Informationsgespräch mit der Leiterin des Zwergenlandes Ricarda Metz-Neubacher
Der Bedarf an Kita-Plätzen in den Landeshauptstadt Erfurt sprengt derzeit den Rahmen der verfügbaren Plätze deutlich. Jetzt rächt sich, dass bei den Planungen immer relativ knapp geplant wurde und aufkommender Mehrbedarf nicht aufgefangen werden kann.
Sowohl die Bevölkerungsprognosen, die vor einigen Jahren noch ein Absinken der Erfurter Bevölkerung von 200.000 auf 180.000 voraussagten (jetzt werden wir wohl bald eher auf die 210.000 zusteuern), als auch die Absenkung des Rechtsanspruchs auf einen Kita-Platz für Kinder ab 1 Jahr tragen dazu bei. Hinzu kommt der Zuzug junger Familien und die verbesserte Situation am Arbeitsmarkt. Dies alles lässt die Nachfrage steigen und die Einrichtung platzen aus den Nähten.
Von außen wurde bereits die ganze Einrichtung saniert...
Planungen zum Neubau von Kitas gehen nur schleppend voran, immernoch hofft das Jugendamt perspektivisch bis zu 15 Einrichtungen “vom Netz nehmen zu können” und dort gibt es daher nicht einmal eine Sanierungsplanung. Eine angemessene und von der CDU und den Freien Wählern beantragte Erhöhung der Vergütung für Tagespflegemütter, um mehr Tagespflegeplätze zu schaffen, wurde von der Rot-Rot-Grünen-Stadtratsmehrheit vom Tisch gefegt.
Leidtragende sind junge Eltern die nahezu täglich im Jugendamt oder bei den Trägern auf der Suche nach einem Platz anrufen. Einzige Antwort seitens des Amtes ist es die bestehenden Einrichtungen vollzustopfen.
...innen nur die eine Hälfte...
Das Problem dabei ist aber, dass die meisten Einrichtungen zwar eine Betriebserlaubnis für mehr Kinder haben könnten (orientiert sich an der Quadratmeterzahl der Einrichtung), aber weder ausstattungsmässig, noch vom Personal darauf vorbereitet sind. Dennoch ist das Jugendamt zur Zeit “mit dem Zollstock” unterwegs, um auszumessen wo noch Kinder untergebracht werden können. Ab September soll es (zumindest nach der Meinung der Sozialbeigeordneten Thierbach) gar keine Bedarfsplanung mehr geben, sonder jede Kita muss bis an die Grenze der Betriebserlaubnis aufnehmen. Die bestehenden Konzepte und die Qualität der Betreuung kommt dabei ins Hintertreffen.
In der Erfurter Kita Zwergenland in der Max-Steenbeck-Str. war ich heute, um mich über die Situation in der Einrichtung zu informieren. Zwischen November 2009 bis Dezember 2010 wurde die Hälfte der ehemaligen Plattenbau-Kita mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket saniert, wie mir die Leiterin Frau Ricarda Metz-Neubacher erläuterte.
...die andere Hälfte wartet noch.
Die andere Hälfte wurde mangels Geld nicht saniert – obwohl die Plätze dringend gebraucht würden.
Jetzt sollen aus den aktuell 117 Plätzen in sechs Gruppen 130 Plätze werden. Ursprünglich waren laut Trägerkonzept nur 100 Plätze geplant, die Schritt für Schritt auf Wunsch des Jugnedamtes erweitert wurden. Allerdings gibt es in den Gruppenräumen nicht genügend Platz für durchschnittlich 22 Kinder und 2-3 Erzieherinnen. Weder die Stühle, noch die Betten reichen dafür. Ein Essen und Schlafen im Schichtbetrieb kommt sicher nicht in Betracht und so können die Erzieherinnen nur hoffen, dass jeden Tag einige Kinder fehlen.
In den anderen Einrichtungen des Jugendsozialwerks ist die Situation ähnlich. In der Clausewitzstrasse sind es 140 Kinder (in einer unsanierten Einrichtung), in der Adalbertstrasse 80 und in Linderbach 40 Kinder. Helfen kann eigentlich nur ein schneller Ausbau der Betreuungsplätze, im Fall des Zwergenlandes können die benachbarten Räume sogar recht kostengünstig hergerichtet werden. Ich werde am Thema dran bleiben.
Am kommenden Donnertag werde ich mich zu einer Mitarbeiterversammlung mit allen Erzieherinnen der Erfurter Einrichtungen des Jugendsozialwerks Nordhausen und Trägervertretern treffen. Dabei geht es vor allem um das Thema der tarifgerechten Entlohnung und Personalgewinnung.
Bilder vom heutigen Besuch:
Gruppenbild mit der Leiterin des MGH Roßleben Susanne Kammlodt
In Thüringen gibt es 30 Mehrgenerationenhäuser mit 30 verschiedenen Trägern. So vielfältig wie die Träger, so vielfältig sind auch die Konzepte und Angebote. Beim Besuch von drei Mehrgenerationenhäusern in Nordthüringen konnte ich mich heute davon überzeugen, dass alle dies Häuser mit speziellen Konzepten ihre Zielgruppe erreichen.
Den Auftakt machte das Mehrgenerationenhaus in Sondershausen. Die Leiterin der Einrichtung Monika Schreier erläuterte die enge Vernetzung mit dem im Haus befindlichen Familienzentrum. Träger beider Einrichtungen ist “Düne” e.V., ein Mitgliedsverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Thüringen. Avisiert ist für die Zukunft der Umzug in eine kommunales Haus im dem dann mit weiteren Träger ein Bürgerzentrum entsteht.
In Nordhausen wird das MEGEHA als offenes Angebot des Trägers LIFT, einer gemeinützigen Gesellschaft zur sozialen Integration und Arbeitsförderung, betrieben. Die zahlreichen Angebote der Einrichtung wenden sich überwiegend an Senioren im Stadtteil, die neben den Vermittlungsangeboten für haushaltsnahe Dienstleistungen den tägliche Treff zum Mittagstisch und am Nachmittag die Cafeteria nutzen. Computerkurse für Senioren, Line Dance, Frauentheater und Galerieausstellungen sind unter anderem aktuell im Angebot.
Für das Mehrgenerationenhaus in Roßleben ist der Kreisjugendring des Kyffhäuserkreises der Träger. Die engagierte Leiterin Susanne Kammlodt ist zugleich das Bindeglied zur Jugendarbeit im Landkreis. In den nächsten Wochen ist sie zudem noch als Karnevalsprinzessin unterwegs, vielleicht trifft man sich ja einmal in den närrischen Wochen 🙂 😉 🙂
Der ursprüngliche Gedanke die Mehrgenerationenhäuser den Bedürfnissen vor Ort anzupassen ist in allen drei Einrichtungen gut umgesetzt. Ich bin überzeugt davon, dass sie mit dem Folgeprogramm erfolgreich weiterarbeiten werden. Zur nächsten Bund-Länder-Beratung zu den MGHs Ende Januar in Berlin nehme ich jedenfalls eine ganze Menge an Anregungen mit.
In Sondershausen sind die Straßen schneefrei
So, jetzt ist es nicht mehr wegzudiskutieren. In Thüringen ist der Winter flächendeckend da. Ausgerechnet den heutigen Tag hatte ich gewählt um mich bei mehrenen Vor-Ort-Terminen in Nordthüringen zu informieren.
Zunächst stand aber auf dem Weg ins Büro der Abstecher in meiner Stamm-Werkstatt dran. Beim Bosch-Dienst Langguth kommt man auch ohne Termin zum Reifenwechsel dran. Allerdings wurde ich mit den Worten begrüßt: “Du bist einer der Letzten der zum Reifenwechsel kommt”. Ab heute ist Winterreifenpflicht, offensichtlich die perfekte Ausrede für den Winterdienst in der Landeshauptstadt! Da wird wie alle Jahre wieder erst einmal gar nicht geräumt. Wem das nicht passt, der kann ja Schneeketten aufziehen…
Hier soll das Wohnprojekt entstehen
Wenn man es dann aber bis zur Stadtgrenze geschafft hat geht es, bis Nordhausen sogar in 80 Minuten. Beim Verein “Frohe Zukunft” und dem “Kinderhospiz Mitteldeutschland” habe ich mich über den Stand der aktuellen Projekte informiert. Die “Frohe Zukunft” plant als großer Sozial- und Jugendhilfeträger ein generationsübergreifendes Projekt in Nordhausen, bei dem ich gerne mithelfe. Eine ehemalige Mühle soll zu einem Wohnprojekt für Senioren entwickelt werden.
Beim Kinderhospiz Mitteldeutschland sollen im Herbst nächsten Jahres bereits die ersten Kinder und deren Eltern betreut werden. Intensiv ist der Träger bereits jetzt auf der Suche nach Fachpersonal. Offensichtlich ist es gar nicht so einfach eine Pflegedienstleiterin zu finden. Der Fachkräftemangel kommt in Thüringen an…
Kita Bebraspatzen in Sondershausen
In Sondershausen ist dies in den Kitas glücklicherweise nicht so. Bei einem Besuch in der Kindertagesstätte “Bebraspatzen” des Trägers “Starthilfe e.V.” war unter anderem der Sondershäuser Bürgermeister Joachim Kreyer dabei. Im Kita-Bereich läuft in Sondershausen vieles besser, bzw. anders als im Rest Thüringens.
In den 13 Kindertageseinrichtungen (acht Kommunale und fünf bei freien Trägern) gibt es gleiche Bedingungen. Sowohl bei der Vergütung der Erzieherinnen, als auch bei den Arbeitsbedingungen und den Eltergebühren gibt es keine Unterschiede. Durch die private Fachschule in Sondershausen gibt es derzeit auch noch genug Bewerberinnen. Als neues Projekt wollen die Träger “Starthilfe e.V.” und das DRK gemeinsam mit der Stadt junge Männer als Erzieher gewinnen. Ein gutes Projekt – ich hoffe das Bundesministerium unterstützt es.
Die Rückfahrt nach Erfurt klappte übrigens wieder gut – bis zur Stadtgrenze! Als ob Frau Holle einen persönlichen Arbeitsauftrag für die Landeshauptstadt hat. Bei der heutigen Fraktionssitzung konnten wir erstmals seit zwei Jahren den Oberbürgermeister als Gast begrüßen. Das Thema Winterdienst haben wir aber ausgeblendet – es ging um den städtischen Haushalt.
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