Deutlich sinkende Inzidenzzahlen und die steigende Impfquote, machen Hoffnung auf Besserung und eine Reduzierung der pandemiebedingten Einschränkungen. Die Landeshauptstadt Erfurt hat heute eine neue Allgemeinverfügung vorgelegt. Darin ist geregelt, dass ab Freitag die Außengastronomie wieder öffnen kann, das Alkoholverbot in der Innenstadt entfällt, die Maskenpflicht auf der Buga im Außenbereich ebenso wie auch die Testpflicht für die Buga.
Letzteres wird dann wohl auch zur Schließung des Testzentrums in der Messehalle führen. Angesichts der Probleme der letzten Tage war dieses Zentrum gleich mehrfach Anlass zur Verärgerung und eine Aufarbeitung der Beauftragung durch die Stadt steht noch an.
In meinem Bekanntenkreis gibt es inzwischen sehr viele erst- und sogar etliche Zweitgeimpfte. Jetzt wo wir auf rund 40 Prozent Erstgeimpfte zusteuern, kann ich nur hoffen, dass bis Ende Juni 60-70 Prozent der Impfwilligen geimpft sind. Es wird eine persönliche Entscheidung jedes einzelnen bleiben, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Aber insbesondere bei der Teilhabe an Veranstaltungen oder Auslandsreisen wird als einzige Alternative dazu dann eine Testpflicht stehen.
Über Pfingsten werden viele Menschen erstmals damit Erfahrungen sammeln. Wer von Auslandsreisen zurück kommt muss im Falle eines negativen Tests nicht mehr in Quarantäne. Ob das funktioniert werden wir erleben und es hat in jedem Fall erhebliche Signalwirkung für die Sommerurlaubsplanungen.
Reichlich offene Fragen…
Das nun bekanntgewordene Datenleck ist nicht die einzige Ungereimtheit in Zusammenhang mit dem Testzentrum in der Messehalle. Die Beauftragung einer Düsseldorfer Beratungsfirma warf von Anfang an Fragen auf – die bis heute nicht beantwortet sind. Am vergangenen Wochenende kam das Testzentrum in der Messehalle offenbar an seine Kapazitätsgrenzen:
“Versprochen wurde eine Abwicklung von bis zu 20.000 Tests pro Tag. Offensichtlich kommt der Betreiber jedoch mit 5.000 Tests bereits an seine Grenzen”, erklärt CDU-Stadtrat Michael Panse. Berichten zufolge kam es am vergangenen Wochenende zu teils mehrstündigen Wartzeiten, trotz Terminvereinbarung.
Schon die plötzliche Ankündigung eines großen Testzentrums in der Messehalle warf von Anfang an Fragen auf. So konnte die Stadtverwaltung nicht erklären, wie die Düsseldorfer Beratungsfirma als Betreiber ausgewählt wurde. Schriftliche Nachfragen der CDU-Fraktion hierzu blieben bis heute unbeantwortet. Zudem ist nicht klar, warum die Stadt nicht auf eigene Immobilien zurückgegriffen hat, sondern der Betreiberfirma lieber die Übernahme der Mietkosten für die Messehalle garantiert. Sollte die Kassenärztliche Vereinigung die sonst übliche Übernahme der Mietkosten für das Testzentrum verweigern, steht die Stadt beim Betreiber für hunderttausende Euro im Wort. Ein Testzentrum im stadteigenen Theater wurde mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt. Auch wurden die lokalen Hilfsdienste nicht in die Planungen für Testzentren mit ein bezogen.
“Die Fragen rund um das Testzentrum müssen dringend geklärt werden. Auch die Schließung mehrerer kleiner Testzentren in Zusammenhang mit der Eröffnung des Zentrums in der Messehalle wirft einen Schatten auf das Corona-Management der Stadt”, stellt Michael Panse abschließend fest.
Ausschussunterlagen
Nachdem wir uns am Wochenende wieder einmal die Buga auf dem Petersberg und der EGA angesehen haben, ging es heute mit dem theoretischen Teil weiter. Im Ausschuss für Vorbereitung, Begleitung und Nachbereitung der Buga2021 wurde eine erste Bilanz nach drei Wochen gezogen.
Die große Mehrheit des Ausschusses teilte die Einschätzung, dass die Buga toll geworden ist. Der Ausschuss ist aber auch dazu da zu schauen, was besser gemacht werden kann. Pandemiebedingt fehlen derzeit vor allem die Besucher. Das schlechte Wetter kommt noch hinzu und so sind an den Wochenenden jeweils nur etwa 5000 Besucher täglich auf der Buga – erhofft waren rund 15.000. Wenn sich dies fortsetzt sind die 1,8 Millionen Besucher bis zum Oktober nicht realistisch.
Zwei Probleme stellen sich den Besuchern zusätzlich. Bei jedem Besuch muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Das Testzentrum an der Messe scheint überfordert. Im Ausschuss wurde heute von Wartezeiten bis zu zwei Stunden, trotz Termin berichtet. Über die zweifelhafte Beauftragung der Betreibergesellschaft für dieses Testzentrum haben wir schon zum Buga-Start im Hauptausschuss diskutiert. Morgen wird es dort wieder Thema sein.
Das zweite Problem ist, dass online eine Tageskarte gebucht werden muss, um eine Kontaktnachverfolgung sicher zu stellen. Bereits am Wochenende wurde mir gesagt, dass dies für Dauerkarteninhaber künftig entfallen soll, weil deren Daten erfasst werden können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine Postkarte am Eingang auszufüllen und sich damit zu registrieren.
Wenig erfreulich ist, dass die Buga-Maskottchen, die Gießkannen, nun schon wieder kurz vor dem Ausverkauf stehen. Die 10.000 gelieferten Kannen sind schon fast verkauft und Nachschub kommt erst im August. Zum am Wochenende zeitweilig ausgefallenen Fahrstuhl am Petersberg konnte die Stadtverwaltung gar keine Angaben machen. Das wird schriftlich nachgeliefert. Leider ist es kein gutes Zeichen, dass der Fahrstuhl schon zwei Mal innerhalb von drei Wochen kaputt war. Unsere Bedenken, die wir bereits vor Monaten zu dem Thema zu Protokoll gaben wurden damals weggewischt.
Im nichtöffentlichen Teil des heutigen Ausschusses wurde noch der Haushalt 2021 diskutiert – aber das muss noch bis zur Beratung des Haushalts 2021 im Stadtrat nichtöffentlich bleiben.
Heute in Erfurt
Analog zu den aktuellen Prognosen zur Corona-Pandemie verlaufen derzeit die Wetteraussichten. Alle hoffen auf Besserung und jeder hat viele Pläne, wenn es tatsächlich besser wird. Für die nächsten zwei Wochen ist ein sehr wechselhaftes Wetter mit viel Regen und Wolken angesagt – das Wochenende bot schon einmal einen Vorgeschmack.
Das beeinflusst auch die Planungen über Pfingsten. Eigentlich wollten wir eine Woche an die Ostsee nach Göhren in das dortige Regenbogencamp. Leider steht jetzt fest, dass Mecklenburg-Vorpommern coronabedingt zu Pfingsten noch keine Tourismus erlauben wird. Also mussten wir schweren Herzens unseren Pfingsturlaub stornieren.
Insgesamt sinken in Deutschland und in Europa die Inzidenzzahlen. Die Hoffnung, dass dies in Kombination mit einer steigenden Impfquote, ähnlich schnell geht wie im letzten Jahr, bleibt bestehen. Etliche europäische Länder haben angekündigt, den Tourismus mit Blick auf den Sommer wieder zu ermöglichen. Ob dies schon zu Pfingsten funktioniert, werden die nächsten Tage zeigen.
Blumenpracht auf dem Petersberg
Internationaler Tag der Familie war heute und erfreulich viele Familien waren heute auf der Buga. Wir waren drei Wochen ebenfalls wieder auf der Buga und begeistert, wie bunt die Buga in kurzer Zeit geworden ist. Die Blumenpracht ist jetzt schon beeindruckend und wird sicher noch zunehmen.
Um so bedauerlicher ist es, dass der Buga derzeit die verdienten Besucher fehlen. Die Corona-Einschränkungen tragen leider in erheblichem Umfang dazu bei, dass viel weniger Besucher kommen als erhofft. Aufs Gelände kommen nur getestete Personen. Das Testzentrum in der Messehalle scheint derzeit überfordert. Von Wartezeiten bis zu zwei Stunden auf einen Test wird berichtet.
Am Montag werden wir im Buga-Ausschuss des Erfurter Stadtrats sicher auch über die fehlenden Besucher diskutieren. Die Stadt Erfurt hat eine Patronatserklärung in Höhe von 8 Millionen Euro abgegeben. Die werden fällig, wenn die Buga GmbH die Kredite mangels eigener Einnahmen nicht mehr bezahlen kann. Leider ist für die nächsten Tage schlechtes Wetter angesagt. Ich hoffe, dass das Wetter und die Corona-Inzidenz besser werden und somit deutliche mehr Besucher auf die Buga pilgern – es lohnt sich!
Wohin die “Reise” für die Erfurter Eishalle gehen wird, blieb leider heute Abend ungewiss. Beim Vor-Ort-Termin vom Werkausschuss Sport mit den Architekten und Vertretern des Erfurter Sportbetriebs konnten sich die Stadträte aller Fraktionen ein Bild vom dringenden Sanierungs- und Umbaubedarf machen.
Vielen Dank dem Präsidenten des EHC Martin Deutschmann für die umfangreichen Informationen. Nachdem die Stadt Erfurt den Antrag auf Fördermittel vom Bund durch Formfehler aus dem Rennen genommen hat, wird jetzt nach einer Alternativförderung gesucht. Viel wird jetzt davon abhängen, ob es im morgigen Gespräch mit dem Ministerpräsidenten und dem Oberbürgermeister einen konkreten Vorschlag zum Umbau der Eishalle gibt. Schlussendlich ist aber auch ein klares Bekenntnis des Erfurter Stadtrates gefordert.
Bereits vor zwei Jahren hat der Stadtrat einmütig einen Beschluss gefasst, bis zu drei Millionen Euro Eigenanteil zur Verfügung zu stellen. Sehr fraglich ist, ob drei Millionen überhaupt reichen würden. Dazu müsste es wohl eine 70prozentige Förderung des Projektes vom Land geben und dabei sind noch keine Preissteigerungen kalkuliert. Seit nunmehr über 20 Jahren bin ich bei fast jedem Spiel der Black Dragons dabei. Ich kenne die Halle gut und weiß, dass sie damals schon sanierungsbedürftig war. Ich hoffe sehr, dass es morgen eine gute Perspektive gibt.
ICE-Beschäftigung…
Letzte Woche war die erste Lesung des Haushaltsentwurfs der Landeshauptstadt Erfurt – traditionell redet bei der Einbringung des Entwurfs nur der Finanzbeigeordnete, wenn gleich es viel zu diesem 800seitigem Werk zu sagen gäbe. Die CDU-Stadtratsfraktion hat viel Kritik an diesem Haushaltsentwurf und ich habe dies mit unserem Fraktionsvorsitzenden Michael Hose in einem Pressegespräch deutlich gemacht. Bevor es nun beginnend ab Dienstag in die Anhörungen zum Haushalt geht, will ich das auch hier festhalten.
Nach dem Doppelhaushalt 2019/2020 gibt es nun wieder ein einjähriger Haushaltentwurf. Der Doppelhaushalt hat sich nicht bewährt – schon im Frühjahr 2020 musste ein umfangreicher Nachtragshaushalt 2020 her. Die ursprünglich gewünschte Planungssicherheit hat der Doppelhaushalt – auch durch die Corona-Pandemie – nicht gebracht.
Viel problematischer ist aber, dass er vor allem die vollmundig angekündigten Investitionen und Sanierungen nicht realisieren konnte. Vertröstet wurde bereits vor einem Jahr von der Stadt auf den Haushaltsentwurf 2021. Jetzt ist klar, es war ein wertloses Versprechen. Die Hauptkritik der CDU am Haushaltentwurf 2021 ist ein weiter steigender Verwaltungshaushalt mit Mehrkosten von 27 Millionen Euro durch deutlich steigende Personal- und Sozialausgaben. Zugleich wurden die dringend notwendigen Investitionen um 51,9 Millionen im Vergleich zum letzten Haushalt gekürzt.
…da stehen einem schon die Haare zu Berge.
Die Schulden steigen deutlich – 32,1 Millionen neue Kredite sind geplant. Wenn es nach dem OB und seinem Finanzbeigeordneten gegangen wäre, hätte sie noch deutlich mehr Schulden geplant, aber dem hat das Landesverwaltungsamt einen Riegel vorgeschoben. Das LVA traut uns die Leistungsfähigkeit zur Schuldentilgung nur in einem begrenzten Umfang zu und deshalb schützt es uns zu Recht vor allzu optimistischen Planungen.
Die zweite zentrale Kritik ist für uns ein fehlendes Haushaltssicherungskonzept, obwohl es die mittelfristig nicht gesicherte Leistungsfähigkeit der Landeshauptstadt erfordern würde. Ein Personalentwicklungskonzept wird im Haushalt überhaupt nicht erwähnt, obwohl die Personalkosten mit 198,1 Millionen einen neuen Höchststand erreicht haben. Der Verwaltungshaushalt (VWH) umfasst 751,812 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt (VMH) 151,987 Millionen Euro. Das ist im VMH deutlich zu wenig um die Erbsünden der Vergangenheit aufzuarbeiten. Für das Haushaltsjahr 2019 war vom OB und Finanzbeigeordneten eine Investitionsoffensive angekündigt. Tatsächlich wurden von 184 Mio. geplanten Investitionen aber nur 110 Mio. realisiert – also 74 Millionen als Problem in die Zukunft verschoben. Auch im HH Jahr 2020 setzte sich dies fort. Statt geplanten 204 Mio. Euro wurden nur 134 Mio. investiert – ein Minus von 69 Mio. Euro. In Erfurt wird nach wie vor zu wenig Geld investiert und zu viel verkonsumiert.
Bei den Einnahmen gibt es 2021 deutlich höhere Zuweisungen vom Land. Die Gewerbesteuer sinkt trotz eines Gewerbesteuersatzes von 470 v.H. um 8 Mio. auf 92 Mio. Euro im Vergleich zu 2020. Bei den anderen Steuern wie Vergnügungssteuer und der Bettensteuer ist eine seriöse Schätzung nicht möglich. Geplante Gewinnausschüttungen von der Erfurter Bahn und den Stadtwerken (jeweils rund 300 T Euro) sind vor dem Hintergrund der Pandemie und dem Buga-Risiko unrealistisch.
Die Personalkosten steigen im Vergleich zu 2020 um 4,3 Millionen Euro. Ursächlich sind nicht nur Tarifanpassungen sondern 242 neue VbE. Laut Stellenplan hat die Stadt nunmehr 2.991 VbE (ohne die Eigenbetriebe). Der Personalzuwachs verteilt sich auf das Personal- und Organisationsamt, Bürgeramt, Amt für Gebäudemanagement, Brand- und Katastrophenschutz und das Sozialamt.
Das dramatische Absinken an (geplanten) Investitionen steht dem steigenden Bedarf und den verschobenen Investitionen der letzten Jahre diametral entgegen. Der Abschluss der Kita-Sanierung, sowie der Beginn des Investitionsprogramms für die Schulen sind in weite Ferne gerückt. Ob die geplanten 152 Mio. Euro auch überhaupt realisierbar sind, darf vor dem Hintergrund der letzten beiden Jahre und dem späten Beschluss des Haushalts bezweifelt werden (Genehmigung des HH erfolgt frühestens im August und danach nicht genug Zeit für Ausschreibungen und Umsetzung). Der größte Teil der Investitionen ist für die Buga mit über 40 Mio. Euro vorgesehen. Teuerstes Einzelprojekt ist das Promenadendeck mit Gesamtkosten von inzwischen 13,2 Mio. Euro). Als Investitionen in Schulen sind 32,1 Mio. geplant – davon 14,7 Mio. Fördermittel. Für Kitas sollen 4,7 Mio. sowie 3,4 Mio. Euro Zuschüsse an freie Träger für Investitionen ausgegeben werden. Ob das realisiert wird bleibt offen in jedem Fall werden damit wird aber das Kitasanierungsprogramm nicht zum Abschluss gebracht und steigende Mehrbedarfe wie bei den Schulen nur gering berücksichtigt.
Ein Haushaltssicherungskonzept (HSK) müsste nach Auffassung der CDU dringend aufgestellt werden – insbesondere vor dem Hintergrund der drohenden Entwicklung 2022 und 2023. Die Landeshauptstadt tut dies nicht, weil das Land die Verpflichtung für 2021 aufgehoben hat. Dies ist falsch, weil dadurch keine Probleme gelöst werden und der Stadtrat auch über keinen „Instrumentenkasten“ verfügt. Die Formulierung im HH-Entwurf dazu ist schwammig (sollte auf freiwilliger Basis erstellt werden). Ich befürchte, dass eine Verweigerung zum HSK die Soll-Bruchstelle beim Haushalt sein wird. Dass die Stadtverwaltung kein HSK erarbeiten will (jedenfalls nach derzeitigem Stand) erfüllt für mich den Tatbestrand der unterlassenen Hilfeleistung. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.
Immerhin hat es nach der ersten Verweigerungshaltung der Stadtverwaltung nun doch ein Drehbuch für die Haushaltsanhörungen in den Fachausschüssen gegeben. Nach ersten Planungen hätte es weder Anhörungen in den Ausschüssen, noch eine Gliederung dazu gegeben. Dies hätte insbesondere den neuen Stadtratskolleginnen und Kollegen die Arbeit unnötig erschwert.
Gedenken auf dem Erfurter Hauptfriedhof
Gestern und heute waren zwei wichtige Tage des Gedenkens und der Mahnung. Am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation und damit auch das Kriegende in Europa. In den letzten 76 Jahren wurde immer wieder über die Form des Erinnerns und Gedenkend diskutiert. In Thüringen ist der 8. Mai ein Gedenktag – aber dies ist nicht in allen Bundesländern so.
Gerade vor dem Hintergrund des Erstarkens von Nationalsozialistischen Tendenzen halte ich die Aussage für wichtig und richtig, dass es ein Tag der Befreiung war. Ich war deshalb auch wie in den vergangenen Jahren auch zum Gedenken auf dem Erfurter Hauptfriedhof.
Die Befreiung vom Nationalsozialismus hat die junge Sophie Scholl nicht mehr erleben können. Am heutigen 9. Mai wäre ihr 100. Geburtstag. Viele Veranstaltungen erinnern an das Engagement von Sophie Scholl. Für besonders gelungen halte ich die Aktion des SWR auf Instagram. Unter #ichbinsophiescholl läuft dort eine stark an Bildern orientierte Aktion, die aufzeigen soll, was Sophie auf Instagram zu sagen gehabt hätte, wenn sie einen Kanal gehabt hätte. Insbesondere bei jungen Menschen kommt diese Aktion sehr gut an.
Als Landeszentrale für politische Bildung haben wir in dieser Woche mit Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt einen Vortrag in unserem neuen “Online-Studio” aufgenommen und heute auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht.
Wenn der Papierkorb brennt….
Erfolgreich habe ich heute mit mehreren Kolleginnen und Kollegen der Thüringer Staatskanzlei die Brandschutzhelferausbildung online und als Praxisteil absolviert. Die wichtigste Nachricht gleich vorab – wir konnten das Übergreifen der Flammen auf die Staatskanzlei verhindern.
Auf dem Hof der Staatskanzlei waren zwei fiktive gasbetrieben Brandherde aufgebaut (Papierkorb und Monitor), die wir mit den zahlreichen Brandbekämpfungsmitteln immer wieder gelöscht haben. Nachdem ich zunächst sehr skeptisch war (ich hatte die Vorstellung der AG Junge Brandschützer), war ich überrascht wie viel es zum Brandschutz zu wissen gibt.
Im Online-Webinar haben wir den Crashkurs in zwei Stunden bekommen. Ich bin mir sicher, dass ich zukünftig auf das eine oder andere Detail ganz anders achten werde. Insbesondere die zahlreichen Stromverbraucher in unseren Büros haben reichlich Gefährdungspotential. Sowohl in der Staatskanzlei, als auch in der Landeszentrale haben wir zwar überall Steckdosenleisten, die zum Feierabend abgeschaltet werden können – aber zu selten werden diese Schalter genutzt.
Maskenpflicht auch am Rednerpult
Trotz der mit 60 Punkten wieder durchaus umfangreichen Tagesordnung haben wir es gestern Abend geschafft an einem Abend alle Punkte “abzuräumen”. Kurz vor 22 Uhr konnte ich die Sitzung beenden. Dabei gab es mit dem Bürgerantrag zum Radverkehr, dem geforderten Queer-Zentrum und der Einbringung des Haushaltsentwurfs 2021 durchaus strittige Themen.
Genau ein Jahr tagen wir nun schon regelmäßig in der Thüringenhalle und seit einigen Wochen sogar noch unter zusätzlich einschränkenden Bedingungen. Vor den Sitzungen gibt es ein Corona-Testangebot und während der Sitzung besteht auch bei Wortmeldungen Maskenpflicht.
In den nächsten Wochen zwei Monaten werden wir uns im Stadtrat und in den Fachausschüssen intensiv mit dem Haushalt 2021 beschäftigen. Finanzdezernent Steffen Linnert hat den Haushalt in ersten Lesung eingebracht. Traditionell sprechen bei der ersten Beratung die Fraktionen noch nicht zum Haushalt. Zum Haushalt gäbe es allerdings schon jetzt viel zu sagen und das haben wir heute dann bei einem Pressegespräch auch getan. Rund 900 Millionen umfasst der Haushalt – davon rund 750 Millionen Euro für den Verwaltungshaushalt und 151 Millionen für den Vermögenshaushalt. Am Wochenende werde ich zu dem Thema einmal meine Meinung schriftlich hier festhalten.
Zum ersten Mal seit geraumer Zeit habe ich mich gestern wieder einmal in der Tagungsleitung vertreten lassen und bin selbst an das Rednerpult gegangen. Für unsere Fraktion habe ich dafür geworben, im Finanzausschuss über die Erstellung eines Haushaltssicherungskonzepts zu diskutieren. Überraschenderweise wollte dies weder der Finanzbeigeordnete noch die Mehrheit des Stadtrats. Für uns ist dies ein klarer Fall von unterlassener Hilfeleistung. Wenn sich der Finanzbeigeordnete weigert eine “Instrumentenkasten” für den Stadtrat zu entwickeln, ist dies alles andere als hilfreich bei der Sanierung des Haushalts. Wir werden dieses Thema zu einem zentralen Punkt bei den Haushaltsberatungen machen.
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