Panse: „Mangelnde demokratische Reife“

Kritik an Matthias Bärwolff für geschmacklosen Vergleich

Der Erfurter CDU-Landtagsabgeordnete Michael Panse hat seinem Parlamentskollegen Matthias Bärwolff „mangelnde demokratische Reife“ vorgeworfen. Panse bezog sich dabei auf die Charakterisierung eines Wahlplakats der CDU durch Bärwolff. „Wer vom Rednerpult des Landtags aus einen demokratisch gewählten Ministerpräsidenten mit Diktatoren gleich ob nazistischer oder kommunistischer Herkunft in Zusammenhang bringt, muss sich nach seinen politischen Maßstäben fragen lassen.“ Derartige Einlassungen seien „geschmacklos und politisch grob leichtfertig“, so Panse.

7 Gedanken zu „Panse: „Mangelnde demokratische Reife““

  1. Da hat der Herr Panse zwar Recht, aber was die JU abgezogen hat ist auch sehr fragwürdig. Zu hinterfragen ist da vorallem, ob die JU vollkommen eigenmächtig gehandelt hat, oder ob sie von den „Großen“ grünes (oder besser schwarzes) Licht bekommen hat.

    Gerade in einem Wahlkampf, der ehrlich sein soll, muss man zuerst vor der eigenen Tür kehren.

  2. Die Aussage von Matthias Bärwolff kann man „geschmacklos“ finden, ich kann die Behauptung „nach nordkoreanischer Tradition“ auch nicht verstehen, da ich erstens noch nicht dort war und zweitens nur sehr wenig mit den politischen Strukturen in Nordkorea zu tun habe.

    Was ich aber verstehe ist die Abneigung zu diesem Wahlplakat. Ich verstehe erstens das Motto nicht. Muss es nicht gramamtikalisch korrekt „Thüringen, gut gemacht!“ heißen? Dann ist die Zusammenstellung der Menschen auf dem Bild sehr unpassend. Das sieht einfach so billig nach „Lasst uns mal alle Klischees auf ein Plakat packen“ aus.

    Ja, Dieter Althaus wirkt in diesem Bild sehr vorherrschend. An eine „Führer“-Geste zu denken halte ich auch für unangebracht, aber das Plakat spricht mich nicht an. Im Übrigen auch viele Plakate der anderen Parteien, die man im Moment ertragen muss.

    Wahlplakate allgemein nerven aber sowieso, speziell die Köpfe, die man im Moment an jeder Laterne sehen muss. Ich wähle einen Kandidaten doch nicht, nur weil ich mich an sein Konterfei erinnere. Ich hoffe, in Zukunft nimmt diese Wahlwerbung mal ab. Politiker können ihre Arbeit auch angemessen zeigen, wie Sie es hier mit ihrer Seite versuchen. Auch wenn ich ihre politische Ansicht nicht teile, finde ich Ihre Öffentlichkeitsarbeit fortschrittlich (das musste ich mal loswerden). Danke auch für die CC-BY-ND Fotos auf Flickr!

  3. Nein, ich finde, das Plakat erinnert einfach an die Verherrlichung des Menschenbilds, wie sie im Sozialismus üblich war. Da hat Herr Althaus ja auch viel Erfahrung drin.

  4. Robert, mir will sich der Zusammenhang nicht erschließen, inwiefern die Aktion der Jungen Union mit den erbärmlichen Äußerungen eines Landtagsabgeordneten [sic!] korreliert. Für die Bewertung seiner Aussage spielt diese absolut keine Rolle. Sie ist und bleibt unter aller Würde.

    StephanJ, grammatikalisch ist die Aussage korrekt. Die beworbene Partei – in der Rolle als Regierungspartei – hat das Land Thüringen als solches gut gemacht. Für mich beinhaltet das Plakat keine Klischees, sondern zeigt vielmehr die Vielfalt Thüringens. Falls Du auf den Afrodeutschen anspielst: sofern ich ihn gerade nicht verwechsle, ist er sogar Mitglied der CDU.

  5. ich finde es sehr merkwürdig, dass auf der kleineren Version des Plakates 8an den Werbesäulen zu sehen)der Mann mit der dunkleren Hautfarbe und die Pérson im Rentenalter weg gelassen wurden…hat dies vielleicht politische Hintergründe? Ein Schelm, wer…

  6. Hannes: dass es sich auf dem Plakat um Zeca Schall handelt, habe ich erst durch die hässliche Kampagne und die Medienberichte danach erfahren. Irgendwie komisch, dass er mir bisher unbekannt war und schade, dass er erst durch diese Schmutzkampagne und die darauf folgenden Solidaritäts-Bekundungen bekannt wurde.

    Aber zurück zum Plakat: Sicherlich stellt das Plakat (u.a.) Vielfalt dar. Aber auch nur sehr plakativ (sonst wäre es kein Plakat): hier gibt es glückliche Mütter mit Säuglingen, saubere Bauarbeiter mit Blaumann und Helm, glückliche Angestellte, glückliche, ältere Damen, glückliche Gärtnerinen (Blumenstadt Erfurt!) und Zuwanderer. Und in der Mitte ein glücklicher Herr Althaus. Ein Bilderbuch-Bundesland.

    Aus dem privaten Umfeld kann ich leider sagen, dass es Gärtner (mit Diplom) gibt, die in Thüringen verzweifelt nach Jobs suchen und nicht wie die junge Dame so Freude strahlend einen Blumenstrauß in der Hand halten können.

    Von daher empfinde ich das Plakat als Hohn für die vielen Arbeitssuchenden, die mittlerweile nach Hessen oder Bayern auswandern oder pendeln. Immerhin ist das Plakat jetzt abgelöst. Das Neue („… mit links“) ist wenigstens etwas ironiebehaftet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert