Da stand der Block
Regelmäßig bin ich in Dresden – früher meist nur zum Volleyball, später wenn wir zum Familienbesuch beim Sohn meiner Lebensgefährtin sind und jetzt auch weil mein Sohn in Dresden studiert. Insofern kann ich mich damit trösten, dass auch sportlich weniger erfolgreiche Wochenenden immer noch die Reise nach Sachsen wert sind.
Normalerweise sind wir in Dresden auch mit einem größeren Fanblock, aber dieses Mal waren es coronabedingt nur fünf Begleiter für unsere Damen von Schwarz-Weiß Erfurt – die natürlich alle einen Coronaschnelltest absolviert haben, bevor es in die Margon-Arena ging. Nachfolgend der Spielbericht von der Homepage Schwarz-Weiß Erfurt:
“Keine Punkte und auch keinen Satzgewinn gab es für die Damen von Schwarz-Weiß Erfurt beim Topteam Dresdner SC am Samstagabend. Der Favorit setzte sich letztlich ungefährdet mit 3:0 (19, 20, 21) durch.
Die Analysen von Trainer Dirk Sauermann nach den letzten Partien ähneln sich. Gut gekämpft, gut mitgehalten, wenige Wechseloptionen im kleinen und stets von Verletzungen dezimierten Kader, Gegner, die effizienter im Angriff sind, lauten die Merkmale, welche die Begegnungen seiner Damen kennzeichnen. Sowohl im Pokalspiel in Stuttgart als auch im Kampf um Punkte in Schwerin, gegen Vilsbiburg und jetzt in Dresden gab es nichts Zählbares – auch nicht ein kleines Erfolgserlebnis in Form eines Satzgewinnes. Dabei ist ihm anzumerken, dass er seinen Spielerinnen so sehr ein Positiverlebnis wünscht. Mit Ausnahme der Heimniederlage gegen Vilsbiburg, besteht allerdings auch nicht die Notwendigkeit, die Unterlegenheit der Thüringerinnen zu dramatisieren.
Auch nicht nach dem 0:3 in Dresden, wo Alexander Waibl einigen seiner Spielerinnen Einsatzzeiten gab, die sonst nicht so häufig auf dem Spielfeld stehen. Wenn man vom „zweiten Anzug“ beim DSC spricht, dann ist keineswegs von deutlich minderer Spielerqualität gegenüber dem Stammsechser die Rede, lediglich von etwas weniger Erfahrung. Dass dieser „zweite Anzug“ trotzdem gut passt, zeigten die DSC-Damen im mitteldeutschen Duell am frühen Samstagabend. Zwar mühte sich Schwarz-Weiß in allen drei Sätzen und steckte nie auf, was mit insgesamt respektablen 60 Satzpunkten und somit einem 20er Schnitt belohnt wurde. Für mehr reichte es an diesem Abend aber nicht, weil der Favorit stets Herr des Geschehens war und immer eine leichte Distanz zum Gast aufrechterhielt.
Die Nachrichten vor der Partie waren auf Erfurter Seite sowohl positiven als auch negativen Formates. Während sich Madeline Palmer nach ihrer Fingerverletzung gut getapet wieder einsatzbereit meldete, fiel Zuspielerin Meghan Barthel kurzfristig aus. Im abendlichen Freitagstraining verletzte sich die 20-jährige am Oberschenkel. Eine genauere Diagnose soll am Montag durch Mannschaftsarzt Dr. Lars Irlenbusch gestellt werden. Somit fehlte Dirk Sauermann seine bisher oft nutzbringende Wechselalternative am Regiepult.
Doch so richtig hadern will Erfurts Trainer nicht. Er versucht, auch wenn es ihm hörbar nicht so ganz leichtfällt, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Zwar hofft er noch auf personelle Verstärkung, ob diese aber kommt, ist weiterhin offen. Der Blick geht schon zum nächsten Kontrahenten. Am kommenden Samstag ist der verlustpunktfreie Spitzenreiter Allianz MTV Stuttgart im Erfurter Rieth zu Gast. Gut möglich, dass sich Dirk Sauermanns Spielanalyse dann wiederholt. (StS)”
Bilder aus Dresden
Die Broschüre der bpb
Gestern hat die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten, wie es mit den Corona-Einschränkungen bis Weihnachten weiter gehen soll. Sicher hat jeder dazu eine sehr persönliche Meinung. Meine ist, dass die Einschränkungen leider notwendig sind.
Es ist ärgerlich, dass viele Einrichtungen geschlossen sind – Gaststätten, Weihnachtsmärkte, Kinos und Fitnessstudios, um nur einige zu benennen. Es ist schwer vermittelbar, dass auch nahezu der gesamte Sport zum erliegen kommt. Aber dies dient alles dazu, Infektionsketten zu unterbrechen. Es gibt Menschen, die ihren Unmut darüber artikulieren und protestieren und dafür habe ich Verständnis. Kein Verständnis habe ich für die Menschen, die sich weigern Masken zu tragen und dazu Verschwörungsgeschichten erzählen. Gestern in Hildburghausen – deutschlandweit trauriger Spitzenreiter bei den Infektionen – war das gestern wieder bei besorgten Demonstranten zu sehen.
Mag sein, dass es Menschen gibt, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können. Die haben dann zwar ein Attest, müssen es aber an Orten, wo Maskenpflicht besteht vorweisen. Ich kenne inzwischen etliche, deren Atteste von irgendwelchen Heilpraktikern stammen und/oder ohne eine triftige Diagnose sind. Es ist absolut richtig, dass bei Kontrollen so etwas nicht akzeptiert wird und Ladenbetreiber von ihrem Hausrecht gebrauch machen. Es bleibt der Fakt, dass Menschen ohne Maske sich und andere gefährden, selbst wenn sie ein Attest haben da sie deshalb nicht resistent gegen Viren sind.
In den letzten Wochen habe ich so viele abstruse Darstellungen gehört, dass ich es leid bin auf alle einzeln einzugehen. Wer etwas dazu erfahren möchte wo eigentlich Verschwörungserzählungen her kommen und warum sie eben keine Verschwörungstheorien oder gar Verschwörungsmythen sind, kann das in einer Broschüre der Bundeszentrale für politische Bildung nachlesen. Wir haben für die Landeszentrale eine größere Anzahl davon bekommen und ich stelle sie gerne zur Verfügung. Die Broschüre kann auch online bestellt werden.
Der Ratssitzungssaal wird nur noch selten genutzt
Derzeit ist das Erfurter Rathaus nur noch sehr selten Tagungsort für Ausschüsse oder den Stadtrat. Coronabedingt ist es nur noch der Sitz von Teilen der Verwaltung und der Fraktionsgeschäftsstellen. Lediglich der Ältestenrat und der Hauptausschuss finden noch Platz im Ratssitzungssaal und der Festsaal ist Telefonzentrale zur Nachverfolgung von Coronafällen.
Im gestrigen Hauptausschuss haben wir über beide Themen diskutiert – Corona und die räumlichen Bedingungen. In der Thüringenhalle, wo die Ausschüsse und der Stadtrat tagen wird es mit den kühleren Temperarturen und den technischen Rahmenbedingungen zunehmend ein Problem. Die stündlichen Lüftungspausen, bei denen alle Türen auf Durchzug geöffnet werden, aber auch die technischen Mängel bei Strom und Internetverbindungen sorgen für zunehmenden Frust bei den Stadträten.
Zum wiederholten Mal haben wir angeregt im Parksaal der Multifunktionsarena zu tagen. Bis jetzt lehnte die Verwaltung dies aus Kostengrüngen und weil der Thüringer Landtag die Räume blockiert ab. Der Landtag hat sich zwischenzeitlich entschieden nach möglichen Umbauten ab Januar wieder im Plenargebäude zu tagen. Dies führt dann auch zum Wegfall des “Ankermieters” Landtag in der Jahresbilanz der Arena GmbH. Ohne die Mietzahlungen des Landtags hätte die Arena das Wirtschaftsjahr 2020 mit einem erheblichen Defizit beendet und dieses müsste die Stadt als Eigentümer ausgleichen. Insofern sind mögliche Mietzahlungen der Stadt an die Arena (wenn dort der Stadtrat tagt) auch kein Problem. Wie die nun versprochene Prüfung der Stadt ausgeht werden wir sehen. Im Dezember wird der Stadtrat aber in jedem Fall noch in der Thüringenhalle sein.
Der Beratungssaal und die Objekte der Begierde
Immer näher rückt das Datum der Eröffnung der Buga 2021 und dies ist auch daran zu erkennen, dass im Ausschuss zur Vorbereitung der Buga2021 die Tagesordnung immer kürzer wird. Auch beim heutigen Buga-Ausschuss war die Tagesordnung sehr überschaubar.
Lediglich eine Vergabe zum Ersatzneubau der Gerabrücke Warschauer Straße stand zur Beschlussfassung an. Nahezu alle Projekte sind beauftragt, jetzt bleibt es spannend ob alle bis zur Buga fertig werden.
Zum wiederholten Mal wurde auch über das Buga-Maskottchen diskutiert und eine Frage hat dabei alle Ausschussmitglieder interessiert: Wann kommt die Lieferung der Buga-Gießkannen? Nachdem die limitierte Erstauflage vor einigen Wochen bereits innerhalb von vier Stunden ausverkauft war, ist das Interesse groß. Aber leider lautet die Antwort auf die Frage: voraussichtlich erst im März. Dann aber erfreulicherweise gleich 10.000 Stück.
Videogespräch mit dem israelischen Botschafter
Nachdem in diesem Jahr coronabedingt gleich zwei geplante Reisen der LZT nach Israel abgesagt werden mussten (beide waren ausgebucht), fokussiert sich jetzt die Planung auf nächstes Jahr. Wenn es wieder geht – wahrscheinlich erst, wenn generell wieder Flugreisen möglich sind – wollen wir die nächste Bildungsreise in den Herbstferien 2021 organisieren.
Auch daran habe ich heute gedacht, als wir auf Initiative von ElNet Deutschland mit dem den israelischen Botschafter in Deutschland, S.E. Jeremy Issacharoff, bei einer Videokonferenz sprechen konnten. Dabei ging es um die aktuellen Entwicklungen in Israel und die Herausforderungen in der Region. Die israelischen Parlamentswahlen, das „Abrahamabkommen“ und die Auswirkungen der anstehenden US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen auf den Nahen Osten waren Thema unter dem Titel “A road to a lasting peace? Current developments in Israel and regional challenges”. herzlichen Dank an ElNet für die Organisation.
Mut macht vor allem die Entwicklung zwischen Israel und etlichen Nachbarländern in der Region. In den vielen Jahren, in denen ich nach Israel Reise, ist dies erstmals ein deutliches Zeichen der Entspannung. Ich kann mich noch gut an Zeiten erinnern, in denen auch ich einen zweiten Reisepass hatte, wenn es nach Ägypten, Jordanien oder Abu Dhabi ging. Allein israelische Reisestempel hätten da schon zu Problemen geführt.
Bei der heutigen Videokonferenz habe ich als Hintergrundbild mein Lieblingsbild vom See Genezareth eingestellt. In diesem Jahr hat es nicht mit einer Reise nach Israel geklappt, aber ich bin zuversichtlich, dass es nächstes Jahr wieder etwas wir mit dem bekannten Satz “nächstes Jahr in Jerusalem”.
Unsere Heimspielstätte
Schade, es hat nicht sollen sein. Leider haben unsere Mädels ihr Bundesligaspiel am Samstagabend gegen die Roten Raben Vilsbiburg mit 0:3 verloren. gekämpft haben unsere Spielerinnen in jedem Satz und um jeden Ball. Aber neben etlichen Eigenfehlern die passiert sind, merken wir zunehmend, dass wir uns auch sportlich noch verstärken müssen. Sabrina steigt gerade erst wieder in den Spielbetrieb ein und die Verletzung von Madeline nimmt uns Angriffswucht und dies wahrscheinlich noch für einige Wochen.
Wie die TA in ihrer Samstagsausgabe dies schon thematisiert hat, bemühen wir uns um unsere “alte/neue” Verpflichtung von Mariia Levanova. Nachdem im Sommer schon alles klar war, hatte sie coronabedingt keine Einreiseerlaubnis bekommen. On dies nun im zweiten Anlauf glückt, werden wir in den nächsten Tagen erfahren.
Neben dem sportlichen Teil mache ich mir aber auch Sorgen, wie es insgesamt coronabedingt in der Liga weiter geht. Nach etlichen positiven Tests wirbelt es in anderen Ligen den Spielplan bereits kräftig durcheinander. Spiele werden verlegt, aber auch dies kommt an Grenzen, wenn es dann um Nachholspiele geht. Im Basketball führt dies dann dazu, dass Alba Berlin innerhalb von wenigen Wochen ein Dutzend an Spielen bestreiten muss.
Bei der Damen-Volleyballbundesliga, gab es zu Beginn einige Verschiebungen und seit dem keine weiteren Beeinträchtigungen. Wir testen unsere Spielerinnen und den Staff-Bereich wöchentlich mit Schnelltests, die eine Ärztin abnimmt. Wir sind froh, dass es weder bei Spielerinnen noch im Umfeld der Helfer positive Tests gab. Nur so können wir auch mit den rund 40 Helferinnen und Helfern jeden Spieltag vorbereiten (inzwischen schaffen wir den Hallenaufbau in eineinhalb Stunden) und danach wieder abbauen. Aber es ist eine Frage der Zeit, bis es eventuell auch jemand aus dem engeren Vereinsumfeld erwischt. Mein wichtigster Wunsch für die kommende Woche daher: bleibt alle gesund!
Bilder vom SpielVereinsrückblickMDR-BeitragTA-Spielbericht
Ich lese gerne!
Heute war Vorlesetag und dieses Mal wirklich! Seit 2004 findet an jedem dritte Freitag im November der bundesweite Vorlesetag statt. Wahrscheinlich hatte jemand der AfD-Stadtratsfraktion gesagt, dass dies auch der zweite Mittwoch im November sein könne. Jedenfalls haben sie bei der Stadtratssitzung vergangene Woche schon einmal den Tag vorverlegt.
Mit Verweis auf die Geschäftsordnung des Erfurter Stadtrats hatte sich die AfD etliche Anträge vorlesen lassen und darunter selbst Anträge, die sie selbst geschrieben haben. Ich habe dieses Anliegen natürlich umgesetzt – nicht nur weil es die Geschäftsordnung möglich macht, sondern weil Vorlesen grundsätzlich etwas sinnvolles ist.
Vorlesen ist gut für die frühkindliche Entwicklung. Es stärkt die Aufmerksamkeit bei denjenigen denen vorgelesen wird und die Lesekompetenz beim Vorlesenden. Ich lese schon seit meiner Kindheit viel und gerne. In der großen Riethbibliothek war ich nahezu täglich Stammgast. Meinen Söhnen habe ich hingegen leider viel zu selten vorgelesen. Als sie klein waren, habe ich beruflich bedingt zu wenig Zeit bei ihnen zur Einschlafenszeit verbracht.
Gerade deshalb werbe ich aber dafür, dass der bundesweite Vorlesetag für Eltern und Kinder einen Impuls setzt. Und ich freue mich, wenn während der nächsten Kinderbuchtage wieder die Vorlesebahnen der EVAG in Erfurt unterwegs sind. Vielleicht bewerbe ich mich ja als Mitwirkender, wenn ich bis dahin als Stadtratsvorsitzender ausreichend Referenzen vorweisen kann 😉
Jetzt hat es auch den Glühwein erwischt…
Inzwischen vergeht keine Woche mehr, in der die Landeshauptstadt Erfurt nicht eine neue Allgemeinverfügung präsentiert. Heute gab es wieder einmal eine neue, bzw. eine Konkretisierung der bestehenden Allgemeinverfügung. Geändert bzw. erweitert wurden:
Punkt 2 f “… beim Aufenthalt in Handwerksbetrieben und Dienstleistungsbetrieben sowie bei der Inanspruchnahme und Erbringung von Dienstleistungen am Menschen (Gesichtsbehandlungen bzw. gesichtsnahe Dienstleistungen sind zulässig, wenn die Beschäftigten entsprechend der Branchenregelung für das Kosmetikhandwerk und die Fußpflege eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil tragen, ergänzt von einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschild),”
Punkt 5 (2) – Verkauf offener alkoholischer Getränke “Hierunter fallen auch der Erfurter Weihnachtsmarkt sowie sonstige Adventsmärkte. Ebenso sind einzelne Adventsaußenstände o. ä. mit Ausschank von Alkohol sowie der Verzehr von verkauften Speisen an Ort und Stelle untersagt. Der Außenausschank und der Verkauf offener alkoholischer Getränke („to go“) ist untersagt.
Im ersteren Fall dürfte dies für weniger Aufregung sorgen. Die betroffenen Branchen haben eigene Hygienekonzepte und sind froh, dass sie derzeit nicht schließen mussten, so wie es noch im Frühjahr war. Der zweite Punkt regelt hingegen mit Blick auf den abgesagten Weihnachtsmarkt auch die Frage des Verkaufs von Alkohol und Speisen „to go“. Wie so oft wirft die neue Verfügung auch neue Fragen auf. Klar ist, dass Glühwein – zumindest wenn er Alkohol enthält raus ist. Weniger klar ist ob der Verkauf von Speisen auch die Rostbratwurst trifft. Ich bin schon gespannt auf die nächste Allgemeinverfügung.
Die neue Verfügung inklusive Begründung
Der Eingang zum Ersatzplenarsaal
Eigentlich ruht das kommunalpolitische Leben – zumindest bei größeren Veranstaltungen. Trotz Coronaeinschränkungen finden einige wenige kommunalpolitische Gremiensitzungen noch statt – natürlich nur unter Einhaltung der Abstandsregeln und auch nur wenn die Veranstaltungen unbedingt notwendig sind.
Heute gab es mit der Aufsichtsratssitzung der Arena Erfurt GmbH und dem Ausschuss für Finanzen, Rechnungsprüfung und Vergaben gleich zwei solcher Sitzungen.
Der Aufsichtsrat der Arena, den ich seit eineinhalb Jahren leite, hat sich im ehemaligen Logenbereich (der nun schon länger nicht mehr dafür genutzt wird) und jetzigen Beratungsraum des Ältestenrates des Thüringer Landtags getroffen. Bereits drei Mal hat der Landtag in der Arena seine Plenarsitzungen durchgeführt, weil nur dort die Abstandsregeln einzuhalten sind.
Damit ist der Landtag nun zum neuen “Ankermieter” in der Arena geworden und trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass die Arena GmbH wirtschaftlich relativ gut durch die Coronazeit kommt. Zwar wurden viele Veranstaltungen abgesagt, aber insbesondere Jugendweihefeiern und die Landtagssitzungen kompensieren das.
Ausschuss FRV geschafft
Als Aufsichtsrat setzen wir darauf, dass das kommende Jahr auch durch den Nachholeffekt positiv verlaufen kann. Persönlich schade finde ich, dass die eigentliche Bestimmung des Stadions sehr in den Hintergrund getreten ist. Bis auf schulische Nutzung vom Sportgymnasium und dem Training der Kaderathleten aus der Leichtathletik, gibt es derzeit dort keinen Sport. RWE hofft darauf, dass die Fußballsaison in der 5. Liga irgendwann weiter geht – ich befürchte in diesem Jahr nicht mehr. Für das nächste Jahr ist die Prognose ebenfalls schwierig. Die Indigos planen ihr Stadionspiel im Juni, aber viel mehr steht da nicht im Raum.
Vom Aufsichtsrat ging es direkt zum Finanzausschuss in die nur wenige 100 m entfernte Thüringenhalle. Neben einigen Vergaben und Umschichtungen im Haushalt haben wir vor allem über den noch nicht vorhandenen HH-Entwurf gesprochen. Im Juli hatte der Stadtrat per Beschluss vom OB gefordert, er möge im Oktober Eckpunkte vorlegen. Die gibt es immer noch nicht. Stattdessen hat der Finanzbeigeordnete erklärt, es würden zu einem ausgeglichenen Haushaltsentwurf immer noch 50 Millionen Euro allein im Verwaltungshaushalt fehlen. Leider scheint sich in dem Bereich in den letzten Wochen nichts gebessert zu haben.
Mein Blickwinkel
Unsere Damen von Schwarz-Weiß Erfurt waren an diesem Wochenende wieder auf Tour. Mit dem Bus ging es zum Rekordmeister nach Schwerin. Wie bei uns in Erfurt dürfen in Schwerin nur Geisterspiele stattfinden.
Alle Fans konnten aber das Spiel via Internet verfolgen – theoretisch zumindest. Praktisch funktionierte das System aber einen halben Satz gar nicht und einen weiteren Satz nur eingeschränkt. Nachfolgend daher der offizielle Spielrückblick zum Spiel:
“Der SSC Palmberg Schwerin hat Ernst gemacht – und sich für die junge Mannschaft von Schwarz-Weiß Erfurt als Nummer zu groß erwiesen. Keineswegs unerwartet. Doch bot das auf dem Papier kurzrundig erscheinende 0:3 (-20, -22, -17) für Erfurts Trainer Dirk Sauermann einigen Anlass, um mit positiven Eindrücken die lange Heimreise anzutreten.
„Wir sind auf einem guten Weg für die wichtigen Spiele“, sagte er mit Blick etwa auf das nächste Heimspiel gegen Roten Raben Vilsbiburg am kommenden Samstag. Die Bayern, die Straubing und Münster besiegt haben, scheinen als Siebter ein Team zu sein, gegen das sich die Erfurterinnen mehr ausrechnen dürften als vielleicht im Duell mit dem zwölffachen deutschen Meister. Der stand nach der 2:3-Niederlage in Aachen am Mittwoch umso mehr unter Druck und dachte nicht daran, auch nur eine Sekunde nachzulassen.
Dass die Erfurter gegen den lange durchspielenden Schweriner Stammsechser die ersten beiden Sätze aber offenhalten konnten, verbuchte Sauermann als einen der positiven Eindrücke. Und das besonders, weil seine Mannschaft den Ausfall einer ihrer Hauptangreiferinnen kompensieren musste. Madeline Palmer hatte sich im Training eine Kapselverletzung am Mittelfinger der linken Hand zugezogen. Die US-Amerikanerin fällt wohl mehrere Wochen aus.
Im Verbund mit Rica Maase gab speziell Paula Reinisch einen ansprechenden „Ersatz“. Sauermann attestierte der Erfurter Außenangreiferin „ein überzeugendes Spiel“. Das trug dazu bei, immer Kontrolle auch über die eigenen Aktionen zu haben und nicht einzubrechen.
Sorgen, dass es eine flotte Angelegenheit beim hochkonzentriert beginnenden Gastgeber werden könnte, schienen aufgrund des Auftaktes nicht so abwegig zu sein. Vor der gelben „Ersatzwand“ mit ein paar Pappmaché-Spielerinnen als Zuschauerkulisse legte die Mannschaft von Nationaltrainer Felix Koslowski ein 4:0 vor. Doch fingen sich die Erfurterinnen nach einer Auszeit schnell wieder und konnten ihrerseits einige schöne Punkte bis zum 20:25 erzielen.
Am häufigsten gelang das in Summe auf Erfurter Seite Sindy Lenz (12), während Taylor Agost bei Schwerin als Punktbeste elf direkte Zähler markierte. Die US-Amerikanerin wurde im Anschluss zur wertvollsten Spielerin gekürt. Gekonnt ihr Hieb durch die Lücke zum 22:20, der die Erfurter Hoffnungen im zweiten Satz so ziemlich zu begraben schien.
Dabei agierte Schwarz-Weiß mit einer ebenso als herausragende Spielerin gekürten Libera Michelle Petter auf Augenhöhe, lag sogar mehrfach minimal vorn und kam durch Maases Block noch einmal zum 22:23 heran. Nach einer risikoreichen, aber zu langen Aufgabe von Sara Kovac nutzte der Favorit seinen ersten Satzball zur 2:0-Führung nach Durchgängen.
Vielleicht wäre etwas mehr möglich gewesen. „Aber insgesamt geht der Sieg so in Ordnung“, resümierte Dirk Sauermann, nachdem der dritte Abschnitt klarer zugunsten Schwerins ausgefallen war. „Aber die Mannschaft hat sich vor allem in den ersten zwei Sätzen sehr gut verkauft.“.”
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