Martini 2020 in Erfurt

Das Kreuz auf den Domstufen gehört zu jeder Martinsfeier
Eigentlich ist es undenkbar, dass Martini in Erfurt ausfällt. Selbst zu DDR-Zeiten, wo ökumenische öffentliche Gottesdienste alles andere als gern gesehen wurden konnte der Staat dem Zulauf von vielen auch nichtchristlich geprägten Familien mit ihren Kindern 10. November jeden Jahres auf dem Erfurter Domplatz nicht bremsen. Tausende Teilnehmer führten dazu, dass die Straßenbahnen zeitwiese den Verkehr einstellten. Warum das so war und immer noch so ist erklärt die Homepage der Stadt: “Martini hat für Erfurt seit vielen Jahren eine ganz besondere Bedeutung, da man des Erfurter Stadtpatrons, des heiligen Martin von Tours, gedenkt sowie des großen Reformators Martin Luther, der auch in Erfurt gelebt hat. Deshalb begehen die beiden großen Kirchen Martini seit Jahrzehnten schon gemeinsam als ökumenisches Fest auf den Erfurter Domstufen. Dieser ökumenische Gottesdienst lockt in jedem Jahr die Kinder der Stadt und des Umlandes mit ihren Eltern auf den Domplatz und der wurde dann zum Lichtermeer aus tausenden leuchtenden Laternchen. Bevor um 18 Uhr die Martinsfeier beginnt, erklingt der unvergleichlich schöne Glockenklang der Gloriosa über Erfurt.“ Auf dem Weg vom Rathaus nach Hause bin ich heute Abend über den Domplatz gelaufen. Die Gloriosa habe ich gehört. Aber ansonsten war der Domplatz weitgehend leer. Abgesehen von ein paar demonstrierenden Maskenverweigerern und einigen wenigen Familien waren nur ein paar Polizeiwagen zu sehen. Coronabedingt musste auch Martini 2020 in Erfurt abgesagt werden. Natürlich bin ich trotzdem einige Schritte auf den leeren Domstufen hinauf gegangen. Aber nicht, um wie in anderen Jahren das leuchtende Laternenmeer auf dem Domplatz zu bewundern, sondern um ein Bild vom erleuchteten Kreuz zu machen, welches auch in diesem Jahr wieder vor dem Dom als Zeichen des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung stand. Ich bin mir ganz sicher – im nächsten Jahr auch wieder umringt von vielen Kindern mit ihren Laternen.

Palästinensische Chefunterhändler Erekat an Corona-Infektion verstorben

2009 in Bir Zait
Heute ist Saeb Erekat, der PLO-Generalsekretär und enge Vertraute von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas, an Covid-19 gestorben. Israelische Ärzte hatten bis zuletzt um sein Leben gekämpft, nachdem er Mitte Oktober in das Hadassah-Krankenhaus in Jerusalem gebracht wurde. Nach einer Verschlechterung seiner coronabedingten Atemprobleme war er in Vollnarkose versetzt und künstlich beatmet worden. Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) starb im Alter von 65 Jahren. Seine Behandlung hatte sowohl auf Seiten der Palästinenser, als auch der Israelis für heftige Diskussionen gesorgt. Ich habe Saeb Erekat 2009 kennengelernt, als wir mit einer Reisegruppe in der palästinensischen Universität Bir Zait waren. Erekat war damals der palästinensische Chefunterhändler für die Israelisch-Palästinensischen Verhandlungen und hatte Camp David mit vorbereitet. Bei einer Podiumsdiskussion erklärte er uns damals, „er sei für eine Bekämpfung des islamischen Fundamentalismus und Extremismus”. Er sagte zudem es “müsse Frieden zwischen Israel und Palästina geben und eine Demokratisierung der arabischen Welt müsse stattfinden”. Leider hat er in seiner späteren Funktion als PLO-Generalsekretär zu wenig für das damals proklamierte Ziel getan. Aber auch er möge in Frieden ruhen.  

Gedenken am 9. November

Normalerweise bin ich in jedem Jahr beim Gedenken an die Novemberpogrome 1938 auf dem jüdischen Friedhof in Erfurt dabei. In diesem Jahr ging das leider nicht, weil ich einen Virusinfekt noch nicht ganz ausgeheilt hatte und deshalb darauf verzichtet habe. Meine Gedanken waren aber auch heute an diesem Schicksalstag der Deutschen damit beschäftigt. Medial ist derzeit alles von CCorona und der US-Wahl überlagert, dies fällt sowohl beim Blick in die Zeitungen, als auch beim Fernsehprogramm auf. Wir hatten als Landeszentrale für politische Bildung einige Veranstaltungen im Rahmen der 28. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur geplant. Leider fallen diese entweder aus oder können nur online stattfinden. Gerne verweise ich deshalb auf das umfangreiche Publikationsangebot der LZT. Wir haben auf unserer Homepage sowohl viele Bücher zur Aufarbeitung der NS-Zeit und insbesondere zum Holocaust, als auch zur Zeit der friedlichen Revolution und dem Mauerfall. Insbesondere für den Schulunterricht sind dies wichtige Broschüren und Bücher. Neben dem Bild des ZDF zum heutigen Schicksalstag teile ich deshalb auch gerne die Seite unserer Publikationsangebote.

Neue Allgemeinverfügung in Erfurt schon wieder veraltet

…aber immerhin gibt es jetzt Hinweise zum Maskengebrauch…
Rund eine Woche hat die Landeshauptstadt Erfurt gebraucht, um ihre Allgemeinverfügung der neuen Rechtslage in Thüringen anzupassen. Wie am Freitag berichtet, erlaubte die Erfurter Allgemeinverfügung (alt) Zusammenkünfte von bis zu 10 Personen, auch wenn diese aus ganz verschiedenen Haushalten stammten. Die Landesverordnung begrenzt dies jedoch auf lediglich zwei Haushalte. Nachdem es Mitte letzter Woche schon irritierte Anfragen der Landespolizei gab, nach welchen Regeln sie denn in Erfurt kontrollieren sollen und Erfurt auf den Text ihrer Allgemeinverfügung beharrte hatte ich am Freitag die Stadt aufgefordert, dies zu klären. Erfreulicherweise passierte dies auch am Freitag. Die “Stimmigkeit” mit der Landesverordnung reichte aber nur bis zum Sonntag. Das Land legte am Samstag eine neue Verordnung nach, die künftig den Trainings- und Wettkampfsport bis zur U18 wieder erlaubt. Das gilt ab Sonntag in ganz Thüringen – aber natürlich nicht in Erfurt. In der Landeshauptstadt stellte heute der Erfurter Sportbetrieb auf seiner Homepage klar, dass Erfurter Sportstätten auf Basis seines Schreibens vom 3.11. weiter zu bleiben. Die neue Allgemeinverfügung vom Freitag passe halt nicht zur neuen Landesverordnung. Ich halte dies sowohl in meiner Funktion als Kommunalpolitiker, als auch als Vereinspräsident des SWE Volley Team für einen absurden Vorgang. Seit Mitte letzter Woche ist bekannt, dass das Land den Kinder- und Jugendsport wieder ermöglichen will. Der Sozialausschuss hat dies beschlossen und ich gehe davon aus, dass die Kommunen (wie sonst auch) den neuen Landesverordnungsentwurf vorab zur Kenntnis bekommen haben. Genauso hat die Stadt ihre Allgemeinverfügung vorab dem Land geschickt. Ich bin sehr gespannt, wie lange es jetzt zu einer rechtskonformen Erfurter Allgemeinverfügung dauert und wie lange die dann Bestand hat.

Vorbereitung auf die neue Nutzungsperiode

Die Monster-Ducati…
Traditionell begann bei der NVA am 1. Oktober eines jeden Jahres die Vorbereitung der KfZ-Technik auf die neue Nutzungsperiode – in dem Fall auf die Winterperiode und das ganze gab es im Frühjahr noch anders herum. Da ich das ein paar Mal in der Umstellung von Sommer- auf Winterbetrieb und umgekehrt mitgemacht habe, kann ich mich noch grob daran erinnert. Bei meinen Motorrädern läuft das ähnlich. Da sie beide im Winter weiter genutzt werden, zumindest wenn das Wetter es erlaubt, habe ich sie nicht in der Garage eingemottet. Da beide Bikes auch keine Saisonkennzeichen haben ist dies auch nicht zwingend notwendig.
…und die Honda NTV
Stattdessen haben sie heute einmal wieder eine Grundreinigung, Batteriepflege und Kontrolle aller Flüssigkeiten bekommen. Natürlich auch eine Rundfahrt. Für dieses Wochenende ist zwar kaltes aber auch sonniges Wetter angesagt und da darf die Honda sicher wieder einmal raus an die frische Luft. Im Gegensatz zur Technik bei der NVA geht es heute nicht nur um die grundsätzliche Einsatzbereitschaft, sondern auch um den Spaß daran, meine Fahrzeuge auch zu bewegen und den habe ich auch bei kühlen Temperaturen.

Rechtsfreier Raum in Erfurt?

Ausgesprochen ärgerlich findet CDU-Stadtrat Michael Panse, dass die Erfurter Allgemeinverfügung vom 26.10. bis zum heutigen Tag im krassen Widerspruch zur zwischenzeitlich am 31.10.2020 erlassenen Landesverfügung steht. Panse erklärt dazu: „Bis heute gibt es keine klare Aussage vom Oberbürgermeister und der zuständigen Beigeordneten, wann die Stadt ihre Allgemeinverfügung überarbeitet oder außer Kraft setzt. Die Erfurterinnen und Erfurter stellen sich berechtigt die Frage: Welche Regelung gilt nun eigentlich in Erfurt? Die Allgemeinverfügung ist an mehreren Stellen nicht stimmig, insbesondere bei den geforderten Kontaktbeschränkungen.“ Die derzeit geltende Allgemeinverfügung der Stadt bezieht sich auf die alte Verordnung des Landes. Eine Anpassung an die aktuelle Landesverordnung ist bis zum heutigen Tag nicht erfolgt. Auch auf offizielle Anfrage erklärt das Gesundheitsamt der Stadt, dass die Erfurter Regelung eine Zusammenkunft von bis zu 10 Personen aus verschiedenen Haushalten erlauben würde. Panse abschließend dazu: „Mich verwundert auch, dass das Land diese Situation hinnimmt. Wenn in anderen Städten oder Landkreisen ähnlich lax verfahren wird, entsteht ein Flickenteppich, der die Menschen in hohem Maße verunsichert und der Bekämpfung der Pandemie nicht dienlich ist. Ich kann nur an die Stadt appellieren, sich dazu zu erklären und zu handeln.“ Aktuelle Thüringer Verordnung über außerordentliche Sondermaßnahmen zur Eindämmung einer sprunghaften Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 (Thüringer SARS-CoV-2-Sondereindämmungsmaßnahmenverordnung -ThürSARS-CoV-2-SonderEindmaßnVO-) vom 31.102020 § 3 Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit
  • (1) Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur allein, mit Angehörigen des eigenen Haushalts und eines weiteren Haushalts, jedoch mit insgesamt höchstens zehn Personen, gestattet.
Allgemeinverfügung über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 Aktuelle Allgemeinverfügung Erfurt vom 26.10.2020 1. Abweichend von § 2 Satz 2 der Thüringer Verordnung gilt als Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum: Es darf sich nur mit Personenmehrheiten nach § 1 Abs. 2 der Verordnung oder mit nicht mehr als zehn sonstigen Personen im öffentlichen Raum aufgehalten werden.

Fachtagung mit langer Tradition und trotzdem neu

Online bereit
Seit 2010 findet in Thüringen in jedem Jahr eine Fachtagung zum Thema Kinderarmut statt. Ich habe an fast allen teilgenommen und dies in ganz unterschiedlichen Funktionen, als ehemaliger sozialpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, als Jugendhilfeausschussvorsitzender in Erfurt, als Generationenbeauftragter der Landesregierung und als Leiter der Elternakademie der Stiftung FamilienSinn. In diesem Jahr habe ich für die Landeszentrale für politische Bildung die Veranstaltung mit vorbereitet und ein Grußwort gehalten. Nachfolgend die Zusammenfassung der gelungenen Tagung: Gemeinsam mit Projektpartner vom Deutschen Kinderschutzbund, der Fachhochschule und dem IKPE, sowie in diesem erstmals der Digitalagentur Thüringen fand am 5. November die Online-Tagung „Digitalisierung und Chancengleichheit – Analyse, Zugänge, Beteiligung“ statt. Seit dem ersten Fachtag im Jahr 2010 ist die LZT mit im Boot und dies, weil das Thema „Wege aus der Kinderarmut“ zu suchen – so war auch der Titel der ersten beiden Tagungen – vielschichtig ist und viele Partner braucht. Die Landeszentrale für politische Bildung ist als die zentrale überparteiliche politische Bildungseinrichtung des Freistaats Thüringen gerne dabei Partner. Politische Bildung für die Demokratie ist unsere Aufgabe und ein breites Angebot für alle zum Mitmachen ist dazu unser Beitrag. – Wir laden ein zum Dialog und wollen politische Fragen interessant vermitteln. – Wir bieten Information und Orientierung für die Meinungsbildung in einer komplizierten Welt. – Wir wollen für die Demokratie begeistern und zum Mitmachen ermutigen. Dies passt alles sehr gut zum Anliegen der Fachtagung. Die Inhalte der Fachtagungen seit 2010 waren von Strategien gegen Kinderarmut im europäischen Vergleich, über die „Entsicherte Kindheit“ bis hin zum Praxisforum Flüchtlingskinder breit gefächert. Steigende Teilnehmerzahlen haben die Veranstalter in den letzten Jahren schon an die Kapazitätsgrenzen gebracht – mehr als 150 Teilnehmer haben dazu geführt, dass sogar Teilnehmern absagen werden musste. Insofern war das Ausweichen in das Netz mit einer Online-Tagung zwar der aktuellen Corona-Situation geschuldet, aber auch eine neue Chance. Es passt zudem zum diesjährigen Thema: Chancengleichheit bei der Digitalisierung. Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche haben immer auch etwas damit zu tun ob die notwendigen Ressourcen vorhanden sind – technisch mit Endgeräten und dem Zugang zum Internet, aber auch dem Faktor der richtigen Nutzung mit dem Stichwort Medienkompetenz. 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, überwiegend Erfahrene in der Jugendarbeit, hatten sich online zugeschaltet. Durch die externe Moderation ist es gelungen, sowohl gut durch die Tagung zu führen, als auch im Chat gestellte Fragen zu bündeln. Der gewählte GoToMeeting Webhosted-Dienst (erfordert ein Abo für den Veranstalter und ist für Nutzer kostenfrei) hat sehr gut funktioniert. Die drei Referate aus Stuttgart, Graz und Genf waren mit Folien untersetzt, die nach der Veranstaltung allen Teilnehmern via Mail oder über die Homepage des DKSB zur Verfügung gestellt werden. Thomas Rathgeb von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg stellte die Ergebnisse der JIM-Studie (Jugend, Information, Medien) vor. Bemerkenswert daran war, dass die mangelnde Ausstattung mit technischen Endgeräten nur für 6 Prozent der Kinder und Jugendlichen ein Problem darstellt. Frau Alexandra Klein von der Uni Mainz und Caroline Pulver von der FH Bern haben in ihrem Vortrag Möglichkeiten, Hürden, Zugänge zu Digitalisierung und sozialer Ungleichheit dargestellt. Elke Höfler von der Uni Graz über sprach soziale Ungleichheit durch die Nutzung sozialer Medien. Sie erläuterte die Motivation junger Menschen bei der Nutzung sozialer Medien und die stark bildbezogene Darstellung in den Netzwerken. Zu allen drei Vorträgen gab es zahlreiche Nachfragen, die alle beantwortet wurden.

Kommunale Sitzungen in Corona-Zeiten

Buga-Ausschuss…
Während heute bundesweit der Teil-Lockdown in Kraft getreten ist und noch viel Verunsicherung über die Regelungen besteht hatten wir trotzdem zwei Veranstaltungen, bei denen mehr als “zwei Haushalte” zusammen gekommen sind. Sowohl die Sitzung des Buga-Ausschusses in der Thüringenhalle, als auch unsere Fraktionssitzung im Ratssitzungssaal hatten 20 bzw. 15 Teilnehmer. Die berechtigten Fragen, warum und wie geht das, möchte ich hier gerne beantworten. In der neuen Corona-Verordnung des Landes steht im § 3 Kontaktbeschränkungen in der Öffentlichkeit: (1) Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur allein, mit Angehörigen des eigenen Haushalts und eines weiteren Haushalts, jedoch mit insgesamt höchstens zehn Personen, gestattet. (2) Absatz 1 gilt nicht: 1. für Versammlungen, Veranstaltungen, Zusammenkünfte, Sitzungen und Beratungen nach § 8 2. ThürSARS-CoV-2-IfS-GrundVO. In dem zitierten § 8 der 2. ThürSARS-CoV-2-IfS-GrundVO steht dazu, dass bei den möglichen Veranstaltungen besondere Vorkehrungen zum Infektionsschutz zu treffen sind. Erlaubt sind damit Versammlungen mit religiösen, parteipolitischen, amtlichen und betrieblichen Hintergrund. Insbesondere benannt werden unter anderem dienstliche, amtliche und kommunale Veranstaltungen, Sitzungen und Beratungen in Behörden einschließlich der erforderlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung und Sitzungen und Beratungen in den Kommunen und ihren Verbänden.
…und Fraktionssitzung
Das ist der rechtliche Hintergrund. Dazu werden für jede dieser Sitzungen besondere Vorkehrungen getroffen – ausreichen große Räume, Desinfektionsmöglichkeiten, regelmäßiges Lüften und etliche andere Maßnahmen. Dies ist auch der Grund warum wir mit einem Ausschuss wie dem Buga-Ausschuss in die Thüringenhalle gehen und die Fraktionssitzung nicht in einem kleinen Sitzungsraum, sondern im Ratssitzungssaal. Im Hauptausschuss und im Ältestenrat des Stadtrats haben wir intensiv diskutiert, welche Veranstaltungen in welchem Rahmen stattfinden sollen. Auf der einen Seite sollen unnötige Kontakte vermieden werden. Auf der anderen Seite ist aber die kommunale Arbeitsfähigkeit und die Beteiligung der kommunalen Mandatsträger an Entscheidungsprozessen wichtig. Dazu gehört auch die Frage ob die sachkundigen Bürger der Fraktionen an den Ausschusssitzungen weiter teilnehmen sollen. Im Frühsommer war dies für einige Monate ausgesetzt und auch der Stadtrat delegierte Entscheidungen auf den Hauptausschuss. Aktuell ist geplant, jede Sitzung auf ihre Notwendigkeit zu prüfen und entbehrliche Tagesordnungspunkte zu verschieben. Für die Stadtratssitzung in der kommenden Woche haben sich daher die Fraktionen entschieden (fast alle Fraktionen), zahlreiche Vorlagen von der Tagesordnung zu nehmen – dadurch wurden aus rund 80 Punkten nunmehr rund 45 Tagesordnungspunkte. Ob es in den kommenden Wochen zu weiteren Einschränkungen im Sitzungsbetrieb des Stadtrats kommt, werden wir heute Abend wieder im Ältestenrat diskutieren.  

Programmumstellung

Wechsel des Blickwinkels – vom Sportpark zum heimischen Crosstrainer
Erhebliche Einschränkungen und Veränderungen kommen mit Beginn des neuen Monats auf uns zu. Der neue Teil-Lockdown tritt am 2. November mit der Veröffentlichung der neuen Corona-Verordnung in Kraft. Zwar debattiert der Thüringer Landtags am Dienstag noch einmal in einer Sondersitzung dazu, aber wesentliche Änderungen sind nicht zu erwarten. Viele Freizeitaktivitäten sind nicht mehr möglich, Gaststätten müssen schließen, Maskenpflicht an vielen Orten – dies sind nur einige der Beispiele. Ich verstehe den Frust und die Verärgerung vieler Menschen. Ich hoffe, dass die angekündigten Entschädigungen für Schließungen schnell greifen. Vor allem hoffe ich, dass die Zahl der Neuinfektionen spürbar zurück geht. Es war leider immer klar, dass deutlich steigende Zahlen wieder zu Einschränkungen führen würden, auch wenn wir alle gehofft haben, dass dies nicht passiert.
Die Motorradsaison geht weiter
In meinem persönlichen Umfeld kenne ich inzwischen mehrere Personen, die infiziert sind. Auch wenn ich in den letzten Tagen keinen direkten Kontakt hatte, bleibt ein verunsicherndes Gefühl. Beim Volleyball müssen wir jede Woche alle unsere Spielerinnen und das Trainerteam testen. Auch da schwingt immer die Sorge mit. Um Kontakte zu minimieren fand schon am Samstag unser Spiel ohne Zuschauer statt. Auch im alltäglichen Leben ändert sich wieder viel. Veranstaltungen fallen aus, der Stadtrat wird sich wieder Beschränkungen auferlegen und Sport findet privat nur noch auf dem heimischen Crosstrainer statt und nicht mehr im Sportpark Johannesplatz. Auch Squash und Badminton geht vorerst nicht mehr. Eine einzige Sache bleibt aber noch – ich kann weiter Motorrad fahren, weil meine Saison nicht am 31.10. mit einem Saisonkennzeichen endet. deshalb konnte ich mit meinem jüngsten Sohn am Wochenende noch einmal zum Inselsberg touren. Mein Wunsch an alle Besucher meiner Homepage: Bleibt gesund und kommt gut durch die nächsten Wochen!

Kein gewünschter Dreier

So sehen Siegerinnen aus…
Beide Teams hatten sich im Vorfeld einen Sieg gewünscht – das ist im Sport im Allgemeinen und im Volleyball im Besonderen natürlich immer so. Wiesbaden hatte die Latte vor dem Spiel aber noch etwas höher gelegt und sich die volle Ausbeute und drei Punkte gewünscht. Aus unserer Sicht wurde erfreulicherweise nichts aus diesem Ansinnen und wir konnten mit unseren Mädels jubeln. Einziger Wermutstropfen war, dass coronabedingt keine Fans dabei sein konnten. Lediglich das Orga-Team und unsere Auf- und Abbauhelfer konnten live dabei sein. Für alle andren Fans gab es aber den Live-Stream bei SportTotal. Den Spielbericht von uns teile ich besonders gerne und die besten Szenen gibt es auch noch im Netz dazu, ebenso wie einige Bilder vom Spiel. Spielbericht Schwarz-Weiß Erfurt: Im vierten Saisonspiel gab es den ersehnten ersten Sieg. Nach einer 2:0-Satzführung und dem folgenden Satzausgleich des VC Wiesbaden, bedurfte es eines finalen Comebacks, um das Ruder wieder herumzureißen und als Sieger das Spielfeld zu verlassen. Zwei Punkte gewonnen, einen liegen gelassen, darin war man sich auf Erfurter Seite nach der Partie einig. Schlussendlich überwog aber die Freude über den ersten Saisonsieg. Denn es hätte nach der 2:0-Satzführung und dem in der Folge wenig zwingenden Angriffsspieles, gepaart mit einigen Annahmeproblemen, auch schief gehen können. 2:0-SATZFÜHRUNG FÜR GASTGEBERINNEN Die mit viel Optimismus ins Spiel gegangenen Gastgeberinnen, wollten ihrem Ansinnen, den ersten Saisonsieg einzufahren, gleich Taten folgen lassen. Zwar konnte Wiesbaden, das ohne die verletzte Tanja Großer ersatzgeschwächt anreiste, mit einem 5-Punkte-Run von 6:4 auf 6:9 stellen, doch dann dominierte Erfurt das Geschehen. Druckvoll im Aufschlag und konsequent am Netz enteilten die Sauermann-Schützlinge auf 21:14. Nach Maddi Palmers Leger war der erste Durchgang mit 25:17 Geschichte. Der zweite Satz war ein ständiges Kopf-an-Kopf-Rennen bis zur zweiten technischen Auszeit (7:8, 11:11, 14:16). Nachdem Erfurts Coach beim 16:20 seine Spielerinnen zur Auszeit vom Spielfeld geholt hatte, zündeten diese wieder. Mit einem fulminanten Schlussspurt, auch dank einiger Fehler auf Gästeseite, gewannen die SWE-Damen noch mit 25:23. UNGENUTZTE CHANCEN – WIESBADEN GLEICHT ZUM 2:2 AUS Doch was sich im vorherigen Durchgang bereits angedeutet hatte, setzte sich im dritten Satz fort. Wiesbaden konnte im Aufschlag mehr Druck auf Erfurts Annahme ausüben, was den Thüringerinnen im Gegenzug immer weniger gelang. So dominierte der VCW den dritten Satz und gewann verdient mit 25:15. Auch der Start in den vierten Satz war fast eine Kopie des vorangegangenen (2:6). Allerdings ließen sich die Gastgeberinnen diesmal nicht abhängen (8:8), rannten aber nach dem 13:16 zum zweiten Mal einem kleinen Rückstand hinterher. Mit einem 8:1-Lauf überholten sie die Gäste im Eilzugtempo und waren beim Stand von 22:18 in Sichtweite der Ziellinie. Dass die Schwarz-Weißen dieser nicht mit letzter Konsequenz entgegenstrebten, war ein Beleg dafür, dass dem jungen Team noch die Erfahrung und Abgeklärtheit fehlt. Sie hatten Wiesbaden im Sack, banden diesen aber nicht zu. Ein vergebener Matchball auf Erfurter Seite, zwei vergebene Satzbälle auf der anderen – im dritten Anlauf verwandelten die Gäste zum Satzausgleich (26:28). Ärgerlich aus Erfurter Sicht, denn hier war mehr möglich – hätte das Spiel beendet sein können, wenn nicht gar müssen. Der Tiebreak musste also entscheiden. Für die Gäste zum dritten Mal im dritten Spiel der Saison. Ihre darin gemachten Erfahrungen sollten ihnen aber keinen Vorteil bringen, ebenso wenig das Momentum nach der Aufholjagd. Die Schwarz-Weißen kamen ins Spiel zurück, führten schnell mit 6:3 und ließ diesmal keine Luft mehr dran. Während sich bei Wiesbaden die Fehler wieder häuften, machte Erfurt mit Sindy Lenz im Angriff die entscheidenden Punkte. Als Lena Vetters Aufschlag beim insgesamt vierten Matchball ins Aus segelte, war die Partie nach 127 Spielminuten beendet. Erfurt durfte jubeln, Wiesbaden sich mit einem Punkt trösten. ZUSPIELERIN MEGHAN BARTHEL WIRD MVP Freuen durfte sich auch Meghan Barthel (im Bild links). Nicht nur über ihren ersten Sieg in der 1. Bundesliga, sondern auch über ihre erste goldene MVP-Medaille. Dass sich die 20-Jährige diese Auszeichnung verdient hatte, das war nicht nur die Meinung der sie auswählenden Gästetrainer – auch wenn es die junge Zuspielerin zunächst kaum glauben wollte, als sie zur Ehrung gerufen wurde. (Stephan Siegl)