Panse fordert Absage von Dahabflex-Konzert in Erfurt

epd-Gespräch: Matthias Thüsing
9. Okt 2026

Der Thüringer Antisemitismusbeauftragte und Erfurter Stadtrat Michael Panse hat die Absage eines Konzerts des Rappers Dahabflex in Erfurt gefordert. Angesichts früherer Äußerungen des Künstlers im Zusammenhang mit Israelhass und der Verherrlichung terroristischer Gewalt sei die Veranstaltung nicht hinnehmbar, sagte Panse am Freitag auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd). Die Veranstalter sollten das Konzert absagen.

„Ich werte das Auftreten des Rappers als Form israelbezogenen Antisemitismus“, sagte Panse. Das Konzert ist für den 15. Oktober im Erfurter Club Kalif Storch angekündigt.

Der unter seinem Künstlernamen Dahabflex bekannte Frankfurter Rapper Etkin Siar Sarikaya steht wegen verschiedener Äußerungen zu Israel und zur Gewalt im Nahostkonflikt in der Kritik. Panse erinnerte etwa an einen Auftritt bei einer Wahlkampfveranstaltung der Linken in Berlin im August. Hier habe der Rapper nach Medienberichten den Song „Stop the Genocide“ vorgetragen, der Aufrufe zur Gewalt gegen israelische Staatsbürger und Soldaten enthalte.

Panse kritisierte, dass die Verantwortlichen des Clubs trotz öffentlicher Einwände an dem Konzert festhalten. „Wer einen Veranstaltungsort betreibt oder vermietet, muss sich mit der gesellschaftlichen Wirkung solcher Entscheidungen auseinandersetzen“, mahnte er. Die Entscheidung könne dem Ansehen des Clubs schaden und das Vertrauen von Besuchern, Kooperationspartnern und künftigen Veranstaltern beeinträchtigen.

Zur Begründung verwies Panse auf einen Beschluss des Bundestages vom November 2024 zum Schutz jüdischen Lebens in Deutschland. Dieser betone die Bedeutung der Kunst- und Kulturfreiheit, zugleich aber auch die Verantwortung staatlicher Stellen, antisemitischen Bestrebungen entgegenzutreten. „Bund, Länder und Kommunen sind aufgefordert, rechtssichere Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Projekte mit antisemitischen Zielen und Inhalten nicht gefördert werden“, erinnerte der Beauftragte.

Panse sprach sich zudem dafür aus, bestehende rechtliche Möglichkeiten zur Bekämpfung des Antisemitismus konsequent zu nutzen und mögliche Schutzlücken zu prüfen. „Es geht auch um die Frage, wie die öffentliche Leugnung des Existenzrechts Israels und entsprechende Aufrufe zur Beseitigung des Staates strafrechtlich erfasst werden können, ohne die Meinungsfreiheit unverhältnismäßig einzuschränken.“ Thüringens Landesregierung unterstütze ebenso wie er persönlich eine entsprechende Gesetzesinitiative Hessens im Bundesrat.

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