Blogeinträge

Kufiyas sind unerwünscht…

…und dabei geht es weniger um das Stück Stoff, sondern um die antisemitischen Gedanken dahinter! In Weimar sind heute erfreulicherweise über 200 Menschen der Einladung der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft gefolgt und haben Flagge für Israel und gegen Antisemitismus gezeigt. Die ursprünglich von einer sogenannten “Kufiyas in Buchenwald” geplante Provokation auf dem Gedenkstättengelände wurde von der Gedenkstättenleitung und den Gerichten eine klare Absage erteilt. Stattdessen hätten die “Kufiyas” als Angebot der Stadt auf dem Theaterplatz auftreten können. Mangels Masse fand dort allerdings am Sonntag gar nichts statt – nur knapp 20 Kufiyas-begeisterten Menschen waren nach Weimar gereist…

Bei unserer Veranstaltung haben wir deutlich Position bezogen und ich bin dankbar für die Unterstützung, die wir als DIG aus Bayern, NRW, Berlin und vielen anderen Regionen gekommen haben. Ich habe bei der Begrüßung daran erinnert, dass mit der Befreiung des KZ Buchenwald am 11. April 1945 die Hoffnung einher ging, dass Antisemitismus nie wieder einen Platz in Weimar und Buchenwald haben wird. Dem Versuch der Kufiya-Demonstranten ihren Hass auf Israel und ihren Antisemitismus auf die Gräber der Opfer von Buchenwald zu tragen, wird von uns immer heftigen W§iderspruch erfahren.   

Vielen Dank für die Initiative zu der Demonstration an Johannes Loesch. Innenminister Georg Mayer, Karolin Preisler, Volker Beck, Michael Hose, MdB, und Sascha Stawski haben gesprochen und verfolgt wurde das Ganze von einer größeren Medienschar.

MDR Thüringen Journal

Presse Ruhrbarone

Pressebericht epd

Jüdisches Leben in NRW

27.000 jüdische Menschen leben in NRW in 22 Gemeinden. Mit 15.000 Mitgliedern ist der Landesverband der jüdischen Gemeinden NRW der größte Landesverband in Deutschland. Zahlreiche Synagogen gibt es im Ruhrgebiet.

Die Synagoge in Essen konnte ich schon vor einigen Jahren kennenlernen und ich den letzten Tagen auch die Synagoge in Düsseldorf und Duisburg. In Düsseldorf haben rund 7.000 – 8.000 Gemeindemitglieder ihre Heimatsynagoge am Paul-Spiegel-Platz. 1956 wurde die Synagoge nach dem Neubau eingeweiht.

Nachdenklich hat mich aber gemacht, welch großer Sicherheitsaufwand betrieben werden muss, um die Synagoge zu sichern. Leider ist inzwischen die Sicherheit jüdischer Einrichtungen keine Selbstverständlichkeit mehr.

Pressemitteilung des Vereins “Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis

Jüdisches Leben sichtbar machen

Im Bundesland Thüringen leben bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 2,1 Millionen Menschen nur 680 Jüdinnen und Juden. Trotz dieser geringen Zahl ist der Antisemitismus in Thüringen ein großes Problem.

Nach dem sogenannten „Thüringen-Monitor“ sind antisemitische Einstellungen verbreitet und nehme nach dem 7. Oktober 2023 zu. Unter dem Stichwort „Antizionismus“ wird nicht selten das Existenzrecht des Staates Israel in Frage gestellt.

Michael Panse, der Beauftragte der thüringischen Landesregierung für jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus, führt dies unter anderem auf die besondere Nähe der DDR-Politik zu den arabischen Staaten zurück, in denen die Ablehnung Israels fest verankert sei. Auch das Selbstverständnis der DDR als „antifaschistischer Staat“ habe eine Aufarbeitung der NS-Verbrechen erschwert.

„Wir haben bisher nicht genug gegen den Antisemitismus getan“, sagte Michael Panse. Er informierte in der Synagoge Abterode über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde in Thüringen nach dem Holocaust. Nur sehr wenige Jüdinnen und Juden blieben nach 1945 in Thüringen. Durch die Zuwanderung von Juden aus Russland und Osteuropa stieg die Zahl vorübergehend an, ist aber inzwischen wieder stark rückläufig.

Das Bundesland Thüringen möchte dennoch jüdisches Leben sichtbar machen. Dies geschieht vor allem auf dem Weg der Kulturförderung, etwa durch die jüdisch-israelischen Kulturtage, das Achava-Festival und den „Yiddisch Summer“.

In einem Vorgespräch mit dem Vorstand der Freundinnen und Freunden jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis wurden auch Möglichkeiten einer Kooperation im Kulturbereich erörtert. Panse forderte darüber hinaus eine stärkere Antisemitismus-Prävention in den Schulen, die nicht erst mit dem 10. Schuljahr beginnen dürfe. Auch in der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte müsse mehr geschehen.

Engagement für jüdisches Leben im Werra-Meißner-Kreis

Der zunehmende Antisemtismus in unserer Gesellschaft ist frustrierend und sorgt regelmäßig für ernüchternde Befunde. Um so mehr freut es mich, wenn es Erlebnisse wie heute Abend im Werra-Meißner-Kreis gibt. Vom Verein “Freundinnen und Freunde jüdischen Lebens im Werra-Meißner-Kreis e.V.” war ich in die Synagoge nach Abterode eingeladen. In der dortigen Synagoge, die 1871 erbaut wurde, gibt es einen Lern- und Gedenkort, der vom Verein mit Leben gefüllt wird.

Vor einigen Wochen habe ich bei einer Ausstellungseröffnung in Mühlhausen die engagierten Vorstandsmitglieder kennengelernt und spontan zugesagt, zu einem Vortrag über jüdisches Leben in Thüringen und die aktuelle Entwicklung des Antisemitismus nach Abterode zu kommen. Ausgesprochen begeistert war ich sowohl vom Gebäude, als auch dem Engagement des Vereins. Die alte Synagoge wurde glücklicherweise während der Nazizeit nicht zerstört und wurde bis 1992 als Lager der Raiffeisenbank genutzt. Nach der umfassenden Sanierung, wurde in der 1. Etage der Synagoge der Lern- und Erinnerungsort geschaffen und im Erdgeschoss ein kleiner Dorfgemeinschaftsladen. Es gibt heute keine Jüdische Gemeinde mehr in Abterode, aber die Synagoge mitten im Ort ist wieder zu einem Mittelpunkt in der Dorfgemeinschaft geworden.

In meinem Vortrag habe ich sowohl über die Entwicklung jüdischen Lebens in Thüringen in den letzten 900 Jahren im Allegemeinen, als auch die jüngere Entwicklung zu DDR-Zeiten und nach der Wende gesprochen. Ein zweiter großer Teil meines Vortrages drehte sich um die aktuelle Entwicklung des Antisemitismus und die Handlungsoptionen dagegen. Bildungs- und Begegnungsarbeit ist nach meiner Auffassung der wichtigste Schlüssel zur Bekämpfung von Antisemitismus. Dabei ist es wichtig sich zu vernetzen und von Erfahrungen anderer zu lernen. Mit den Freunden im Werra-Meißner-Kreis habe ich vereinbart im Kontakt zu bleiben und sie auch regelmäßig zu informieren, wenn wir Veranstaltungen in Mühlhausen oder Eisenach durchführen.

Bilder der Synagoge Abterode

Kein Erinnerungsmissbrauch!

Am kommenden Wochenende wird in Buchenwald und am Montag auch in Mittelbau-Dora der Opfer der in diesem beiden Konzentrationslagern ermordeten Menschen gedacht. Anlass dafür ist der 81. Jahrestag der Befreiung der beiden Lager.

Wer nun geglaubt hat, dass man sich auf den Konsens des Gedenkens und der Erinnerung an diesem Ort verständigen könnte, sieht sich getäuscht. Seit Wochen ruft eine ausgesprochen dubiose Gruppierung aus dem (vermutlich) linken Spektrum zu einer Demonstration auf dem Lagergelände unter dem Titel “Kufiyas in Buchenwald” auf. Nicht etwa um im Konzentrationslager ermordeter Palästinenser zu gedenken, sondern um den Protest gegen Israel und ihren kaum verhohlenen Antisemitismus auf das Lagergelände zu tragen.

Schon vor einigen Wochen habe ich mich dazu deutlich ablehnend artikuliert und gemeinsam mit der Jüdischen Landesgemeinde und vielen jüdischen Organisationen eine Stellungnahme verfasst. Hass und Hetze dürfen in Buchenwald keinen Platz haben – nie wieder! Zwischenzeitlich wurde die Protestdemo der Kufiya-Fans auf dem Lagergelände untersagt. Nun gibt es  eine angemeldete Demonstration von ihnen auf dem Theaterplatz.

Auf dem Goetheplatz werden sich am Sonntag hoffentlich hingegen viele Menschen mit israelischen Fahnen versammeln. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft hat eine Gegendemo angemeldet und wir helfen als DIG Erfurt bei der Vorbereitung. Gemeinsam mit unserem Vorsitzenden Matthias Tarwitz werde ich zu Beginn der Gegendemo ab 11:30 Uhr) auch auf der Bühne stehen und einige Worte sprechen.

Happy Passover and Happy Easter!

In meinem Büro hängt ein Kalender, der sowohl die christlichen, als auch die jüdischen Feiertage enthält. Er erklärt zugleich die Feiertage und damit ist trotz zeitlicher Nähe auch klar, wie die unterschiedliche Bedeutung ist. Chanukka und Weihnachten können zwar auf einen Tag fallen – sind dennoch aber zwei ganz unterschiedliche Feste.

Genauso ist es mit dem Pessach-Fest und Ostern. In diesem Jahr fällt das siebentägige (in der Diaspora achtägige) Pessachfest wieder (wie zumeist) mit den Ostertagen zusammen. Ich kann mich daran erinnern, dass wir 2019 dies eeindrucksvoll in Jerusalem erlebt haben (dort ist das Foto entstanden).

Während die Christen an den Tod Jesu erinnern und die Auferstehung feiern, feiern die Juden den Auszug aus Ägypten. Der Zusammenhang beider Feste ergibt sich aus dem letzten Abendmahl Jesu. Er feierte es mit den Jüngern am Sederabend und war zuvor am Palmsonntag nach Jerusalem gekommen. Das Pessachfest steht für die Befreiung der Juden aus Ägypten und der Tod Jesu für die Erlösung bzw. Befreiung von Sünden.

Ich wünsche all meinen Freundinnen und Freunden Pessach Sameach und Gesegnete Ostern! Sowie allen gemeinsam Chag Sameach!

Erinnerung und Prävention

Die dritte Schulstation des Projekts gegen Antisemitismus und der Erinnerung an im Holocaust ermordete jüdische Komponisten war heute Vormittag das Erfurter Sportgymnasium. Anschließend waren wir zur vierten Station in der Waldorfschule Erfurt. Das Projekt, welches ich als Beauftragter der Landeregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus begleiten darf, ist eine ganz wunderbare Intitiative.

Das Musikprojekt knüpft an die Zeitzeugengespräche an, die wir früher mit Überlebenden des Holocaust an Schulen durchgeführt haben. Inzwischen sind leider nur noch wenige Zeitzeugen am Leben und auch die sind in einem hohen Alter. Es ist nun also die Aufgabe derjenigen, die zu Zeugen der Zeitzeugen geworden sind weil sie ihrer Geschichte zugehört haben, dies an nachfolgende Generationen weiterzugeben.

Eileen Sprock, Seohyun Lee, Valerie Hartling und Emelie Steimetz, alle vier Studentinnen der Hochschule Franz Liszt in Weimar, möchten die Erinnerung an Kompositionen von Pavel Haas, Erwin Schulhoff und Viktor Ullmann wach halten und ein Signal gegen Antisemitismus setzen. Die drei jüdischen Komponisten wurden im Holocaust von den Nazis ermordet. Zuvor waren Pavel Haas und Viktor Ullmann im Ghetto Theresienstadt und Erwin Schulhoff auf der Festung Würzburg deportiert.

Ihre Kompositionen sind glücklicherweise erhalten geblieben. Eileen Sprock und ihre Freundinnen möchten diese Musik weitertragen und als Gesprächsbrücke nutzen, um neben der Erinnerung an die Komponisten auch Antisemtismusprävention zu leisten. Mit diesem Anliegen hat mich Eileen Sprock vor einigen Monaten angesprochen und um Unterstützung gebeten. Sehr gerne unterstütze ich natürlich dieses Projekt und habe bei der Organisation und Durchführung geholfen. Mir war es dabei ein Anliegen zu und mit den Schülerinnen und Schülern zu sprechen – über den Holocaust und über den heute wieder zunehmenden Antisemitismus. An allen vier Schulen, die wir bis jetzt besucht haben, sind wir auf aufmerksame und interessierte Schülerinnen und Schüler gestoßen. Ich hoffe, dass dieses Projekt bei den Schülerinnen und Schülern auch das Interesse weckt, sich mit jüdischem Leben und jüdischer Kultur heute auseinanderzusetzen. Ich danke ausdrücklich den Schulleiterinnen und Schulleitern, sowie den Lehrerinnen und Lehrern, die uns den Zugang zu ihren Schulen und Schülerinnen und Schülern ermöglicht haben.

Bilder des Musikprojekts

#Gamechanger

Die Olympischen Winterspiele sind uns sicher allen noch in Erinnerung. Wir haben mit unseren Sportlerinnen und Sportlern gehofft und Daumen gedrückt. Leider sind nicht alle Medaillenträume Realität geworden. Aber insbesondere die Thüringer Kufensportfamilie hatte viel Grund zum jubeln und dies haben wir vor Ort an der Bahn auch getan. Ich erinnere mich sehr gerne an die Erlebnisse in Cortina.

Gestern Abend waren diese Erinnerungen wieder ganz nah. Die Thüringer Landesregierung hatte zwei Mal eingeladen, um die Olympiahelden zu feiern. Am Nachmittag waren 1.000 Schülerinnen und Schüler (allein 200 Kids der Black Dragons) im Parksaal der Multifunktionsarena und erlebten die Thüringer #gamechanger der Olympischen Spiele. Am Abend wurde es dann festlich. Im Erfurter Kaisersaal tauschten die Sportlerinnen und Sportler die Sportbekleidung mit den Abendkleidern und Anzügen und unsere Olympioniken standen zu ihrer hochverdienten Ehrung auf der Bühne. Ein schöner und angemessener Abend der Ehrungen bezog auch Trainer, Ärzte und die Mechaniker des Olympiateams mit ein.

Bilder der #gamechanger

Sommerzeit nur auf der Uhr

Offizieller Frühlingsbeginn war schon in der vergangenen Woche  und seit heute ist sogar wieder Sommerzeit. Allerdings sind die Temperaturen alles andere als frühlingshaft und selbst zum Motorrad fahren zu frisch.

Das Wochenende war daher von sportlichen Aktivitäten (indoor) im Fintnessstudio geprägt und von der Vorbereitung der Terrasse auf die Sommernutzungsperiode (Heckenschnitt war mal wieder fällig).

Wer zur Zeit einen tollen Ort für Frühlingsfotos sucht, wird im Brühl fündig. Wie in jedem Jahr blühen dort zahlreiche Kirschbäume und locken Fotografen und Modells an. Ich wünsche allen eine gute (durch Ostern verkürzte) Woche und nächstes Wochenende etwas höhere Temperaturen.

Sei a Mensch – Fotografien von Halina Hildebrand – Ausstellung bis 30. April 2026

Die Bibliothek zeigt bis 30. April in der GeraTHek ausgewählte Fotografien von Halina Hildebrand, die in Israel nach dem 7. Oktober 2023 entstanden. Der Ausstellungstitel „Sei a Mensch“ erinnert dabei an Worte der im letzten Jahr verstorbenen Holocaustüberlebenden Margot Friedländer.

Michael Panse, Beauftragter der Thüringer Landesregierung für Jüdisches Leben und die Bekämpfung des Antisemitismus, verwies darauf zur Ausstellungseröffnung im Rahmen der Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen. Gleichzeitig betonte er die Aktualität der Aussage hinter den Bildern auch zweieinhalb Jahre später.

Die Ausstellung entstand 2023/24 und war bereits zwei Mal in Erfurt, Meinigen und Mühlhausen zu sehen. In der Geraer Bibliothek werden Teile der ursprünglichen Ausstellung präsentiert; ein Begleittext, den man an der Servicetheke erhalten kann, bietet zusätzliche Informationen zu den Bildern. Zu sehen sind zerstörte Wohnhäuser, aufgetürmte Autowracks, Menschen mit leeren, ohnmächtigen Gesichtern – Momentaufnahmen aus einem verwundeten Land. „In einer Zeit, in der Vorurteile oft die Wahrnehmung verzerren, sucht meine Arbeit danach, eine Brücke zu schlagen und das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Mitgefühl und Empathie wichtige Werkzeuge für den Abbau von Feindseligkeiten und Missverständnissen sind.“, so Halina Hildebrand.

Zu sehen ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Bibliothek. Der Eintritt ist frei.

Für die Kinderbibliothek überreichte Michael Panse das Buch „Dora Feigenbaum“ von Nora Düwell. Es ist das erste Kinderbuch, das sowohl gegenwärtiges jüdisches Leben als auch Antisemitismuserfahrungen in Leipzig aus jüdischer Perspektive kindgerecht thematisiert.