Erlebnisswelt ICE – oder warum Bahnfahren (manchmal) auch keine Alternative ist

DB (4)
Da stand ein ganz hinterhältiger Prellbock einfach dem ICE auf dem Weg nach Berlin im Weg
Gleich vorab: Ich fahre nicht gerne mit der Bahn. Ganz im Gegensatz zu meinen beiden kleinen Söhnen teile ich deren Begeisterung für Eisenbahnen nur in geringem Umfang. Ich bin begeisterter Auto- und Motorradfahrer und liebe Individualverkehr und seit heute weiss ich auch wieder warum. Ja, man steht mit dem Auto sehr häufig im Stau, aber man kommt irgendwann zumindest dann an. Häufig kommt man zu spät, aber das lässt sich einplanen. Wer hingegen die Bahnreise und dann auch noch eine ICE-Verbindung wählt, hat eine gewisse Erwartungshaltung pünktlich anzukommen. Das klappt sicher sehr oft auch, allerdings manchmal eben auch gar nicht. Meine zweite ICE-Reise nach Berlin innerhalb von einigen Wochen endete in Leipzig. Während ich beim letzten Mal nur zu spät kam, habe ich heute den Versuch nach Berlin zu gelangen vorfristig beendet. Bedingt durch einen Unfall auf der Strecke von Gotha nach Erfurt fuhren ersteinmal gar keine ICE-Züge. Mit Verspätung schaffte ich es dank diverser Regionalzüge bis Naumburg und hoffte beim Einsteigen in einen 15-Minuten verspäteten ICE immer noch darauf, über Leipzig nach Berlin zu gelangen. Allerdings ist der Hauptbahnhof Leipzig ein Kopfbahnhof. Nicht ohne Grund stehen da am Ende der Gleise Prellböcke. Wäre ja auch blöd, wenn die Züge einfach weiterfahren, wenn die Gleise alle sind.
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Aber dafür ist er ja auch da, sonst stände der Zug jetzt auf dem Bahnhofsvorplatz
Das sah der Lokführer des ICE irgendwie anders, versuchen kann man es ja einmal. Ob ihn die Wagenreihung (Durchsage am Bahnhof Naumburg: „Achtung die Zugreihung ist heute in umgekehrter Folge, die Wagen der 1. Klasse befinden sich am Ende des Zuges“) irritierte oder die Verspätung nervte, war nicht herauszubekommen. Der ICE hielt, Fahrgäste stiegen aus und ein und der Zug rollte wieder los – verdächtigerweise immernoch in die gleiche Richtung. Dann stand er plötzlich wieder. Niemanden ist etwas passiert, allerdings war das auch das Ende der Fahrt. Der vorgesehene Termin in Berlin wäre mit dem nächsten planmäßigen ICE nur noch mit zwei Stunden Verspätung erreichbar gewesen, also fiel die Entscheidung zugunsten der Rückfahrt nach Erfurt aus. Die Rückfahrt gelang dann auch reibungslos. Beim nächsten Mal fällt die Entscheidung wahrscheinlich zu Ungunsten der Deutschen Bahn, derzeit ist ja noch prima Motorradwetter 😉

12 Gedanken zu „Erlebnisswelt ICE – oder warum Bahnfahren (manchmal) auch keine Alternative ist“

  1. Tja, wenn ihnen das mit ihrem Auto passiert wäre (Baum, Wand, anderer PKW aus der Gegenrichtung) wäre das sicherlich nicht so glimpflich abgelaufen. Kommt halt überall mal vor.

  2. Soso der von unseren Steuergeldern bezahlte feine „Herr“ Stadtrat hetzt hier mal so gegen die Bahn (eine dem Bund gehörende Einrichtung!), wir können ja mal jeden Autounfall (oder Motorradunfall) dazu nutzen gegen den Individualverkehr zu hetzen, von den tausenden von Kindern die durch Auto-, LKW- und auch Motorradfahrer jährlich getötet werden mal ganz zu schweigen!!

  3. Ach komm!
    Da hat der Lokführer wohl den Fahrtrichtungshebel in die falsche Richtung gestellt und es zu spät mitbekommen, oder (wahrscheinlicher) es lag ein Defekt vor.
    Aber wie oft kommt denn so ein Unfall mal vor? Das passiert nun wirklich selten bei der Bahn. Eher passiert es, das ein Autofahrer Dir hinten rein fährt als das. Dann wär die Reise ja auch erstmal vorbei.

    Man kann der Bahn ja viele systematische Probleme vorwerfen, aber bei sowas könnte man ja wirklich etwas relativieren.

  4. Bravo! Wieder einmal ein Politiker mit Vorbildfunktion. Immer schön mit dem Auto.

    Ihre Spezies wird die Zeichen der Zeit wohl erst erkannt haben wenn es zu spät ist.

    Einen derart polemischen und einseitigen Beitrag erwarte ich vielleicht von jugendlichen oder bildungsfernen Menschen…von einem Politiker erwarte ich Objektivität und Fachkenntnis. Leider meist vergebens.

    Übrigens: Ist Ihnen das Buch „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ ein Begriff? Klingelts? Lokomotivführer! Immer noch nicht? Schade.

    Mit freundlichen Grüßen,

    ein Wähler.

  5. Na, da wünsche ich doch viel Spaß beim Motorrad fahren.
    Aber bitte nicht zu schnell in die Kurve, nicht daß da hinterhältiger Sand liegt und die anderen Verkehrsteilnehmer wegen dem Rettungshubschrauber auf der Straße 2 Stunden zu spät zu ihrem Termin kommen….

  6. Hallo Herr Panse,

    leider ein mit wenig Sachkenntnis und dafür reichlich Polemik verfasster Artikel!

    Der Lokführer wird wohl einen Fehler gemacht haben, oder die in solchen Fällen vorgesehene Technik griff nicht oder zu spät ein. Soll vorkommen. Die Anspruchshaltung der Leute scheint immer mehr zuzunehmen…eine unangenehme Entwicklung aus meiner Sicht.

    Gruß von einem, der sich mit der Materie etwas auskennt

  7. Bei allen großen und kleinen Eisenbahnfreunden den ich mit dem gestrigen Text zu nahe getreten bin, entschuldige ich mich hiermit.
    Ich bedanke mich bei denjenigen, die mich sachlich darauf hingewiesen haben, dass ihnen dieser Artikel nicht gefallen hat.
    Es war weder meine Absicht den kleinen Eisenbahnfreunden ihr Modelleisenbahn zu „zertrammpeln“ noch den großen ihre engagierte Arbeit „Pro Bahn“ in Abrede zu stellen.
    Ich habe mich lediglich gestern über einen Tag geärgert, der ganz anders ablaufen sollte. Ich wollte mit dem ICE fahren, um einigermaßen pünktlich nach Berlin zu kommen und war am Ende etwas frustriert.
    Ja, es war polemisch, aber gegen die „Bahn gehetzt“ war es nicht.
    Wer so etwas darein interpretiert, hat wohl angesichts von Stuttgart 21 eine getrübte Wahrnehmung.

  8. Guten Abend!
    Wer kennt es nicht, dass man sich schon einmal über die Deutsche Bahn geärgert hat. Ich spreche da aus leidiger Erfahrung. Trotzdem muss ich Ihnen sagen, dass ich diesen Bericht eher suboptimal fand. Sie können ja weiterhin Ihre Vorlieben pflegen und schön mit dem Motorrad fahren. Das nächste Mal am besten gleich mit dem Bike nach Berlin.
    Aber diese Aussage: „Das sah der Lokführer des ICE irgendwie anders, versuchen kann man es ja einmal“ geht gar nicht. Dem wird der Schreck noch mehr in den Gliedern gesteckt haben. Vielleicht war es auch ein technischer Defekt?!? Man weiß es nicht. Also, lieber einmal mehr tief durchatmen. Ist auch besser für die Gesundheit ;o)

    Schönen Abend noch

  9. Sehr geehrter Herr Panse,

    der Lokführer hatte das Problem das dieses Gleis für seinen Zug nicht wirklich geeignet ist. Dort halten normalerweise nur Regionalbahnen bestehend aus einer Lok und bis zu 4 Doppelstockwagen, die eine andere Bahnsteiglänge benötigen. Vielleicht wollte er nur Kundenfreundlich sein und möglichst viele Türen an den Bahnsteig bringen. Man sollte erst mal fragen was los war bevor man meckert. Außerdem kann man auch 2 Stunden eher losfahren so wie ich es mit meinen Blinden und Sehgeschädigten mache dann kann einem so ein Vorfall kaum aus der Ruhe bringen. Sie könnten auch ins RIS (http://reiseauskunft.bahn.de/bin/bhftafel.exe/dn?ld=96160&country=DEU&rt=1&). Dort kann man sehen wie die Betriebslage in seinem „Heimatbahnhof“ aussieht. Und wenn man ganz clever ist stellt man sich mit HAFAS eine Reserveverbindung auf Nahvrkehrsbasis zusammen. Das können sogar die Anfänger der Parkeisenbahn mit 7 bis 8 Jahren.

  10. Guten Tag,

    dann entschuldigen Sie sich doch einfach, geben zu, dass Sie polemisiert haben, oder einfach einen Schwachsinn hingeschrieben haben – aber versuchen Sie doch nicht, denen, die Ihnen hier widersprechen, eine „getrübte Wahrnehmung zu unterstellen! Es geht auch hier nicht um die „kleinen Eisenbahnfreunde“, sondern darum, dass Ihr Blog schlicht und einfach daneben war. Das kann man ja auch mal einfach zugeben, ohne am Ende noch einmal zurückzutreten.

    Stünde einem Volksvertreter gut.

    MfG

  11. @Thilo Schmidt Ich habe mich entschuldigt und ich habe zugegeben, dass der Text polemisch war (siehe oben: „Bei allen großen und kleinen Eisenbahnfreunden den ich mit dem gestrigen Text zu nahe getreten bin, entschuldige ich mich hiermit.“)

  12. Also mal ehrlich, der Text ist eine Glosse und Glossen sind nun mal polemisch. Daraus gleich auf „Hetze“ zu schließen ist in meinen Augen geringfügig überzogen. Na ja, Humor…

    Ich jedenfalls nutze Bahn und Auto etwa gleich stark und kann deswegen sagen, dass ich mit dem Auto wesentlich seltener zu spät zu Terminen erscheine als mit der Bahn. Tut mir leid für die Bahnfreunde, aber ist so.

    Es ist mir allerdings auch schon gelungen, mit der Bahn superpünktlich in Berlin zu erscheinen, das will ich gar nicht in Abrede stellen. 😉

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