So spät, wie noch nie…

Heute habe ich nun (endlich) die persönliche Wasserski- und Wakeboardsaison 2024 eröffnet und bin die ersten 15 Runden Wakeboard gefahren.

Ich kann mich nicht erinnern, dass dies einmal so spät war, aber die letzten Monate hat immer das Wetter nicht gepasst, oder es standen durch die Kommunalwahl Termine an. Auch die obligatorischen Pfingstferien mit meinen Söhnen in Kroatien sind in diesem Jahr entfallen.

Immerhin hat es auch in diesem Jahr heute an der “heimischen Anlage” am Erfurter Nordstrand prima geklappt. Wenn man etwas älter wird und sich das eine oder andere Gelenk hin und wieder meldet, ist man froh, wenn es trotzdem mit sportliche Aktivitäten geht. Aber sowohl Squash, als auch Wakeboard fahren sind bei mir gesetzt und so werde ich es wohl etwas ruhiger, aber immer wieder aufs Neue probieren. Ich hoffe, dass in den nächsten drei Monaten noch ausreichend Gelegenheit dafür sein wird.

Zeitreise

Ziemlich lange ist es inzwischen her, dass ich bei Skatturnieren mitgespielt habe. Es müssten fast 40 Jahre sein. Aber es gibt sie noch und unser Marbacher Karneval Club hat heute wieder einmal eins organisiert und dieses Mal konnte ich mitspielen.

Skat habe ich schon im Alter von 8 Jahren gelernt. Mein Vater, der leidenschaftlich gerne Skat gespielt hat, hat uns beiden Zwillingsbrüdern nicht ganz uneigennützig Skat schon früh beigebracht und folgerichtig wurde in nahezu jedem Campingurlaub bei schlechtem Wetter gespielt. Später waren wir dann auch regelmäßig beim Preisskat im Erfurt Haus der Lehrer dabei und zugleich war es bei uns ein Ritual, dass zwischen Weihnachten und Neujahr Familien-Skatturniere gespielt wurden. Bei unserem heutigen Turnier musste ich daran denken und auch daran, dass ich mit meinen Söhnen auch viel zu selten Skat spiele – die letzten Male bei Urlaubsreisen nach Kroatien, Amerika und Israel.

Gewonnen hat unser MKC-Turnier heute unser Vereinspräsident Frank Limberger knapp vor Mäcky, der dabei bewiesen hat, dass gute Skatspieler noch im hohen Alter mit 86 Jahren erfolgreich sind. Nach einer eher durchwachsenen ersten Runde mit 631 Punkten lief es bei mir in der zweiten Runde mit 1.4.84 Punkten optimal und ich habe es noch auf Platz 5 geschafft. Hat Spaß gemacht und wird wiederholt!

Bilder vom MKC-Skat

Reduzierung der Teilnehmerzahl in Stadt und Land

In zehn Wochen ist schon die Landtagswahl und in den nächsten zwei Wochen entscheidet sich welche Parteien dazu antreten werden. Der Landeswahlleiter und der Landeswahlausschuss prüfen dazu die eingereichten Unterlagen und entscheiden über die Zulassung. Heute gab es dazu den zweiten Schritt. Vor zwei Wochen endete die Frist, bis zu der sich die Parteien bewerben konnten. Gesetzt sind auf der Liste zunächst nur die Parteien, die im Bundestag oder einem Landtag sind.

Heute prüfte nun der Wahlausschuss die formalen Bedingungen der 10 gesetzten und 14 Interessenten. Dabei wurden drei Parteien aussortiert, weil sie keine ausreichende Struktur in Thüringen nachweisen können. Damit sind es 21, die bis Ende nächster Woche nun mindestens 1.000 Unterstützerunterschriften vorlegen müssen. Am 5. Juli entscheidet der Wahlausschuss final. Von den 10 gesetzten Parteien werden wohl mindestens 2-3 aussteigen. Weder die CSU noch der Südschleswiger Wählerverband und wohl auch nicht die Bürger in Wut werden in Thüringen antreten. Auch bei der anderen Gruppe traue ich nicht allen zu genügend Unterschriften beizubringen. Bei der letzten Landtagswahl waren es 16 kandidierende Pareteien. Ich schätze so viele werden es am 1. September auch sein.

In Erfurt hat sich nach der Kommunalwahl das Teilnehmerfeld an Fraktionen etwas übersichtzlicher sortiert. Zu Beginn der letzten Wahlperiode waren es 9 Fraktionen, dieses Mal werden es nur 6 sein. Drei einzelne Stadträtinnen und Stadträte waren beim letzten Mal noch in Fraktionstärke dabei und sind jetzt Solisten, weil sie die neinzigen Vertreter der Piraten, FDP und Freien Wähler sind. Allerdings wollen zumindest zwei keine Solisten bleiben. Der Pirat ging zur SPD, die jetzt den passenden namen SPD/Piraten trägt. Peter Stampf ging zurück in seine alte “politische Heimat” zu den Linken. Ganz neu ist dies für ihn nicht – 2009 hat er die linke Fraktion verlassen, die ihn danach zum Mandatsverzicht aufforderten.

Nur die FDP-Frau Handke ist noch nicht fündig geworden. Am 14. August sollen die Ausschussbesetzungen gewählt werden. Mal sehen, was sich bis dahin noch tut.

Fußball EM – es läuft!

Auch das zweite Vorundenspiel bei der Fußball EM endete mit einem Sieg. Beim Public Viewing der Funke Medien Gruppe war die Stimmung beim 2:0 über Ungarn bestens. Der prominente Gast des Abends Fredi Bobic kommentierte vor dem Spiel und in der Halbzeitpause in Gesprächsrunden mit dem TA-Sportreporter Marco Alles.

Eines der bekanntesten Zitate des Europameisters von 1996 ist “Man muss nicht alles so schlecht reden, wie es war” passte gestern Abend nicht. Die deutsche Mannschaft hat solide gespielt und die Ungarn auf Distanz gehalten. Jetzt richtet sich schon der Blick auf das letzte Vorrundenspiel am Somnntag gegen die Schweiz. Die Achtelfinalqualifikation ist bereits klar – jetzt geht es um den Gruppensieg.

Allerdings werden da auch Erinnerungen wach. Übermorgen ist es genau 50 Jahre her. Am 22. Juni 1974 spielte die Bundesrepublik Deutschland gegen die DDR und es ging im letzten Vorrundenspiel der WM um den Gruppensieg. Das Spiel ist inzwischen Sportgeschichte und bis heute ein Politikum. Die LZT hat zum 50jährigen Jubiläum eine Broschüre in ihrer Reihe “Die Geschichte hinter dem Bild” herausgegeben. “Ein Tor für die deutsche Fußballgeschichte – Jürgen Sparwassers 1:0” beleuchtet alles was sich vor, während und nach dem Spiel abgespielt hat. Zu bestellen ist die Broschüre kostenfrei über die Homepage der LZT.

Erinnerungsort für die Opfer des NSU-Terrors

Die Mord- und Terrorserie des  echtsextremen NSU erinnert in dieser Länge und Brutalität an den linksextremen RAF-Terror der 70ger Jahre. Auf diese Verbinung bezogen sich gestern Redner bei der Einweihung des Erinnerungsortes für die Opfer vor dem Thüringer Landtag.

Bei dem Gedenkakt, der wetterbedingt im Plenarsaal stattfand, standen die Angehörigen im Mittelpunkt. Das Denkmal auf dem Beethovenplatz trägt den Titel Schattenwurf. Die Namen der Opfer sind in die Dachplatten eingearbeitet. Bei Sonnenschein ist ihr Schatten auf dem Boden zu lesen und an den tragenden Säulen der Konstruktion sind die Geschichten der Opfer erzählt. Per QR-Code sind auch die Versäumnisse bei der Aufklärung nachlesbar.

Sitz im Landtag

Für die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer ist ein Sitz im Landtag nach der Wahl in zehn Wochen das Ziel. Ich erinnere mich noch daran, wie man auf dem Mobiliar sitzt, auch wenn dies für mich schon wieder 15 Jahre her ist. Gestern hatte ich aber wieder einen fest zugeordneten Sitzplatz im Plenarsaal – allerdings nur Veranstaltungsbezogen.

Im Thüringer Landtag wurden die Abiturpreise Sozialkunde und der Lehrersozialkundepreis verliehen. Die Landeszentrale für politische Bildung hat dies, wie in den vergangenen Jahren, mit Sachpreisen unterstützt. Ich finde das hohe Engagement von Lehrerinnen und Lehrern für “ihr Fach” immer wieder bemerkenswert und die daraus erwachsenden Abiturarbeiten beachtlich. Im Anschluss an die vormittägliche Diskussionsrunde mit Schülerinnen und Schülern im Rathaus bestärkt dies meinen Eindruck, dass die junge Generation alles andere als politisch desinteressiert ist.

Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern! Ich war gerne dazu einmal wieder im Landtag.

Kommunalpolitik vorgestellt

Erfreulicherweise gibt es auch nach den Kommunalwahlen noch Interesse an der Kommunalpolitik 😉

Heute waren 40 Schülerinnen und Schüler des Erfurter Hannah-Arendt-Gymnasiums im Rathaus zu Gast und ich habe ihnen gerne die etwas ältere Stadtgeschichte (bis zum Neubau des Rathauses im Jahr 1882) anhand der Bilder im Festsaal erklärt. Danach hatten wir im Ratssitzungssaal noch eine Stunde Zeit, um über kommunalpolitische Themen zu diskutieren.

Obwohl die Schülerinnen und Schüler kurz vor den Sommerferien standen und draußen schon der Sonnenschein zur folgenden Beachvolleyball-Runde einlud, waren sie ausgesprochen interessiert. Sie hatten konkrete Nachfragen mitgebracht, insbesondere zur Frage, wie die Fraktionen miteinander umgehen und was die Schwerpunkte für die jetzt beginnende neue Wahlperiode sind. Für ist dies nach wie vor die dringend notwendige Schulsanierung und deren Finanzierung.

Gedenken an den Volksaufstand am 17. Juni 1953

Leider ist der 17. Juni und seine Geschichte in den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so präsent, wie er sein sollte. Im vergangenen Jahr jährte sich der Volksaufstand in der DDR zum 70. Mal. In diesem Jahr zum unrunden Jahrestag waren es deutlich weniger interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Gedenkveranstaltung in der Andreasstraße. Wir waren zwar als Erfurter CDU mit unserer Europa- und Bundestagsabgeordneten sowie unserem Kreisvorsitzenden und mir als Stadtratsvorsitzenden dabei, aber das war es dann auch auch schon mit dem Interesse aus der Politik. Ich finde dieses zurückgehende Interesse bedenklich.

Gerd Krambehr umrahmte heute die Veranstaltung mit mehreren Liedern und Vertreterinnen und Vertreter des Freiheit e.V. und der Gedenkstätte Andreasstraße gingen auf Schicksale von Inhaftierten und Stasi-Opfern ein. Die Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Erfurt war für viele der Zeitzeugen des 17. Juni 1953 trauriger Startpunkt ihrer Verfolgung und langjähriger Haftstrafen. Ich finde es wichtig, dass wir Zeitzeugen von damals noch hören und sprechen können. Ich finde es schade, dass medial davon nicht mehr viel zu hören ist.

Drei Monate Wahlkampf abgeschlossen

Vor dreienhalb Monaten haben wir uns mit den nomierten Kandidatinnen und Kandiddaten der CDU Erfurt zu einem Kandidaten-Workshop im Waldcasino getzroffen. Damals haben wir über die Wahlkampfplanung, Plakat- und Flyergestaltung und über den Ablauf des Wahlkampfes gesprochen. Wenn damals jemand gesagt hätte, dass wir bei den Kommunalwahlen als stärkste Fraktion und mit Andreas Horn als Oberbürgermeister abschließen, hätten es die wenigsten geglaubt.

Ich habe gestern Abend daran gedacht, als wir uns zur ersten größeren Mitgliederversammlung wieder im Waldcasino getroffen haben. Unseren 50 Kandidatinnen und Kandidaten gebührt ebenso Dank, wie unseren Mitgliedern. Wir hatten eine einheitliche Werbelinie, wir hatten ein klares Ziel und wir haben gemeinsam gekämpft. Genau damit können wir auch in 10 Wochen bei der Landtagswahl erfolgreich sein!

Avi Primor zu Gast in Erfurt

Avi Primor war in den 90ger Jahren israelischer Botschafter in Deutschland. Seit dieser Zeit kenne ich ihn von verschiedenen Veranstaltungen. Gestern Abend hat er sein neues Buch “Bedrohtes Israel” vor 175 interessierten Gästen vorgestellt. Die Veranstaltung fand in Kooperation von LZT, ERFURTER HERBSTLESE, Deutsch-Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Erfurt, Jüdische Landesgemeinde Thüringen, Jüdisch-Israelische Kulturtage Thüringen und der Kaufmänner Gesellschaft e.V. in der Erfurter Kaufmannskirche statt und wurde von Blanca Weber moderiert.

Seine Einschätzung zu den Handlungsoptionen der israelischen Regierung und zu den Zukunftsaussichten einer Zwei-Staaten-Lösung teile ich nur sehr eingeschränkt. Ich glaube (leider) im Gegensatz zu Avi Primor nicht, dass die Mehrheit der Palästinenser eine Zwei-Staaten-Lösung will. Die Gelegenheit dazu bestand mehrfach, wurde aber immer wieder von der Hamas und auch von Israelis verhindert. Ich glaube auch nicht, dass die Fatah die Verantwortung in Gaza bekommen sollte. Bis 2005 hatte sie diese und wurde dann teils gewaltsam von der Hamas abgelöst. Ohne dass die Hamas entwaffnet und ihr militärischer Arm vernichtet wird, wird in Gaza (egal unter welcher Verantwortung) kein Frieden einziehen. Avi Primor lehnt die israelische Regierung in Gänze ab. Allerdings ist diese demokratisch gewählt und Niemand weiß, was bei Neuwahlen raus kommt. Mir hat insbesondere der Blick auf den 7. Oktober gefehlt. Keine israelische Regierung hätte in Reaktion auf die Verbrechen der Hamas eine andere Handlungsoption gehabt.

Der Abend bot viel Nachdenkenswertes und war trotz meiner persönlich abweichenden Meinung ein ausgesprochen interessanter Vortragsabend in der Kaufmannskirche in Erfurt.

Vielen Dank für die Bilder des Abends an Alice End.

Bilder des Abends