Das letzte Bild der Saison mit unserem Helferteam
Leider ging es dann do viel zu schnell mit dem Abschied. Nachdem am Freitag fest stand, dass die Volleyballsaison zu Ende ist, war der Abschied von den Spielerinnen leider viel zu kurz.
Am Freitagabend waren unsere Damen noch einmal in der Riethsporthalle, um sich vom Helferteam zu verabschieden. Eigentlich wären um diese Zeit rund 30 treue Fans und Freunde des Vereins mit der Vorbereitung des Spieltages in der Halle gewesen. Den Boden mussten wir nicht mehr verlegen und auch die Werbebanden wurden nicht mehr aus dem Lager geholt.
Stattdessen habe ich mich im Namen unseres Vereins bei allen Spielerinnen und dem Mannschaftsteam sowie allen Helferinnen und Helfern bedankt. Wir hatten in dieser Saison drei große Ziele. 1. wollten wir am Ende der Saison auf einem Nichtabstiegsplatz stehen. Diese Mission ist erfüllt! Platz 10 bedeutet erstmals den sportlichen Verbleib in der Liga. 2. wollten wir tolle Spiele für die Zuschauer liefern und Spaß an der Saison haben. Auch diese Mission ist erfüllt! Drei Siege gegen Aachen und Wiesbaden zu Hause und in Münster, stehen dafür ebenso, wie die tollen Spiele gegen die großen Namen der Liga. 3. wir wollten gegen Suhl gewinnen 😉 This mission is incomplete. Da wir das Hinspiel verloren haben und das Rückspiel nicht mehr stattfand, bleibt diese Aufgabe bestehen.
Ich setze darauf, dass viele unserer Spielerinnen in der kommenden Saison an der Erfüllung der Mission mitwirken. Alle anderen Spielerinnen habe ich verabschiedet – immer in der Hoffnung, dass man sich irgendwann wieder sieht. Unsere US-Girls werden morgen Vormittag als erste zurück fliegen und auch Babara Dapic will so schnell es geht in die Heimat. Es war eine tolle Zeit mit euch! Danke und alles Gute für die Zukunft!
Nach dem Spiel gegen Wiesbaden
Gestern Nachmittag und Abend haben sich die Ereignisse überschlagen. Nahezu im Minutentakt wurden Veranstaltungen abgesagt und neue Regelungen zum Schutz vor der Ausbreitung von Corona bekannt gegeben. Nachdem wir am Vormittag noch das Derby gegen Suhl am Samstag mit reduzierter Zuschauerzahl von maximal 500 planten und mit der Stadt abgestimmt hatten, hat die VBL gegen Mittag zunächst generell alle noch ausstehenden Bundesligaspiele zu Geisterspielen erklärt.
Am Abend erfolgte dann die Absage aller Spiele und damit das Saisonende 2019/2020. Es ist schade, dass unsere Saison nun ohne das Thüringen-Derby als Höhepunkt und Abschluss endet, wir hätten zum Abschluss gerne noch einmal so gefeiert, wie zuletzt nach dem Spiel gegen Wiesbaden. Aber natürlich geht die Gesundheit unserer Spielerinnen, aller Vereinsmitglieder und Fans vor.
Ich danke als Vereinspräsident unserem Team von Schwarz-Weiß Erfurt, unseren Sponsoren, allen Helferinnen und Helfern, unseren Fans und meinen Vorstandskollegen für eine tolle Saison. Erstmals beenden wir in unserer Vereinsgeschichte eine Saison in der 1. Volleyballbundesliga auf einem Nichtabstiegsplatz und haben in dieser Saison gezeigt, dass wir einen sportlichen Leistungssprung gemacht haben. Drei tolle Siege gegen Aachen und Wiesbaden in der Riethsporthalle und in Münster und viele spannende Spiele gegen starke Gegner auf Augenhöhe sind die sportliche Ausbeute der Saison.
Wir haben nach vielen Umbrüchen auch eine neue große Geschäftsstelle in der Magdeburger Allee als Anlaufpunkt. Unsere U20 hat sich erneut für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert – die allerdings leider auch nicht stattfinden werden. Wir haben unsere treuen Sponsoren und in dieser Saison neue hinzu gewonnen. Wir haben aber vor allem viele engagierte Menschen, die sich nicht nur für den Volleyballsport begeistern, sondern sich voll reinhängen und Volleyball leben. Danke euch allen!
Jetzt geht der Blick nach vorn. Auch wenn es in den nächsten Wochen keinen Volleyballsport geben wird, da auch alle Spiele in den unteren Ligen und im Nachwuchsbereich abgesagt sind, sind wir trotzdem gut beschäftigt. Für die kommende Saison stehen jetzt die Lizenzunterlagen und die Mannschaftsplanung auf dem Programm. Ich freue mich, dass wir bereits so viele Sponsorenzusagen haben, dass wir die neue Saison solide planen können. Ich freue mich auf die neue Saison mit Schwarz-Weiß Erfurt in der 1. Volleyballbundesliga und auf alle Spiele unserer Nachwuchsmannschaften vom SWE Volley-Team. Bis dahin bleibt vor allem gesund und kommt sportlich durch den Frühling und den Sommer!
Aufgelockerte Sitzordnung
Schon der Blick in den Sitzungssaal offenbarte, dass die gestrige Stadtratssitzung veränderte Rahmenbedingungen hatte. Angesichts der drohenden Corona-Ausbreitung hat die Stadt neue Spielregeln für die Stadtratssitzung festgelegt und der Stadtrat schließlich auch per Änderung der Geschäftsordnung eine Selbstbeschränkung beschlossen (wie gestern angekündigt).
Im Stadtrat wurden die 50 Stadträte auseinander gesetzt, d.h. es wurde jeweils ein Platz frei gelassen. Die Verwaltungsmitarbeiter wurden auf die Tribüne geschickt, Essen und trinken im Saal untersagt und alle zwei Stunden eine 10minütige Lüftungspause festgelegt.
Nachdem schon den ganzen gestrigen Tag intensiv beraten wurde, wie und ob noch größere Veranstaltungen stattfinden können, hat der Oberbürgermeister am Abend einen Erlass unterzeichnet, der in Erfurt alle Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern untersagt. Dies hat auf viele Bereiche Auswirkungen. Das Theater schließt für vier Wochen, der THC muss sein Fernsehspiel als Geisterspiel veranstalten. Basketball wurde abgesagt und die Motorrad-Messe ebenso. Das sind nur die wenigen Veranstaltungen die ich in den nächsten Tagen auf dem Schirm hatte und es wird deutlich mehr werden. Ich finde diese Maßnahmen richtig, aber auch schmerzhaft für die Veranstalter.
Für unser Thüringen-Derby am Samstag gegen Suhl ist noch nicht klar, was passiert. Aktuell dürften wir mit bis zu 500 Menschen in der Halle spielen, aber das kann sich bis zum Samstag noch ändern. Die nachfolgende Mitteilung haben wir Stand 12.3. um 10 Uhr verfasst.
Thüringen-Derby mit stark reduzierter Zuschauerkapazität!Wie die Stadt Erfurt heute in einem Erlass mitgeteilt hat, kann das Thüringen-Derby gegen Suhl nur mit maximal 500 Personen in der Rietsporthalle stattfinden.Es wird daher keinen weiteren Vorverkauf geben und es werden keine Karten an der Tageskasse erhältlich sein. Wir bitten daher von einer Anreise ohne Ticket abzusehen.Angesichts der aktuellen Situation tragen wir die Entscheidung der Stadt Erfurt mit und haben für die ergriffenen Maßnahmen Verständnis. Für das kommende Spiel am Samstag bitten wir alle Zuschauer, sich an die Sicherheits- und Hygieneregeln in der Riethsporthalle zu halten.Wir freuen uns dennoch auf ein spannendes letztes Saisonspiel! Für alle, die kein Ticket mehr bekommen konnten, steht natürlich wie immer der Live Stream zum Mitfiebern zur Verfügung.Allgemeinverfügung
Der Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung
Letzte Woche gab es Mittwoch und Donnerstag zwei Stadtratssitzungen. Diese Woche tagt heute Abend und vielleicht auch morgen als Fortsetzung ebenfalls der Stadtrat. In der Regel gibt es pro Monat in Erfurt zwei Stadtratssitzungstage. Damit liegen wir nicht nur über dem Durchschnitt aller größeren Städte und Landkreise in Thüringen sondern auch über der Soll-Vorschrift der Thüringer Kommunalordnung (soll mindestens einmal im Quartal).
Neben der immensen Zeit- und Arbeitsbelastung hat sich in den letzten Tagen dazu die Frage gestellt, ob es in Zeiten erheblicher Corona-Einschränkungen sinnvoll ist größere Menschengruppen regelmäßig tagen zu lassen. Der Stadtrat umfasst mit den Mitarbeitern der Verwaltung und den Ortsteilbürgermeistern über 100 Teilnehmer und tagt im historischen Stadtratssitzungssaal – mit eingeschränkten Belüftungsmöglichkeiten.
Aus diesen Gründen berät heute Abend der Stadtrat einen Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung. Dieser Antrag sieht vor, nur noch vierteljährlich zu tagen und dazwischen den Hauptausschuss Entscheidungen treffen zu lassen, soweit nicht der Stadtrat diese Entscheidung nach kommunalrechtlichen Vorgaben treffen muss. Ich denke, dass dies in besonderen Notsituationen angemessen ist. Allerdings habe ich gestern auf Nachfrage der TA auch gesagt, dass sich der Stadtrat bewusst sein muss, damit Entscheidungskompetenz aus der Hand zu geben. Ich bin gespannt auf die Diskussion dazu heute Abend.
Unklare Aussichten, trotz entsprechender Hilfsmittel
Heute Nacht war es noch verhältnismäßig klar. Der Supermond konnte dank des klaren Himmels gut in den Blick genommen werden. Heute Vormittag war nicht nur der Himmel unklar, auch viele Sachen trüben den Ausblick auf die nächsten Tage. Nachdem sich Thüringen in den letzten Tagen zum Thema Corona nicht mit Ruhm bekleckert hat, folgt noch hektische Betriebsamkeit.
Das Sozialministerium und die Stadt erklärten die Corona-Bekämpfungsstrategie zur Chefsache und boten als Lösung das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern an. Alles zwischen 500 – 1.000 Teilnehmern solle nur nach entsprechender Prüfung stattfinden. Wie diese Prüfung ausfällt bliebt offen und so kann sich jeder betroffene Veranstalter selbst seinen Reim darauf machen. Ich bin gespannt, ob es bis zum Wochenende wieder Klarheit. Konzerte, Messen und Sportveranstaltungen stehen vor der Tür.
Auch wir sind mit unserem Bundesliga-Thüringenderby betroffen, ebenso wie der THC und die Basketball-Löwen. Freitag, Samstag und Sonntag haben wir jeweils unsere Heimspiele in der Erfurter Riethsporthalle…
Panse: Müssen bessere Formen des politischen Umgangs finden
CDU-Fraktionsmitglied und Stadtratsvorsitzender Michael Panse kritisiert den rohen Umgangston gegenüber der Politik, aber auch innerhalb der Politik. Für besonders tragisch bewertet er die zunehmende verbale und tatsächliche Gewalt gegenüber Kommunalpolitikern auf Basis unterschiedlicher politischer Auffassungen.
Panse beruft sich auf einen Bericht des Portals “kommunal.de”. Im Zusammenhang einer Forsa-Umfrage wird dort dargestellt, dass Beschimpfungen und Angriffe gegenüber Kommunalpolitikern erheblich gestiegen sind.
“Wir verfolgen mit Sorge, wie sich der Umgang mit Politikern innerhalb der sozialen Medien, aber auch in der direkten Ansprache entwickelt. Wir appellieren daher für einen besseren Umgang und Mäßigung im Miteinander und in der Kommunikation. Gerade in der Kommunalpolitik, also vor Ort, spielen politische Sachfragen eine unmittelbare Rolle und haben unmittelbare Auswirkungen auf das jeweilige gesellschaftliche Umfeld. Ohne eine angemessene Kommunikation und einen würdigen Umgang im Miteinander wird der Gestaltungsraum für diese kommunalen Belange eingeschränkt”, erklärt Michael Panse.
Alle Akteure auf der großen Bühne
Absolut Spitze war es, was die über 130 Schülerinnen und Schüler des Königin-Luise-Gymnasiums und des Rabanus-Marus-Gymnasiums Mainz gemeinsam mit Tänzerinnen aus mehreren Erfurter Schulen auf die große Bühne in der Multifunktionsarena gebracht haben. Drei Tage hintereinander war das Queen-Musical Bohemian forever ausverkauft.
19 der bekanntesten Queen-Stücke der Bohemian Rhapsody wurden vom Sinfonischen Jugendorchester des KLG, dem Streichorchester des RAMA, sowie Chor und Solisten, Tänzerinnen und einer Akrobatik-Gruppe aufgeführt. Seit vielen Jahren wird mit den Musical-Projekten die Partnerschaft mit den Mainzern gepflegt und genauso lange unterstützt schon das Erfurter Music College das Projekt.
Bilder von Bohemian forever
Verhaltenshinweise bei der Thüringenausstellung
Derzeit sind viele Menschen, aber auch öffentliche Institutionen besorgt, wie sich die Ausbreitung des Virus entwickeln wird. In dieser Woche stand bei uns die Absage der Stadtratssitzung im raum, weil es zwei Corona-Verdachtsfälle im Umfeld der Stadtratsmitglieder gab – glücklicherweise haben die sich nicht bestätigt. Für Großveranstaltungen gibt es unterschiedliche Empfehlung – aber leider auch sehr widersprüchlich.
In drei Wochen wollten wir mit einer Reisegruppe der Landeszentrale für politische Bildung nach Israel reisen. Durch die Einreisebeschränkungen der israelischen Regierung, wird dieses Projekt wahrscheinlich verschoben werden müssen.
Wer sich am Wochenende bei der Thüringer Gesundheitsmesse am Stand der Landesregierung bzw. des Thüringer Sozialministeriums zum Thema Corona informieren möchte, hat zum Beispiel Pech und findet einen leeren Stand. Die Teilnahme des Ministeriums wurde wegen Corona abgesagt. Ich finde das sehr problematisch. Entweder es gibt eine objektive Gefährdung, dann müsste die Messe insgesamt abgesagt werden. Falls nicht, verunsichert man die Menschen mit solchen Aktionen noch mehr. Ganz zu schweigen, was die anderen Aussteller und die Messegäste davon halten.
Gesprächsrunde im Bernhard-Vogel-Saal
Nachdem sich die letzten Wochen die politischen Diskussionen fast ausschließlich um Personalentscheidungen, Ministerpräsidentenwahl, Rücktritte und mögliche Neuwahlen drehten, wird es Zeit in den Arbeitsmodus umzuschalten. In dieser Einschätzung waren sich die Mitglieder des CDU Ortsverbandes “Am Petersberg” gestern Abend einig.
Bereist vor im Januar hatten wir den Besuch einer Plenarsitzung im Thüringer Landtag mit einer anschließenden Gesprächsrunde mit dem CDU Generalsekretär Raymond Walk geplant. damals war nicht absehbar, was sich mit der Ministerpräsidentenwahl am 5. Februar so alles entwickeln würde. Nachdem nun in dieser Woche Bodo Ramelow im dritten Wahlgang bei Stimmenthaltung der CDU gewählt wurde und sich auch der Fraktionsvorstand der CDU neu aufgestellt, muss jetzt endlich wieder Sacharbeit stattfinden. Während unseres Besuchs auf der Landtagstribüne ging es um Bildungsthemen. Beim anschließenden Gespräch mit Raymond Walk ging es ebenfalls um Zukunftsthemen.
Der sogenannte Stabilitätsmechanismus soll dafür sorgen, dass wesentliche Entscheidungen wie der Haushalt zwischen Rot-Rot-Grün und der CDU abgestimmt wird. Heute wird es dazu die erste Nagelprobe und wahrscheinlich auch einen Erfolg geben. Das Zweite Gesetz zur Änderung des Thüringer Gesetzes zur Sicherung der kommunalen Haushalte und das Thüringer Gesetz über eine kommunale Investitionsoffensive 2020 – 2024 sollen abschließend beraten werden. Damit würden 168 Millionen im Jahr 2020 und weitere 400 Millionen Euro in den folgenden Jahren an die Kommunen gehen. Erfurt würde damit allein 2020 noch 16,8 Millionen bekommen, die wir für die Schulsanierung einsetzen können und einsetzen wollen.
Für den CDU Landesverband steht am 18. April ein Landesparteitag auf dem Programm. Dort sind wir gefordert einen Vorstand zu wählen, der die Landespartei wieder in die Arbeitsebene zurück führt.
Bilder vom Landtagsbesuch
In der Stadtratssitzung am 4. März wurde der Nachtrag zum Doppelhaushalt 2019/20 mit den Stimmen der CDU-Fraktion beschlossen. Fraktionschef Michael Hose unterstreicht dazu: “Der Haushalt trägt unsere Handschrift. Deswegen haben wir zugestimmt.” Der Nachtragshaushalt ist dabei lediglich die Korrektur des bereits beschlossenen Haushalts. Der Gestaltungsraum der Fraktionen und der Verwaltung ist dabei begrenzt.
Trotz immer noch hoher Einnahmen ist die Tendenz des Gestaltungraums generell weiter sinkend. Dennoch fand die CDU-Fraktion Ansätze, sich mit konstruktiven Anträgen einzubringen. Ob das in den kommenden Jahren noch in der Weise und ohne erhebliche Einschnitte sowohl für die Verwaltung, als auch alle für alle übrigen Fraktionen möglich sein wird, ist fraglich. “Erfurt ist knapp bei Kasse”, unterstreicht Finanzpolitiker Michael Panse. Der Beratungszeitraum für den Nachtragshaushalt war aus Sicht der CDU-Fraktion deutlich zu kurz. Eine Beratung war nur im Eiltempo möglich. Der Beschluss kam aber dann doch deutlich später, als geplant, weil die Stadtratssitzung am 5. Februar ausfiel.
Das Gesamtvolumen steigt
Der Nachtragshaushalt wurde deshalb notwendig, weil einerseits zusätzliche Mittel über den kommunalen Finanzausgleich vom Land erwartet werden, andererseits weil in einigen Bereichen ein höherer Finanzierungsbedarf besteht. Zusätzliche Kredite werden erneut aufgenommen. Beträchtliche Mindereinnahmen von rund 5 Mio. Euro sind bei der Gewerbesteuer zu verzeichnen.
Das Gesamtvolumen des Haushaltes steigt von rund 889 auf insgesamt 928 Mio. Euro. Diese Mittel kommen vor allem verschiedenen Bauprojekten zugute, insbesondere Kitas, sowie der BUGA und den Bereichen Jugendhilfe und Soziales, weil sich hier rechtliche Grundlagen geändert haben. Verschiedene Projekte wie die Schulsporthalle in Stotternheim, die teilweise schon vor Jahren hätten realisiert werden müssen, fanden im Entwurf der Verwaltung wieder keine Berücksichtigung. Teilweise müssen aber auch bereits beschlossene Baumaßnahmen verschoben werden. Dies betrifft Jugendhäuser, Kitas und die Freibäder.
Beunruhigend ist, wie in den Vorjahren, der Anstieg des Verwaltungshaushaltes, d.h. beispielsweise Personalkosten. Hier sind insgesamt 20,6 Mio. Euro mehr eingeplant. Im Vermögenshaushalt rechnet man für 2020 zwar ebenfalls mit rund 18 Mio. Euro mehr Mitteln, allerding erscheint unklar, ob die verschiedenen Bauprojekte und Investitionen in diesem Jahr überhaupt in ganzer Fülle realisiert und die Mittel genutzt werden können. Ein Beispiel ist dabei die Brücke zum Promenadendeck der ICE-City. Die Verwaltung plante dafür 5 Mio. Euro ein, gab aber bereits mit Einreichen des Nachtragshaushaltes bekannt, dass eine Umsetzung in diesem Jahr nicht möglich ist. Ähnliches gilt für einzelne Schulbau- bzw. Schulsanierungsprojekte. Ein wirklicher Startschuss für das Großprojekt Schulsanierung ist daher bisher nicht erkennbar.
CDU-Handschrift
Die CDU-Fraktion legte für den Nachtragshaushalt einen größeren Änderungsantrag sowie sieben sogenannte Begleitanträge vor. Ebenso beteiligte sie sich an zwei fraktionsübergreifenden Anträgen. Erfreulicherweise fanden alle Vorschläge eine Mehrheit. Fraktionschef Michael Hose verwies bereits im Vorfeld des Beschlusses am 4. März an erster Stelle auf das Selbstverständnis der CDU-Fraktion, sich mit erkennbarer Handschrift in den Haushalt einbringen zu wollen. Er betonte außerdem, den Oberbürgermeister an Versprechen zu erinnern, welche dieser bisher nicht eingelöst hatte. Die Anträge der CDU greifen diesen Aspekt entsprechend auf.
Zu den besagten Versprechen zählt u.a. die Schulsporthalle in Stotternheim. Darüber diskutiert der Stadtrat bereits seit Jahren. Diesbezügliche Zusagen des Oberbürgermeisters haben bisher offenbar nichts gegolten. Mit dem beschlossenen CDU-Antrag sollen noch in diesem Jahr die Planungen beginnen und im Jahr 2021 gebaut werden. Gleiches gilt für das Feuerwehrgerätehaus in Azmannsdorf und die Fahrzeughalle in Mittelhausen. Damit der Schulbetrieb in Kerspleben während der Baumaßnahmen ohne größere Komplikationen weiterlaufen kann, soll im Bürgerhaus ein Übergangsraum bereitgestellt werden. Auch dafür stehen nun Mittel zur Verfügung. Ein besonderer Fokus der CDU-Fraktion liegt bewusst auf den Ortsteilen. Weitere finanzielle Unterstützung soll es außerdem für das Projekt im Zusammenhang des WORLD-Café Graffiti geben. Hierbei werden Mittel im Rahmen einer legalen Graffiti-Aktion bereitgestellt, die bereits 2019 erste Erfolge unter Ordnungsdezernent Andreas Horn zeigte.
Die Begleitanträge sind als allgemeine und teils längerfristige Beschlussvorlagen zu verstehen. Hier geht es nicht um konkrete Zahlen, sondern generelle Entscheidungen im Zusammenhang des Haushaltes. Als Klassiker forderte die CDU-Fraktion erneut ein Personalentwicklungskonzept ein. Schon seit Jahren explodieren die Personalkosten. Den Willen, geordnete Strukturen zu schaffen, zeigte der Oberbürgermeister bisher jedoch nicht. Klare Strukturen fordert die CDU-Fraktion auch im Zusammenhang des Digitalpaktes Schule. Die Fördermittel sind bereits verankert, jedoch muss nun genau koordiniert werden, wie diese eingesetzt werden. Einheitliche Technik und Wartung an allen Schulen wäre daher Ziel einer entsprechenden Konzeption.
Zudem wünscht sich die CDU-Fraktion, dass die Fahrbibliothek ihren Dienst zügig wieder aufnimmt, und ebenso dass sich die Verwaltung künftig besser um die Pflege von Hinweisschildern an Kirchen und Denkmälern kümmert.
Handlungsbedarf sieht die CDU-Fraktion bei den leerstehenden Flüchtlingsunterkünften. Standorte, wie der ehemalige Globusbaumarkt wurden zwar teuer angemietet, aber teils gar nicht genutzt. Der CDU-Begleitantrag sieht daher vor, dass die Unterkünfte entweder anders genutzt oder die entsprechenden Mietverträge nicht mehr verlängert werden.
Darüber hinaus wurden zwei fraktionsübergreifende Anträge zur Finanzierung des Kinderspielplatzes in Waltersleben und des evangelischen Kindergartens der Luise-Mücke-Stiftung bestätigt.
Fazit und Ausblicke
Die CDU-Fraktion hat nach Annahme ihrer Anträge dem Gesamthaushalt zugestimmt. Viele der dringend notwendigen Projekte müssen jedoch auf 2021 verschoben werden. “Haushaltspolitik in Erfurt wird künftig mehr denn je zur Herausforderung – auch in der Einsicht, dass es Einschnitte geben wird. Wir wissen nicht welche Entwicklung die Buga-Kosten bis dahin nehmen werden. Wir wissen hingegen, dass für die Kitas nach derzeitigem Stand über noch über 12 Millionen fehlen. Wir wissen nicht genau, wie hoch die Kosten der Schulsanierung sein werden. Die weitere Entwicklung bei den Steuereinnahmen und Zuweisungen vom Land sowie bei steigenden Personalkosten ist ungewiss. Wir brauchen für künftige Haushalte einen breiten Konsens – noch vor parteipolitischen und ideologischen Begehrlichkeiten”, gibt Michael Panse abschließend zu bedenken.
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