Mit Musik gegen Antisemitismus

Ein ausgesprochen gutes Projekt gegen Antisemitismus konnte ich heute an der Kooperativen Gesamtschule in Erfurt begleiten und wir werden es in der kommenden Woche am Königin Luise Gymnasium fortsetzen. Vier Musik-Studentinnen aus Weimar haben dabei drei Musikstücke aufgeführt und dies mit einem ersten Hintergrund. Die Musik wurde von drei jüdischen Künstlern komponiert, die im Holocaust ermordet wurden.

Die Initiatorin des Projekt Eilleen Sprock hatte mich vor einigen Wochen kontaktiert und von ihrem Vorhaben berichtet. Sie hat mich gebeten, es zu unterstützen. Sehr gerne habe ich zugesagt, dazu auch den inhaltlichen Teil, also einführendes Grußwort und die anschließende Diskussion mit den rund 50 Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften der KGS zu gestalten. Seit 2001 habe ich immer wieder die Schirmherrschaft über Denktagprojekte der KAS und Zeitzeugengespräche übernommen. Das jetzige Konzept des Gedenkens und der inhaltlichen Diskussion über Antisemitismus setzt diese Idee fort. Ich bin sehr froh, dass es junge Menschen wie Eileen Sprock gibt, die sich Gedanken machen, wie Schülerinnen und Schüler erreicht werden können und zudem das Gedenken an die Opfer des Holocaust wach gehalten werden kann. Nachfolgend meine heutigen einführenden Worte:

“6 Millionen Juden wurden im Holocaust von den Nazis ermordet. Die Erinnerung an sie wach zu halten, ist für uns alle eine Verpflichtung. Drei von ihnen haben wir heute besonders im Blick und ich bin sehr dankbar dafür, dass wir dies auch hier an der KGS in Erfurt tun können.

Heute Abend ist die Eröffnung der 34. Tage der Jüdisch-Israelischen Kultur in Thüringen. Dabei geht es darum in 80 Veranstaltungen jüdisches Leben am Beispiel jüdisch-israelischer Kultur sichtbar zu machen.

Beim heutigen Konzert von Eileen Sprock, Seohyun Lee, Valerie Hartling und Emelie Steinmetz geht es darum, jüdische Kultur und Kunst zu bewahren und die Erinnerung an die Künstler wach zu halten.

Beides ist wichtig und deshalb unterstütze ich das Projekt von Eileen Sprock ebenso gerne, wie die Jüdisch-Israelischen Kulturtage. Ich tue dies in meiner Funktion als Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus in Thüringen.

Die Musikstücke von Pavel Haas, Erwin Schulhoff und Viktor Ullmann haben etwas Gemeinsames. Sie entstanden, kurz bevor und während die Künstler schon in Konzentrationslagern bzw. im Ghetto Theresienstadt waren.

Es gab viele jüdische Künstler, die währen der Zeit des Holocaust tätig waren. Es entstanden Bücher, Musikstücke und Bilder. Die Motivation war für sie unterschiedlich. Es gab Künstler, die darin ein Mittel sahen, sich der Unterdrückung durch die Nazis zu widersetzen. Das Schaffen von Kunst und auch ihre Aufbewahrung fand meist heimlich und unter Lebensgefahr statt. Es wurden damit aber auch Momente der Menschlichkeit und des jüdischen Glaubens in den Ghettos und Konzentrationslagern dokumentiert. Die Musik und die Bilder waren somit auch ein Zeugnis des Kampfes der Juden, um die Wahrung ihrer Würde, Identität und Kultur.

Neben dem bekanntesten Beispiel, dem „Tagebuch der Anne Frank“ und der Musik der drei Künstler die heute gespielt werden, möchte ich noch einen weiteren Bezug herstellen. Zwei der Künstler – Pavel Haas und Victor Ullmann – waren im Getto Theresienstadt/Terezin. In Theresienstadt fand scheinbar ein normales Leben statt, es wurde sogar musiziert und komponiert – unter anderem die sehr bekannte Kinderoper Brundibar. Aber dies war nur eine von den Nazis konstruierte Idylle.

Die kleine Stadt, war ein Ghetto, welches die Nazis als Vorzeigestadt für das Internationale Rote Kreuz konstruiert hatten. Viele Familien und insgesamt 11.000 Kinder waren in Theresienstadt. Nur 100 jüdische Kinder überlebten den Holocaust. Wie ihre Eltern wurden fast alle Menschen aus Theresienstadt am Ende des 2. Weltkrieges von den Nazis in Vernichtungslager, zumeist Auschwitz, deportiert und dort umgebracht.

Drei der Mädchen von Theresienstadt konnte ich vor 24 Jahren kennenlernen und mit ihnen eine Projektwoche an Erfurter Schulen durchführen. Helga Weissova, Eva Landová-Merová und Eva Hermanova waren drei der überlebenden Mädchen aus Theresienstadt und sie berichteten damals als Zeitzeuginnen sehr eindrücklich. Ein Buch mit vielen Zeichnungen und Bildern von Helga Weissova, mit dem Titel “Zeichne, was Du siehst” (so hat es ihr Vater ihr gesagt) habe ich heute mitgebracht. 12-14jährige jüdische Mädchen wurden im in Theresienstadt in einem Mädchenheim betreut und nur wenige überlebten das Ghetto und die anschließenden Transporte nach Auschwitz-Birkenau. Sie waren die Mädchen von Zimmer 28. Über ihre Geschichte gibt es ein Theaterstück und ein Buch.

Die beiden tschechischen Komponisten Pavel Haas und Victor Ullmann waren im Ghetto Theresienstadt interniert. Hier schufen sie einige ihrer wichtigsten Werke (von denen leider nur wenige erhalten geblieben sind) und nahmen Teil am musikalischen Leben – bis sie am 16. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht wurden. Erwin Schulhoff seine Musik war schon 1935 verboten. Er ging 1939 in die Sowjetunion. Nach der Besetzung von Teilen der Sowjetunion wurden Juden auch von dort nach Theresienstadt, oder wie Erwin Schulhoff auf der Festung Würzburg deportiert. Auch er erlebte das Kriegsende und die Befreiung nicht mehr.”

Gespielt wurde:

Pavel Haas Streichquartett No.1

Erwin Schulhoff 5. Stücke für Streichquartett (Nr.3&4)

Viktor Ullmann Quartett Nr.3 (Largo)

Bilder von der Veranstaltung

      

Umplanung bei den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen

 

Unser Festivalleiter Johannes Gräßer ist momentan wahrlich nicht zu beneiden. Nachdem er ein tolles Programm für die 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage organisiert und wir es gemeinsam in der vergangenen Woche bei einer Pressekonferenz vorgestellt haben, ist nun wieder alles anders.

Der Krieg im Nahen Osten hat alles auf den Kopf gestellt. Meine Freundinnen und Freunde in Israel sind alle wohlauf, aber auch in Sorge um ihre Familien. Momentan gibt es keine normalen Flugverbindungen und dies führt dazu, dass Israelis in aller Welt “gestrandet” sind. Andere kommen aber auch nicht nach Deutschland und dies betrifft unsere 16 israelischen Künstlerinnen und Künstler. In einer Pressemitteilung hat Johannes Gräßer heute erklärt, was dies für die Kulturtage bedeutet:

34. Jüdisch-Israelische Kulturtage Thüringen FINDEN STATT – Eröffnung am 5. März wie geplant im Atrium der Stadtwerke Erfurt
Israelisch-iranisches Musikprojekt „Sistanagila” übernimmt kurzfristig das
Eröffnungskonzert / Mehrere direkt aus Israel eingeladene Künstlerinnen und Künstler können kriegsbedingt nicht anreisen

Die 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen (www.jikt.de) werden am Donnerstag, 5. März 2026, um 19:30 Uhr wie geplant mit einer feierlichen Eröffnung im Atrium der Stadtwerke Erfurt beginnen.
Das bekräftigt die Festivalleitung angesichts der dramatischen Eskalation des Konflikts zwischen Israel und Iran, der zur weiträumigen Sperrung des Luftraums über dem Nahen Osten bis mindestens 7. März geführt hat. Von dieser Situation sind unmittelbar mehrere der direkt aus Israel eingeladenen Künstlerinnen und Künstler betroffen. So kann das Sharon Mansur Trio, das das Eröffnungskonzert hätte gestalten sollen, nicht nach Thüringen reisen. Auch die Auftritte der Olama Band, des Haifa-Erfurt Streichquartetts, sowie das DJ-Set von Shai Amsalem aka EZRA1 aus Haifa entfallen „Stand jetzt“ ersatzlos. Die Vernissage „Hamsa, Hamsa, Hamsa” wird ohne die aus Israel beteiligten
Künstler eröffnet. Zur geplanten Vernissage mit Porträts aus Haifa und Erfurt wird versucht, die israelische Fotokünstlerin Yaeli Gabriely per Video zuzuschalten.
Festivalleiter Johannes Gräßer: „Wir sind unglaublich traurig, das mitteilen zu müssen. Dennoch werden wir alles dafür tun, dass die Kulturtage ihr Anliegen für Dialog, Diskussion und Verständigung erfüllen. Ich möchte auch noch einmal klar sagen: Wir sind gegen jedweden Boykott jüdisch-israelischer Künstler und werden dem entschieden widersprechen und entgegentreten.
Unsere Kulturtage finden statt. Sie sind aktuell wichtiger denn je.”

Sistanagila: Ein Zeichen der Hoffnung zum Auftakt

Als besonderen und zutiefst bedeutsamen Ersatz für das Eröffnungskonzert konnte die Festivalleitung kurzfristig das israelisch-iranische Musikprojekt „Sistanagila” gewinnen. Die in Berlin lebenden Musikerinnen und Musiker haben sich zusammengeschlossen, um durch die universelle Sprache der Musik den Dialog zwischen zwei Völkern zu suchen, die sich derzeit in einem Krieg befinden. Ihr Programm verbindet folkloristische und religiöse Elemente aus der Klezmer-, sephardischen und traditionellen persischen Musik mit modernen und klassischen Kompositionen. Einflüsse aus Flamenco, Jazz und progressivem Metal verleihen dem Projekt einen zeitgenössischen und zugleich brückenbildenden Charakter — ein künstlerisches Statement, das aktuell kaum wirkungsvoller sein könnte.

Adam Chichportiche bereits in Thüringen

Gute Nachricht für das Publikum in Erfurt und Gera: Adam Chichportiche, der bereits am 25. Februar 2026 die Medienkonferenz der Kulturtage musikalisch begleitet hat und sich noch in Thüringen befindet, wird gemeinsam mit einer Musikerin seine geplanten Auftritte wahrnehmen können. Der Künstler verbindet auf der Lavta westliche und nahöstliche Musiktraditionen und steht
damit exemplarisch für das Anliegen der gesamten Kulturtage.

Festival mit Haltung

Die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen gibt es seit 34 Jahren. Geplant waren in diesem Jahr diesem Jahr rund 80 Veranstaltungen an 16 Orten im Freistaat. Professor Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen: „Dass das Festival trotz Krieg und Reiseunmöglichkeit stattfindet, ist nicht nur ein kulturelles, sondern auch ein politisches Signal: gegen Gleichgültigkeit, gegen Boykott, für Verständigung!“

Weitere Informationen zum Programm der 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen unter http://www.jikt.de

 

Das Saisonende naht…

Gleich mehrere Sportarten standen dieses Wochenende noch einmal im Blickpunkt und gehen in den nächsten Wochen in die Sommerpause. Im Volleyball haben wir uns erstmals eine “Verlängerung” gesichert und werden noch die Playoffs spielen – also im Best of three – Modus gegen den ersten oder zweiten der Hauptrunde. Auf Platz eins steht schon Stuttgart fest, auf Platz zwei hat Suhl derzeit die besten Chancen. Gegen wen wir spielen hängt auch von unserer Hauptrundenplatzierung ab. Platz 8 ist sicher. Für Platz 7 bedarf es noch einer Überraschung beim Auswärtsspiel in Münster. In jedem Fall werden wir auf eines der besten beiden Teams der Liga treffen. Das Pokalfinale in Mannheim hat überraschend und verdient den VfB Suhl als Sieger gehabt mit 3:2 gewannen sie gegen Stuttgart im Tiebreak (mit 15:13) und konnten den Erfolg aus dem Bundesligaspiel in der Vorwoche wiederholen. Herzlichen Glückwunsch und Respekt für diese Leistung!

Die Bundesliga hatte durch den Pokal spielfrei, aber der Nachwuchs war unterwegs. Unsere U16 wurde souverän Thüringenmeister und die Regionalliga-Mannschaft gewann ihr 8. Spiel in Serie im Thüringen Derby gegen Sonneberg.

Beim Rennrodeln endet die Saison am kommenden Wochenende mit dem Weltcup in Altenberg, bei dem wir unsere erfolgreichen Rodlerinnen und Rodler noch einmal treffen werden. An diesem Wochenende hat Olympiasieger Max Langenhan seinen ersten Weltcupsieg der Saison geholt. Bei den Damen gewann ebenfalls die Olympiasiegerin Julia Taubitz vor Märle Fräbel. Unser Damendoppel Storch/Patz komplettierte das gute Ergebnis des Wochenendes. Wer am Ende die große Weltcupkugel holt ist nur beim Doppel der Männer schon fest. Wendel/Arlt ist der Sieg nicht mehr zu nehmen, für die anderen bleibt es spannend bis zum Schluss.

Schluss ist leider am Dienstag für die Black Dragons. Im heutigen Spiel gegen Herford haben sie 1:3 verloren und damit ist das letzte Spiel der Saison am Dienstag bedeutungslos geworden. Die Playoffs können leider nicht mehr erreicht werden. 1.233 Zuschauer verabschiedeten sich somit beim letzten Heimspiel der Saison vom Team. Beim letzten Spiel waren gleich zwei Staatssekretäre der Landesregierung dabei, aber auch ihr Daumendrücken hat nicht geholfen.

Sportlich wird es in den nächsten Wochen ruhiger, aber das schöne Wetter vom Wochenende lädt schon zu Outdoor-Aktivitäten ein. Die Motorräder werden bewegt, das Fahrrad auch und ab Mai dann auch wieder das Wakeboard 😉

Freiheit für die Menschen im Iran und Sicherheit für Israel und die Welt

Israel und die USA habe heute das getan, was notwendig ist und was seit langer Zeit angekündigt war. Der Angriff auf militärische Ziele und Regierungsstrukturen ist die logische Folge der Verweigerungshaltung des Irans. In dieser Woche waren die Gespräche über das Atomprogramm zum wiederholten Male gescheitert. Das Regime um Ayatollah Khamenei ist wesentliche Triebfeder für den Terror in dieser Region und gegenüber seiner eigenen Bevölkerung. Seit vielen Jahren sind die Mullahs Organisator und Fianzier des Terrors von Hammas und Hisbollah und ihr erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

Seit Jahrzehnten werden die Menschenrechtsverletzungen im Iran weltweit angeprangert. Ich erinnere mich noch gut an unsere Proteste im Juli 2000, als der Präsident des Iran Chatami Weimar besuchte. Gemeinsam mit Georg von Witzleben, dem damalige JU Landesvorsitzenden haben wir unseren Protest gegen seinen Besuch und die Menschenrechtsverletzungen in einer Pansion neben dem Goethehaus mit Transparenten und Flugblätter sichtbar gemacht – über 25 Jahre ist das jetzt her.

In den letzten Wochen konnte ich mit Exil-Iranern sprechen, die sich nichts sehnlicher wünschen, als dass die Menschen im Iran ihre Freiheit zurück erhalten. Angesichts von zehntausende von den Mullahs ermordeten Menschen wünschten sie sich eine millitärische Intervention der USA oder Israels, weil sie darin die Chance sehen, das verhasste Regime zu stürzen. 

Meine Gedanken sind heute bei den Menschen im Iran und ihrer Hoffnung die Mullahs loszuwerden. Meine Gedanken sind aber vor allem auch bei meinen Freundinnen und Freunden in Israel, die wieder in Bunker flüchten müssen. Der ober abgebildete Sticker der Jungen Union Deutschlands ist über 30 Jahre alt und immernoch hochaktuell. Ich habe ihn aufgehoben und werde ihn immer wieder hervorholen und teilen. 

Saisonstart im Februar

Die linke Hand zum Bikergruß – allen, denen ich heute auf der Straße begegnet bin, aber auch denen, die mit Saisonkennzeichen erst im März, April oder gar Mai ihr Bike starten dürfen. Bis zu 20 Grad haben heute viele Biker auf die Straße gelockt.

Nach der obligatorischen VDNP (so war die Abkürzung der Vorbereitung auf die neue Nutzungsperiode bei der NVA) habe ich heute meine beiden Motorräder gestartet. Beide haben die kurze Winterpause gut überstanden und sind problemlos angesprungen. Dies ist sowohl für meine Honda NTV 650 (Baujahr 1993) als auch für die Ducati Monster (Baujahr 1999) bemerkenswert. Wie in jedem Jahr stellte sich somit die Frage, welches Bike zuerst auf die Straße darf. In diesem Jahr hat die sportlichere Variante für die Ducati gesprochen und so ging es auf eine 60 km Runde.

Allen Bikern wünsche ich eine gut und vor allem unfallfreie Saison!

Bilder vom Saisonstart

Antisemitismus im Kulturbetrieb

Bei der gestrigen Programm-Pressekonferenz unser Jüdisch-Israelischen Kulturtage wurde ich gefragt, wie ich das Thema Antisemitismus im Kulturbereich einschätze. Konkret lautete die Frage:

Welche Formen von Antisemitismus nehmen Sie speziell in der Thüringer Kulturszene wahr und welche Chancen sehen sie, dass Kultur und Projekte wie die Jüdisch-Israelischen Kulturtage einen positiven Gegenpol leisten können bzw. welche Verantwortung sehen Sie hier für die Thüringer Kulturlandschaft?

Auch in der Thüringer Kulturszene gibt es antisemitische Tendenzen – da muss man nicht zum aktuellen Berlinale-Antisemitismusskandal nach Berlin oder zum ESC schauen. Ich erinnere an den offenen Brief an den Bundeskanzler „Lassen Sie Gaza nicht sterben, Herr Merz“, (August 2025) den auch die bekannten Thüringer Künstlerinnen und  Künstler Sandra Hüller, Yvonne Catterfeld und Clueso unterzeichnet haben. Dieser Brief mit seiner einseitigen Schuldzuweisung an Israel ist nur exemplarisch dafür, dass auch Künstlerinnen und Künstler für israelbezogenem Antisemitismus anfällig sind. Sie sind ein Spiegelbild und ein Brennglas unserer Gesellschaft.

Exemplarisch für unsere Gesellschaft ist, dass es viel Meinung zum Thema aber wenig Ahnung gibt. Dies weist auf Bildungsdefizite hin. Künstlerinnen und Künstler, die sich öffentlich positionieren haben aber dabei eine besondere Verantwortung. Ihre Bekanntheit und Reichweite in Medien, insbesondere in den sozialen Medien erreicht viele Menschen und beeinflusst diese auch in ihrer Meinung.

Bildungsdefizite zu bekämpfen ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Da ist Schule ebenso gefragt, wie Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und Medien.
Wenn es um das zweite große Thema geht, jüdisches Leben sichtbar zu machen und nicht nur den Blick auf den Holocaust oder beispielsweise das jüdische Erbe zu richten, kommen die Jüdisch-Israelischen Kulturtage als wichtiger Akteur ins Spiel. Thüringen kann darauf stolz sein und auch auf die lange Tradition. Nur in wenigen Bundesländern gibt es überhaupt jüdische Festivals – wir haben sogar drei davon! Erfreulicherweise gibt es auch Künstlerinnen und Künstler, die sich ganz klar gegen Antisemitismus positionieren.

Unser Festival hat eine Besonderheit. Es ist  bundesweit das einzige mit Israel im Namen. Für uns ist es wichtig damit nicht nur einen Bezug, sondern ein klares Bekenntnis zu Israel abzugeben. Künstler und Gäste des Festivals sind sich dessen bewusst. Israelische Künstler die derzeit nach Deutschland kommen erfüllen eine wichtige Brückenfunktion. Sie sind Botschafterinnen und Botschafter Israels. Während sie bei vielen anderen Kulturveranstaltungen und Festivals in Deutschland nicht mehr berücksichtigt oder sogar ausgeladen werden, sind wir froh, dass 16 Künstlerinnen und Künstler bei den Kulturtagen dabei sind und wir zudem wunderbare Partnerschaftsprojekte, wie die Fotoausstelltung Erfurt – Haifa haben. Viele Menschen werden wir mit den Kulturtagen erreichen – positiv erreichen!

Programm-Pressekonferenz der 34. JIKT

Die 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen finden vom 5. bis 26. März 2026 mit 80 Veranstaltungen an 16 Orten in ganz Thüringen statt. Heute haben wir gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Prof. Reinhard Schramm, dem Chef der Staatskanzlei Stefan Gruhner und Oberbürgermeister Andreas Horn das Programm in einer Pressekonferenz vogestellt. Die Vorsitzende unseres Fördervereins Dorothea Marx und der Festivalleiter haben sowohl zum Festival berichtet als auch in Gesprächsrunden mit den Podiumsgästen die besondere Bedeutung heraus gestellt.

Das Festival der Jüdischen Landesgemeinde und des Fördervereins für Jüdisch-Israelische Kultur in Thüringen e.V. ist das am längsten stattfindende Thüringer Festivals und hat inzwischen seinen festen Platz im Frühjahr jeden Jahres gefunden. Es hat eine wichtige Funktion, um jüdisches Leben sichtbar und bekannt zu machen. Ein Alleinstellungsmerkmal auch bundesweit ist, dass die Jüdisch-Israelischen Kulturtage bewusst Israel im Namen tragen. Neben den kulturellen Angeboten ist damit ein klares Bekenntnis zu Israel verbunden. In diesem Jahr sind unter den Künstlern auch 16 Israelis, die mit mehr als 20 Programmpunkten ein starkes Signal senden.

Unterstützt werden die Jüdisch-Israelischen Kulturtage von Anbeginn durch das Land, aber auch durch viele Kommunen und Sponsoren. Ministerpräsident Mario Voigt hat die Schirmherrschaft übernommen und wird bei der Eröffnungsveranstaltung am 5. März ebenso wie der israelische Botschafter Ron Prosor sprechen. Auch der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung Felix Klein wird beim Eröffnungskonzert des Sharon Mansur Trios zu Gast sein.

Die große überregionale mediale Beachtung des Festivals, zeigt die Wertschätzung für die langjährige Arbeit in Thüringen.
Im Rahmen des Festivals wird eine Ausstellung von Porträts aus Haifa und Erfurt gezeigt. Mit dieser Ausstellung, die im Herbst auch in Haifa gezeigt werden soll, wird anlässlich der 20jährigen Städtepartnerschaft zwischen Haifa und Erfurt ein starkes Zeichen für den Dialog und die Verbundenheit gesetzt.
Ausstellungen, Konzerte, Performances, Filme, Vorträge und Buchvorstellungen bieten ein breites Programm, welches viele Thüringerinnen und Thüringer erreichen soll. Jüdisches Leben sichtbar zu machen, ist neben Bildungsangeboten zur israelischen und jüdischen Geschichte das wichtigste und wirksamste Instrument gegen Antisemitismus.

Deshalb gilt allen Organisatoren und Mitwirkenden und an deren Spitze der Vorsitzenden des Fördervereins Dorothea Marx, dem Festivalleiter Johannes Gräßer sowie dem Vorsitzenden der jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm der große Dank für die Fortführung der langen Tradition der Jüdisch-Israelischen Kulturtage.

Zu inkonstant für Punktgewinn

Gestern Abend hatten wir unser vorletztes Heimspiel in der Hauptrunde der Volleyball-Bundesliga. Nach dem letzten Spiel gegen Dresden folgen die Playoffs, bei denen wir noch ein Heimspiel haben werden – gegen wen ist aber noch offen. Nach jetzigem Stand gegen den Meisterschaftsfavoriten Stuttgart. Im Spiel gegen Aachen hätten wir den 7. Platz festigen können, aber leider hat es trotz gutem Spiel nicht zum erwünschten Punktgewinn gereicht. Nachfolgend unser Spielbericht:

Schwarz-Weiß Erfurt lieferte den Ladies in Black Aachen lange einen großen Kampf, musste sich am Samstagabend dennoch nach 93 Spielminuten mit 1:3 (-22, 23, -11, -20) geschlagen geben.

Im Hinspiel gab es eine deutliche Klatsche für die SWE-Damen, was so nicht wieder passieren sollte. Die mageren 42 Punkte waren im Rückspiel bereits nach dem zweiten Satz übertroffen, als es 1:1 nach Sätzen stand. Erfurt hatte bis dahin dem Gegner und den knapp 900 Zuschauern ein packendes, unterhaltsames Spiel geliefert. Im ersten Satz blieb es bis zum 20:20 ein Spiel auf Augenhöhe, ehe die Gastgeberinnen abreißen lassen mussten. Der zweite Durchgang war die beste Phase des Spieles aus Erfurter Sicht. Bei ihnen lief es wie am Schnürchen, druckvoll in Aufschlag und erfolgreich mit schnellen Angriffen, Als Emilie Respaut mit einer Aufschlagserie von 14:9 auf 20:9 stellte, waren die Thüringerinnen enteilt. Gästetrainerin Mareike Hindriksen reagierte und brachte in Zuspiel, Mittelblock und Angriff drei frische Kräfte. Wechsel, die Auswirkung auf den weiteren Spielverlauf haben sollten. Aachen kämpfte sich ins Spiel zurück und ließ den Vorsprung der Schwarz-Weißen dahinschmelzen. Als „Elli“ Sandbothe den vierten Satzball zum 25:23 versenkte, hatte Erfurt den Satzgewinn gerade so ins Ziel gezittert.

Nach der zehnminütigen Pause kam Aachen mit demselben Elan aus der Kabine, mit dem sie zuvor stark aufkamen. Marit Zander und Karmena Struka blieben auf dem Feld, während Celine Jebens wieder ihre Position einnahm. Außerdem hatte Aachen mit der an diesem Abend überragenden Tsvetelina Illieva die Unterschiedsspielerinnen in ihren Reihen. Der Bulgarin gelangen insgesamt 31 Punkte (47 % Angriffsquote), davon allein fünf im Block und sieben am Aufschlag. Sie griff facettenreich an und war von den Gastgeberinnen nicht zu neutralisieren. Dass sie am Ende zur goldenen MVP erkoren wurde, war infolge ihrer Leistung nur logisch. Aachen überfuhr Erfurt im dritten Satz mit 25:11 und ging mit 2:1 Sätzen in Führung.

Das setze sich auch im vierten Satz fort. Als die „Ladies“ mit 11:3 vorn lagen und Pablo Sanchez bereits beide Auszeiten verbraucht hatte, drohte ein erneuter deutlicher Satzverlust. Doch Erfurt kämpfte sich zurück und war beim 15:17 wieder auf Tuchfühlung. Das Satzfinish gehörte wie im ersten Akt den Gästen. Als Kinga Szücs’ vierter Aufschlag im Netz hängen blieb, stand es 20:25 und somit 1:3 nach Sätzen. Aachen war der verdiente Sieger, weil sie konstanter spielten, in der Annahme stabiler waren, mit Illieva die überragende Angreiferin in ihren Reihen hatten und Mareike Hindriksen die entscheidenden Wechselspielerinnen von der Bank bringen konnte.

Bei Schwarz-Weiß zeigte Angreiferin Alianza Darley ebenfalls eine gute Angriffsleistung, dazu scorten auch die Mittelblockerinnen, was „Elli“ Sandbothe die silberne MVP-Medaille bescherte. Allerdings ließ die Qualität der Annahme im Spielverlauf nach, was ein Faktor dafür war, dass es nicht zu einem Punktgewinn reichte.

Durch die Niederlage und den gleichzeitigen Sieg von Wiesbaden in Münster (3:2) rutschte Erfurt wieder auf Platz acht ab. Die Chance zur Korrektur haben die SWE-Damen in anderthalb Wochen in Borken. (StS)

Foto: Sebastian Schmidt

Bilder und Videos vom Spiel

Thüringer erfolgreich bei der Europameisterschaft

Nach den beiden Weltcups im Januar haben wir in Oberhof in den letzten drei Tagen noch die erste Europameisterschaft der Jugend A und zwei Continental Cups organisiert und dabei noch erfolgreicher abgeschnitten, als die Kufensportler bei den Olympischen Spielen. Nachfolgend unsere Pressemitteilung:

“Während die Thüringer Kufensportfamilie noch in Vorfreude auf die siebte Medaille von Thüringer Kufensportlern bei den Olympischen Winterspielen war, haben die Nachwuchssportlerinnen und -Sportler aus dem Freistaat schon geliefert.

Bei der 1. FIL Jugend-Europameisterschaft und dem 6./7. Continental Cup der Jugend A vom Donnerstag bis Samstag ging der Sieg in allen 8 Wettkämpfen an deutsche Sportlerinnen und Sportler. 81 Schlitten aus 13 Nationen waren in Oberhof am Start. Besonders erfreulich aus Thüringer Sicht ist dabei, dass drei von vier Europameistertiteln in Thüringen bleiben. Fiona Groll (RC Ilmenau) und Elias Kämpf (RRV Sonneberg/Schalkau) jeweils im Einzel sowie Linus Knolle und Wilhelm Haupt (beide Rennsteig Helden) im Doppel sicherten sich souverän die Europameistertitel.

Der Präsident des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes Andreas Minschke erklärt dazu:

„Vom Nachwuchstalent zur Weltspitze ist zentrales Motto beim TSBV. Wir sind stolz auf unsere Nachwuchsathleten, die die Olympiasieger von morgen werden können. Ihre herausragenden Erfolge sind Ergebnis guter Nachwuchsarbeit in unseren Vereinen, dem Sportgymnasium und der Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Hinzu kommen perfekte Trainingsbedingungen auf der Bahn in Oberhof und engagierte Trainerinnen und Trainer.“

Komplettiert wurde das tolle Thüringer Ergebnis noch dadurch, dass sich Elias Kämpf (Einzel) und Fiona Groll (Einzel) sowie Anton Krügerke und Jonathan Wiese im Doppel (BRC 05 Friedrichroda/RC Ilmenau) mit den letzten beiden Continental Cups der Saison den Gesamt-Continental Cup sichern konnten.”

Bilder aus Oberhof

Antisemiten planen Aktion in Buchenwald

Erschreckend, empörend und eigentlich so dumm, dass man es sich kaum ausdenken kann, ist der jüngste Aufruf von linksradikalen Antisemiten im Internet.

Am 11. April jährt sich die Befreiung des KZ Buchenwald zum 81. Mal. Ausgerechnet für dieses Datum rufen nun Antisemiten zu Protesten gegen die Gedenkstätte Buchenwald auf. Seit vielen Jahren muss sich die Gedenkstätte mit rechtsextremistischen Provokationen rumschlagen und nun gesellen sich die Linkradikalen dazu. Ihnen ist die Ausrichtung der Gedenkstätte nicht israelfeindlich genug und sie beklagen sich, dass sie in Buchenwald nicht mit Kufiya auftreten dürfen. Dazu haben sich die Organisationen einen Instagram-Account mit dem Titel “Kufiyas in Buchenwald” gebastelt. Darauf rufen sie nun zu Demonstrationen in der Gedenkwoche in Weimar auf und werfen der Gedenkstättenleitung Anti-Palästinensische Repressionen vor. 

In dieser Woche hat das Thema die Medien erreicht und die NZZ hat mich um ein Statement dazu gebeten. 

Ich halte diese geplante Aktion für geschmacklos und geschichtsvergessen. Die Gedenkwoche zur Befreiung des KZ dient dem Gedenken an die Opfer. Wer dies zu einer Politshow mit der Forderung, die Gedenkstätte solle sich “antizionistisch ausrichten” umfunktionieren will, missbraucht die Opfer und propagiert israelbezogenen Antisemitismus. Ich bin froh darüber, dass das Oberverwaltungsgericht im August letzten Jahres entschieden hat, dass Besuchern der Gedenkstätte der Zutritt verweigert werden kann, wenn sie die Kufiya als politisches Protestsymbol tragen. Ich unterstütze ausdrücklich die Gedenkstätte Buchenwald in ihrem Bestreben, jegliche Form von Antisemitismus zu unterbinden und genau darum handelt es sich bei der geplanten Aktion.

Inzwischen zieht diese Aktion größere Kreise. Nach der NZZ berichten auch die Funke Medien, Bild, Welt und verschiedene israelische Medien. Ich bin froh, dass sich zahlreiche Politikvertreter zu Wort melden und deutliche Worte für diesen israelbezogenen Antisemitismus finden.

Beitrag bei Thüringen24