Auf dem Jüdischen Friedhof in Erfurt und in Yad Vashem
Immer wieder ist der 9. November als Schicksalstag der Deutschen von Nachdenklichkeit und Traurigkeit bestimmt, obwohl es mit dem Mauerfall auch Grund zur Freude und Dankbarkeit gibt. Wie in jedem Jahr war ich auch heute bei der Gedenkveranstaltung der Jüdischen Landesgemeinde dabei. Erfreulicherweise kommen in jedem Jahr, auch in diesem Jahr mit den coronabedingten Einschränkungen, mehr Erfurterinnen und Erfurter, um bewusst an diesem Tag an der Seite der Mitglieder der Jüdischen Landesgemeinde zu stehen.
Genau vor zwei Wochen waren wir in Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Ich habe heute an meine vielen Besuche dort gedacht und auch daran, wie wir viele Jahre zum 27. Januar Zeitzeugengespräche in Schulen organisiert haben. Inzwischen sind nur noch wenige Zeitzeugen da und nun haben wir alle die wichtige Aufgabe, ihre Erinnerungen zu bewahren und weiter zu tragen.
2009 in Erfurt mit Elisabeth Pähtz
Während meines Sommerurlaubs hatte ich endlich wieder einmal Zeit zum lesen. Eines der Bücher war das Damengambit, welches als Netflix-Serie für Furore sorgte. Schachspielerinnen haben es in der Männerdominierten Sportart immer etwas schwerer gehabt. Eine Schachspielerin, die den Männer nicht nur Respekt abnötigte, sondern bis heute höchsterfolgreich ist, hat nun den verdienten Titel.
Die Erfurterin Elisabeth Pähtz ist jetzt mit dem Großmeisterin auf Lebenszeit geschmückt. Schon mit 16 Jahren wurde Elisabeth Großmeisterin der Frauen. Nun hat sie als erste deutsche Frau dieses Titel auch bei den Männern – ganze 40 Frauen sind weltweit in dieser illustren Runde. Herzlichen Glückwunsch Elisabeth zu dieser hochverdienten Anerkennung.
Ich kenne die Familie Pähtz viele Jahre. Ihr Vater Thomas Pähtz, selbst erfolgreicher Schachspieler, hat Elisabeth schon als kleines Kind trainiert. Als ehemaliger Schachspieler habe ich mit immer für den sportlichen Weg von Elisabeth interessiert. Wie auch im Spiel mit dem Erfurt Großmeister Thomas Luther habe ich allerdings gegen Elisabeth nie etwas holen können. Meine aktive Schachlaufbahn endete als ich 14 war und in dem Alter hatten Elisabeth und Thomas schon reihenweise Titel bei den Erwachsenen abgeräumt.
Aber ich erinnere mich noch gerne an ein Simultanspiel gegen sie im Rahmen eines Politikerschachturnieres 2009. Immerhin erlaubt mir Elisabeth damals ein Remis – aber ich fürchte da hatte sie auch nicht Ernst gemacht 😉 Ich schaffe es heute nur noch einmal im Jahr zum Erfurter Königsgambit-Turnier. Da bin ich dann schon glücklich, wenn ich im Mittelfeld ankomme. Alles Gute für den weiteren Weg Elisabeth Pähtz!
Grundreinigung
Letzten Dienstag noch 27 Gard in Tel Aviv – in der Nacht dann 4 Grad in Frankfurt und auch jetzt am Wochenende recht kühles Wetter in Thüringen. Auch wenn es heute noch Sonne gab, sind die Herbsttage schon gezählt und es geht in die Winterperiode. Während dies für die Wintersportarten höchste Zeit wird und ich mich auf die ersten Veranstaltungen des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes in Oberhof freue, ist es für das Motorradfahren natürlich nachteilig.
Heute habe ich beide Motorräder winterfest gemacht. Dabei konnte ich aber der Versuchung nicht widerstehen und habe die Ducati noch einmal “freigelassen”. Da ich bei beiden Bikes auf Saisonkennzeichen verzichte, hoffe ich auf ein paar sonnige Tage auch in den nächsten Wochen, damit sie in der Garage erst gar nicht einrosten.
Winterlich, allerdings in der Halle, ging es gestern Abend zu. Nach einer gefühlten Ewigkeit war ich endlich wieder einmal bei den Black Dragons zu Gast. Gegen die Tilburg Trappers gab es bei der 2:5 Niederlage zwar keine Punkte aber dafür ein munteres Spiel. Künftig werde ich wieder regelmäßig beim Eishockey in Erfurt zu gast sein.
Masada
Ungewohnt war für mich die Erfahrung im Heiligen Land, nahezu ohne andere Touristengruppen unterwegs zu sein. Zu Ostern vor zwei Jahren, als ich das vorletzte Mal mit meinen beiden Söhnen in Israel war, waren die Straßen in Jerusalem natürlich auch bedingt durch die Ostertage brechend voll.
Nach der Politikerdelegationsreise mit Elnet, an der ich im November 2019 teilnehmen durfte, gab es mehrere Anläufe für die Planung der nächsten Israel-Reise. Aber weder privat noch dienstlich hat es coronabedingt geklappt. Zwei Mal musste auch unsere Israel-Reise der LZT im letzten Jahr verschoben werden, bevor sie nun endlich Ende Oktober 2021 stattfinden konnte.
Als erste deutsche Pilot-Gruppe durfte die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen nach über 18 Monaten mit 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Israel einreisen. Alle mussten zuvor vollständig geimpft sein und mehrere PCR- und serologische Tests waren in Israel vorgeschrieben. Organisiert haben wir die Tour mit Scuba-Reisen in Deutschland und unserem bewährten Partner SarEl-Tours Jerusalem. Daniela Epstein war, wie bei vielen Reisen zuvor, unsere sachkundige Reiseleiterin in Israel.
In der Reisegruppe waren rund zwei Drittel der Mitreisenden noch ohne Israel-Reiseerfahrung, aber auch einige, die das Land schon kannten. Zwei waren sogar mit mir vor 29 Jahren, bei meiner ersten Israel-Reise, dabei. Im November 1992 waren wir mit einer Gruppe der Jungen Union Thüringen in Israel. Seitdem musste ich immer wieder kommen. Das Land hat sich in den 29 Jahren extrem verändert, aber die Faszination ist geblieben.
Das 10tägige Reiseprogramm war dicht gefüllt mit spannenden Gesprächspartnern und Besichtigungen. Einige Programmpunkte gehören zu jeder Israel-Reise, egal wie oft man dort war. Die Führung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem gehört in jedem Fall dazu. “Das Gedenken an die Vergangenheit, die Gestaltung der Zukunft” diese Worte an der Anstecknadel von Yad Vashem beschreiben, um was es den Besuchern geht. Wir haben im Anschluss an unseren Besuch Blumen im Tal der Gemeinden niedergelegt, um dies zu bekräftigen.
Wishing Bridge Tel Aviv
Neu war der Besuch des Peres-Center for Pease & Innovation. Im Vermächtnis des ehemaligen Ministerpräsidenten ist ein modernes großes Zentrum entstanden, welches einen staunend die Ergebnisse der Innovations-Nation Israel betrachten lässt. Im Büro von Peres (u.a. mit der Nobel-Preis-Medaille) erklärte uns einer seiner ehemaligen Mitarbeiter, wie sehr sich Shimon Peres zu Lebzeiten dafür engagiert hat.
Gute Gesprächsrunden gab es unter anderem mit dem stellvertretenden deutschen Botschafter Dr. Jörg Walendy und dem Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer Grisha Alroi Arloser in Tel Aviv. Die AHK ist in einem Bürohochhaus mit bester Aussicht auf Jaffa und den wunderschönen Strand von Tel Aviv untergebracht. Beides musste aber noch bis zu unserem einzigen “freien Tag” warten, denn uns kam es auf die Inhalte an. Auch in der AHK war die letzte deutsche Besuchergruppe (der Wirtschaftsminister von Meck-Pom) schon achtzehn Monate her. Dort, wie überall sonst, wurden wir freudig begrüßt.
Erstmals im Programm war der Besuch im Rathaus in Haifa, der Partnerstadt von Erfurt. Der Stadtratskollege und Ausschussvorsitzende für Einwanderungsfragen Gary Koran begrüßte uns zu einer Gesprächsrunde. In unserer Partnerstadt geht es kommunalpolitisch derzeit rund. Der Stadtrat hat alle Stellvertreter der Oberbürgermeisterin entlassen und bei unserem Besuch stand gerade der Streit um den Haushaltsentwurf auf der Agenda. Beeindruckt hat mich der tolle Stadtratssaal. Den Tag in Haifa nutzten wir auch zu einer kurzen Besichtigung der Bahai-Gärten und danach ging es weiter zur Kreuzritterfestung in Akko. In den ersten drei Tagen unserer Tour waren wir im Hotel Nof Ginnosar bzw. Ginnosar Village am See Genezareth und konnten von dort aus auch die biblischen Stätten am See besichtigen. Dr. Georg Röwekamp trafen wir im Pilgerhaus in Tabgha und er sprach mit uns über die Situation der Christen im Heiligen Land.
Dream big am Peres-Center
Der zweite Teil unserer Reise fand in Jerusalem statt, wo wir wieder das Hotel Olive Tree gewählt hatten – nah bei der Altstadt am Damaskus Tor. Dort fanden viele unserer Gespräche statt. Sandra Simowitz vom Auswärtigen Amt war ebenso bei uns zu einer Diskussionsrunde, wie Steven Höfner, Leiter der KAS Ramallah. Letzterer erläuterte in einer Gesprächsrunde die schwierige Situation in den Gebieten – leider ohne irgendeine Lösungsperspektive für die festgefahrene Situation. Bei unserer nächsten Reise werden wir auch wieder in Ramallah sein, dieses Mal mussten wir coronabedingt auf die Tagestour dorthin verzichten. Der israelische Fernseh-Journalist David Witztum beleuchtete die innenpolitische Situation insbesondere vor dem Hintergrund der neu gewählten Regierung. Seine Aussage, dass der Haushalt zum Knackpunkt werden würde, ob die Koalition hält, hat sich bestätigt. Der Haushalt wurde von der Knesseth, die wir dieses Mal nur von außen besichtigen konnten, bestätigt und die Regierung hält – vorerst.
Die Autorin Lea Fleischmann und ihr Sohn Arie Rosen berichteten über die jüdische Kultur und ihre diesbezüglichen Projekte mit deutschen Schulen. Der deutsch-israelische Schriftsteller Chaim Noll empfing uns in seinem Haus im Negev. Ihn kenne ich von mehreren Begegnungen in Deutschland und Israel und bin immer wieder von seiner Biographie beeindruckt. Im Gepäck hatte ich nach der Reise natürlich auch sein neuestes Buch “Die Wüste” (2 Kilo schwer). Unser intensives politisches Bildungsprogramm der Reise rundete am letzten Abend mein Freund Arye Shalicar ab. Wir kennen uns inzwischen viele Jahre und treffen uns immer wieder in Deutschland und Israel. Als persischer Jude hat er seine Kindheit in Berlin verbracht und war kurz vor einer “Gang-Karriere” bevor er mit Anfang 20 nach Israel ging. In Israel wurde er Pressesprecher der israelischen Armee und arbeitet als Sicherheitsexperte und Abteilungsleiter im Büro des Ministerpräsidenten.
Jerusalem
Neben dem Besuch der biblischen Stätten am See Genezareth, in Jerusalem und der Geburtskirche in Bethlehem hatten wir auch einen Tag bei den Beduinen in Rahat. Der Besuch der Kommunalverwaltung und einer Schule sowie mehrerer Vor-Ort-Projekte (inklusive eines tollen Essens) gaben uns einen guten Einblick in das Leben der Beduinen. Vieles dreht sich in Israel um die Sicherheit. Im Netiw Hasara unmittelbar am Gazastreifen, auf dem Berg Bental im Golan und in Sderot stand die Sicherheitslage im Mittelpunkt der Diskussionen. Wie bei vielen der voran gegangenen Israel-Reisen gab es für die Reiseteilnehmer beeindruckende Erlebnisse und Antworten auf viele Fragen. Aber wie immer, gab es auch viele neue Fragen, auf die die Antworten im dem weltpolitisch spannenden Land Israel noch fehlen. Grund genug immer wieder zu kommen – auch für die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen.
Neben den vielen Gesprächen und Besuchsterminen blieb auch Zeit, die Schönheit des Landes zu genießen. Natürlich waren wir in Masada, auf der beeindruckenden Felsenfestung des Herodes. Natürlich waren wir in Kalia am Toten Meer zum baden und in der weltweit tiefstgelegenen Bar. Und natürlich waren wir auch im See Genezareth und am Banana Beach in Tel Aviv im Mittelmeer baden. Sonnenuntergänge am See Genezareth und in Tel Aviv luden zum träumen ein. Die Altstadt von Jerusalem vom Dach des österreichischen Hospizes, Granatapfelsaft an jeder Ecke in Akko, beeindruckende Blicke auf die Klagemauer mit tanzenden und singenden jungen Menschen, der Blick vom Ölberg, Gan haSchloscha, die Kulisse des Tempelberges, Jaffa und die Wishing-Bridge, der Strand von Tel Aviv, die Menschen die in Israel leben oder dorthin kommen – es gibt dutzende Gründe, warum ich dieses Land liebe und immer wieder kommen werde. Ich bin froh darüber, dass ich in den letzten 29 Jahren so viele Reisegruppen in Israel begleiten durfte und hoffe viele Menschen mit meiner Begeisterung für Israel angesteckt zu haben. 17 Mal war ich in Israel und ich bin noch nicht fertig 😉
Reisebilder auf meiner flickr-SeiteVideo der Reise von Jochen Fasco
Living in a box…
Derzeit steigen in Erfurt die Inzidenzzahlen wieder deutlich. Trotzdem durften wir erstmals wieder mit dem Finanzausschuss im Rathaus tagen. Der Blick in den Sitzungssaal war durchaus ungewohnt. Neben dem verordneten Mindestabstand wurden auch für die Sitzungsleitung Plexiglasscheinen aufgebaut. Künftig sollen einzelne Ausschüsse wieder regelmäßig im Rathaus tagen. Der Stadtrat wird allerdings weiter in der Thüringenhalle zusammen treffen. Die neue Allgemeinverfügung in Erfurt reagiert auf die steigenden Coronazahlen noch sehr zögerlich. Ich befürchte, dies wird sich in den nächsten Wochen rächen.
Mit Interesse habe ich nach der Rückkehr aus Israel registriert, dass es in Deutschland immer noch eine widersprüchliche Diskussion zum Impfen im Allgemeinen und zur dritten Impfung im Besonderen gibt. In Israel ist die dritte Runde zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Damit gelang es auch die vierte Welle zu brechen und die Inzidenzzahlen liegen wieder unter 100.
Unsere Reisegruppe in Masada
Endlich wieder! Zum 17 Mal durfte ich Israel bereisen und die diesjährige Reise der Landeszentrale für politische Bildung nach Israel gehört für mich neben der Reise mit meinen beiden Söhnen zu Ostern 2019 zu den schönsten Reisen ins Heilige Land. Seit ich 1992 das erste Mal in Israel war, zieht es mich immer wieder magisch dorthin.
Nachdem ich in den 90ger Jahren viele Reisen der Jungen Union nach Israel führen durfte, war ich dieses Jahr Leiter der Reisegruppe der LZT. 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erlebten 10 wunderschöne Tage in einem Land, was dieses Mal sehr leer war. Als Pilotgruppe des Tourismusministeriums wurden wir mehrmals PCR- und serologisch getestet und mussten in Räumen eine Maske tragen. Aber ansonsten gab es keine Einschränkungen. Wir wurden überall ausgesprochen freundlich begrüßt. Viele unserer Gesprächspartner bestätigten, wie sehr die Besuchergruppen dem Land fehlen.
Wie hatten ein ausgesprochen dichtes Programm – nahezu jeden Abend gab es noch zusätzlich eine politische Gesprächsrunde mit spannenden Referenten. In den nächsten Tagen schreibe ich noch etwas dazu. Heute habe ich aber erst einmal 900 Bilder ins Netz hoch geladen, die mehr sagen als tausend Worte.
“Nächstes Jahr Jerusalem” – immer wieder Israel, ich liebe dieses Land!
Tag 1 AnreiseTag 2 See GenezarethTag 3 Haifa und AkkoTag 4 Tel AvivTag 5 Yad VashemTag 6 Masada und Totes Meer Tag 7 Bethlehem und Tel AvivTag 8 Rahat und NegevTag 9 JerusalemTag 10 Jerusalem und Heimflug
Der aktuelle Newsletter 16/2021
Rechtzeitig konnte ich noch den neue Newsletter der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen fertigstellen. Der Newsletter 16/2021 enthält die wichtigsten Veranstaltungen der nächsten drei Wochen und die Vorstellung unserer aktuellen Publikation “Hexen und Hexenverfolgung in Thüringen”. Der nächste Newsletter wird erst in der zweiten Novemberwoche erscheinen.
Der Grund dafür ist ein wichtiger Termin der LZT (der allerdings nicht in diesem Newsletter steht). Wir werden vom 24. Oktober bis 2. November mit einer Gruppe zu einer Bildungsreise in Israel sein. Ich werde diese Gruppe in Israel leiten und bin froh, dass es nun im dritten Anlauf zu klappen scheint. Die LZT unternimmt nahezu in jedem Jahr Bildungsreisen nach Israel und die jetzige Reise war eigentlich für März 2020 geplant. Coronabedingt mussten wir sie fünf Tage vor Beginn absagen und in den Herbst verschieben. Auch dies klappte nicht und nunmehr können wir als Pilotgruppe des israelischen Tourismusministeriums fliegen.
Erfreulicherweise geht in Israel die Inzidenz derzeit stark zurück. Aktuell liegt sie bei 100 nachdem es im September noch 800 waren. Auf unserer Tour dürfen nur vollständig geimpfte Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitreisen und auch die benötigen zur und in Israel mehrere PCR-Tests. Insofern werden wir Einschränkungen haben, aber dafür auch erstmals ein Land mit sehr wenig Touristen erleben. Ich bin sehr gespannt darauf. Von meinen bisherigen 16 Israel-Reisen waren die letzten beiden 2019. Insbesondere bei der Reise zu Ostern 2019 mit meinen Söhnen war Jerusalem voller Menschen.
Der neue TSBV Vorstand
Der Thüringer Schlitten- und Bobsportverband hat zwei Jahre vor den Heimweltmeisterschaften 2023 einen neuen Vorstand gewählt. Der bisherige Präsident Andreas Minschke wurde dabei erneut im Amt bestätigt und führt den Kufensportverband im Freistaat auch in den kommenden zwei Jahren.
Ihm zur Seite stehen Rolf Baumann, Norbert Hahn, Torsten Weil und Michael Panse als Vizepräsidenten. Ute Karger bleibt Schatzmeisterin. In seinen Ausführungen während des Verbandstages unterstreicht Minschke seinen Anspruch, dass der olympische Kufensport auch in Zukunft seine Heimat in Oberhof haben soll:
„Die neuen Sportstätten sind die beste Basis für eine goldene Zukunft. Wir werden alles dafür tun, auch für die kommenden Generationen eine Sportentwicklung zu ermöglichen, die uns künftig Erfolge „made in Thüringen“ feiern lassen. Die Weltmeisterschaften 2023 sind für uns ein wichtiger Meilenstein. Wir ermöglichen damit eine Verbindung zwischen herausragenden Resultaten der Gegenwart und schaffen einen Identifikationspunkt dafür, dass sich Kinder- und Jugendliche auch künftig für den Kufensport begeistern“, so der TSBV-Chef.
Weitere Vertreter*innen im Vorstandsteam sind: Michael Zimmermann (Referent für Kampfrichterwesen), Mandy Linz (Referentin Breitensport), Volker Messing (Referent Wettkampf), Susan Klimitsch (Referentin Bildung), Constance Graf (Rechtswartin), Andi Langenhan (Antidopingbeauftrager), Constance Fröhlich (Jugendwart), Athletensprecher (Max Richard Ewald), Stefan Möller / Simone Krell (Kassenprüfer*innen), Sebastian Lenk (Pressereferent).
Der neue Vorstand des TSBV
“Weltweit erfolgreichster Sportverband” – diesen Titel trägt der Thüringer Schlitten- und Bobsportverband mit Stolz. Von keinem Verband sammeln so viele Sportlerinnen und Sportler Olympisches Edelmetall sowie Siege bei Welt- und Europameisterschaften. Insbesondere auf der Heimbahn in Oberhof werden die Grundlagen für die Erfolge gelegt. 21 Schlitten- und Bobsportvereine gibt es in Thüringen und deren Vertreter haben sich gestern zu ihrem Verbandstag getroffen.
Auch wenn ich mich seit vielen Jahren für den Sport in Thüringen engagieren – in den zehn Jahren als Landtagsabgeordneter und in der Thüringer Sportjugend und natürlich kommunalpolitisch in Erfurt und für unser SWE Volley-Team – ist doch der Wintersport weitgehend Neuland. Allerdings kenne ich viele verantwortliche Akteure gut. Mit der erfolgreichen Rennrodlerin Ute Oberhoffner war ich im Vorstand der Thüringer Sportjugend, ebenso wie mit Uwe Theisinger, dem heutigen Geschäftsführer des TSBV, und Andreas Minschke, dem gestern wiedergewählten Präsidenten des TSBV.
…schon einige Jahre her
Andreas Minschke, den ich wie Ute Karger, die Schatzmeisterin des TSBV, seit über 30 Jahren von der gemeinsamen Arbeit der CDU und der Jungen Union gut kenne, hat mich vor einigen Wochen gefragt, ob ich im Vorstand des TSBV mitarbeiten möchte. Aktuell ist die größte Herausforderung der Umbau der Oberhofer Rennschlittenbahn in Vorbereitung der Weltmeisterschaft 2023 und der jährlichen Weltcups. Nach einiger Bedenkzeit habe ich zugesagt und freue mich, dass der Verbandstag mich gestern zu einem von vier Vizepräsidenten gewählt hat. Insbesondere im Internet und Social-Media-Bereich werde ich mich im Vorstand engagieren.
Vor vielen Jahren hat mich meine ehemalige Wahlkreismitarbeiterin Gabi Weißbrodt regelmäßig mit an die Bahn nach Oberhof genommen und mich schließlich motiviert, mit ihre ein Doppel auf der Bahn zu fahren. In den folgenden Jahren habe ich das bei den dortigen Seniorenwettbewerben noch zwei Mal wiederholen können, bevor ich es schließlich auch einmal allein versucht habe. Leider endete dies mit der Zerstörung des Rennanzugs und für mich ziemlich schmerzlich. Seitdem habe ich es nicht wieder versucht, aber einen Heidenrespekt vor dieser schnellen Sportart. Ich freue mich auf die neue Herausforderung jetzt im Vorstand an den Rahmenbedingungen mitarbeiten zu können..
Karin Hartewig bei der Buchvorstellung
“Wandel oder Verschwinden” dieses Fazit zog Karin Hartewig heute Abend in der Villa Bergfried in Saalfeld zur 120jährigen Firmentradition der Schokoladenproduktion in Saalfeld. Während der Markenname verschwand, hat die Firma eine wechselhafte Geschichte die bis heute erfolgreich ist. Für die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen hat Karin Hartewig ein Buch darüber geschrieben, welches sie vor 50 hochinteressierten Gästen (viele von ihnen ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mauxion/Rotstern/Stollwerk) vorstellte. Auch zwei Enkelsöhne des langjährigen Firmenchefs Ernst Hüther waren extra angereist.
Für die LZT durfte ich den Abend moderieren und war beeindruckt von der Detailgenauigkeit mit der Frau Hartewig die Firmengeschichte und den sie prägenden Firmenchef Ernst Hüther bis 1948 nachzeichnete. Die zweite Epoche begann mit der Enteignung der Firma nach dem Krieg und der Etablierung als VEB Rotstern. Bis zur Wende entwickelte sich der Betrieb zum Monopolanbieter von Schokolade in der DDR. Die legendäre Schlagersüßtafel (von 1970 bis 1990 produziert) war ein Beispiel. In den 80ger Jahren kamen 95 Prozent aller Tafelschokoladen der DDR aus den TSW bzw. Rotstern und es gab schon Vorzeichen für das dritte Kapitel. In den 80ger Jahren begann die Gestattungsproduktion für Stollwerck und so kam manche Schokolade nach der Lieferung in den Westen im Weihnachtspaket wieder zurück in den Osten.
Mit dem Einigungsvertrag begann dann die nächste Ära. Als einer von 1.100 (der ehemals über 8.000) VEB gelang für Rotstern früh der Verkauf und damit durch den Wandel der Erhalt des Standorts. Für 3,5 Millionen DM wechselte das Unternehmen zu Stollwerck und über 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind heute noch mit modernen Maschinen für Süßes aus Saalfeld zuständig.
Bei der Begrüßung hatte ich das Lied von Trude Herr “Ich will keine Schokolade” von 1965 zitiert und eine Zeitreise mit dem Buch von Karin Hartewig angekündigt. Ausgesprochen gelungen war diese Reise durch 120 Jahre und Schokolade ist heute genauso gefragt wie 1901, 1948 und 1990. Ein großes Dankeschön für die Organisation des Abends auch an Frau Almut Wagner, die als ehemalige Geschäftsführerin der Thüringer Schokoladewerk Beteiligungsgesellschaft mbH. absolute Kennerin der Materie ist und heute für den Museumsverein Saalfeld den geschichtlichen Teil bewahrt. Natürlich lag für jeden Gast ein kleines Schokoladentäfelchen auf dem Platz, denn schließlich will zwar jeder einen Mann (oder Frau) aber eben auch Schokolade 😉
Bilder aus der Villa BergfriedZur kostenfreien Bestellung des Buchs
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