Letzte Woche begann die kommunalpolitische Sommerpause nach der letzten Stadtratssitzung. Die nächste reguläre Stadtratssitzung ist erst im September. Allerdings fallen auch in der Zwischenzeit Entscheidungen an und dafür tagen dann die sogenannten Sommerausschüsse.
Dies ist zum einen der FLRV (Finanzausschuss), den ich leiten darf und dies ist zum anderen der SBUKV (Stadtentwicklung, Bau, Umwelt, Klimaschutz und Verkehr). Beide Ausschüsse müssen ggf. Vergaben und Entscheidungen zu einzelnen Projekten treffen. Ggf. tagt auch noch der Hauptausschuss, wenn entsprechende Themen anstehen. Ich habe das “Glück” in allen drei Ausschüssen Mitglied zu sein, insofern wird es auch in den nächsten Wochen nicht ganz so langweilig.
In der gestrigen Finanzausschusssitzung hatten wir im öffentlichen Teil noch einmal zwei Punkte, bei denen die CDU schon länger den Finger in die offene “Verwaltungswunde” legt. Sowohl zu den Kosten des Verkehrsprojektes in der Clara, als auch zur mangelnden Umsetzung von Investitionen hatte ich jeweils eine Stadtratsanfrage gestellt und das Thema auf die Sitzung des Ausschusses gesetzt. Vom zuständigen Beigeordneten gab es auf Nachfragen noch Konkretisierungen. In beiden Fällen gibt es aber erhebliche kritische Anmerkungen von uns.
Im Haushalt 2023 waren rund 80 Millionen Euro Investitionen neu geplant und hinzu kamen noch rund 60 Millionen sogenannte Haushaltsreste aus dem Vorjahr. Damit sollten Schulen, Straßen und andere Infrastrukturprojekte angegangen werden. Tatsächlich sind nach Ablauf der Hälfte des Jahres gerade 30 Millionen im Anordnungssoll. Das heißt auch in diesem Jahr wurden wieder viele Investitionen versprochen, aber werden nicht umgesetzt. Vom Beigeordneten wurde als Erklärung gesagt, dass Personalkapazitäten zur Planung fehlen. Dies ist ausgesprochen ärgerlich, weil damit eine Investitionswelle vor uns hergeschoben wird.
Ebenso ärgerlich ist das Thema der provisorischen Begrünung der Clara-Zetkin-Straße. Nach Auskunft der Verwaltung werden dort 500.000 Euro jährlich zur Pflege des provisorischen Grüns ausgegeben. Eine Firma, die dies für diese Summe tun wollte wurde angeblich nicht gefunden, also erledigt das Garten- und Friedhofsamt die tägliche Gießtour. Beim Unkraut jäten bzw. der Entsorgung von Cannabis-Pflanzen hilft ja die Polizei 😉 Eine halbe Million Euro quasi in Eigenleistung zu stemmen, führt zu der spannenden Frage, was die dafür notwendigen zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eigentlich sonst tun bzw. getan hätten. Irgendwo fehlen ja jetzt die Kapazitäten in der Grünpflege der Stadt.
Zu beiden Themen gibt es in den nächsten Tagen von der CDU Stadtratsfraktion Erfurt mehr Infos und sicher auch kritische Anmerkungen.
Vielen Dank meinen finanzpolitischen Mitstreitern von der CDU Heiko Vothknecht und Jörg Orschewsky sowie unserem Referenten Daniel Beck für die gute Zusammenarbeit im Finanzausschuss.
Letzte Woche hat der amtierende Oberbürgermeister seine erneute Kandidatur angekündigt und seit dem beginnt der Oberbürgermeisterwahlkampf zumindest medial. In der Lokalpresse geht es bereits um das Thema Sicherheit und Ordnung bzw. Videoüberwachung von Teilen der Innenstadt. Der Oberbürgermeister, der zu dem Thema seit 17 Jahren nichts beigetragen hat, erklärt dies jetzt zu einem “seiner Themen”. Allerdings ist dies, wie so viele andere Dinge der letzten Jahre (Schulsanierung, Verwaltungsmodernisierung, Straßen- und Verkehrsentwicklung), nur ein weiterer Beitrag zu Schaufensterreden.
Die CDU wird in den nächsten Wochen immer wieder den Finger in die Wunde legen und dabei deutlich machen, dass es höchste Zeit für einen Wechsel an der Rathausspitze ist. Heute Abend haben wir dafür auch die personellen Weichen gestellt. Der CDU Kreisvorstand hat im Beisein des CDU Landesvorsitzenden Mario Voigt einstimmig Andreas Horn als Kandidaten nominiert.
Auch beim Volleyball gibt es viele Neuigkeiten. Nachdem wir zum Ende der letzten Saison entschieden haben, in der Saison in der neuen Bundesliga Pro anzutreten hat sich kräftig das Personalkarussell. Fast alle Spielerinnen sind neu. Allerdings können wir uns auch bei einigen auf ein Wiedersehen freuen.
Beim Thema Digitale Verwaltung rangiert die Landeshauptstadt nach Auskunft des Thüringer Finanzministeriums auf einem der hinteren Plätze in Thüringen. Ganze drei Leistungen können in Erfurt vollständig online abgewickelt werden. Zum Vergleich: In Neustadt an der Orla können 102 Leistungen, in Greiz 66 Leistungen und in Jena 23 Leistungen online abgewickelt werden. Das ist nach Auffassung der CDU-Stadtratsfraktion ein digitales Armutszeugnis.
Die
So ein wenig war es wie ein jahrgangsübergreifendes Klassentreffen. Beim Jahresempfang der CDU-Landtagsfraktion waren gestern Abend im Erfurter Club Central über 600 Gäste. Jens Spahn und Mario Voigt stimmten die CDU Mitglieder aus ganz Thüringen auf das Wahlkampfjahr 2024 ein.
Noch einmal hatten wir gestern das volle kommunalpolitische Programm! Von 17 bis 23 Uhr zog sich die letzte Stadtratssitzung vor der Sommerpause und selbst da war noch nicht alles erledigt. Bei der kurze Beratung mit den Fraktionsvorsitzenden, zu der ich bei allen Stadtratssitzungen nach 21.30 Uhr die Kolleginnen und Kollegen nach vorn bitte, war dann 23 Uhr die Grenze erreicht. Fünf Tagesordnungspunkte wurden in den September vertagt. Zuvor gab es reichlich Gesprächsstoff und auch zahlreiche Wahlgänge.
“Wir haben vor der Sommerpause noch einmal wichtige Themen abgeräumt: Die Erweiterung des Thüringen Parks, um im Erfurter Norden mehr Einkaufsmöglichkeiten zu erschließen. Das ist vor allem deshalb wichtig, um den bevölkerungsreichen Norden zu stärken und den Thüringen Park zukunftsfest zu machen. Dass das Kaufland dort noch immer über zwei Etagen sich erstreckt, statt eine große Fläche auf einer Etage zu haben, ist längst nicht mehr zeitgemäß. Seit 2003 wird diese Erweiterung diskutiert, dass sie jetzt endlich beschlossen ist, ist überfällig.
Heute endete die Anmeldefrist für die Bürgerreise der Stadt Erfurt nach Israel.