Es war einmal ein Hamster

1978 gab es einmal einen Charthit, der sich mit der Polygamie von Hamstern beschäftige – allerdings auch das drohende Ende beschrieb. Inzwischen sieht die Lebenswirklichkeit von Hamstern dramatisch aus. Unabhängig davon, wie viele Hamsterfrauen ein Hamster hat, ist seine weitere Existenz bedroht. Feldhamster gibt sie nur noch in Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Und es gibt sie in Erfurt. Derzeit sind die Hamster zwar (hoffentlich) alle im Winterschlaf, aber sorgen trotzdem für Diskussionen.

In der vergangenen Woche bestätigte Oberbürgermeister Andreas Bausewein, dass der Errichtung des Schulcampus West an der Erfurter Blumenstraße eine dortige Feldhamsterpopulation im Weg steht. Rund 40 Hamster (geschätzt) müssten aufwändig umgesiedelt werden. Geschätzte Kosten von 2,5 Millionen Euro lassen diese Pläne völlig unrealistisch erscheinen. Da die Tiere aber streng geschützt und auf der Roten Liste stehen, ist damit schon das Ende der kommunalpolitischen „Fahnenstange“ erreicht.

Dennoch hat die Stadt nach Informationen der TA eine „Arbeitsgemeinschaft Masterplan Hamster“ gegründet, in der dieses Thema weiter beraten werden soll. Ich bin etwas erstaunt, mit welcher „Energie“ von Mitarbeitern der Verwaltung ein Thema beraten wird, für welches keine Lösung in Sicht ist. Für die CDU ist dies ein Zeitspiel, welches wir nicht wollen und auch nicht akzeptieren können. Der neue Schulstandort wird dringend benötigt. Eine jahrelange Diskussion, die den Baubeginn hinauszögert, spart der Stadt zwar in den nächsten Jahren Geld, dies aber auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler.

Ich habe den Eindruck, die Hamsterdiskussion ist für die Stadt der gelungene Anlass weiter auf Zeit zu spielen. Wer sich noch daran erinnern kann weiß, dass einst Fledermäuse dafür hergehalten haben, den Neubau der Südeinfahrt an den Tennisplätzen zu blockieren. Wir haben den Oberbürgermeister in einer Pressemitteilung aufgefordert sofort einen Alternativstandort für den Schulcampus West zu suchen und den Bau auf den Weg zu bringen.

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