Anne Frank Ausstellung mit Peer Guides

Das Tagebuch der Anne Frank gehört zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des Holocaust und es macht seine Autorin möglicherweise zum weltweit bekanntesten Holocaust Opfer. Bücher in über 80 Sprachen, Filme und Ausstellungen widmen sich dem Leben von Anne Frank. Schulen und Straßen sind nach ihr benannt und es gibt zahlreiche Erinnerungsformen. Was macht vor diesem Hintergrund die Eröffnung der heutigen Ausstellung “Lasst mich ich selbst sein” in Erfurt so besonders?

Die Antwort ist, dass diese Ausstellung, die es bereits seit 2015 gibt, mit Peer Guides präsentiert wird. Junge Menschen die straffällig geworden sind begleiten Gruppen durch die Ausstellung. Sie wurden zuvor vom Anne Frank Zentrum zu Peer Guides ausgebildet.

Sehr gerne habe ich bei der heutigen Ausstellungseröffnung in den Geschäftsräumen des Vereins UNITYED ein Grußwort gehalten und bin mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Ausstellungseröffnung ins Gespräch gekommen.

Anne Frank ist nur ein Opfer von 6 Millionen ermordeten Juden. Ihr Name steht im Buch der Namen in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, in dem inzwischen rund 5 Millionen Namen und Biographien erfasst sind. Den Opfern des Holocaust zu gedenken ist eine fortwährende Aufgabe. Bei der Bekämpfung des heutigen Antisemitismus müssen wir jedoch unbedingt mehr an Wissen und Hintergründen vermitteln und zugleich die Empathie und das Mitgefühl junger Menschen stärken. Ich hoffe, dass das Projekt der Anne Frank Ausstellung dazu einen Beitrag leisten wird. Für vier Wochen wird die Ausstellung in Erfurt gezeigt und noch können freie Termine für Gruppenbesuche gebucht werden.

Bilder der Eröffnung

Schwarz-Weiß-Fotografie

Ich war und bin ein Fan der Bilder von Günter Rössler! Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen waren in allen Illustrierten und Monatszeitschriften der DDR zu finden. Seine Modebilder zierten über Jahrzehnte die Titelblätter und seine Aktbilder im Magazin oder in der Jugendzeitschrift “Neues Leben” waren legendär. 1984 widmete der Playboy Günter Rössler eine 11seitige Reportage und dies obwohl oder weil seine Bilder sich so sehr vom Hochglanzimage der Playboy-Aktbilder unterschieden.

Im Kunsthaus Apolda ist noch bis zum kommenden Wochenende eine Ausstellung mit vielen seiner Werke zu sehen. Glücklicherweise habe ich es heute noch rechtzeitig nach Apolda geschafft. Viele der Schwarz-Weiß-Bilder erinnern an eine vergangenen Zeit – bei den Bilder mit Aufnahmen von Porträts aus Bulgarien, Albanien oder Prag sind auch Hintergründe mit im Bild. Die Frauen-Porträts und Akte sind hingegen zeitlos und erst beim betrachten der Bildinformationen stellt man fest, dass Bilder von 1998 direkt neben Bildern von 1984 platziert und kaum zu unterscheiden sind. Bis zu seinem Tod hat Günter Rössler überwiegend auf Farben verzichtet (außer bei Modebildern) und seinen Bildern im Fotolabor selbst den letzten Schliff gegeben.

Für mich war die Ausstellung auch eine Zeitreise. Seit ich 12 bin fotografiere ich. Mit 14 habe ich mir ein eigenes Labor eingerichtet und die Filme selbst entwickelt. Bis heute mag ich lieber Porträts, als Landschaften und bis heute faszinieren mich schwarz-weiße Bilder. Meine alte Laborausrüstung inklusive des Axomat-Entwicklungsgerätes steht zwar noch in der Garage – aber seit rund 30 Jahren ungenutzt.

Allerdings hat sich in all den Jahren auch bei mir die Art der Fotografie sehr gewandelt. Lange habe ich mich gegen die Digitalfotografie gewehrt und analog fotografiert. Und auch bis vor sieben Jahren habe ich auf Reisen grundsätzlich die Spiegelreflexkamera mit mehreren Objektiven mitgeschleppt. Bei Sportaufnahmen und schlechtem Licht ist meine Sony auch unbestritten bessern, als die Mobilkamera vom Telefon. Aber allen Fotoformen gemein ist, dass es auf die richtige Motivwahl ankommt.

Bilder aus Apolda      

15 Jahre ezra

Vor 15 Jahren war ich als Beauftragter für das Zusammenleben der Generationen im Thüringer Sozialministerium auch für den Bereich der Antidiskriminierungsarbeit zuständig. Zu der Zeit begann die Arbeit von ezra und deshalb konnte heute in einer Festveranstaltung daran erinnert werden.

ezra ist mit inzwischen 10 Mitarbeitenden in ganz Thüringen für die Beratung und Begleitung von Menschen, die von rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt betroffen sind, zuständig. Danke für das kontinuierliche Engagement zu diesem Thema. Der bisherige Leiter Franz Zobel wurde heute verabschiedet und Theresa Lauß als neue Projektleitung begrüßt. Die Ostbeauftragte der Bundesregierung Frau Kaiser, Sozialministerin Frau Schenk und der Staatssekretär Herr Klein hielte Grußworte, in denen sie auf den fortwährenden Finanzierungsbedarf dieser wichtigen Arbeit verwiesen. Über 1.000 Menschen wurden in den zurückliegenden Jahren unterstützt.

Beim anschließenden Gedankenaustausch rückte schnell das Thema Antisemitismus in den Mittelpunkt. Ebenso wie der zunehmende Rechtsextremismus, macht uns der Antisemitismus Sorgen und der kommt aus allen Bereichen unserer Gesellschaft – rechten und linken Antisemitismus erleben wir genauso, wie muslimischen Antisemitismus. Ich werde mit ezra auch in Zukunft in diesem Bereich gerne zusammenarbeiten und ich bin dankbar für jeden Träger, der sich gegen Antisemitismus engagiert.

Bilder der Festveranstaltung 

Kooperation mit der Gedenkstätte Buchenwald

Die Gedenkstätte Buchenwald hat momentan, wie andere Gedenkstätten in Deutschland auch, mit den besonderen Herausforderungen des zunehmenden Antisemitismus zu kämpfen. Der stellvertretende Stiftungsdirektor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora Dr. Philipp Neumann-Thein berichtete mir bei meinem heutigen Besuch von der erheblich gestiegenen Aufwendungen für die Sicherheit und den Schutz der Gedenkstätte.

Im Umfeld des Gedenktages an die Befreiung des KZ Buchenwald stand die Gedenkstätte besonders im öffentlichen Blickpunkt, weil verschiedene Gruppierungen ihr kommen angekündigt hatten. Im Gegensatz zur übergroßen Mehrheit der Teilnehmer der offiziellen Gedenkveranstaltung (rund 900 Teilnehmer) wollten sie aber ihr eigenes politisches “Süppchen kochen” und vor allem mediale Aufmerksamkeit erlangen. Das dies den “Kufiyas in Buchenwald” und einigen anderen linken Gruppierungen nicht gelungen ist, hat auch mit einem umfangreichen Sicherheitskonzept zu tun.

Ein zweites Thema unseres Gesprächs war die Gedenkstättenarbeit mit Schulklassen. Angesichts vieler Anfragen von Schulklassen aus dem ganzen Bundesgebiet – das KZ Buchenwald ist bundesweit der bekannteste Gedenkort – kommen die Mitarbeiter der Gedenkstätte an Kapazitätsgrenzen. Um die Gruppen gut betreuen zu können, bedarf es nach unser beider Einschätzung eine intensive Vor- und Nachbereitung im Unterricht. Der Gedenkstättenbesuch kann nur nachhaltig wirken, wenn er sich nicht nur auf den offiziellen Programmteil beschränkt.

Ich bin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gedenkstätte außerordentlich dankbar für ihre engagierte Arbeit. Wir haben miteinander vereinbart, dass wir eng kooperieren wollen und in der zweiten Jahreshälfte auch gemeinsame Veranstaltungen anbieten wollen.

Yom Ha’atzmaut Sameach!

3000 Jahre alt und 78 Jahre jung – das ist Israel. Das wird heute trotz aller Widrigkeiten auch gefeiert. Heute ist Yom Ha’atzmaut. Eigentlich schon seit gestern Abend, denn jüdische Feiertage beginnen am Abend. Der Jahrestag der Gründung Israels dem jüdischen Kalender ist heute. Nach dem gregorianischen ist dieser erst am 14. Mai.

Solange es jüdisches Leben gibt, solange gibt es schon Ausgrenzung, Vertreibung und Antisemitismus. Nach dem Holocaust und der Staatsgründung Israels ist der Antisemitismus in den letzten 78 Jahren nicht geringer sondern größer geworden. Dies hat leider viel mit mangelndem Wissen über die Entstehungsgeschichte des Staates Israel zu tun. Israel ist nach dem Holocaust und in Konsequenz des Holocaust entstanden. Wenn es Israel zuvor gegeben hätten, hätte es den Holocaust in der Form mit 6 Millionen ermordeten Juden nicht gegeben. Der junge Staat Israel musste sich vom Tag seiner Gründung an verteidigen und hat dies erfolgreich getan. Wenn Israel einen der zahlreichen Kriege verloren hätte, würde es Israel heute nicht mehr geben, denn genau dies ist das erklärte Ziel einiger Nachbarn. Wer mehr zur Staatsgründung Israels wissen will, dem empfehle ich die Broschüre der Landeszentrale für politische Bildung.

Ich habe einen klaren Kompass. Ich stehe zu Israel. ich freue mich über die Existenz des Staates Israel und deshalb auch über eine heute von Hessen angekündigte Bundesratsinitiative. Im Mai wird im Bundesrat eine Verschärfung des Strafrechts diskutiert. Wer zur Vernichtung des Staates Israel aufruft, oder solche Aufrufe unterstützt, soll rechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Zugleich soll Antisemitismus stärker verfolgt und geahndet werden. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen Antisemitismusbeauftragten in Thüringen (es gibt sechs in öffentlichen Verwaltungen/Ministerien und Hochschulen/Universitäten) habe ich mich heute zu einer Besprechung getroffen und wir haben die Gesetzesinitiative ausdrücklich begrüßt.

Alles Gute zum heutigen Unabhängigkeitstag meinen israelischen Freundinnen und Freunden!

Empathie und Toleranz sind die Schlüssel

Auch bei seinem zweiten Besuch in Thüringen innerhalb der letzten vier Wochen ist Ahmad Mansour mit seinen Ausführungen auf breite Zustimmung des Publikums gestoßen. Auf Einladung er Friedrich Naumann Stiftung war er gestern Abend im Kaisersaal in Erfurt zu Gast. Wie bereits in Weimar waren rund 120 Gäste gekommen. Nach dem Einführungsvortrag von Ahmad Mansour konnte ich mit ihm, dem Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Reinhard Schramm und dem ehemaligen FDP-Landtagsabgeordneten Robert-Martin Montag über das Thema Antisemitismus, Iran und Israel unter Moderation von Elmar Otto (Funke Medien Gruppe) diskutieren.

Ahmad Mansour warb um Empathie und Toleranz – beides Fähigkeiten, die zunehmend verloren gegangen sind. Er sieht die Ursache dafür im Wesentlichen in veränderten Kommunikationsformen und hierbei insbesondere bei den sozialen Medien. Zuhören, Mitgefühl und auch das Ertragen von anderen Meinungen werden nicht automatisch in allen Elternhäusern vermittelt.

Beim Thema des Abends – dem zunehmenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft – kommen noch weitere Faktoren hinzu. Ich habe darauf hingewiesen, dass Bildungsdefizite über die Ursachen des Antisemitismus und der Entstehungsgeschichte des Staates Israel ursächlich für den israelbezogenen Antisemitismus sind. Fort- und Weiterbildungsangebote erreichen leider nur einen kleinen bereitwilligen Teil der Lehrer und der Bevölkerung, der übergroße Teil zieht seine Meinung aus dem Internet und damit sehr selektiv.

Wir waren uns im Podium einig, dass die Erinnerungs- und Gedenkkultur bzw. Holocaust Education alleine nicht ausreichend sind. Das Gedenken an die ermordeten 6 Millionen Juden sind leider noch keine hinreichende Antisemitismusprävention. Das Gedenken ist unverzichtbar, muss aber ergänzt werden um Bildungs- und Begegnungsangebote mit dem jüdischen Leben in der Gegenwart.

Am gestrigen Abend war der Saal voll mit Menschen, die zugehört haben und ihre Fragen gestellt haben. Viele von ihnen waren voller Zustimmung zu den Worten von Ahmad Mansour. Ich kann nur hoffen, dass sie diese Gedanken und Worte weitertragen, denn leider ist derzeit die breite (öffentliche und veröffentlichte) Meinung nicht nur im Internet deutlich schwieriger zu erreichen. Spätestens wenn sich ein geschlossenes Weltbild ausgeprägt hat, ist dies nahezu unmöglich.

Bilder des Abends   

Saisonhöhepunkt für unsere Nachwuchsteams

Während unser Bundesligateam schon in der Sommerpause ist, stehen für unsere Nachwuchsteams die Saisonhöhepunkte noch unmittelbar bevor. Gestern fand die Regionalmeisterschaft der U14 und der U18 in der gutbesuchten Halle am Sportgymnasium statt. Beide SWE-Teams erkämpften sich nach dem Thüringenmeistertitel den den Vize-Regionalmeistertitel und damit verbunden die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft (in Dachau und Paderborn). Unsere U18 stand gestern unter der Leitung von Rebekka Schneider, unserer Bundesliga Co-Trainerin. Ihr assistierten mit Lydia Stemmler und Lotte Goertz zwei Bundesligaspielerinnen.

Nach der U16 und der U20 sind wir nunmehr mit vier Teams bei den Deutschen Meisterschaften. Dies ist ausgesprochen erfreulich und macht uns stolz. Unsere gute Nachwuchsarbeit zahlt sich aus. Vielen Dank vor allem unseren Trainerinnen und Trainern!

Ja, wir haben in Erfurt mit dem Sportgymnasium und der guten Zusammenarbeit mit dem TVV den Vorteil, dass junge Talente von anderen Vereinen nach Erfurt kommen. Aber sie werden in unserer Vereinsstruktur aufgenommen und sehr gut betreut und trainiert. Diese intensive Nachwuchsarbeit war uns in der Vergangenheit wichtig und wird auch in Zukunft unsere wichtigste Säule sein.

Bilder von der Regionalmeisterschaft

Abschlusspräsentation New Yiddish Creativity

In dieser Woche konnte ich zwei Mal in der Other Music Academy (OMA) in Weimar zu Gast sein und habe dort ein ganz wunderbares Projekt junger Menschen erlebt. Schon seit vielen Jahres gibt es das Projekt Generation J.

Dabei feiern und leben jüdische und nichtjüdische junge Menschen die Vielfalt jüdischen Lebens mit Literatur, Musik, Jiddish-Sprachkursen und mehr. Das diesjährige zweiwöchige Programm fand in Weimar und Paris statt.

Heute Abend haben die rund 40 Teilnehmenden aus Frankreich, Polen und Deutschland ihre Projektergebnisse präsentiert. Begleitet und gestaltet wurden die zwei Projektwochen von 13 Künstlerinnen, Komponisten, Lehrerinnen und Lehrern und Referenten, die sich ebenfalls in das heuten Abschlussprogramm einbrachten. Neben der Vielfalt an künstlerischen Projekten, habe ich mich über die guten Gespräche sehr gefreut. Es werden sich daraus etliche Anknüpfungspunkte für meine Arbeit ergeben. Vielen Dank für einen sehr schönen Abend in Weimar. Vielen Dank Andreas Schmitges, ich freue mich jetzt schon auf Yiddish Summer Weimar 2026.

Bilder und Videos

Erstaunlich gute Resonanz

Zweifellos war die Stimmung schon besser. Politische Themen gibt es genug und Redebedarf auch, allerdings ist die Bereitschaft zu einem intensiven Dialog oft sehr gering. Insbesondere im Internet und da auf den diversen Social-Media-Kanälen geht es es konfrontativ und aggressiv zu. Ein Austausch ist da nur selten möglich.

Als CDU Kreisverband wählen wir deshalb immer noch die alte “Retro-Variante” des direkten Gesprächs an Infoständen. Heute auf der Schlösserbrücke ging es dabei ausgesprochen sachlich zu und wir haben neben kritischen Anmerkungen (von der Kommunal- bis zur Bundespolitik) auch Zuspruch bekommen.

Völkerverständigung mit Ester e.V.

Seit Ende letzten Jahres haben engagierte Menschen die Gründung des Vereins Ester e.V. voran getrieben und ich unterstütze als Mitglied des neuen Verein ausdrücklich. Anfang März haben wir den Verein gegründet und ich bin den beiden Initiatoren Pirusan Mahboob und Heinz-Jürgen Kronberg sehr dankbar für ihr Engagement. Die Myrte der Verständigung ist das Signet des neuen Vereins und die steht für den Ausgleich und die Verständigung zwischen den Religionen – Muslime, Christen und Juden.

Pirusan ist Exil-Iraner und lebt schon seit vielen Jahren in Thüringen. Seine persischen Wurzeln lassen ihn gerade jetzt sehr aufmerksam in den Nahen Osten schauen. Er weiß sehr gut, dass der gegenwärtige Krieg zwischen dem Iran, Israel und der USA keine Feindschaft der Völker ist, sondern die derzeit regierenden im Iran ihr Volk missbrauchen und aufhetzen. Wir werden natürlich die Konflikte nicht von Deutschland aus lösen, aber es ist uns wichtig ein Signal der Verständigung zu senden. Um uns darüber auszutauschen waren wir in dieser Woche bei der Jüdischen Landesgemeinde zum Gespräch. Der MDR hat den Besuch begleitet und daraus einen Beitrag für das Thüringen Journal gemacht.