Erinnerung und Prävention

Die dritte Schulstation des Projekts gegen Antisemitismus und der Erinnerung an im Holocaust ermordete jüdische Komponisten war heute Vormittag das Erfurter Sportgymnasium. Anschließend waren wir zur vierten Station in der Waldorfschule Erfurt. Das Projekt, welches ich als Beauftragter der Landeregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus begleiten darf, ist eine ganz wunderbare Intitiative.

Das Musikprojekt knüpft an die Zeitzeugengespräche an, die wir früher mit Überlebenden des Holocaust an Schulen durchgeführt haben. Inzwischen sind leider nur noch wenige Zeitzeugen am Leben und auch die sind in einem hohen Alter. Es ist nun also die Aufgabe derjenigen, die zu Zeugen der Zeitzeugen geworden sind weil sie ihrer Geschichte zugehört haben, dies an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Eileen Sprock, Seohyun Lee, Valerie Hartling und Emelie Steimetz, alle vier Studentinnen der Hochschule Franz Liszt in Weimar, möchten die Erinnerung an Kompositionen von Pavel Haas, Erwin Schulhoff und Viktor Ullmann wach halten und ein Signal gegen Antisemitismus setzen. Die drei jüdischen Komponisten wurden im Holocaust von den Nazis ermordet. Zuvor waren Pavel Haas und Viktor Ullmann im Ghetto Theresienstadt und Erwin Schulhoff auf der Festung Würzburg deportiert.

Ihre Kompositionen sind glücklicherweise erhalten geblieben. Eileen Sprock und ihre Freundinnen möchten diese Musik weitertragen und als Gesprächsbrücke nutzen, um neben der Erinnerung an die Komponisten auch Antisemtismusprävention zu leisten. Mit diesem Anliegen hat mich Eileen Sprock vor einigen Monaten angesprochen und um Unterstützung gebeten. Sehr gerne unterstütze ich natürlich dieses Projekt und habe bei der Organisation und Durchführung geholfen. Mir war es dabei ein Anliegen zu und mit den Schülerinnen und Schülern zu sprechen – über den Holocaust und über den heute wieder zunehmenden Antisemitismus. An allen vier Schulen, die wir bis jetzt besucht haben, sind wir auf aufmerksame und interessierte Schülerinnen und Schüler gestoßen. Ich hoffe, dass dieses Projekt bei den Schülerinnen und Schülern auch das Interesse weckt, sich mit jüdischem Leben und jüdischer Kultur heute auseinanderzusetzen. Ich danke ausdrücklich den Schulleiterinnen und Schulleitern, sowie den Lehrerinnen und Lehrern, die uns den Zugang zu ihren Schulen und Schülerinnen und Schülern ermöglicht haben.

Bilder des Musikprojekts

#Gamechanger

Die Olympischen Winterspiele sind uns sicher allen noch in Erinnerung. Wir haben mit unseren Sportlerinnen und Sportlern gehofft und Daumen gedrückt. Leider sind nicht alle Medaillenträume Realität geworden. Aber insbesondere die Thüringer Kufensportfamilie hatte viel Grund zum jubeln und dies haben wir vor Ort an der Bahn auch getan. Ich erinnere mich sehr gerne an die Erlebnisse in Cortina.

Gestern Abend waren diese Erinnerungen wieder ganz nah. Die Thüringer Landesregierung hatte zwei Mal eingeladen, um die Olympiahelden zu feiern. Am Nachmittag waren 1.000 Schülerinnen und Schüler (allein 200 Kids der Black Dragons) im Parksaal der Multifunktionsarena und erlebten die Thüringer #gamechanger der Olympischen Spiele. Am Abend wurde es dann festlich. Im Erfurter Kaisersaal tauschten die Sportlerinnen und Sportler die Sportbekleidung mit den Abendkleidern und Anzügen und unsere Olympioniken standen zu ihrer hochverdienten Ehrung auf der Bühne. Ein schöner und angemessener Abend der Ehrungen bezog auch Trainer, Ärzte und die Mechaniker des Olympiateams mit ein.

Bilder der #gamechanger

Sommerzeit nur auf der Uhr

Offizieller Frühlingsbeginn war schon in der vergangenen Woche  und seit heute ist sogar wieder Sommerzeit. Allerdings sind die Temperaturen alles andere als frühlingshaft und selbst zum Motorrad fahren zu frisch.

Das Wochenende war daher von sportlichen Aktivitäten (indoor) im Fintnessstudio geprägt und von der Vorbereitung der Terrasse auf die Sommernutzungsperiode (Heckenschnitt war mal wieder fällig).

Wer zur Zeit einen tollen Ort für Frühlingsfotos sucht, wird im Brühl fündig. Wie in jedem Jahr blühen dort zahlreiche Kirschbäume und locken Fotografen und Modells an. Ich wünsche allen eine gute (durch Ostern verkürzte) Woche und nächstes Wochenende etwas höhere Temperaturen.

Anna Margolina Quartet zum Finale

Zum Abschluss der 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage gab es noch einmal einen musikalischen Höhepunkt. Das Anna Margolina Quartet präsentierte ihr Album “Song of a Girl” & Yiddish Swing im Zughafen Erfurt. Soul und Jazz treffen bei ihnen auf jiddische Sprache und dies begeisterte das Publikum.

Zugleich bot der Abend die Gelegenheit sich bei den vielen Mitwirkenden des Festivals zu bedanken. Unsere Vereinsvorsitzende Dorothea Marx und ich als Vorstandsmitglied konnten auf ausgesprochen erfolgreiche, wenn auch schwierige Kulturtage zurückblicken. Die kurzfristigen Änderungen durch die aktuelle Situation im Nahen Osten war insbesondere für unseren Festivalleiter Johannes Gräßer eine Herausforderung, die an die Corona-Zeiten erinnerten. Vieles musste umgeplant werden und die meisten israelischen Künstlerinnen und Künstler konnten nicht anreisen. Vielen Dank insbesondere an Johannes, aber auch an sein Team, dass die Kulturtage dennoch so erfolgreich verlaufen sind.

Ich konnte an 10 Veranstaltungen teilnehmen – von denen ich sechs moderiert  habe. Besonders eindrucksvoll fand ich die Veranstaltung mit Tanya Raab an der Erfurter Caritas-Berufsschule. 80 Schülerinnen und Schülern konnten wir jüdisches Leben vermitteln, indem Tanya ihr Buch vorstellte und darüber mit den Schülerinnen und Schülern gesprochen hat. Die Eröffnung der Fotoausstellung mit Bildern von Halina Hildebrand in Gera mit einem Vortrag zum 7. Oktober und wie sich danach Israel verändert hat war mir persönlich sehr wichtig. Unser Festivalanliegen, jüdisches Leben sichtbar zu machen und Solidarität mit Israel zu zeigen, wird auch in den nächsten Jahren das Programm bestimmen.

Seit 34 Jahren findet unser Festival statt. Seit 2010 kann ich daran als Vorstandsmitglied mitwirken. Beim durchblättern der Programm in dieser Zeit wurden viele Erinnerungen wach. Danke dafür, dass sich so viele Menschen in Thüringen für jüdische Kultur engagieren!

Bilder vom Abschlusskonzert   

The Final Countdown bei Schwarz-Weiß Erfurt

Das letzte Mannschaftsbild von Schwarz-Weiss Erfurt in der Bundesligasaison 2025/2026 haben wir gestern Abend gemacht und zuvor hat unser Team im Playoff-Viertelfinale gegen Stuttgart nocheinmal eine gute Leistung abgeliefert. Jetzt beginnt die verdiente Sommerpause. Ein großes Dankeschön der Mannschaft, dem Trainerteam, den Fans und Sponsoren und allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Ich bin stolz auf euch!

Nach dem spannenden Hinspiel in Stuttgart, bei dem wir mit einer bärenstarken Leistung zwei Sätze geholt haben, konnten wir auch zu Hause in den Sätzen 1 und 2 gut mithalten. Das wir 0:3 am Ende verloren haben, kam nicht unerwartet und die Fans waren trotzdem dankbar und begeistert.

Beigefügt der Link zum Spielbericht 

Bilder des letzten Saisonspiels

Ahmad Mansour in Weimar

Auf Einladung der Friedrich-Naumann-Stiftung, in Kooperation mit der DIG, war gestern Abend Ahmad Mansour in der Sendehalle in Weimar zu Gast. „Reden wir über Freiheit“ war der Titel der Veranstaltung und in der anschließenden Gesprächsrunde ging es überwiegend um Antisemitismus, den Iran und Israel, also genau die Themen, die die Menschen derzeit beschäftigen. Über 120 Gäste waren gekommen, um Ahmad Mansours Einführung zu hören. In der 15minütigen Rede kam Mansour schnell auf den Punkt. Insbesondere der muslimisch geprägte Antisemitismus ist sein Thema. Er schreibt Bücher, hält Vorträge und geht in Schulen. Mit seiner Mansour-Initiative für Demokratieförderung & Extremismusprävention (MIND prevention) gGmbH schafft er auch den Zugang in migrantische Strukturen und insbesondere die Entwicklung der jungen Generation liegt ihm am Herzen.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion konnte ich mit der FDP-Politikerin Linda Teuteberg, dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm und Ahmad Mansour das Thema vertiefen. Moderiert vom Journalisten Dr. Sebastian Haak ging es schnell um Bildungsdefizite bei der Antisemitismusprävention, Auswirkungen der sozialen Medien, Elternverantwortung und die Frage, wo Antisemitismus beginnt. Ausgesprochen dankbar bin ich für die klaren Worte und auch die Diskussion mit dem Publikum. Was müssen wir bei der Bekämpfung des Antisemitismus tun und ob ich optimistisch bin, dass dies Wirkung erzielt, wurde ich gefragt. Klare Antwort: Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter und alle Menschen, die mit jungen Menschen zu tun haben inhaltlich befähigen und motivieren gegen antisemitische Stereotypen zu argumentieren. Jüdisches Leben sichtbar und erlebbar machen. Den Dialog zwischen gesprächsbereiten Muslimen, Christen und Juden fördern. Letzteres gelingt freilich nur bei Menschen die noch kein geschlossenes Weltbild haben. Und letztlich solche Veranstaltungen wie gestern Abend durchführen, weil sie Menschen erreicht und ihnen Argumente mitgibt für Gespräche im persönlichen Umfeld.

Am 20. April 2026 wird das gleiche Veranstaltungsformat mit Ahmad Mansour, Reinhard Schramm und mir noch einmal im Kaisersaal in Erfurt stattfinden. Herzlichen Dank Christian Polozek-Becher, dem regionalen Büroleiter der Friedrich-Naumann-Stiftung für die wichtige Initiative und die Organisation.

Bilder aus Weimar

Israel und der 7. Oktober – Vortrag und Ausstellungseröffnung mit den Bildern von Halina Hildebrand

Im Rahmen der 34. Jüdisch-Israelische Kulturtage war ich heute zum dritten Mal in Gera zu Gast. Nachdem am Sonntagnachmittag in der Villa Mazur Tanya Raab über ihr Buch gesprochen hat, folgte heute mein Vortrag zum 7. Oktober 2023. Gerne war ich dazu wieder in der Bibliothek Gera zu Gast. Seit vielen Jahren ist die Bibliothek Veranstaltungspartner der Kulturtage.

Unser Programm der Kulturtage ist vielfältig und beinhaltet Musik, Tanz, Ausstellungen und Buchlesungen – aber eben auch Vorträge. Dies ist uns ebenso wichtig, wie Israel im Namen der Kulturtage. Das Bekenntnis zu Israel ist für uns elementar und dies nicht erst seit dem 7. Oktober 2023.

Was ist am 7. Oktober und vor allem auch danach geschehen? – darüber habe ich heute Abend gesprochen und zudem erklärt, warum die Ausstellung von einer Auswahl der Bilder von Halina Hildebrand so wichtig ist, um die Erinnerung wach zu halten. Für die israelische Gesellschaft bleibt der 7. Oktober eine fortwährende offene Wunde. Die furchtbare Dokumentation dessen, was in den über 800 Tagen mit den Geiseln und ermordeten Menschen geschehen ist, schockiert und macht uns bis heute traurig, auch wenn sich die mediale Wahrnehmung inzwischen nahezu vollständig auf den Iran und Libanon konzentriert. Gaza, Libanon und der Iran sind aber alle drei die gleiche Seite einer Medaille, die seit vielen Jahrzehnten die Region in Unruhe versetzt.

Ich habe in der Bibliothek in Gera schon zwei Mal über Israel gesprochen. In den letzten beiden Jahren war dies jeweils für die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.

2024 – Bleibt der Frieden im Nahen Osten ein frommer Wunsch? Geschichte der Juden im Nahen Osten – Gründung des Staates Israel

2025 – Das Land Israel – Geschichte und Perspektiven

2026 – Israel und der 7. Oktober 2023

Als Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus bin ich froh darüber, dass die Bibliothek in Gera die Bilder von Halina Hildebrand zeigt (noch bis zum 30. April) und mir die Möglichkeit geboten, hat mit den Besuchern der Auftaktveranstaltung nach meinem Vortrag auch noch ins Gespräch zu kommen. Danke den Organisatoren vor Ort. Ich werde gerne auch im nächsten Jahr wieder kommen.

Bilder aus Gera

Saisonfinale – oder doch noch nicht?

Noch am Samstag hätte kein Mensch bezweifelt, dass wir am Mittwoch das erste, aber auch das letzte Heimspiel in der Playoffrunde in dieser Saison absolvieren würden. Zu klar war die Ausgangslage. Das nach der Vorrunde auf Platz 8 platzierte Team Schwarz-Weiß Erfurt gegen den Ligaprimus Stuttgart. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in Stuttgart überhaupt mal einen Satz geholt haben, geschweige denn in den Tiebreak gekommen sind. Genau dies ist aber am Sonntag passiert. Nach zwei gewonnenen Sätzen roch es nach einer faustdicken Sensation. Ich konnte dieses Mal nicht mitfahren und habe das Spiel deshalb nur am Live-Ticker verfolgen können und auch dies nur aus dem Augenwinkel, weil ich zeitgleich eine Buchvorstellung in Gera moderiert habe. Nachfolgend der Rück- und Ausblick:

Gibt es noch einen Krimi?

Die Playoff-Premiere von Schwarz-Weiß Erfurt war trotz der 2:3-Niederlage bei Allianz MTV Stuttgart ein großer Erfolg. Das macht Lust auf mehr am Mittwoch, wenn 18:30 Uhr in der Riethsporthalle das Rückspiel in der Best-of-Three-Serie steigt.

Was war das am Sonntag für ein Match, das die Erfurterinnen dem haushohen Favoriten lieferten? Stuttgart, nur eine Niederlage in der Hauptrunde, in zehn Heimspielen nur einen Satz in der SCHARRena (3:1 gegen Münster) abgegeben. Wohl kein Zuschauer in der Halle im Bauch der großen Fußballarena oder am Bildschirm hätte vermutet, dass es bei dieser Partie des Ersten gegen den Achten eine fast zweistündige Volleyballkost geben würde. Und dass Erfurt das gelingt, was keinem anderen Team der Liga in der Hauptrunde dort gelang. Aber die Schwarz-Weiß-Damen nahmen ihr Herz in die Hand und zeigten ihre bisher beste Saisonleistung. Mutig im Angriff, abwehrstark in der Feldverteidigung machten sie den Gastgeberinnen das Leben schwerer als es denen lieb war. Allianz MTV wurde zwar in den Sätzen vier und fünf seiner Favoritenrolle noch gerecht, aber die Anerkennung für die Leistung der Gäste aus Thüringen kam von allen Seiten vielfach. Schwarz-Weiß Erfurt hat deutschlandweit aufhorchen lassen.

Am Mittwoch folgt nun das Rückspiel. Von einer ähnlich knappen Partie auszugehen, wäre vielleicht etwas vermessen. Schließlich wird der Meisterschaftsfavorit Nr. 1 seine Schlüsse aus dem Hinspiel ziehen und versuchen, seiner Favoritenstellung klarer gerecht zu werden. So, wie es in der Hauptrunde zweimal der Fall war. Letztlich ist die Mannschaft von Konstantin Bitter auf jeder Position qualitativ besser und doppelt stark besetzt. Doch Volleyball ist auch ein „Kopfspiel“, womit sich das knappe 3:2 vom Sonntag ebenfalls erklären lässt. Wie cool bleibt Stuttgart am Mittwoch? Kann Schwarz-Weiß Erfurt noch einmal so unbeschwert, locker drauf los spielen?

Egal wie es am Mittwoch ausgehen wird, für die Heimpremiere in den Playoffs haben sich die SWE-Damen eine volle, lautstarke Riethsporthalle – auch an einem ungünstigen Werktag – verdient. Es könnte das letzte Saisonspiel für die Erfurterinnen sein. Oder doch nicht?

Zweirad-Wochenende

Auch an diesem Wochenende standen zwei Buchvorstellung mit Tanya Raab auf dem Programm – in Erfurt und Gera. Aber der Rest des Wochenendes war frei und so blieb mal wieder etwas Zeit für den Sportpark. Da das Wetter mitgespielt hat, auch für Bewegungstherapie für das Motorrad.

Für die an diesem Wochenende stattfindende Motorrad-Messe war das Wetter ebenfalls so gut, dass viele der Besucher der Messe mit dem Bike anreisten. Zahlreiche neue Modelle gab es zu bestaunen. Einen der größten Stände hatte Ducati und zeigte dort Bikes, die bis zu 48.000 Euro kosten. Meine Monster hat da im Gegensatz dazu schon fast nostalgischen Wert – in diesem Jahr wird sie 27.

Bilder der Motorrad-Messe

Shalom zusammen

Es gibt zuwenig Juden in Thüringen und in Deutschland. Der zunehmende Antisemitismus – seit dem 7. Oktober 2023 insbesondere aus dem muslimischen und linken Spektrum sowie der israelbezogenen Antisemitismus – trägt zudem dazu bei, dass Juden weniger in die Öffentlichkeit gehen. Jüdisches Leben ist weniger sichtbar und dies ist ein Grund, warum wir als Gesellschaft viel mehr in die Offensive gehen müssen, um gegen Stereotype und Vorurteile anzukämpfen. 

Weil viele Menschen sowenig über Juden wissen, gibt es soviele Klischees. Jüdisches Leben ist aber nicht stereotyp sondern vielfältig. Dies wollen wir mit den Jüdisch-Israelischen Kulturtagen zeigen. Deshalb haben wir neben Musik, Tanz und Ausstellungen auch Buchvorstellungen im Programm. In diesem Jahr ist die junge Autorin Tanya Raab gleich mit vier Veranstaltungen  im Programm. Als Beauftragter für jüdisches Leben und die Bekämpfung des Anmtisemitismus sind diese Buchvorstellungen, neben einer Ausstellung der Bilder von Halina Hildebrand und und einem Vortrag zum 7. Oktober meine Beiträge im Programm der 34. Jüdisch-Israelischen Kulturtage.

Tanya Raab hat in ihrem Buch “Shalom zusammen! Warum wir falsche Vorstellungen von jüdischem Leben haben und das gemeinsam ändern sollten” kräftig mit Klischees aufgeräumt. Tanya Raab ist so ganz anders, als die oberflächige Vorstellung, wie Juden sind. Tanya stammt aus der Ukraine und ist mit 3 Jahren mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. In Frankfurt/Oder ist sie aufgewachsen und hat ihre jüdische Identität entdeckt. Sie ist angehende Lehrerin für Deutsch und Russisch, hat eine 5jährige Tochter, trägte gerne eine regenbogenfarbene Kippa und eine Kette mit einem Davidstern auch im Fitnessstudio. Sie ist jüdische Aktivistin und Influenzerin und bekennend quer. In ihrem Buch räumt sie konsequent mit Vorurteilen auf, schildert Datingerfahrungen “Gibt es hier so was eigentlich noch?” wird sie gefragt, als sie erzählt, dass sie Jüdin ist. Antisemitismus hat sie erstmals bewusst in der Schule erlebt und beklagt, dass auch die deutsche Erinnerungskultur nicht immer hilfreich ist bei der Bekämpfung von Antisemitismus. 

Die ersten beiden Veranstaltungen haben wir gestern und heute gemeinsam durchgeführt – in Meiningen in der Galerie Ada und in der St. Elisabeth Berufsschule der Caritas. In beiden Fällen hatte sie ein ausgesprochen aufmerksames Publikum. In Meiningen mit 20 Teilnehmern eher die ältere Generation in der BBS 80 Berufsschülerinnen.

Ich freue mich, dass Tanya so ein ganz anderes Bild vermittelt, und ebenso, dass sie auch gute Eindrücke aus Erfurt mitnimmt. Nach der Buchvorstellung in der BBS habe ich ihr die Erfurter Altstadt und das Rathaus, vor allem aber die jüdischen Orte der UNESCO-Welterbestadt gezeigt und von der langen jüdischen Geschuchte erzählt. Seit über 900 Jahren gibt es jüdisches Leben in Thüringen. Ich bin gespannt, wie die Verstaltungen morgen Abend im jüdischen Kultur- und Gemeindezentrum und Sonntag in der Villa Mazur in Gera werden.

Bilder aus Meiningen und Erfurt