Sitz im Landtag

Für die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer ist ein Sitz im Landtag nach der Wahl in zehn Wochen das Ziel. Ich erinnere mich noch daran, wie man auf dem Mobiliar sitzt, auch wenn dies für mich schon wieder 15 Jahre her ist. Gestern hatte ich aber wieder einen fest zugeordneten Sitzplatz im Plenarsaal – allerdings nur Veranstaltungsbezogen.

Im Thüringer Landtag wurden die Abiturpreise Sozialkunde und der Lehrersozialkundepreis verliehen. Die Landeszentrale für politische Bildung hat dies, wie in den vergangenen Jahren, mit Sachpreisen unterstützt. Ich finde das hohe Engagement von Lehrerinnen und Lehrern für “ihr Fach” immer wieder bemerkenswert und die daraus erwachsenden Abiturarbeiten beachtlich. Im Anschluss an die vormittägliche Diskussionsrunde mit Schülerinnen und Schülern im Rathaus bestärkt dies meinen Eindruck, dass die junge Generation alles andere als politisch desinteressiert ist.

Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern! Ich war gerne dazu einmal wieder im Landtag.

Kommunalpolitik vorgestellt

Erfreulicherweise gibt es auch nach den Kommunalwahlen noch Interesse an der Kommunalpolitik 😉

Heute waren 40 Schülerinnen und Schüler des Erfurter Hannah-Arendt-Gymnasiums im Rathaus zu Gast und ich habe ihnen gerne die etwas ältere Stadtgeschichte (bis zum Neubau des Rathauses im Jahr 1882) anhand der Bilder im Festsaal erklärt. Danach hatten wir im Ratssitzungssaal noch eine Stunde Zeit, um über kommunalpolitische Themen zu diskutieren.

Obwohl die Schülerinnen und Schüler kurz vor den Sommerferien standen und draußen schon der Sonnenschein zur folgenden Beachvolleyball-Runde einlud, waren sie ausgesprochen interessiert. Sie hatten konkrete Nachfragen mitgebracht, insbesondere zur Frage, wie die Fraktionen miteinander umgehen und was die Schwerpunkte für die jetzt beginnende neue Wahlperiode sind. Für ist dies nach wie vor die dringend notwendige Schulsanierung und deren Finanzierung.

Gedenken an den Volksaufstand am 17. Juni 1953

Leider ist der 17. Juni und seine Geschichte in den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so präsent, wie er sein sollte. Im vergangenen Jahr jährte sich der Volksaufstand in der DDR zum 70. Mal. In diesem Jahr zum unrunden Jahrestag waren es deutlich weniger interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Gedenkveranstaltung in der Andreasstraße. Wir waren zwar als Erfurter CDU mit unserer Europa- und Bundestagsabgeordneten sowie unserem Kreisvorsitzenden und mir als Stadtratsvorsitzenden dabei, aber das war es dann auch auch schon mit dem Interesse aus der Politik. Ich finde dieses zurückgehende Interesse bedenklich.

Gerd Krambehr umrahmte heute die Veranstaltung mit mehreren Liedern und Vertreterinnen und Vertreter des Freiheit e.V. und der Gedenkstätte Andreasstraße gingen auf Schicksale von Inhaftierten und Stasi-Opfern ein. Die Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Erfurt war für viele der Zeitzeugen des 17. Juni 1953 trauriger Startpunkt ihrer Verfolgung und langjähriger Haftstrafen. Ich finde es wichtig, dass wir Zeitzeugen von damals noch hören und sprechen können. Ich finde es schade, dass medial davon nicht mehr viel zu hören ist.

Drei Monate Wahlkampf abgeschlossen

Vor dreienhalb Monaten haben wir uns mit den nomierten Kandidatinnen und Kandiddaten der CDU Erfurt zu einem Kandidaten-Workshop im Waldcasino getzroffen. Damals haben wir über die Wahlkampfplanung, Plakat- und Flyergestaltung und über den Ablauf des Wahlkampfes gesprochen. Wenn damals jemand gesagt hätte, dass wir bei den Kommunalwahlen als stärkste Fraktion und mit Andreas Horn als Oberbürgermeister abschließen, hätten es die wenigsten geglaubt.

Ich habe gestern Abend daran gedacht, als wir uns zur ersten größeren Mitgliederversammlung wieder im Waldcasino getroffen haben. Unseren 50 Kandidatinnen und Kandidaten gebührt ebenso Dank, wie unseren Mitgliedern. Wir hatten eine einheitliche Werbelinie, wir hatten ein klares Ziel und wir haben gemeinsam gekämpft. Genau damit können wir auch in 10 Wochen bei der Landtagswahl erfolgreich sein!

Avi Primor zu Gast in Erfurt

Avi Primor war in den 90ger Jahren israelischer Botschafter in Deutschland. Seit dieser Zeit kenne ich ihn von verschiedenen Veranstaltungen. Gestern Abend hat er sein neues Buch “Bedrohtes Israel” vor 175 interessierten Gästen vorgestellt. Die Veranstaltung fand in Kooperation von LZT, ERFURTER HERBSTLESE, Deutsch-Israelische Gesellschaft Arbeitsgemeinschaft Erfurt, Jüdische Landesgemeinde Thüringen, Jüdisch-Israelische Kulturtage Thüringen und der Kaufmänner Gesellschaft e.V. in der Erfurter Kaufmannskirche statt und wurde von Blanca Weber moderiert.

Seine Einschätzung zu den Handlungsoptionen der israelischen Regierung und zu den Zukunftsaussichten einer Zwei-Staaten-Lösung teile ich nur sehr eingeschränkt. Ich glaube (leider) im Gegensatz zu Avi Primor nicht, dass die Mehrheit der Palästinenser eine Zwei-Staaten-Lösung will. Die Gelegenheit dazu bestand mehrfach, wurde aber immer wieder von der Hamas und auch von Israelis verhindert. Ich glaube auch nicht, dass die Fatah die Verantwortung in Gaza bekommen sollte. Bis 2005 hatte sie diese und wurde dann teils gewaltsam von der Hamas abgelöst. Ohne dass die Hamas entwaffnet und ihr militärischer Arm vernichtet wird, wird in Gaza (egal unter welcher Verantwortung) kein Frieden einziehen. Avi Primor lehnt die israelische Regierung in Gänze ab. Allerdings ist diese demokratisch gewählt und Niemand weiß, was bei Neuwahlen raus kommt. Mir hat insbesondere der Blick auf den 7. Oktober gefehlt. Keine israelische Regierung hätte in Reaktion auf die Verbrechen der Hamas eine andere Handlungsoption gehabt.

Der Abend bot viel Nachdenkenswertes und war trotz meiner persönlich abweichenden Meinung ein ausgesprochen interessanter Vortragsabend in der Kaufmannskirche in Erfurt.

Vielen Dank für die Bilder des Abends an Alice End.

Bilder des Abends

Konstituierung des Erfurter Stadtrat für die 8. Wahlperiode

Heute Abend fand die konstituierende Sitzung des Erfurter Stadtrates statt. Nach einer Andacht in der Michaeliskirche – mit einer Auslegung der Bergpredigt – wurden die Stadträtinnen und Stadträte vom amtierenden Oberbürgermeister per Handschlag verpflichtet und danach begann die 8. Wahlperiode.

Ich freue mich darüber, dass ich seit meinem ersten Einzug in den Stadtrat 1993 weiter dabei sein werde. Meiner CDU-Fraktion danke ich, dass sie mich erneut für den Stadtratsvorsitz vorgeschlagen hat. Vielen Dank auch allen Stadtratskolleginnen und Stadtratskollegen für das Vertrauen bei der Wahl. Ich werde sehr gerne in den nächsten fünf Jahren wieder unsere Sitzungen leiten und hoffe die Glocke nicht allzu oft einsetzen zu müssen. Zu Beginn der Stadtratssitzung habe meinen alten und neuen Kolleginnen und Kollegen meine Gedanken mit auf den Weg gegeben:

“Ein herzliches Willkommen allen Stadtratskolleginnen und Kollegen, Ortteilbürgermeisterinnen und Ortsteilbürgermeistern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und auf eine gute Zusammenarbeit in den nächsten fünf Jahren.

Unter den 50 Stadträtinnen und Stadträten ist fast die Hälfte neu und auch unter den gewählten Ortsteilbürgermeistern sind viele neu im Amt. Ihnen und allen wiedergewählten herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg bei ihrer Arbeit. Sie alle haben bei der Kommunalwahl ein hohes Maß an Zustimmung erfahren. Sie haben viele Stimmen der Wählerinnen und Wähler auf sich vereinigen können und sind somit mit einem großen Vertrauensbeweis gewählt wurden. Dieses Wahlvertrauen und auch die Ermutigung und der Zuspruch sind Basis für die Arbeit in den nächsten Jahren.

Aber dies wird leider nicht durchgängig so bleiben. Gerade die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit zeigt uns, dass aus manchmal berechtigter und in einer Demokratie auch notwendiger Kritik schnell persönliche Anfeindungen und Beleidigungen werden. Verbale und nonverbale Angriffe die ins persönliche übergehen sind etwas, was unsere Arbeit als Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker in einem hohen Maß belastet.

Umso höher ist es zu bewerten, dass Sie sich der neuen Aufgabe stellen und in den nächsten fünf Jahren viel Zeit und Kraft aufwenden werden, unsere Stadt mitzugestalten.

Ich wünsche uns in dieser Zeit einen intensiven und zielorientierten Dialog und das Ringen um beste Beschlüsse. Wir, die Fraktionen im Stadtrat, werden häufig auch unterschiedlicher Meinung sein. Bei allen, manchmal auch sehr intensiven kommunalpolitischen Auseinandersetzungen, wünsche ich mir aber den gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung hier im Stadtrat.

Auf eine gute Zusammenarbeit!”

Bilder von der Konstituierung

#Trikottag

Zum zweiten Mal findet heute der Trikottag statt. DOSB und die Landessportbünde haben diesen Tag ins Leben gerufen, um für die 86.000 Sportvereine in Deutschland zu werben. An diesem tag sollen dazu möglichst viele Menschen, die sich für Sport begeistern in ihren Lieblingstrikots ins Büro, auf Arbeit oder einfach nur im öffentlichen Bereich zeigen und dies mit dem Hashtag #trikottag in den sozialen Medien teilen.

Natürlich habe ich da auch wieder mitgemacht! Ich habe sehr viele Trikots daheim im Schrank. Sommer und Wintersport, Volleyball, Basketball, Football,  Eishockey, Fußball und reichlich Sachen vom Rennschlitten- und Bobsport sind da zu finden. Trotzdem war die Entscheidung natürlich klar. Ich habe heute für unser SWE Volley-Team und unser Bundesligateam Schwarz-Weiss Erfurt geworben. Seit 20 Jahren darf ich unser Vereinspräsident sein und meine Volleyball-Begeisterung reicht nun schon über 40 Jahre zurück.

Ich habe zwar viele Sportarten in meiner Jugend ausprobiert, aber bin damals nur dem Schach treu geblieben. Heute bin ich sehr viel ehrenamtlich im Volleyball und beim TSBV aktiv und meine sportlichen Aktivitäten finden mit Fitness, Squash, Wakeboard und Badminton außerhalb von Vereinen statt. Aber ich weiß, dass es unsere Vereine und Verbände sind, die den organisierten Sport tragen, die Unterstützung verdienen und deren hunderttausende ehrenamtliche Aktive Wertschätzung verdienen. Dazu soll der heutige Tag aufrufen.

Aufruf des DOSB   

Nach 18 Jahren stellt die CDU wieder den Oberbürgermeister

Viele Worte benötigt es nicht, um die Stimmung des gestrigen Abends zu beschreiben. In den letzten 18 Jahren waren die Wahlabende im Erfurter Rathaus für die CDU selten von großer Freude geprägt. Meist hatten die anderen Grund zu jubeln. Gestern konnten wir zum zweiten Mal nach der Kommunalwahl vor zwei Wochen feiern. Andreas Horn ist neuer Oberbürgermeister von Erfurt und dies mit einem erstaunlich guten Ergebnis. Auch Marion Walsmann hat gewonnen und wird uns weiter im Europaparlament vertreten.

Herzlichen Glückwunsch den beiden und ein riesengroßes Dankeschön für diesen Wahlkampf an alle Beteiligten!

Bilder vom Wahlabend

Wahltag

Die letzten Infostände sind vorbei, die Flyer verteilt und jetzt beginnt die Zeit des Abwartens auf die ersten Hochrechnungen. Das begann schon gestern, aber das hatte ich erst noch den Wahl-O-Mat-Workshop und danach den TVV Verbandstag im Programm. Der Wahlsonntag ist immer ein Tag, an dem ich mich abzulenken versuche, aber natürlich die Anspannung steigt. Heute bin ich nach dem Wahlgang in meinem Wahllokal erst einmal aufs Motorrad gestiegen und habe eine größere Runde gedreht. Danach war das Fitnessstudio der nächste Zielort und schließlich noch die Ausstellung der Bilder von Udo Lindenberg in der Severikirche. Im Rahmen des 103. Katholikentages wurden dort die Interpretationen der 10 Gebote gezeigt.

Bilder aus der Severikirche

Wählen gehen!

Vor ziemlich genau 35 Jahren stand ich vor der Entscheidungsfrage “Wählen gehen, oder nicht”. Zur DDR-Kommunalwahl 1989 bin ich schließlich doch gegangen und habe meinen Wahlzettel ungültig gemacht bzw. gegen den Wahlvorschlag gestimmt. Hinterher stellte sich heraus, dass das Wahlergebnis gefälscht wurde und dies war ein Mosaikstein zum Ende der DDR.

Seitdem habe ich in den letzten 35 Jahren bei jeder Wahl gewählt und sogar bei praktisch allen Wahlkämpfen – aktiv erst für den Demokratischen Aufbruch und danach für die CDU.

Wählen gehen ist für mich ein wichtiger Bestandteil der Demokratie. Deshalb werbe ich dafür, deshalb habe ich in den letzten Tagen an der Erstellung des Wahl-O-Mat mitgearbeitet und deshalb werde ich morgen wählen gehen und Andreas Horn wählen. Der Wechsel im Oberbürgermeisteramt ist greifbar! Aber auch bei der Europawahl geht es um viel und deshalb hoffe ich auch dabei auf eine hohe Wahlbeteiligung. Beide Wahlen sind wichtige Gradmesser für die Landtagswahl im September.