Fortsetzung des Ruhemodus

Hauptausschuss
Morgen soll sich nun in einer Telefonkonferenz zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten entscheiden, wie es in den nächsten Wochen weiter geht. Eine Lockerung der Ausgangs- und Umgangsbeschränkungen, die Öffnung von Schulen und Geschäften und Reisemöglichkeiten (zunächst nur innerhalb von Deutschland) stehen auf der Wunschliste. Aber es gibt auch warnende Stimmen die auf eine drohende zweiten Welle hinweisen. Es ist schwierig in der jetzigen Situation Ratschläge zu geben und bereits jetzt zeichnet sich ab, dass es Kritik geben wird, egal was beschlossen wird. In der Corona-Krise ist nahezu jeder zum Experten geworden und für jede Meinung findet sich irgendeine Bestätigung im Netz, selbst wenn es die wildesten Verschwörungstheorien sind. Ich vertraue darauf, dass es hinreichend qualifizierte Beratergremien gibt und dass die politisch Verantwortlichen ihre Entscheidungen abwägen. Mein Verantwortungsbereich liegt bei Entscheidungen in den Gremien, in denen ich mich engagiere. Derzeit gibt es da zwei Schwerpunkte. Dies ist zum einen die Kommunalpolitik und zum anderen unser Verein SWE Volley-Team bzw. Schwarz-Weiß Erfurt. In der Kommunalpolitik tagen wir regelmäßig einmal in der Woche mit ausreichendem Abstand im Ratssitzungssaal. Einmal als Ältestenrat und einmal als Hauptausschuss. Wichtige Entscheidungen für die Stadt werden dort getroffen – aber es wird auch wieder Zeit, dass der Stadtrat in Gänze tagen kann. Voraussichtlich soll dies Anfang Mai sein – aber auch dies hängt von den generellen Regelungen ab. Ausschussberatungen gibt es aktuell nicht und selbst Aufsichtsratssitzungen finden als Videokonferenzen statt. Der Volleyball ruht bei uns nun schon einen Monat, aber wir haben derzeit viel zu tun um den Verein durch die Corona-Krise zu bringen und die neue Saison vorzubereiten. Unsere Spielerinnen halten sich individuell fit. Wann sie zusammen trainieren können ist völlig offen. Wir haben für alle Mitarbeiter der Spielbetriebs GmbH und Spielerinnen Kurzarbeitergeld beantragt und inzwischen bewilligt bekommen und auch unser Antrag auf Unterstützung bei der Aufbaubank ist positiv beschieden worden. Damit ist abgesichert, dass wir diese Saison gut zu Ende bekommen. Wie es in der nächsten Saison weiter geht ist allerdings noch offen. Es bleiben trotz #stayathome viele Dinge zu tun – aber das meiste lässt sich via Telefon und E-Mail organisieren. Wann die notwendigen Gremienbeschlüsse wieder in richtigen Beratungen gefasst werden können, ist noch offen.

Gott ist nicht im Homeoffice

Ostern 2020 in Erfurt
Ostern 2020 war in Erfurt und überall auf der Welt so ganz anders. Das höchste christliche Fest konnte nicht wie gewohnt mit Gottesdiensten in den Kirchen gefiert werden. Vor einem Jahr war ich mit meinen Söhnen in Jerusalem – zu Morgengottesdienst an der Himmelfahrtskirche mit Blick auf die aufgehende Sonne über der judäischen Wüste, danach ein anglikanischer Gottesdienst mit 1.400 Gläubigen am Gartengrab. Zuvor waren wir schon in Nazareth zu einem katholischen Gottesdienst in arabischer Sprache und Karfreitag natürliche im überfüllten Jerusalem und in der Grabeskirche. In diesem Jahr war es auch in Jerusalem so leer in den Kirchen, wie auf der ganzen Welt. In Erfurt gab es am Ostersonntag aber zumindest einen Autogottesdienst, der sich streng an den Umgangseinschränkungen gemäß der Thüringer Corona-Verordnung orientierte. Am Donnerstag hatte ich mit Pfarrer Christoph Knoll von unserer Thomasgemeinde noch an der Corona-Bürgerhotline Einzelheiten besprochen und mich danach um so mehr gefreut, dass es von den zuständigen städtischen Ämtern grünes Licht gab. Am heutigen Ostersonntag war ich dann pünktlich eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes auf dem Messegelände. Gemeinsam mit einigen anderen Gemeindemitgliedern haben wir in leuchtend grünen Warnwesten die Parkplatzeinweisung übernommen. Bei der Begrüßung der Gottesdienstbesucher haben wir auf ausreichend Abstand bei den Ostergrüßen geachtet und ich habe mich gefreut viele bekannte Gemeindemitglieder zu sehen. Rund 200 Autos waren zum Beginn des Gottesdienstes da und konnten die Predigt und den Gottesdienst via Autoradio verfolgen. Ein ältere Besucherin war sogar extra mit dem Taxi gekommen, um beim Gottesdienst dabei sein zu können. Pfarrer Knoll sandte die Osterbotschaft “Gott ist nicht im Homeoffice”. Er ist bei den Menschen, auch wenn die Menschen sich nicht in seinem Namen in den Kirchen versammeln können. Vielen Dank an Pfarrer Knoll für die Initiative und ein großes Dankeschön auch allen, die mitgeholfen haben. Der Ostergottesdienst 2020 wird bei mir nachhaltig in Erinnerung bleiben, so wie der Gottesdienst vor drei Jahren in San Francisco und im vergangenen Jahr in Jerusalem. Bilder vom Autogottesdienst  Berichte vom Gottesdienst u.a.: Glaube und Heimat MDR Süddeutsche Zeitung Thüringer Allgemeine Thüringer Allgemeine mit Bildern    

Tages-(Home-)Programm

Alternativprogramm
Nunmehr geht es in die dritte Woche in der es heißt #stayathome und gerade bei dem derzeit wunderschönen Wetter ist dies nicht leicht. Während ich in der Woche regelmäßig noch auf dem Weg in bzw. vom Büro aus draußen unterwegs bin (in Corona-Zeiten ohne Nutzung des ÖPNV) sind sonst die Outdoor-Aktivitäten sehr eingeschränkt. Einkaufen und unbedingt notwendige Wege stehen mit dem Auto an und ansonsten maximal eine kleinere Motorradrunde. Deutlich mehr Zeit bleibt da, um miteinander zu kochen, zu grillen (intensives #homecooking) und auch für das eine oder andere Kaltgetränk auf der Terrasse. So schön wie es ist, den Sonnenschein zu genießen und dabei den Kaffee und das Internet zu nutzen. Da aber natürlich auch mein Fitnessstudio, der Sportpark Johannesplatz, seit vier Wochen geschlossen ist, muss ich schon aufpassen, dass sich dies nicht an der Hüfte bemerkbar macht. Seit Beginn der Ausgangseinschränkungen nutze ich meinen Crosstrainer im Dachgeschoss – durch das geöffnete Dachfenster sogar mitten im Sonnenschein, um täglich 30-60 Minuten in Bewegung zu bleiben #homewalking

Oster-Auto-Gottesdienst in Erfurt geplant

Die Ankündigung des Gottesdienstes
Täglich rufen viele Menschen auf der Corona-Bürger-Hotline der Landesregierung an. In den letzten zwei Wochen waren unter den Anrufern, die bei mir in der Leitung gelandet zufällig sind auch mehrere Bekannte. Mein Sportboot-Fahrlehrer war darunter, der wissen wollte, wie es mit seiner Motorradfahrschule und der Wassersportfahrschule weiter geht und auch mein Zwillingsbruder, der auf der Suche nach Bestellmöglichkeiten für Schutzmasken war. Gestern habe ich mich sehr über einen Anruf vom Pfarrer meiner Thomasgemeinde Christoph Knoll gefreut. Noch mehr freut es mich, dass das Projekt welches wir telefonisch besprochen haben, nun Realität wird. Am Ostersonntag um 11.15 Uhr soll erstmals ein Gottesdienst in der Art eines Autokinos auf dem Parkplatz der Erfurter Messe stattfinden. Unter Einhaltung der notwendigen Schutzmaßnahmen können Gläubige in ihrem Auto den Gottesdienst direkt erleben. Eine Übertragung erfolgt auch über eine UKW-Frequenz auf das Autoradio. Neben vielen Gottesdienstübertragungen im Internet oder im Fernsehen, ist es doch etwas anderes in der christlichen Gemeinschaft einen Gottesdienst zu feiern. Ich finde dies ist ein wichtiges Signal der Hoffnung und bin dankbar für die Initiative. Anbei die Pressemitteilung und weitere Erläuterungen zum Oster-Gottesdienst. In den letzten Jahren habe ich ganz unterschiedliche Ostergottesdienste feiern dürfen. Häufig mit der Familie in unserer Thomaskirche, aber vor drei Jahren auch mit meinen Söhnen in San Francisco und letztes Jahr um 5 Uhr am Morgen in Jerusalem. Biker-Gottesdienste kenne ich auch – der diesjährige Gottesdienst aber sicher in ganz anderen Form beeindruckend werden und in Erinnerung bleiben. Ein frohes und gesegnetes Osterfest allen Besuchern meiner Homepage!

Zeiteinteilung

Mondsüchtig
Inzwischen ist so ziemlich alles erledigt, was man sich immer für “später, wenn man mal Zeit hat” vorgenommen hat. Da bei mir nahezu alle kommunalpolitischen Termine weggefallen sind und damit auch die meisten Gremiensitzungen nur noch telefonisch (wenn überhaupt) stattfinden ist schon einmal ein großer Zeitgewinn zu verzeichnen. Lediglich der Ältestenrat und der Hauptausschuss tagen im Rathaus einmal pro Woche im Wechsel. Auch alle sportbedingten Termine – sowohl Vorstands- und Vereinsarbeit bei unserem SWE Volley-Team, als auch der Besuch von Sportveranstaltungen entfallen. Selbst der Umgang mit meinen drei Söhnen und meiner Enkeltochter ist eingeschränkt. Wenn ich meinen Terminplan zwischen den letzten Monaten vergleiche, merke ich erst wie viele Abende ich normalerweise nicht daheim bin. Um die gewonnene Zeit gut zu nutzen habe ich nun, wie viele andere die häuslichen Aktivitäten verstärkt. Gemeinsames regelmäßiges Kochen, Dachboden aufräumen, Frühjahrsputz, Terrasse, Grillausrüstung ausbauen und viele Sachen mehr sind erledigt. Die Garage ist zumindest so sortiert, dass das neue Motorrad noch mit rein passt. Die letzte DVD von House of Cards der neuen Staffel ist schon fast durchgelaufen und ich stelle fest, dass nahezu täglich ein James Bond kommt. Mein Crosstrainer ist inzwischen täglich mindestens eine halbe Stunde in Benutzung. Heute Nacht habe ich mich sogar einmal wieder mit dem Fernrohr meines Sohnes beschäftigt. Da der Mond heute einmal wieder besonders groß und bei klarem Himmel zu sehen war, bin ich sogar mitten in der Nacht aufgestanden um das oben stehende Bild zu machen. Insgesamt hat sich vieles innerhalb von kurzer Zeit Coronabedingt verändert. Mal sehen wie das noch weiter geht.

Qual der Wahl

Die beiden wollen bewegt werden
Rechtzeitig zum Saisonbeginn habe ich meinen Fuhrpark vergrößert. Neu hinzu gekommen ist in dieser Woche eine Ducati Monster M 600, die ich von einem Freund übernommen habe. Damit wird es demnächst immer eine Entscheidungsfrage, mit welchem Bike ich unterwegs bin, den natürlich werde ich meine gute alte Honda NTV 650 (die inzwischen schon 26 Jahre alt ist) behalten. Die erste Testfahrt mit der Ducati brachte kurz zusammen gefasst das Ergebnis, dass ich bei Solotouren eher mit der Ducati fahre und für längere Touren oder zu zweit die Honda nutze. An meiner alten Hoda ist ein Koffersystem mit viel Stauraum und die Sitzbank ist für den Soziusbetrieb besser geeignet. Ansonsten sind beide Maschinen zwar ähnlich mit 650 bzw. 600 ccm ausgestattet und mit 57 bzw. 54  PS auch mit einer vergleichbaren Leistung, aber doch im Fahrverhalten unterschiedlich. Durch das deutlich niedrigere Gewicht ist die Ducati spritziger und durch die andere Sitzposition auch sportlicher. Längere Touren werden es in diesem Jahr zu Ostern sicher, trotz des neuen Bikes, nicht werden. Zwar ist in Thüringen im Gegensatz zu anderen Bundesländern das Motorrad fahren noch erlaubt, aber auch da sollte es triftige Gründe geben (Einkaufen, Arbeit oder um ins Grüne zu fahren um spazieren zu gehen). Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. In jedem Fall freue ich mich darauf, wenn es dann Wetter und Corona erlauben, dass die Motorradsaison beginnt. Allen Biker-Freundinnen und Freunden die linke Hand zum Bikergruß und eine unfallfreie Saison! Bilder von der Ducati

Erinnerung an Helmut Kohl

1994 auf dem Erfurter Domplatz
Heute wäre der Kanzler der Einheit 90 Jahre alt geworden. Es werden dazu durch die Corona-Regelungen leider keine öffentlichen Gedenkveranstaltungen stattfinden. Aber in vielen öffentlichen Meldungen und den sozialen Netzwerken finden sich heute Erinnerungen an Helmut Kohl. Ich schließe mich dem an. Für mich war Helmut Kohl die prägende Gestalt in meinen Politik-Jahren. Durch ihn habe ich begonnen mich 1990 in der CDU zu engagieren. 1994 knüpfte er im Landtagswahlkampf an diese Rede auf dem Erfurter Domplatz an und ich habe ihm dabei einen Mitschnitt der Rede auf einer Videokassette überreicht. In den neunziger Jahren bin ich ihm häufiger bei Veranstaltungen begegnet, durfte mit ihm bei Wahlkämpfen auf der Bühne stehen und habe ihn auch in Gesprächsrunden mit dem Bundesvorstand der Jungen Union oder mit Bernhard Vogel bei einem gemeinsamen Essen in Worbis erlebt. Im Juni 2001 konnte ich bei einer Veranstaltung im Waldorf Astoria Hotel in New York dabei sein, bei der an die erste Begegnung Adenauers und Ben Gurions an diesem Ort erinnert wurde. Anlässlich des 125. Geburtstags von Adenauer würdigte Helmut Kohl den Beitrag Adenauers zur Verständigung und Versöhnung zwischen Juden und Deutschen. Patrick Adenauer, ein Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers übergab im Rahmen der Festveranstaltung an Alon Ben Gurion, die geschichtsträchtige Fotografie ihrer beiden Großväter. Helmut Kohl war ein überzeugter Europäer, Christdemokrat und Freund Israels. Im Juni 2005 wurde er gemeinsam mit George Bush und Michail Gorbatschow mit Point-Alpha-Preis für seine Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas in Frieden und Freiheit geehrt. Danach habe ich Helmut Kohl noch ein paar mal als Gast auf CDU-Bundesparteitagen erleben können. Jeder hat seine persönlichen Erinnerungen an den Mann, der die Deutsche Wiedervereinigung geprägt und gestaltet hat, meine vielen Erinnerungen sind geprägt von Dankbarkeit. Vor einigen Wochen hatten wir eine Veranstaltung in Erfurt, bei der wir an die große Rede von Helmut Kohl 1990 auf dem Erfurter Domplatz erinnert haben. Zur Vorbereitung und Nachbereitung der Veranstaltung habe ich mehrmals mit Frau Dr. Maike Kohl-Richter telefonieren und schreiben können. Sie wird voraussichtlich zur offiziellen Einweihung der Helmut-Kohl-Straße nach Erfurt kommen, aber auch die Veranstaltung muss noch einige Wochen warten.

Selbstversorgung

Wartet auf die Einweihung….
Neben den zahlreichen Herausforderungen in der Corona-Krise gibt es auch einige (wenige) positive Begleiterscheinungen. In den letzten drei Wochen haben wir uns intensiver um Sachen kümmern könne, die sonst liegen geblieben wären oder immer wieder aufgeschoben werden. Garage aufräumen, Motorrad für die Saison startklar machen, Terrasse gestalten und Fenster putzen ist alles schon erledigt. Der Sportteil beschränkt sich derzeit auf den Crosstrainer im Dachgeschoss – im Idealfall wenn das Dachfester weit geöffnet auch noch Sonnenstrahlen rein lässt. Auch die Ernährung ist in Zeiten, wo die 7-Tage-Selbstversorgung angesagt ist, natürlich ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Wir kochen viel mehr und nehmen uns auch viel mehr Zeit dafür. Sushi mal wieder selbst gemacht – geht jetzt auch. Als Alternative bietet sich bei uns auf der Terrasse nun auch nicht nur der Holzkohlegrill sondern auch der neu erstandene Beefer. Der gasbetriebene Steakgrill soll mit 800 Grad beste Fleischergebnisse liefern. Ich freue mich drauf, das Teil heute Abend in Betrieb zu setzen. Um dazu in größerer Familienrunde auch die Söhne alle um den Beefer zu versammeln, müssen wir Corona-bedingt noch ein paar Tage warten. Update 21 Uhr – hat perfekt funktioniert 😉  

Da wollte einer witzig sein…

Der Appell des Bundesgesundheitsministeriums verhallte in Erfurt ungehört…
Gründlich daneben ging der Aprilscherz des Presseprechers der Landeshauptstadt Erfurt. Gemeinsam mit seinem Dienstherrn Oberbürgermeister Andreas Bausewein hatte er sich ausgerechnet das Corona-Thema gewählt, um einen Aprilscherz auf der offiziellen Homepage der Stadt als Pressemitteilung zu platzieren. Völlig ausgeblendet hat er dabei wohl, dass das Bundesgesundheitsministerium gestern appelliert hatte, Corona-Scherze am 1. April zu unterlassen, um nicht Fake-News und Fehlmeldung zusätzlich zu befeuern und Menschen zu verunsichern. Man könnte den Eindruck gewinnen, in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Erfurt gibt es reichlich freie Kapazitäten, wenn statt wichtigen Bürgerinformationen in Corona-Zeiten lieber vermeintlich witzige Oberbürgermeister-Zitate öffentlich platziert werden sollen. Ich würde mir wünschen, dass unser Oberbürgermeister regelmäßig über die aktuelle Situation in der Stadt informiert, die Verwaltung führt und zu bürgerfreundlichem Verhalten anregt. Nicht dienlich ist es dabei auch, öffentlichkeitswirksam mit seinem Beigeordneten und zwei Mitarbeitern des Ordnungsamtes auf “Stadtstreife” zu gehen (wie letzte Woche) und drei Menschen die auf einer Parkbank sitzen zu ermahnen. Wenn diese Siebenergruppe dann zusammen ins “Bild” gesetzt wird und das Video auf der Homepage der Stadt platziert wird, führt dies zu berechtigten Kopfschütteln, weil die Umgangsbeschränkungen ja wohl auch für unsere Stadtspitze gelten sollten.
Nicht witzig!
Heute Vormittag habe ich meiner Verärgerung Luft gemacht und im Büro des Oberbürgermeisters angerufen. Meiner Bitte diese Pressemitteilung wieder von der Homepage der Stadt zu entfernen, ist nicht entsprochen worden – jedenfalls bis jetzt nicht. Da wird es wohl noch mindestens eine kritische Nachfrage geben… Offizielle Homepage der Stadt Erfurt

Fragen zur Thüringer Verordnung in der Corona-Krise

Vorsorglich….
Letzte Woche Freitag ist die neue Thüringer Verordnung über erforderliche Maßnahmen zur Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 in Kraft getreten. An unserer Bürgerhotline häufen sich in den letzten Tagen die Fragen, wie mit der Verordnung umzugehen ist und auch öffentlich wird inzwischen intensiv diskutiert wie lange die Einschränkungen gehen werden. Viele der Anruferinnen und Anrufer aus anderen Bundesländern kontaktieren uns auch um zu erfahren, ob sie Oster nach Thüringen fahren können, um ihnen nah stehende Verwandte unterstützen zu können. Das ist in der Regel möglich, wenn die entsprechenden Regeln eingehalten werden. Maßgeblich dafür ist § 1 der Thüringer Verordnung. Da heißt es, dass die physisch sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb des eigenen Haushalts auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren ist. Ein Mindestabstand von 1,5m soll zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts eingehalten werden. In der Begründung zur Verordnung schreibt das Land: „Die weitgehende Reduktion beziehungsweise Beschränkung physisch sozialer Kontakte im privaten und öffentlichen Bereich trägt entscheidend dazu bei, die Übertragung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in der Bevölkerung zu verringern.“ Im §2 der Verordnung ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum geregelt. Damit wird eine Ausgangsbeschränkung geregelt – keine Ausgangssperre. Im öffentlichen Raum darf man nur allein, oder einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person, oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushalts unterwegs sein. Die Bewegungsfreiheit wird damit erheblich eingeschränkt. Allerdings bleiben der Weg von und zur Arbeit, von und zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Unterstützung für Hilfsbedürftige oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie weitere Tätigkeiten unter Beachtung der entsprechenden Regelungen möglich. Die weiteren Paragraphen der Verordnung regeln Versammlungsverbote, Ausnahmeregelungen, die Hygienevorschriften und die Frage welche Einrichtungen geöffnet bzw. geschlossen sind. Wenig bekannt und diskutiert ist der derzeitige Stand der Geltungsdauer der Verordnung. Dazu steht in der Verordnungsbegründung: „Es ist vorgesehen, dass die Verordnung mit Ablauf des 19. April 2020 außer Kraft tritt. Bis zu diesem Zeitpunkt ist absehbar, ob die Entwicklung der Pandemie eine Aufhebung oder Anpassung der Verordnung an veränderte Umstände erfordert. Die Bestimmung zur Einschränkung der Kontakte im öffentlichen Raum (§ 2) tritt mit Ablauf des 8. April 2020 außer Kraft. Die Regelung des § 2 beinhaltet im Vergleich zu den übrigen Bestimmungen der Verordnung den stärksten Eingriff in Grundrechte und kann daher nur solange Bestand haben wie dies für die Bekämpfung der Pandemie unerlässlich ist.“ Gestern nun hat die Landesregierung allerdings diese Regelung nach Medienberichten auch bis zum 19.4.2019 verlängert. Ob danach noch eine Verlängerung von der Verlängerung beschlossen wird ist offen. Infoportal der Landesregierung