ICE-Beschäftigung…
Letzte Woche war die erste Lesung des Haushaltsentwurfs der Landeshauptstadt Erfurt – traditionell redet bei der Einbringung des Entwurfs nur der Finanzbeigeordnete, wenn gleich es viel zu diesem 800seitigem Werk zu sagen gäbe. Die CDU-Stadtratsfraktion hat viel Kritik an diesem Haushaltsentwurf und ich habe dies mit unserem Fraktionsvorsitzenden Michael Hose in einem Pressegespräch deutlich gemacht. Bevor es nun beginnend ab Dienstag in die Anhörungen zum Haushalt geht, will ich das auch hier festhalten.
Nach dem Doppelhaushalt 2019/2020 gibt es nun wieder ein einjähriger Haushaltentwurf. Der Doppelhaushalt hat sich nicht bewährt – schon im Frühjahr 2020 musste ein umfangreicher Nachtragshaushalt 2020 her. Die ursprünglich gewünschte Planungssicherheit hat der Doppelhaushalt – auch durch die Corona-Pandemie – nicht gebracht.
Viel problematischer ist aber, dass er vor allem die vollmundig angekündigten Investitionen und Sanierungen nicht realisieren konnte. Vertröstet wurde bereits vor einem Jahr von der Stadt auf den Haushaltsentwurf 2021. Jetzt ist klar, es war ein wertloses Versprechen. Die Hauptkritik der CDU am Haushaltentwurf 2021 ist ein weiter steigender Verwaltungshaushalt mit Mehrkosten von 27 Millionen Euro durch deutlich steigende Personal- und Sozialausgaben. Zugleich wurden die dringend notwendigen Investitionen um 51,9 Millionen im Vergleich zum letzten Haushalt gekürzt.
…da stehen einem schon die Haare zu Berge.
Die Schulden steigen deutlich – 32,1 Millionen neue Kredite sind geplant. Wenn es nach dem OB und seinem Finanzbeigeordneten gegangen wäre, hätte sie noch deutlich mehr Schulden geplant, aber dem hat das Landesverwaltungsamt einen Riegel vorgeschoben. Das LVA traut uns die Leistungsfähigkeit zur Schuldentilgung nur in einem begrenzten Umfang zu und deshalb schützt es uns zu Recht vor allzu optimistischen Planungen.
Die zweite zentrale Kritik ist für uns ein fehlendes Haushaltssicherungskonzept, obwohl es die mittelfristig nicht gesicherte Leistungsfähigkeit der Landeshauptstadt erfordern würde. Ein Personalentwicklungskonzept wird im Haushalt überhaupt nicht erwähnt, obwohl die Personalkosten mit 198,1 Millionen einen neuen Höchststand erreicht haben. Der Verwaltungshaushalt (VWH) umfasst 751,812 Millionen Euro und der Vermögenshaushalt (VMH) 151,987 Millionen Euro. Das ist im VMH deutlich zu wenig um die Erbsünden der Vergangenheit aufzuarbeiten. Für das Haushaltsjahr 2019 war vom OB und Finanzbeigeordneten eine Investitionsoffensive angekündigt. Tatsächlich wurden von 184 Mio. geplanten Investitionen aber nur 110 Mio. realisiert – also 74 Millionen als Problem in die Zukunft verschoben. Auch im HH Jahr 2020 setzte sich dies fort. Statt geplanten 204 Mio. Euro wurden nur 134 Mio. investiert – ein Minus von 69 Mio. Euro. In Erfurt wird nach wie vor zu wenig Geld investiert und zu viel verkonsumiert.
Bei den Einnahmen gibt es 2021 deutlich höhere Zuweisungen vom Land. Die Gewerbesteuer sinkt trotz eines Gewerbesteuersatzes von 470 v.H. um 8 Mio. auf 92 Mio. Euro im Vergleich zu 2020. Bei den anderen Steuern wie Vergnügungssteuer und der Bettensteuer ist eine seriöse Schätzung nicht möglich. Geplante Gewinnausschüttungen von der Erfurter Bahn und den Stadtwerken (jeweils rund 300 T Euro) sind vor dem Hintergrund der Pandemie und dem Buga-Risiko unrealistisch.
Die Personalkosten steigen im Vergleich zu 2020 um 4,3 Millionen Euro. Ursächlich sind nicht nur Tarifanpassungen sondern 242 neue VbE. Laut Stellenplan hat die Stadt nunmehr 2.991 VbE (ohne die Eigenbetriebe). Der Personalzuwachs verteilt sich auf das Personal- und Organisationsamt, Bürgeramt, Amt für Gebäudemanagement, Brand- und Katastrophenschutz und das Sozialamt.
Das dramatische Absinken an (geplanten) Investitionen steht dem steigenden Bedarf und den verschobenen Investitionen der letzten Jahre diametral entgegen. Der Abschluss der Kita-Sanierung, sowie der Beginn des Investitionsprogramms für die Schulen sind in weite Ferne gerückt. Ob die geplanten 152 Mio. Euro auch überhaupt realisierbar sind, darf vor dem Hintergrund der letzten beiden Jahre und dem späten Beschluss des Haushalts bezweifelt werden (Genehmigung des HH erfolgt frühestens im August und danach nicht genug Zeit für Ausschreibungen und Umsetzung). Der größte Teil der Investitionen ist für die Buga mit über 40 Mio. Euro vorgesehen. Teuerstes Einzelprojekt ist das Promenadendeck mit Gesamtkosten von inzwischen 13,2 Mio. Euro). Als Investitionen in Schulen sind 32,1 Mio. geplant – davon 14,7 Mio. Fördermittel. Für Kitas sollen 4,7 Mio. sowie 3,4 Mio. Euro Zuschüsse an freie Träger für Investitionen ausgegeben werden. Ob das realisiert wird bleibt offen in jedem Fall werden damit wird aber das Kitasanierungsprogramm nicht zum Abschluss gebracht und steigende Mehrbedarfe wie bei den Schulen nur gering berücksichtigt.
Ein Haushaltssicherungskonzept (HSK) müsste nach Auffassung der CDU dringend aufgestellt werden – insbesondere vor dem Hintergrund der drohenden Entwicklung 2022 und 2023. Die Landeshauptstadt tut dies nicht, weil das Land die Verpflichtung für 2021 aufgehoben hat. Dies ist falsch, weil dadurch keine Probleme gelöst werden und der Stadtrat auch über keinen „Instrumentenkasten“ verfügt. Die Formulierung im HH-Entwurf dazu ist schwammig (sollte auf freiwilliger Basis erstellt werden). Ich befürchte, dass eine Verweigerung zum HSK die Soll-Bruchstelle beim Haushalt sein wird. Dass die Stadtverwaltung kein HSK erarbeiten will (jedenfalls nach derzeitigem Stand) erfüllt für mich den Tatbestrand der unterlassenen Hilfeleistung. Aber vielleicht ändert sich das ja noch.
Immerhin hat es nach der ersten Verweigerungshaltung der Stadtverwaltung nun doch ein Drehbuch für die Haushaltsanhörungen in den Fachausschüssen gegeben. Nach ersten Planungen hätte es weder Anhörungen in den Ausschüssen, noch eine Gliederung dazu gegeben. Dies hätte insbesondere den neuen Stadtratskolleginnen und Kollegen die Arbeit unnötig erschwert.
Gedenken auf dem Erfurter Hauptfriedhof
Gestern und heute waren zwei wichtige Tage des Gedenkens und der Mahnung. Am 8. Mai 1945 erfolgte die bedingungslose Kapitulation und damit auch das Kriegende in Europa. In den letzten 76 Jahren wurde immer wieder über die Form des Erinnerns und Gedenkend diskutiert. In Thüringen ist der 8. Mai ein Gedenktag – aber dies ist nicht in allen Bundesländern so.
Gerade vor dem Hintergrund des Erstarkens von Nationalsozialistischen Tendenzen halte ich die Aussage für wichtig und richtig, dass es ein Tag der Befreiung war. Ich war deshalb auch wie in den vergangenen Jahren auch zum Gedenken auf dem Erfurter Hauptfriedhof.
Die Befreiung vom Nationalsozialismus hat die junge Sophie Scholl nicht mehr erleben können. Am heutigen 9. Mai wäre ihr 100. Geburtstag. Viele Veranstaltungen erinnern an das Engagement von Sophie Scholl. Für besonders gelungen halte ich die Aktion des SWR auf Instagram. Unter #ichbinsophiescholl läuft dort eine stark an Bildern orientierte Aktion, die aufzeigen soll, was Sophie auf Instagram zu sagen gehabt hätte, wenn sie einen Kanal gehabt hätte. Insbesondere bei jungen Menschen kommt diese Aktion sehr gut an.
Als Landeszentrale für politische Bildung haben wir in dieser Woche mit Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt einen Vortrag in unserem neuen “Online-Studio” aufgenommen und heute auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht.
Wenn der Papierkorb brennt….
Erfolgreich habe ich heute mit mehreren Kolleginnen und Kollegen der Thüringer Staatskanzlei die Brandschutzhelferausbildung online und als Praxisteil absolviert. Die wichtigste Nachricht gleich vorab – wir konnten das Übergreifen der Flammen auf die Staatskanzlei verhindern.
Auf dem Hof der Staatskanzlei waren zwei fiktive gasbetrieben Brandherde aufgebaut (Papierkorb und Monitor), die wir mit den zahlreichen Brandbekämpfungsmitteln immer wieder gelöscht haben. Nachdem ich zunächst sehr skeptisch war (ich hatte die Vorstellung der AG Junge Brandschützer), war ich überrascht wie viel es zum Brandschutz zu wissen gibt.
Im Online-Webinar haben wir den Crashkurs in zwei Stunden bekommen. Ich bin mir sicher, dass ich zukünftig auf das eine oder andere Detail ganz anders achten werde. Insbesondere die zahlreichen Stromverbraucher in unseren Büros haben reichlich Gefährdungspotential. Sowohl in der Staatskanzlei, als auch in der Landeszentrale haben wir zwar überall Steckdosenleisten, die zum Feierabend abgeschaltet werden können – aber zu selten werden diese Schalter genutzt.
Maskenpflicht auch am Rednerpult
Trotz der mit 60 Punkten wieder durchaus umfangreichen Tagesordnung haben wir es gestern Abend geschafft an einem Abend alle Punkte “abzuräumen”. Kurz vor 22 Uhr konnte ich die Sitzung beenden. Dabei gab es mit dem Bürgerantrag zum Radverkehr, dem geforderten Queer-Zentrum und der Einbringung des Haushaltsentwurfs 2021 durchaus strittige Themen.
Genau ein Jahr tagen wir nun schon regelmäßig in der Thüringenhalle und seit einigen Wochen sogar noch unter zusätzlich einschränkenden Bedingungen. Vor den Sitzungen gibt es ein Corona-Testangebot und während der Sitzung besteht auch bei Wortmeldungen Maskenpflicht.
In den nächsten Wochen zwei Monaten werden wir uns im Stadtrat und in den Fachausschüssen intensiv mit dem Haushalt 2021 beschäftigen. Finanzdezernent Steffen Linnert hat den Haushalt in ersten Lesung eingebracht. Traditionell sprechen bei der ersten Beratung die Fraktionen noch nicht zum Haushalt. Zum Haushalt gäbe es allerdings schon jetzt viel zu sagen und das haben wir heute dann bei einem Pressegespräch auch getan. Rund 900 Millionen umfasst der Haushalt – davon rund 750 Millionen Euro für den Verwaltungshaushalt und 151 Millionen für den Vermögenshaushalt. Am Wochenende werde ich zu dem Thema einmal meine Meinung schriftlich hier festhalten.
Zum ersten Mal seit geraumer Zeit habe ich mich gestern wieder einmal in der Tagungsleitung vertreten lassen und bin selbst an das Rednerpult gegangen. Für unsere Fraktion habe ich dafür geworben, im Finanzausschuss über die Erstellung eines Haushaltssicherungskonzepts zu diskutieren. Überraschenderweise wollte dies weder der Finanzbeigeordnete noch die Mehrheit des Stadtrats. Für uns ist dies ein klarer Fall von unterlassener Hilfeleistung. Wenn sich der Finanzbeigeordnete weigert eine “Instrumentenkasten” für den Stadtrat zu entwickeln, ist dies alles andere als hilfreich bei der Sanierung des Haushalts. Wir werden dieses Thema zu einem zentralen Punkt bei den Haushaltsberatungen machen.
Den Wahl-O-Mat soll es auch 2021 wieder geben
Derzeit ist noch völlig offen, ob die Landtagswahl in Thüringen tatsächlich am 26. September 2021 stattfinden wird. Endgültige Klarheit dazu gibt es erst im Juli, wenn der Landtag eine Entscheidung getroffen hat. Trotzdem laufen die Vorbereitungen für die Wahl. Die Parteien treffen die Kandidaten-Vorauswahl, entwerfen Programm und planen den Wahlkampf.
Erst spät wird aber feststehen wie viele Parteien zur Wahl antreten. Anfang August muss darüber der Landeswahlleiter entscheiden. Bei der letzten Landtagswahl waren es 18. Ich schätze es werden dieses Mal mehr – zumindest gibt es bis zu sieben weitere Interessenten. Da die Hürde der notwendigen Unterstützerunterschriften vom Landtag pandemiebedingt gesenkt wurde, könnte es tatsächlich auch mehr als beim letzten Mal werden.
Bei der Themenauswahl 2019
Da ich bei der Landeszentrale für politische Bildung neben dem Online-Bereich auch für den Wahl-O-Mat zuständig bin, nehme ich derzeit Kontakt mit den Parteien auf und kündige ihnen an, dass wir wieder einen Wahl-O-Mat erstellen werden. Heute haben wir dafür mit der Bundeszentrale die Werbekampagne für Redaktionsmitglieder gestartet. Wie vor zwei Jahren stellt die Redaktion die 38 Fragen des Wahl-O-Mat zusammen. Im Juni wird es dazu einen Online-Workshop geben. Nachfolgend der Ausschreibungstext und der Link zu den Bewerbungsunterlagen.
Vielleicht ist ja der eine oder die andere jugendliche Besucherin oder Besucher meine Homepage daran interessiert mit zu machen, oder kennt jemand der jemand kennt…
“Der Wahl-O-Mat ist eines der erfolgreichsten Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Seit 2002 wurde er vor Wahlen über 82 Millionen Mal genutzt. Zur letzten Landtagswahl in Thüringen im Jahr 2019 wurde der Thüringer Wahl-O-Mat 236.561 genutzt.
Die Thesen des Wahl-O-Mat, mit denen sich die unterschiedlichen Positionen der Parteien vergleichen lassen, entwickelt eine Redaktion aus Jungwählerinnen und Jungwählern, Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Journalismus und Bildung und den Verantwortlichen der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb sowie der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen in einem Online-Workshop vom 24. -26. Juni 2021.
Du bist bei der anstehenden Landtagswahl wahlberechtigt und am Wahltag nicht älter als 26 Jahre alt? Du willst als Redaktionsmitglied bei der Erstellung und Auswahl der Thesen dabei sein? Dann bewirb Dich jetzt für den Wahl-O-Mat! Alle weiteren Informationen und die Bewerbungsunterlagen sind unter dem beigefügten Link zu finden.
Hausarbeit am Haushalt…
Nachdem die Sonderstadtratssitzung letzte Woche vorbei ist, richtet sich der Blick nach vorne. Kommende Woche findet schon die nächste Stadtratssitzung statt. Unter den rund 60 Tagesordnungspunkten ist auch einer, der mit einem halbe Jahr Verspätung kommt.
Am Mittwoch soll in erster Lesung der Haushalt 2021 beraten werden. Eigentlich ist der Haushalt rechtzeitig vor Beginn des Haushaltsjahres vorzulegen, aber in Erfurt hat sich die Erstellung endlos hingezogen. In dieser Woche haben wir den Haushalt zunächst als Online-Version und dann auch als Aktenordner erhalten.
Während in Erfurt und anderswo in der Republik wieder Berufsdemonstranten von ganz Rechts bis ganz Links unterwegs waren, habe ich den Tag der Arbeit und den heutigen Sonntag genutzt, mich um den Haushalt zu kümmern – nicht um den in meiner Wohnung sondern um den der Stadt.
Die rund 800 Seiten sind ein bedruckter Offenbarungseid. Die Verwaltungskosten (insbesondere die Personalkosten) steigen um 27 Mio. Euro und die Investitionskosten sinken um 51,9 Millionen Euro. Während sich die Verwaltung 242 neue Personalstellen genehmigt, müssen Sanierungen in Kitas und Schulen warten. Neben der Kürzung von 51,9 Mio. gibt es zwei weitere Probleme. Im Jahr 2019 und 2020 wurden die geplanten Investitionen (ehemals vom OB und seinem Finanzbeigeordneten gefeiert) in Höhe von 74 Millionen Euro (2019) und 69 Millionen (2020) nicht realisiert. Dies bedeutet, dass 143 Millionen Euro einfach in die Zukunft verschoben wurden und kommunale Immobilien weiter verschleißen.
Das zweite Problem zu den Investitionen betrifft den bevorstehenden Haushalt. Viele der geplanten Projekte sind noch nicht realisierungsreif. Der Haushalt wird voraussichtlich erst im August vom Landesverwaltungsamt genehmigt. Ob danach noch Ausschreibungen erfolgen, Planungsunterlagen vorgelegt und Baumaßnahmen realisiert werden, darf bezweifelt werden.
In jedem Fall werden die Haushaltsberatungen alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Es wird nur wenig Spiel geben, in diesem Haushalt etwas umzuschichten. Morgen sprechen wir erstmals in der Fraktion über den Haushalt. Nach der Einbringung im Stadtrat folgen dann die Anhörungen in den Fachausschüssen.
Die Helios-Puffbohnen und die Buga-Gießkannen
Coronabedingt wurde in den letzten Monaten praktisch keine Stadtratssitzung mehr bis zum Ende durchgeführt. Jede vorzeitig beendete Stadtratssitzung bedeutete aber unerledigte Beschlusspunkte.
In den letzten Monaten haben sich dadurch rund 60 Tagesordnungspunkte angesammelt, die am Mittwoch und am Donnerstag nun in einer Sondersitzung abgearbeitet wurden.
Die Stadtbahnlinie und das Nettelbeckufer haben zwischenzeitlich nichts an Aktualität eingebüßt. Einige andere Anträge waren hingegen inzwischen aus der Zeit gefallen. Der Winterdienst wird nun sicher erst in einigen Monaten wieder interessant. Aber auch die Farbe der Puffbohne hat sich zwischen zeitlich durch Zeitablauf erledigt. Auch wer die Merchandising-Artikel der Buga vertreibt ist nicht mehr zu beeinflussen.
Beraten und abgestimmt wurde trotzendem. Bei der Betrachtung der beiden obigen Stockbilder ist mir aufgefallen, dass der geschlechtsneutralen Farbe zwar die blauen und rosa Puffbohnen zum Opfer gefallen sind, aber die Stadtverwaltung bei den Buga-Gießkannen offensichtlich nicht (oder noch nicht) eingegriffen hat.
Kannelore und Gießbert sowie die beiden kleinen Kannen, das Mädchen Gießabella und der Junge Blumian, sind zumindest nicht geschlechtsneutral gehalten. Aber immerhin – der kleine Blumian hat eine gründe Puffbohne im Arm. Nachdem die ursprüngliche Bestellung der Buga-Maskottchen vor einem Jahr an der Intervention der Linken scheiterte – sie hatten gefordert, dass statt chinesischen Kannen eine Ausschreibung und Suche in Deutschland bzw. Euro stattfinden solle – schien das Projekt schon gänzlich zu scheitern.
Monatelang lief die Suche bis klar war, dass es zum geplanten Preis (18,95 Euro) keine Kannen in Europa gibt. Nachdem die ersten 600 Muster-Kannen innerhalb weniger Stunden verkauft wurden, dauerte es dann bis kurz vor Buga-Start, bis neue (natürlich aus China) in Erfurt ankamen. Die nun verfügbaren 10.000 Stück sind immerhin 6 Euro teurer und leider auch mit reduzierter Qualität zur Ursprungsversion.
Aber auch sie sind inzwischen fast ausverkauft. Neue gibt es dann voraussichtlich in 14 Wochen und dann ist die Buga schon halb vorbei. Ich bin gespannt, ob die Stadtverwaltung noch einmal gestaltend eingreift 😉 Ich würde wetten, danach wäre eine geschlechtsneutrale Gießkanne noch einmal ein paar Euro teurer und es gäbe die Teile erst nach dem Ende der Buga.
Kommende Woche ist übrigens wieder Stadtratssitzung. Dann wird der Haushaltsentwurf 2021 eingebracht. Zusätzlich gibt es aber noch 60 Tagesordnungspunkte, also wir können schon wieder anfangen zu sammeln.
Das Klimazonenhaus Danakil
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag unserer Erfurter iga bzw. der heutigen ega. Heute vor 60 Jahren wurde die „Erste Internationale Gartenbauausstellung der sozialistischen Länder“ eröffnet. Vom ersten Tag an war die IGA (damals noch in Großbuchstaben) ein Besuchermagnet. Allein 3,5 Millionen Besucher im ersten Jahr sind Zeugnis dafür. Zur Buga im Jubiläumsjahr wird mit 1,9 Millionen Besuchern geplant.
Wechselhaft war die Geschichte der IGA. Nach Konkurrenzdiskussion mit der westdeutschen IGA wurde die iga in kleinen Buchstaben geschrieben, aber blieb zum Glück der große Garten der Landeshauptstadt. Im Laufe der Jahrzehnte kamen allerdings auch die Hallen in die Jahre. Zur Wende, als die Umbenennung in egapark erfolgte, waren alle Bauwerke weit über die Grenznutzungsdauer hinaus. Der komplette Erhalt des ganzen Geländes war unmöglich und dies führte zur Teilung und Trennung vom oberen Teil der ega, wo heute der MDR seinen Sitz hat.
Bis vor zwei Jahren war ich Aufsichtsratsvorsitzender der ega GmbH und weiß aus den Diskussionen der letzten Jahre noch gut, was es für ein Kraftakt war, den größten Garten Thüringens zu erhalten. Ohne die Buga2021 wären viele Investitionen nicht möglich gewesen. Alle Erfurterinnen und Erfurter haben ihre persönlichen Erinnerungen an die iga/ega. Für viele sind es auch Erinnerungen an Veranstaltungen in der alten Glashalle. Bei mir waren dies mehrere Tanzstundenabschlussbälle und Karnevalsveranstaltungen. An der Stelle der alten Glashalle steht Dank der Buga heute das Danakil. Beim Stöbern in alten Artikeln habe ich auch meinen blog von vor 10 Jahren zum 50. Jubiläum gefunden. Damals hatten wir uns gerade um die Buga beworben. Wahnsinn, was in den 10 Jahren alles passiert ist!
Das haben wir schon Ende Februar gefordert…
Theoretisch hätten die Mitglieder des Buga-Ausschusses nach der gestrigen Beratung in der Thüringenhalle noch die Buga-Standorte EGA und Petersberg besuchen können. Drei von vier Voraussetzungen wären bei den meisten Teilnehmern erfüllt gewesen. Eine Buga-Dauerkarte haben (hoffentlich) alle erworben, anmelden wäre möglicherweise noch online gegangen und sogar das dritte – am Wochenende nahezu unlösbares – Problem war geklärt. Jeder der sich vorm Ausschuss hat testen lassen, verfügte über eine schriftliche Bestätigung über den Test.
Das letzte Problem war dann auch Gegenstand der Diskussion in der Ausschusssitzung. Während vor den Ausschuss- und Stadtratssitzungen inzwischen obligatorisch und und zügig alle Teilnehmer und Gäste getestet werden könne, ist dies für Normalbürger zum Problem geworden. Die Stadt Erfurt hat sich ihrer Verpflichtung für ausreichend Testmöglichkeiten zu sorgen entzogen und die Aufgabe auf Apotheken, Arztpraxen oder private Anbieter delegiert. Dabei hat die Stadt nicht berücksichtigt, dass von den 45 verfügbaren Teststellen nur 2-3 am Wochenende geöffnet haben.
Für die Buga und auch den Zoopark werden aber Tests benötigt, die nicht älter als 24 Stunden sein dürfen. Bereits seit sechs Wochen fragen wir regelmäßig nach, welches Konzept die Stadt und das Gesundheitsamt für die Durchführung der Buga unter Pandemiebedingungen hat. Die Antworten waren ausweichend und unkonkret. Es wurde ein zentrales Testzentrum versprochen und der Oberbürgermeister streute Ideen – Testzelt auf dem Domplatz und Theater waren zwei Vorschläge. Auf Nachfrage wurde erklärt ersteres ginge nicht, weil kein Bewachungspersonal für das Zelt zur Verfügung steht. Noch absurder war die Ausrede bezüglich des Theaters. Obwohl ansonsten von der Lage, Verkehrsanbindung und dem Platz im Gebäude inklusive Toiletten bestens geeignet, geht das Theater nicht – weil kein Trinkwasser im Foyer zur Verfügung stünde. Abgesehen davon, dass andere Teststellen wie das Haus der sozialen Dienste oder die Messehalle auch nicht darüber verfügen, hätte ich das für ein lösbares Problem gehalten.
Laut Medienberichten vom heutigen Tag wird jetzt alles besser. Das Testzentrum in der Messe soll morgen starten. Bis zu 5.000 Tests sollen dort täglich möglich sein. Laut Pressemitteilung der Stadt wird das Zentrum von der Kloepfel Consulting GmbH mit Sitz in Düsseldorf im Auftrag der Landeshauptstadt Erfurt betrieben. Da stellt sich schon die Frage, wann das mit welchem Inhalt ausgeschrieben wurde – heute Abend ist Hauptausschuss, mal sehen ob da die Frage beantwortet werden kann.
Time to say…
Schwarz-Weiß Erfurt: Acht Spielerinnen werden in der kommenden Saison nicht mehr für unser Bundesligateam auf dem Spielfeld stehen. Darunter sind mit den US-Amerikanerinnen Madeline Palmer, Jasmine Gross, Madelyn Cole, der Kanadierin Sara Kovac, der Argentinierin Victoria Michel Tosi und der Russin Anastasia Grechanaia alle ausländischen Spielerinnen. Hinzu kommen mit Sabrina Krause und Meghan Barthel zwei deutsche Spielerinnen, die künftig in anderen Vereinen der Bundesliga ihre Schuhe schnüren werden.
„Wir sind allen Spielerinnen sehr dankbar für ihr Engagement, das sie für Schwarz-Weiß Erfurt gezeigt haben. Trotz der schwierigen, pandemiebedingten Umstände, haben sie sich bis zum letzten Spiel bei uns reingehängt. Gerade Sabrina Krause, die drei Jahre für unseren Verein spielte, war stets eine empathische und leistungswillige Spielerin, die leider immer wieder durch Verletzungen gestoppt wurde“, fand Präsident Michael Panse lobende Worte zur Verabschiedung.
Besonders schade findet Erfurts neuer Bundesliga-Manager Yves Wangemann, dass Meghan Barthel nicht mehr für Schwarz-Weiß in der kommenden Saison aufläuft. „Ich hätte sehr gerne mit Meggie den Vertrag für die kommende Saison verlängert. Sie hat eine gute sportliche Entwicklung genommen und in unsere Philosophie, mit jungen talentierten Spielerinnen zu arbeiten, gepasst. Ich wünsche Meggie viel Glück, dass ihre sportlichen Ziele weiter in Erfüllung gehen.“
Außerdem verabschiedet sich der Bundesligist vom Trainergespann der abgelaufenen Serie. „Gil Ferrer Cutino hat nach dem Abgang von Dirk Sauermann die Mannschaft in einer schwierigen Situation übernommen und sie mit viel Motivation durch die zweite Halbserie geführt. Dabei hatte er mit Hayden Nichol und Thomas Bauch zwei ebenso engagierte Co-Trainer, denen wir zu großem Dank verpflichtet sind. Wir wünschen ihnen bei ihren künftigen Trainerstationen in Griechenland, Kanada und Leipzig alles Gute und viel Erfolg“, so Michael Panse zu den Veränderungen am Spielfeldrand, in dem Wissen, dass ein neues Trainergespann für die kommende Saison in der 1. Bundesliga in den Startlöchern steht.
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