000 Zuschauern sogar eine deutliche 0:4 Packung. Am Samstag lief es für unsere Mädels von Schwarz-Weiss Erfurt ähnlich mies. Mit viel Hoffnungen, die gute Serie fortzusetzen waren wir ins Spiel gegangen und am Ende mussten wir ein klares 0:3 gegen Potsdam hinnehmen. Lediglich bis Mitte des ersten Satzes spielten wir auf Augenhöhe.
…und mit unseren großen Damen bei den Drachen
Für den heutigen Sonntag hatte ich zwei unserer großen Spielerinnen zum Eishockey eingeladen. Den Fußballjubel der RWE-Fans aus dem benachbarten Steigerwaldstadion noch im Ohr (7:1 gegen Germania) gingen wir zuversichtlich in die Halle zu den Black Dragons. Dort gab es auch ein 1:7 allerdings für Halle und dies sorgte für erhebliche Ernüchterung bei den Fans. Meinen Sohn habe ich dann noch bei den Löwen Erfurt “eingesammelt” und dort die letzten 10 Minuten des Spiels mitbekommen. Immerhin haben die Löwen gewonnen. Nächstes Wochenende geht es in den Südwesten. Mit meinem jüngsten Sohn werde ich zum Spiel unsere Damen nach Stuttgart fahren. Wir sind dort krasser Außenseiter, aber das waren wir ja auch gegen den Deutschen Meister Schwerin und am Ende gab es einen Punkt 😉  

Bundeskongress Elternbegleitung

Mit der Leiterin des Familienzentrums “Am Drosselberg” und meiner Kollegin aus dem Sozialministerium
Bundesweit gibt es rund 10.000 ausgebildete Elternbegleiter, von denen rund 500 sich beim 3. Bundeskongress Elternbegleitung im Estrel-Hotel in Berlin am Donnerstag und Freitag trafen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey eröffnete den Kongress und betonte wie wichtig Chancengleichheit für Kinder ist. Die Elternbegleiter können Brücken in bestehende Unterstützungssysteme bauen. Wir haben auch in Thüringen ein Lotsen- und Brückensystem. Neben den Elternbegleitern gibt es das TheKiZ-Projekt, Schulsozialarbeiter und Familienhebammen, die in ihren jeweiligen Einsatzbereichen für das gleiche Anliegen arbeiten. Insgesamt gibt es in Thüringen derzeit 277 Eisatzstellen für Elternbegleiter. 1 – 6 Elternbegleiter gibt es dort, u.a. in Kitas, bei freien Träger, bei Beratungsstellen oder den Kommunen. Prof Sabine Walper (DJI) erläuterte am Donnerstag, welch großes Risiko Einkommensknappheit in den Familien für das gesunde Aufwachsen von Kindern, aber vor allem auch auf deren Beteiligungschancen bedeutet. Daran knüpfte am Freitag Prof. Katharina Spieß (DIW) an und erläuterte, wie sich die direkte Unterstützung von Familien mit kleinen Einkommen ökonomisch auswirkt. Jeder investierte Euro rentiert sich neunfach. Daraus abgeleitete ging sie auf die Höhe der Kita-Gebühren ein, die in vielen Fällen, insbesondere bei Familien mit Migrationshintergrund, dem Kita-Besuch entgegenstehen. Bis langfristige Effekte erkennbar sind, braucht es einen langen Atem, führte sie am Beispiel von Norwegen aus, wo 1976 die flächendeckende Kita-Versorgung eingeführt wurde. Die 500 Elternbegleiterinnen waren bei der Tagung sicherlich leichter zu überzeugen und begeistern, als viele kommunale Finanzpolitiker. Für die hatte Bundesfamilienministerin Giffey die Botschaft, dass der Bund mit hohen Millionensummen pro Land, die notwendigen Aktivitäten unterstützen wird. Erfreulich ist, dass damit die jährlich 11 Millionen-Investitionen (ESF-gefördertes Bundesprogramm „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen“ und das Bundesmodellprogramm „Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien“) fortgeführt werden. Beim Bundeskongress habe ich mich über den Austausch mit den engagierten Kolleginnen und (wenige) Kollegen aus den anderen Bundesländern gefreut. Thüringen war neben der Elternakademie und dem Sozialministerium auch von der Leiterin des Familienzentrums am Drosselberg gut vertreten. Der MDR berichtete gestern Abend aus dem Family-Club. Bilder vom Bundeskongress MDR-Bericht

Beigeordnetenwahl 2018: So wurde am 28. November gewählt

Herzlichen Glückwunsch zur Wahl!
Eine Zusammenfassung aus CDU-Sicht Welche Posten standen zur Wahl? Ausgeschrieben waren drei Beigeordnetenposten, nachdem die jeweiligen Amtszeiten ausgelaufen sind. Die bisherige Finanzbeigeordnete Karola Pablich sowie die bisherige Sozialbeigeordnete und erste Stellvertreterin des Oberbürgermeisters Tamara Thierbach verabschiedeten sich direkt in den verdienten Ruhestand. Der Posten eines Wirtschaftsbeigeordneten wurde ebenfalls neu ausgeschrieben, obwohl die noch zuständige Beigeordnete Kathrin Hoyer (Grüne) keineswegs an Aufhören gedacht haben dürfte. Die Zeichen waren sehr deutlich, dass der Oberbürgermeister mit ihrer Arbeit unzufrieden war. Erzeugte sie doch vor allem negative Schlagzeilen in den Medien. Eine ihrer häufigsten Antworten auf Fragen in Sitzungen war sinngemäß: “Das kann ich ihnen leider jetzt nicht beantworten.” Und auch den schriftlichen Nachreichungen man­gelte es allzu oft an fachlicher Kompetenz. Auf den Punkt gebracht: Ausgeschrieben wurden eine Stelle als stellvertretender Bürgermeister für den Bereich Soziales, eine Stelle als Beigeordneter für Bürgerservice und Sport sowie eine Stelle als Beigeordneter für Kultur, Wirtschaft und Umwelt. Die Kandidaten Die Zahl der Bewerber war nicht ganz so groß, wie in den letzten Jahren. 30 Anschreiben und Lebensläufe lagen vor. Der Oberbürgermeister lies sich mit der Bekanntgabe seiner Wunschkandidaten Zeit. Jedoch zeichnete sich das Debakel um Kathrin Hoyer bereits weit im Vorfeld ab – genauso ein möglicher Bruch zwischen Rot-Rot-Grün. Ebenfalls für Schlagzeilen sorgte auch der Noch-Kulturdirektor Dr. Tobias Knoblich (parteilos), der bereits in Bayreuth durch den dortigen Stadtrat als Kulturreferent bestätigt wurde, sich aber doch dafür entschied, sich in Erfurt als Wirtschafts- und Kulturbeigeordneter zu bewerben. Knoblich gehörte somit auch zu den drei Favoriten Bauseweins. Er wurde für den Bereich Kultur, Wirtschaft und Umwelt vorgeschlagen. Für den Bereich Bürgerservice und Sport schlug er Andreas Horn vor, der bisher für die CDU-Fraktion Stadtratsmitglied ist und den Ausschuss für Ordnung, Sicherheit und Ortsteile leitet. Selbstverständlich war Horn auch der Wunschkandidat der CDU-Fraktion. Als Bürgermeisterin schlug der Oberbürgermeister Anke Hofmann-Domke (Linke) vor. Sie ging ohne Gegenkandidaten ins Rennen. Gegen dieses Kandidatenportfolio regte sich vor allem bei Rot-Rot-Grün innerer Widerstand. Eine Gruppe Unzufriedener von 20 Personen reichte Fraktionsübergreifend eigene Wahlvorschläge ein. So wurde Kathrin Hoyer trotz offenkundiger fehlender Kompetenzen als Gegenkandidatin zu Knoblich vorgeschlagen und als Gegenkandidat zu Andreas Horn der bisher wenig bekannte Steffen Harzer (Linke). Für den Bereich Kultur, Wirtschaft und Umwelt schlug darüberhinaus die Bunte Fraktion Daniel Stassny (Freie Wähler) vor. Die Wahl in Zahlen Es war in der Tat erstaunlich, wie ruhig es zeitweilig im Ratssitzungssaal während und zwischen Wahlgängen wurde. Die Spannung stand sowohl den Kandidaten, als auch den 48 anwesenden stimmberechtigten Stadträten ins Gesicht geschrieben. Unspektakulär und ohne Gegenkandidat verlief die Wahl von Frau Hofmann-Domke. Sie wurde mit 37 Stimmen gewählt. Elf Stimmen waren ungültig. Bei der Wahl zwischen Horn und Harzer stieg die Spannung deutlich. Das Ergebnis war jedoch eindeutig. 30 Stimmen für Horn, 17 lediglich für Harzer. Ein Stimme war ungültig. Damit stellt die CDU seit Jahren wieder einen hauptamtlichen Beigeordneten in Erfurt. Lautstarker Beifall blieb in der Sitzung bei Bekanntgabe des Ergebnisses nicht aus. Für den übrigen Beigeordnetenposten waren zwei Wahlgänge nötig, da der erste relativ knapp ausfiel. Kathrin Hoyer erhielt 15 Stimmen, Daniel Stassny erstaunlicherweise lediglich nur 14 Stimmen. Tobias Knoblich erhielt mit 19 Stimmen den höchsten Zuspruch. Dies reichte jedoch nicht für eine abschließende Bestätigung. Erst im zweiten Wahlgang stand fest: Hoyer wird mit nur 16 Stimmen als Beigeordnete abgelöst. Knoblich wurde mit 30 Stimmen gewählt. Auch wenn zwei Stimmen ungültig waren, so erstaunt dabei die Stimmenzahl für Hoyer, wurde sie doch von 20 rot-rot-grünen Unterzeichnern vorgeschlagen, von denen sie vier auf der Zielgeraden trotzdem hängen gelassen haben dürften. Und nach der Wahl?
Die CDU-Fraktion im Erfurter Stadtrat
Die CDU-Fraktion freute sich natürlich vor allem für ihren eigenen Kandidaten Andreas Horn. An ihn richten sich Dank, dass er angetreten ist, und Glückwünsche zu dieser beachtlichen Wahl. Die Glückwünsche richten sich auch an die anderen beiden neuen Beigeordneten Frau Hofmann-Domke und Herrn Knoblich. Die CDU-Fraktion hofft auf konstruktive Zusammenarbeit mit einem gefächerten Spektrum von Beigeordneten in Erfurt. Spannend dürfte in den nächsten Tagen werden, was aus der rot-rot-grünen Kooperation in Erfurt wird. Die Grünen drohten bereits im Vorfeld mit einem Ausscheiden aus dem Bündnis, sollte Hoyer nicht vorgeschlagen und gewählt werden. Vermutlich angestachelt durch die derzeitigen Umfragewerte für die Grünen, zeigten sie jedoch, dass es ihnen nicht in erster Linie um sachliche Kompetenzen ging, sondern ideologische Beweggründe. Der Wahlausgang dürfte eine recht deutliche Quittung für eine solche Haltung gewesen sein. Auch in den Reihen der Linken, dürfte das Wahlergebnis nicht unbedingt für gute Stimmung gesorgt haben. Erklärte deren Fraktionsvorsitzender zuvor, dass man sich einen Beigeordneten der CDU nicht vorstellen könne, weil bestimmte politische Ziele nicht repräsentiert würden. CDU-Fraktionschef Michael Panse merkte dazu an: “Wo Rot-Rot-Grün in Thüringen begonnen hat, dort wird es auch enden. Zwar wird es sicher kein unmittelbares Ende von Rot-Rot-Grün sein, mit der Wahl von Andreas Horn zum Ordnungsdezernenten wird jedoch offensichtlich, dass auch wieder andere Mehrheiten im Erfurter Stadtrat möglich sind. Die beiden Kandidaten von Linken und Grünen sowie einigen SPD-Genossen sind krachend gescheitert. Dies lässt uns hoffen, dass mittelfristig andere Konstellationen als Rot-Rot-Grün möglich sind.” Dabei hat die Wahl in Erfurt nämlich hohe Tragweite und Symbolkraft bezüglich des Bestandes von rot-rot-grünen Bündnissen. Ausgehend vom Beispiel Erfurt koalierten auch im Land Thüringen Linke, SPD und Grüne – wohl bemerkt: teilweise mit denselben handelnden Personen. Das Konfliktpotential hat damit nicht nur symbolischen Charakter, sondern könnte so auch in den Thüringer Landtag hineingetragen werden. In Erfurt wird sich zeigen, wie es weiter geht. Wichtig ist jedoch, nun die Personaldebatten ruhen zu lassen und zum politischen Tagesgeschäft zurückzukehren. Es gilt, zahlreiche Aufgaben zu meistern, die weiterhin anstehen. Alex Hein, CDU-Stadtratsfraktion

Die Vorschläge liegen auf dem Tisch

Wahlvorschlag des Oberbürgermeisters
Morgen wird es dann ernst im Stadtrat und bei der Abstimmung zu den drei ausgeschriebenen Beigeordneten werden sich Mehrheiten finden müssen. Wenngleich Beigeordnetenwahlen in den letzten Jahren in Erfurt immer schwer zu kalkulieren waren, ist es in diesem Jahr besonders undurchsichtig. Seit dem Frühsommer (lange vor der Ausschreibung) diskutieren die Kollegen von Rot-Rot-Grün über mögliche Personalvorschläge. Hintergrund ist deren Koalitionsvereinbarung, die vorsieht Personalvorschläge gemeinsam zu unterbreiten und zu wählen. Die frühzeitige Aufkündigung der Unterstützung der grünen Beigeordneten Katrin Hoyer durch den Oberbürgermeister und in Folge auch durch die große Mehrheit der SPD-Stadtratsfraktion löste bei den Grünen lediglich eine Trotzreaktion aus. Die mehr oder deutlich vorgetragene Bitte nach einer anderen Kandidatin ignorierten die Grünen und wechselten lieber mehrfach ihr Verhandlungsteam. Im grenzenlosen Selbstvertrauen auf ihre vermeintliche Stärke bauten sie eine Wagenburg um Hoyer. Landespolitiker mischten sich ein und das Thema wurde ein Politikum. Oberbürgermeister Andreas Bausewein bleib in seiner Meinung fest, auch wenn sich zwischenzeitlich die eigenen Jusos lautstark zu Wort meldeten. Am Samstag kündigte er seine Personalvorschläge beim SPD-Kreisparteitag an und seit gestern gibt es diese als Drucksache. Frau Hoyer ist nicht dabei – für die CDU aber erfreulicherweise Andreas Horn. Ich gehe fest davon aus, dass die Grünen noch bis zur letzten Minute auf ihrem Standpunkt beharren werden und als Beigeordnete Frau Hoyer für Wirtschaft, Kultur und Umwelt vorschlagen werden. Da für diesen Dezernatsposten neben dem OB-Vorschlag von Tobias Knoblich auch die Bunte Fraktion Daniel Stassny vorgeschlagen hat, wird es wohl dabei den derzeit unsichersten Ausgang geben. “Angedroht” haben Grüne und Linke gemeinsam noch den Vorschlag von Steffen Harzer – als Gegenvorschlag zum OB-Vorschlag. Damit dürfte es dann aber endgültig unsicher werden, wer wie gewählt wird. Selbst die bis jetzt allein kandidierende Bürgermeisterkandidatin Anke Hofmann-Domke (Linke) könnte dann wieder wackeln. Es bleibt bis morgen Abend spannend und es bleibt auch danach spannend, wer wem dann die Koalition kündigt.

“Mission: Prüfung der Qualitätsstandards” erfolgreich abgeschlossen

Familienzentrum “Die Insel” in Suhl
Heute war ich als Leiter der Elternakademie im letzten der 16 Thüringer Familienzentren vor Ort zu Besuch. Die Insel, das Familienzentrum in Suhl, erfüllt, wie alle anderen Thüringer Familienzentren, ebenfalls die vereinbarten Qualitätsstandards. Seit dem Jahr 2015 ist eine der Fördervoraussetzungen, dass die FZ nach Qualitätsstandards arbeiten, die regelmäßig überprüft werden. Auch wenn die Stiftung FamilienSinn zum Jahresende mit der Beschlussfassung des Gesetzes für das solidarische Zusammenleben der Generationen aufgelöst wird, soll es mit den Familienzentren nahtlos weiter gehen. Es gab deshalb überall gute Gespräche mit den Landrats- und Jugendämtern sowie den örtlichen Sozialplanern. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass es für die Familienzentren, künftig in kommunaler Eigenverantwortung, gute Zukunftsperspektiven auch über die zweijährige Bestandsschutzgarantie hinaus gibt. In den letzten dreieinhalb Jahren habe ich gerne die Arbeit der Familienzentren fachlich begleitet. Nachdem ich zuvor fünf Jahre für die Mehrgenerationenhäuser zuständig war (sechs von ihnen sind FZ und MGH) habe ich auch die Arbeit der anderen FZ kennen und schätzen gelernt. Ich hoffe, es werden noch weitere in den nächsten Jahren dazu gekommen. In Erfurt haben wir gerade kommunalpolitisch die Gründung eines dritten Familienzentrums angeschoben.

Wir müssen reden!

Zughafen Erfurt
Miteinander ins Gespräch kommen und mehr voneinander erfahren ist das Anliegen der Veranstaltungsreihe “Wir müsen reden”. Nach der ersten Runde im Augustinerkloster im März war die zweite Runde im Zughafen. Der Generationendialog wird unter anderem von der Bundeszentrale für politische Bildung organisiert und in Erfurt von der Bürgerstiftung unterstützt. Nachdem ich beim ersten Mal einen Einführungsvortrag zur demografischen Entwicklung in Thüringen gehalten hatte, war ich auch gestern wieder gerne mit dabei. Wenn ich zu meinen Söhnen sage “Wir müssen reden” geht es meist um irgendein erstes Thema. Und so ist es auch bei vielen Themen der demografischen Entwicklung. Wie aber auch im Privatleben, glaube ich, dass wir die lösen können. Wichtig ist es dabei einander zuzuhören – etwas was allerdings uns Politikern hin und wieder schwer fällt. Deshalb sind solche Veranstaltungen auf beiden Seiten wichtig. Am 3.12. wird der MDR zu dem Thema berichten und im Februar wird es eine dritte Veranstaltung geben.

Fehlende Wettkampfhärte

Fortsetzung geplatzt…
Gestern Abend ist es nun zum ersten Mal passiert. Eine Stadtratssitzung wurde abgesagt, weil nicht genügend Stadträte da waren. Leider war es nur eine Frage der Zeit, bis dies passiert. Regelmäßig wird im Hauptausschuss darüber berichtet, wie viele Stadträte entschuldigt und wie viele unentschuldigt fehlen. Während es bei den Mittwoch Sitzungen in der Regel klappt, ist es bei der Fortsetzung der Sitzung am Donnerstag immer knapp. Nach der Thüringer Kommunalordnung müssen mehr als die Hälfte der Stadträte anwesend sein. 50 Stadträte haben wir, plus die Stimme des Oberbürgermeisters. Das Drama beginnt meist sich schon Mittwochabend abzuzeichnen. Um 22 Uhr (Nach fünf Stunden Stadtratssitzung abzüglich 45 Minuten Pause) werden die Fraktionsvorsitzenden nach vorne gebeten und befragt, wie lange es noch gehen soll. Die CDU plädiert jedes Mal für die Fortsetzung der Sitzung. Aber die rot-rot-grüne Stadtratsmehrheit votiert in der Regel für Abbruch, bzw. lediglich noch für die Abarbeitung der unstrittigen Punkte und des nichtöffentlichen Teils.
So ist es!
Das kann man so machen, aber dann erwarte ich von den Kollegen die Mittwochabend nicht mehr können/wollen, dass sie bei der Fortsetzung am Donnerstag um 17 Uhr da sind. Der Termin wird auch jedes Mal mit der Einladung angekündigt. Gestern Abend waren ganze 19 stimmberechtigte Mitglieder (einschließlich der Vertretung des OB anwesend). Der Blick auf die Teilnehmerliste zeigte zudem, dass viele Stadträte sich nicht einmal entschuldigt hatten. Die gestern nun nicht mehr behandelten Themen finden sich in der nächsten Stadtratssitzung wieder. Ich bin aber nicht bereit, die fehlende Wettkampfhärte bzw. den fehlenden Sportsgeist der Stadtratskolleginnen und Kollegen hinzunehmen. Laut Thüringer Kommunalordnung bzw. Geschäftsordnung des Stadtrats gibt es Sanktionsmöglichkeiten – darüber werden wir in der nächsten Hauptausschusssitzung sprechen.