Der Tag danach – besetztes Haus jetzt ebenerdig

Am Tag nach der Räumung
Ende des Besetzten Hauses
Bis in die späten Nachtstunden wurde gestern die Erfurter Innenstadt von jugendlichen Demonstranten und zahlreichen Polizisten bevölkert. Die Soli-Demo für das am Morgen geräumte „besetzte Haus“ nahm stellenweise groteske Züge an. Alkoholisch angereicherte Jugendliche zogen grölend durch die Stadt mit dem markanten (Polit-)Slogan „Bier ist alle“. Vereinzelt brannten Autos und Müllcontainer und ansonsten beklagten sich Sympathisanten in diversen Internetforen über zuwenig Spontaneität/Solidarität oder zu heftiges Handeln der Polizei. Zeitgleich verschwand der Grund der ganzen Aufregung von der Bildfläche. Unmittelbar nachdem die letzten Besetzerinnen aus den Gebäuden entfernt waren, begannen die Bauunternehmen ihr Werk mit der Abrissbirne. Heute Morgen lagen sämtliche Gebäude der Industriebrache Topf und Söhne schon ebenerdig. Verbranntes Holz, größere Gesteinsbrocken mit Graffiti und reichlich Besetzer-Müllreste sind alles, was dort noch über den Boden ragt. Dazu hat es fast den ganzen Tag geregnet. Also schützende Dächer für die zugereisten Demonstrationsunterstützer würden wohl Not tun. Ich fürchte aber, Jugendherberge und Jugendhotel stehen nicht auf deren Wunschliste. Erstaunlich finde ich die „Nichtreaktion“ des Vorsitzenden der Hausbesetzerpartei. Ramelow hält sich entgegen sonstigen Gewohnheiten dezent zurück. Im  wahlstrategischen Kalkül hin- und hergerissen zwischen Biedermannimage und Pflege der linksextremistischen Klientel.

10 Gedanken zu „Der Tag danach – besetztes Haus jetzt ebenerdig“

  1. Dieser Beitrag ist an Oberflächlichkeit und Verdrehung von Tatsachen wohl kaum noch zu überbieten! Fast möchte man geneigt sein, diesen für einen Handzettel der NPD zu halten… ist das wirklich die Ecke, aus der Sie kommen bzw. in die Sie sich selbst stellen wollen, Herr Panse?
    Ich bin entsetzt, welches Gedankengut, welcher Zynismus und welche Ignoranz bei den Repräsentanten der Thüringer Bevölkerung herrschen!

  2. Ach, wenn man die Gewaltbereitschaft, Aggressionen und Unsinnigkeiten der „linken“ Jugend aufzeigt, ist man automatisch schon in der rechten Ecke? Interessante Demagogie. Sowas kann nur von Linken kommen.

  3. RT @Hannes Ach, wenn man die Gewaltbereitschaft, Aggressionen und Unsinnigkeiten der “linken” Jugend aufzeigt, ist man automatisch schon in der rechten Ecke? Interessante Demagogie. Sowas kann nur von Linken kommen.
    Kompliment @MichaelPanseMdL !!

  4. Lieber Michael, gerne schreibe ich Dir, trotz Bandscheibenvorfall, hier was rein.
    Als erstes Glückwunsch zu der Entscheidung, das Gebiet zu neuem Leben zu erwecken. Ich sehe dies ja oft wenn ich von Weimar nach Erfurt fahre und denk das ist die „Begrüßung einer Landeshauptstadt“. Aber Glückwunsch zur Durchsetzung der Entscheidung des Gerichtes.
    Wie sicherlich bekannt, brannte von den Linksautonomen hier an mehr als 10 Stellen Container. Zwar wird von der Presse, Polizei und dem hiesigen OB gesagt, dies hätte keinen Zusammenhang mit den Vorfällen in Erfurt. Das ist zwar lächerlich und dümmlich.
    Gerade die Linkskommunisten sollten klare Entscheidungen der Gerichte aktzeptieren und nicht als Anwalt eines Mops agieren, die alles nur wollen, nur keiner vernüftigen und ehrlichen Arbeit nachzugehen.
    In Weimar haben wir seit dem 1.1.2009 alle Gelder für das hier besetzte Haus gesperrt, auf Grund nicht geklärter Vorfälle zu Silvester. Keiner dieser linken Truppenteile fragt, was der Einsatz in Erfurt dem Steuerzahler gekostet hat.
    Lieber Michael, großen Respekt und Dank, für Deine klaren Aussagen und Stellungnahmen. Sie beweisen, dass Mut und Standfestigkeit sich auszahlen auch wenn man manchmal gegen den Strom des Zeitgeistes schwimmen muss.
    In herzlicher Verbundenheit
    Ulli

  5. @ Marika:

    Wenn Sie Kakerlaken und Ratten meinen, dann haben Sie recht.

    Vielleicht sollten Sie doch mal mehr Zeit darauf verwenden, ganz intensiv darüber nachzudenken, warum so sehr viele Menschen und die übergroße Mehrzahl der jungen Menschen eben nicht Ihren autonomen Lebensstil leben wollen. Und warum sich so viele Menschen davon gestört und bedroht fühlen.

    In den neuen Wohnungen werden Kinder spielen. Ohne Brandbomben aber mit Wasserbomben, ohne Pflastersteine aber mit Legosteinen und ohne Alkoholexzesse aber mit Apfelsaft!

  6. @ Jan Ehrlich:
    Ich pflege diesen autonomen Lebensstil nicht. Ich wohne ganz gesittet in einer Wohnung, bezahle pünktlich meine Miete und Kinder spielen hier auch im Garten. Sie scheinen sich aber mit dem Lebensstil der ehemaligen Besetzer_innen wirklich überhaupt nicht auszukennen. Sie sind ein gutes Beispiel für die Menschen, die sich Meinungen bilden ohne sich in der Materie auszukennen. Ich war ab und zu Besucher im besetzten Haus. Und einige Male bei Konzerten. Komischerweise musste ich mich nie vor Steinewerfern oder Betrunkenen in Sicherheit bringen. Niemand in meinem Umfeld hatte das. Komisch doch aber, dass sich keiner meiner Freunde und ich selbst auch nicht nachts allein durch die Stadt traut. Lesen Sie doch mal die Berichte, was da alles passiert. Vor legalen Diskotheken dieser Stadt laufen viel mehr Idioten rum. Man muss sich auch nicht für einen autonomen Lebensstil entscheiden, aber was Ihnen und vielen anderen leider fehlt, ist das Berühmte Schauen über den Tellerrand.

  7. Sehr geehrter Herr Panse,

    Beiträge wie dieser von Ihnen heizen die Stimmung nur unnötig auf. Schlimm genug, dass Sie hier als Landtagsabgeordneter unzählige Bilder veröffentlichen, die – kennt man die Situation nicht – fehlinterpretiert werden. Zudem werden Verunglimpfungen getroffen, die sachlich nicht richtig sind, z.B. „Bier ist alle“ hat sicher keiner der Demonstranten gerufen, hinlänglich bekannt ist der Slogan „Wir bleiben alle“.

    Ich persönlich finde es auch nicht richtig, dass an sehr vielen Stellen in Erfurt dieser Spruch an Häuserwänden, etc. zu lesen ist. Ich bin mir auch darüber im Klaren, dass es mittlerweile Personen in dem Umfeld des ehemals Besetzten Hauses gibt, die Gewalt nicht ablehnen.

    Aber es ist mir wichtig zu sagen, dass bei den Unterstützern sehr viele Demokraten waren, die dafür auch eintreten. Ich finde es abscheulich, nun alle zu verunglimpfen.

    Schlimm genug, dass die Medien gleich auf den Zug aufspringen, die Artikel in „Bild“, „Hallo Thüringen“, etc. finde ich schlicht zum K… Und Sie geben dem noch Futter mit Ihren ständigen Statements.

    Ich frage mich, wieso Sie ungehindert Zugang ganz nah an das Gelände am Donnerstag Morgen bekamen, während Parlamentskollegen der anderen Parteien dieser lange verwährt wurde. Und wenn Sie schon alles schön dokumentieren, dann nehmen Sie doch bitte auch die Wahrnehmungen der Erfurter Bürger auf, die an der Beobachtung der Demo am Abend klar gehindert wurden.

    MfG

    A.

  8. Nachdem ich mir Ihre Fotos auf Flickr angeschaut habe, frage ich mich mittlerweile ernsthaft, wohin wir hier in der politischen Auseinandersetzung steuern. Ist das Ihr Verständnis, Personen der anderen politischen Strömung so zu fotografieren, dass man ausmachen kann, dass sie an der Demo teilgenommen haben? Was soll das?

    Ich bitte um Mäßigung an dieser Stelle, am Besten um Löschung dieser frei zugänglichen Fotos. Ich befürchte das wird sonst eine Spirale, wie sie auch bereits bei Antifa- und Anti-Antifa-Kreisen üblich ist. Als Demokraten müssen wir uns dem nicht anschließen.

    Mit freundlichen Grüßen

    A.

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