Möglichkeit und Spinnerei…

Gestern Abend wurde ich am Rande der Stadtratssitzung darauf angesprochen und konnte mir nicht vorstellen, dass es solch einen Brief oder solch eine Idee auch nur gibt. Heute hat es sich aber bestätigt, dass die SPD-Kreisvorsitzende, immerhin auch Landtagsabgeordnete, tatsächlich an die demokratischen Erfurter Parteien geschrieben hat. In ihrem Brief aus der vergangenen Woche hat sie die Parteien aufgefordert ihre Oberbürgermeisterkandidaten zurückzuziehen, um die Chancen des SPD-Kandidaten im ersten Wahlgang (gegen die AfD) zu verbessern.

Wer dies für einen verfrühten Aprilscherz gehalten hat, sah sich getäuscht. Alle Parteien haben aber glücklicherweise diesen Unfug zurückgewiesen. Frau Klisch hat der Demokratie, aber wohl auch ihrem Oberbürgermeister damit einen Bärendienst erwiesen. Parteien (wohlgemerkt andere und nicht die eigene) aufzufordern demokratisch nominierte Bewerber zurückzuziehen, scheint mir in der bundesdeutsche Demokratie ein einmaliger Vorgang zu sein. Sie hätte es konsequenterweise bei ihrer eigenen Direktkandidatur für den Thüringer Landtag so halten können, oder den SPD MdB Schneider beim nächsten Mal gar nicht erst nominieren. Dies aber anderen Parteien zu empfehlen, ist ziemlich übergriffig.

Ob OB Bausewein von dieser Idee begeistert ist, darf bezweifelt werden. Schließlich gibt der Vorstoß seiner Kreisvorsitzenden den anderen Parteien die Gelegenheit zu erklären, dass der amtierende OB nach ihrer Einschätzung unfähig ist und abgewählt gehört. Vielleicht war das ja aber auch das Ziel des Vorstoßes – schließlich ist die herzliche Abneigung der beiden zueinander hinlänglich bekannt.

…und die Reaktion der Mitbewerber darauf in der TA 

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