Yiddish Summer Weimar 2026

Hochsommerliche Temperaturen haben wir schon – jetzt haben wir auch wieder den Yiddish Summer. Mit einem wunderbaren Konzert des YAM Ensembles wurde heute Abend in Weimar der Yiddish Summer 2026 eröffnet. Seit 1999 gibt es ihn und es ist den beiden Protagonisten Alen Bern und Andreas Schmitges zu verdanken, dass in jedem Jahr so viele Mitwirkende und Aktive in Weimar zusammenkommen.

Gerne war ich als Beauftragter der Landesregierung für jüdisches Leben in Thüringen und die Bekämpfung des Antisemitismus bei der Eröffnung dabei und habe die Grüße von Ministerpräsident Mario Voigt und überbracht.

In meinem Grußwort habe ich darauf verwiesen, dass ich als Beauftragter für jüdisches Leben in Thüringen voller Freude darüber bin, wie jüdisches Leben in Thüringen bei unseren drei großen Festivals  Sichtbar gemacht wird.

Aber als Antisemitismusbeauftragter sehe ich auch die Entwicklung der letzten Jahre mit Sorge und daher muss der Appell sein: Wir alle sind Antisemitismusbeauftragte!

Ohne die EU und das Programm Erasmus Plus in Kombination mit der Förderung der Deutsch-Türkischen Jugendbrücke und dem Deutsch-Griechischen Jugendwerk wären solche Projekte wie der Yiddish Summer undenkbar. Dafür sind wir sehr dankbar. Das YAM Ensemble steht für die Idee des gelebten Europas. Die Welten der jüdischen Musik (also aschkenasisch und sephardisch) und graeko-türkischer Traditionen treffen sich irgendwo zwischen Südosteuropa und Istanbul – und genau dort waren auch die 26 jungen Leuten, die in der Türkei, Griechenland und Deutschland wohnen aber eine wirklich diverse Gruppe sind – mit jüdischem, christlichen und muslimischen Hintergrund sowie Herkünften, die griechisch, deutsch, türkisch, österreichisch, kurdisch, nord- und südamerikanisch, armenisch, israelisch, ukrainisch, irakisch und lettisch sind – quasi die vereinten musikalischen Nationen und Kulturen! Alle treffen sich in Istanbul, Griechenland und Thüringen, um sephardische, jiddische, griechische und türkische Musik gemeinsam mit Kulturträgern in Istanbul und Griechenland kennenzulernen und daraus ein Konzertprogramm zu erarbeiten, dass vor zwei Tagen im Goethe-Institut in Thessaloniki zum ersten Mal zu hören war. Auf dem Herderplatz in Weimar folgte die zweite Premiere.

Wir sahen dabei eine thüringische Initiative, die international Wellen schlägt und die Begegnung statt Polarisierung schafft. Hier entstehen persönliche Verbindungen zwischen jungen Menschen, die sich gemeinsam für viele Musiktraditionen – häufig von Minderheiten – einsetzen und diese zusammenbringen – um Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus gar nicht erst eine Chance zu geben. Die Diversität der Gruppe und ihre gegenseitige Zugewandtheit untereinander ist ihre Stärke – jede(r) hat etwas beizutragen und gemeinsam entsteht ein einmaliger Klang, der in Europa lange nicht zu hören war – den wir aber hoffentlich in Zukunft mehr hören werden!

Der Freistaat trägt durch die Grundfinanzierung des YSW gemeinsam mit der Stadt Weimar erheblich dazu bei, dass solche Projekte ein Fundament haben und in den ebenfalls fördernden Partnerstädten Erfurt und Eisenach auftreten können. Die Zusammenarbeit von EU, Freistaat und den Städten ermöglichen aber solche außergewöhnlichen Projekte erst – und so soll es hoffentlich weitergehen! Ich freue mich auf die zahlreichen weiteren Veranstaltungen bis mItte August in Weimar, Erfurt, und Eisenach.

Bilder vom Eröffnungskonzert

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