Zwei Niederlagen

19 Uhr stand das Ergebnis schon fest
Sowohl sportlich, als auch politisch mussten wir heute zwei Niederlagen hinnehmen. Die sportliche war dabei leichter zu verschmerzen. Die Rockets verloren am Nachmittag sehr deutlich gegen die Telekom Baskets Bonn ihr letztes Heimspiel der Saison in der Messehalle. Am kommenden Dienstag, dem Tag der Arbeit, wird es dann zum abschließenden Spiel um den Abstieg in Jena kommen. Wir haben schon die Tickets gekauft und werden vor Ort mit den Rockets fiebern. Da die Anspannung der letzten Wahlkampftage immer noch etwas nachwirkt, war ich froh am Vormittag zuvor etwas abschalten zu können. Mit meinem jüngsten Sohn war ich auf Motorradtour entlang der Fahner Höhen, nachdem die ganze Familie vorher wählen war. Mit Schließung der Wahllokale wurde es dann 18 Uhr spannend – hofften wir zumindest. Politisch waren wir, die Erfurter CDU, dann schon enttäuscht, dass es am Ende mit 58,5 zu 41,5 Prozent in der Stichwahl doch eine klare Sache für den Amtsinhaber war. Bei einer niedrigen Wahlbeteiligung von 36 Prozent konnte Andreas Bausewein Dank linker und grüner Unterstützung über die Ziellinie retten. er gewann rund 10.000 Stimmen im Vergleich zum ersten Wahlgang hinzu und unsere Kandidatin Marion Walsmann nur 7.000. Bei der Wahlkampfabschlussrunde mit den aktiven Wahlkämpfern heute Abend im Übersee habe ich Marion für einen wahnsinnig engagierten Wahlkampf für die Fraktion gedankt. Wir wollen mit dem Wahlergebnis im Rücken selbstbewusst in den Kommunalwahlkampf im kommenden Jahr gehen. Andreas Bausewein wird jedenfalls nicht mehr als die ganz große Zugnummer die SPD im Stadtrat stärken können und es ist zu erwarten, dass es im Stadtrat sehr bunt wird. Bilder von den Rockets Wahlergebnisse in Erfurt 

Judo, Wahlkampf und Football

Wie die großen Indigos…
Kampfbetont und im Idealfall sportlich fair – so sollte es bei allen drei Samstagsaktivitäten zugehen und erfreulicherweise, war es auch so. Am frühen Morgen war ich heute wieder zur Eröffnung des 21. Erfurter Messe-Judo-Cups. Eine der traditionsreichen Sportveranstaltungen der Landeshauptstadt zieht jedes Jahr Teilnehmer aus acht Ländern und rund 1000 Judo-Sportlerinnen und Sportler nach Erfurt. Unter den Augen der Bundestrainer empfehlen sich die jungen Sportlerinnen für Auswahlnominierungen. Für uns als Sportstadt ist dieses Turnier ein wunderbares Aushängeschild. Weiter ging es mit der Kontaktsportart Wahlkampf. Vor der Gorkikaufhalle war ich mit meinem Ortsverband, so wie am Vorabend auch, zum Wahlkampf um die letzten Stimmen zur morgigen OB-Wahl. Dieses Mal standen wir nicht alleine, sondern mit den SPD-Genossen – trotzdem bleib es friedlich und mit dem Fraktionsvorsitzenden der SPD im Stadtrat blieb sogar Zeit für ein kommunalpolitisches Gespräch. Am Nachmittag waren wir dann vor allem mit Anfeuern beschäftigt. Mein mittlerer Sohn hatte sein erstes Punktspiel der Saison. Die Jugend der Erfurt Indigos spielte gegen die Magdeburg Virgin Guards (wer kommt eigentlich auf die Idee eine pubertierende Footballmannschaft Virgin Guards zu nennen???). Leider ging das Spiel klar an die Gäste, aber unser Coach war dennoch zufrieden, weil die Indigos zwei Touch-Downs erzielen konnten. Weiter geht es kommende Woche mit einem Auswärtsspiel in Jena. Bilder vom Judo Bilder vom Wahlkampf Bilder vom Football  

Infobrief April 2018

Infobrief April 2018
Trotz des auf Höchsttouren laufenden Oberbürgermeisterwahlkampfes gibt es auch in diesem Monat wieder einen Infobrief der Stadtratsfraktion, der die wichtigsten Themen der letzten Stadtratssitzung beleuchtet. Durch den Stress der letzten Tage ist er etwas kürzer geworden, als sonst üblich. Schulsanierung, Umweltzone und das Bauprojekt der Sparkasse am Johannesplatz sind Themen in dieser Ausgabe. Viel Spaß bei der Lektüre, vielleicht ist es ja hilfreich für die Wahlentscheidung am kommenden Sonntag. In jedem Fall gibt es nach der Stadtratssitzung am 16. Mai 2018 wieder eine neue Ausgabe unseres Infobriefes – dann wieder in Langversion 😉 Link zur aktuellen Ausgabe 

Eishockeysaison beendet

Nach dem 1. Drittel sah es schon schlecht aus...
Nach dem 1. Drittel sah es schon schlecht aus…
Glückwunsch an Red Bull München zum Gewinn der dritten Meisterschaft! Heute Abend haben wir uns natürlich das siebte Finalspiel angesehen, auch wenn es nur auf dem kleinen Bildschirm des Tablet-PC lief. Schade, dass so ein sportliches Top-Ereignis nirgendwo im Free-TV kommt. Wir haben den Eisbären die Daumen gedrückt, schließlich waren wir ja in der zu Ende gehenden Saison bei mehreren Spielen der Eisbären in Berlin dabei. Nachdem die Eisbären noch einmal mit zwei Siegen zurück in die Serie gekommen waren und es 3:3 stand, wäre es heute die Krönung einer tollen Saison gewesen, aber leider begruben vor allem die drei Tore für München im 1. Drittel, nachdem es 0:1 für die Eisbären stand, schon früh alle Hoffnungen. Trotzdem haben die Eisbären weiter gekämpft und am Ende mit 6:3 verloren. Für uns sind sie die Meister der Herzen! Die Eishockeysaison ist damit nun wirklich beendet. Viele Spiele an etlichen Orten habe ich in der Saison gesehen, neben den Eisbären Berlin auch in Mannheim, bei den Preussen Berlin und bei den meisten Spielen unserer Black Dragons. Ich bin einmal gespannt, ob sich über die Sommerpause irgendetwas in der Erfurter Eishalle tut. Seit Jahren gibt es Diskussionen, ob wenigstens eine Teilinstandsetzung der Sanitärbereiche möglich ist und das Licht in Ordnung gebracht wird. Dafür ist kein Geld da, während für viele andere Dinge in Erfurt das Geld recht zügig ausgegeben wird. Auch im Vorfeld des OB-Wahlkampfes gab es dazu blumige Worte, aber keine Taten. Gestern Abend haben wir mit mehreren Erfurter Sportvereinen das Gespräch gesucht. Hauptkritikpunkt war, dass es in Erfurt keine breite Lobby in der Kommunalpolitik für den Sport gibt. Die Sportkommission existiert nicht mehr und einen Sportstättenleitplan gibt es nicht. Vor zwei Jahren hatte die grüne Beigeordnete eine neue Sportförderrichtlinie angekündigt, von der bis heute nichts zu sehen ist. Trainingszeiten für Vereine werden mangels Sporthallen immer knapper und die Freizeitpädagogen sollen abgeschafft werden. Auch dies ist ein guter Grund, dass sich am Sonntag die Führung der Stadt ändert!

CDU: Konzeptlosigkeit der Stadt zur Drogenprävention

Drucksache im Ausschuss Soziales, Arbeitsmarkt und Gleichstellung vertagt Die CDU-Fraktion hatte zur Sitzung des Stadtrates, am 7. März 2018 einen Vorschlag mit detaillierten Maßnahmen zur Drogenprävention eingebracht. Zur fachlichen Beratung wurde das Thema in den Ausschuss verwiesen, bevor eine erneute Beratung im Stadtrat erfolgen sollte. Nach sieben Wochen hat der Sozialausschuss erst gestern dazu getagt. Der Antrag „Maßnahmen zur Drogenprävention“ wurde dennoch in der letzten Sitzung des Sozialausschusses inhaltlich nicht wirklich behandelt. Stattdessen wurde eine Stunde lang diskutiert, ob man den Antrag überhaupt behandeln wolle. Der Antrag der CDU-Fraktion, die zehn Punkte der Drucksache inhaltlich der Reihe nach zu diskutieren, wurde mehrheitlich durch die Stimmen von SPD und Linke abgelehnt. Jetzt soll eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der Fraktionen gebildet werden. Dazu erklärt Sozialpolitiker und Stadtrat Prof. Hans Pistner: “Wir haben einen klaren Arbeitsauftrag an die Verwaltung gestellt, um Drogenprävention und Aufklärung in Erfurt professionell zu verstärken. Diese Arbeit muss die Stadtverwaltung mit Ihren Fachämtern leisten. Es ist das falsche Signal, die Aufgabe zurück in die Fraktionen zu geben. Die Stadtverwaltung hatte sieben Wochen Zeit, um eine Stellungnahme zu erarbeiten. Die Verwaltung nimmt das Thema Drogen offenbar nicht ernst, sonst hätten die Stadträte die Stellungnahme der Verwaltung nicht erst am Sitzungstag erhalten. Ich werfe der zuständigen Beigeordneten Frau Thierbach Unwillen und eine besondere Art von ‘Konzeptionslosigkeit’ vor”. Befremdet ist die CDU-Stadtratsfraktion besonders über den Inhalt der Stellungnahme der Verwaltung. Zum Antrag schreibt die zuständige Beigeordnete in der Stellungnahme u.a. „Kinder und Jugendliche sollten hiernach dazu befähigt werden, einen angemessenen Umgang mit Drogen zu finden.“ Dabei möchte die Verwaltung den jungen Heranwachsenden „Mut“ zuzusprechen und empfiehlt „ eine Erziehung zur Drogenmündigkeit“. Dazu erklärt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Panse abschließend: „Wir wollen bei jugendlichen Schülern Drogenprävention und bei suchtkranken Menschen Konzepte zur Entwöhnung und keine Erziehung zu „Drogenmündigkeit oder einen angemessenen Umgang mit Drogen“. Wir halten diese Art der akzeptierenden Drogenarbeit für einen falschen und gefährlichen Weg. Bei der Zielstellung Kinder und Jugendliche vor Gefahren zu schützen, gibt es klare gesetzliche Normierungen wie das Jugendschutzgesetz. Ich erwarte, dass dies der Handlungsmaßstab für entsprechende Konzepte der Stadt ist.”

Drogenprävention in der Diskussion

Verwaltungsmeinung
Verwaltungsmeinung
Bereits im Januar hatte die CDU eine Stadtratsvorlage eingereicht, die das Thema Drogenprävention behandelte. Zuvor hatten wir in einer Veranstaltung mit Lehrern, Eltern und Polizei bestätigt bekommen, dass dies ein ernsthaftes Problem in Erfurt ist. Unser diesbezüglicher Stadtratsantrag wurde im März zur Ausschussberatung überwiesen und heute nun mit vielen Beteiligten diskutiert. Die Beschlussfassung wurde am Ende der Beratung im Sozialausschuss vertagt. Dies ist der ganz normale Ablauf der Beratung von wichtigen Stadtratsvorlagen. Normal ist es auch, dass die Verwaltung eine Stellungnahme zu Anträgen abgibt. Zur Beratung im März Stadtrat „feilte“ die Verwaltung noch an einer Stellungnahme. Heute zur Ausschussberatung kam sie dann. Klar ist, dass die links-link-grüne Führung nicht spurlos an der Stadt und vorbei geht. Aber ich war dann doch ziemlich verblüfft, zu was für Statements dies dann führen kann. Zum Antrag der CDU-Stadtratsfraktion zum Thema Drogenprävention schreibt uns die zuständige linke Beigeordnete als Stellungnahme u.a. “Kinder und Jugendliche sollten hiernach dazu befähigt werden, einen angemessenen Umgang mit Drogen zu finden.” Dabei beruft sich die Verwaltung auf Immanuel Kant um “den jungen Heranwachsenden „Mut“ zuzusprechen. Im nächsten Absatz wird es noch besser, da geht es dem Dezernat der Beigeordneten “um eine Erziehung zur Drogenmündigkeit”. Den Unterschied zwischen der CDU und Links-Link-Grün kann man Dank der Stellungnahme mit wenigen Worten fassen: Wir wollen Drogenprävention und bei suchtkranken Menschen Konzepte zur Entwöhnung und Links-Link-Grün will Drogenmündigkeit. Ich halte eine akzeptierende Drogenarbeit für einen falschen Weg. Schon gar nicht bin ich bereit über so etwas zu diskutieren, wenn es um Kinder und Jugendliche geht.   Maßnahmen zur Drogenprävention in der Landeshauptstadt Erfurt (Drucksache 013/18 Fraktion CDU) Beschlussvorschlag: Der Oberbürgermeister wird beauftragt, für eine nachhaltige Sucht- und Drogenprävention folgende Maßnahmen zu prüfen bzw. umzusetzen:
  1. Erstellung eines übergeordneten Gesundheitskonzepts für Erfurter Schulen im Zusammenwirken mit dem Staatlichen Schulamt Mittelthüringen und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung und Medien.
  2. Kooperation mit Sozialversicherungsträgern zur Beantragung finanzieller Mittel und Erstellung eines Gesundheitskonzeptes in Kooperation mit Präventionsexperten außerhalb der Verwaltung (z.B. Drogenhilfe Knackpunkt, Diakonie, Caritas)
  3. Durchführung von regelmäßigen Schulleiterkonferenzen zum Thema Gesundheit und Drogenprävention.
  4. Erweiterung der Schulsozialarbeit an Grundschulen, Gymnasien und Gemeinschaftsschulen in Absprache mit den Schulleitern.
  5. Klare Zuständigkeitsregelung zur Drogenprävention im Jugendamt sowie interne Bereitstellung einer Personalstelle (ohne Befristung)
  6. Effizientere Koordination der Schnittmengen zwischen den einzelnen Ämtern (Jugend, Soziales u. Gesundheit) als auch zwischen den Trägern (Caritas, Diakonie, Aidshilfe und andere geeignete Träger) sowie Polizei und Staatsanwaltschaft durch das Jugendamt
  7. Fachtagungen zur Fortbildung von Schulleitern, Schulsozialarbeitern, Beratungslehrern zu schulischen Best-Practice-Beispielen im Zusammenwirken mit dem Schulamt und dem THILLM
  8. Überprüfung der Wirksamkeit von vorhandenen Strukturen für schnelle Hilfe bei bestimmten Fällen von Drogenkonsum (z. B. CM-Abhängige müssen innerhalb von 24 Stunden eine Beratung erhalten können)
  9. Beantragung von Bundesmitteln für die CM Prävention aus dem Bundeshaushalt
  10. Unterstützung durch das Amt für Soziales und Gesundheit sowie durch das Jugendamt für die pädagogische Vor- und Nachbereitung des Aufenthalts des Revolution Train in Erfurt.
Sachverhalt Der kontinuierliche Anstieg illegaler Drogenfälle und die massive Veränderung der Konsumlandschaft (Methamphetaminabhängigkeit 41,4% der Klienten, Cannabis 26,6% und Opiate 23,4%) machen eine professionelle und gezieltere Aufklärung unserer Jugendlichen erforderlich. In § 47 des Thüringer Schulgesetzes ist klar geregelt, dass jede Schule durch geeignete Maßnahmen die Gesundheitserziehung unterstützen muss. Danach ist ein umfassendes Konzept zur Gesunderhaltung und gesunden Lebensweise zu entwickeln. Die Dringlichkeit des Problems erfordert ein übergeordnetes Gesundheitskonzept für Erfurt, mit entsprechender Bündelung der Kräfte, insbesondere der Suchtpräventionsexperten. Jena dürfte hinsichtlich des städtischen Gesundheitskonzepts ein Vorbild sein. In der Drucksache 2527/17 – Berichterstattung Sucht- und Drogenhilfezentrum – wird dokumentiert, dass im Berichtszeitraum 2016 nur 4 Präventionsveranstaltungen durchgeführt wurden, obwohl es insgesamt zehn Anfragen von Schulen zu Präventionsveranstaltungen gab. Die Stadt lehnte jedoch wegen mangelnder Kapazitäten weitere Anfragen ab. Finanzielle Mittel zur Unterstützung der Präventionsarbeit lassen sich über die Krankenkassen und aus dem Bundeshaushalt/CM-Prävention verfügbar machen, um die entsprechenden Veranstaltungskapazitäten von außen sicher zu stellen. Insbesondere das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG) legt die Grundlagen für eine professionellere Zusammenarbeit der Sozialversicherungsträger, Länder und Kommunen in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung – für alle Altersgruppen und in vielen Lebensbereichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Kitas und Schulen, für die die Sozialversicherungsträger insgesamt 300 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Entsprechende Mittel müssen von der Stadt Erfurt beantragt werden. Das Drogenproblem macht nicht vor einzelnen Schultypen halt. Mittlerweile sind auch die Gymnasien betroffen, egal unter welcher Trägerschaft sie stehen. Auch über schulartübergreifende Projekte zur Prävention muss nachgedacht werden! Ein geeignetes Projekt in diesem Sinne ist der Anti-Drogen-Zug (Revolutiontrain). Er ist ein wichtiges Instrument, um die notwendigen Informationen über Suchtverläufe breit in die Erfurter Schülerschaft zu vermitteln. Hierzu ist die Kooperation zwischen den thematisch betroffenen Ämtern zwecks pädagogischer Vor- und Nachbereitung mit den Organisatoren des Revolution Trains, dem Schulamt und dem Staatlichen Schulamt Mittelthüringen dringend erforderlich.   Stellungnahme der Stadtverwaltung Erfurt zur Drucksache 0013/18 Maßnahmen zur Drogenprävention in der Landeshauptstadt Erfurt Stellungnahme zur Sachverhaltsbeschreibung: Die CDU-Fraktion spricht von einem “kontinuierliche(n) Anstieg illegaler Drogenfälle” und einer “massive(n) Veränderung der Konsumlandschaft” in Erfurt und schlussfolgert daraus, dass eine “professionelle” und “gezieltere” Aufklärungskampagne hier erforderlich sei. Weiterhin wird berichtet, dass im Kontext schulischer Drogenprävention lediglich “4 Präventionsveranstaltungen” vonseiten der Suchthilfezentren in Schulen durchgeführt wurden und aufgrund “mangelnder Kapazitäten” weitere Anfragen zur Präventionsarbeit in Schulen abgelehnt werden mussten. Zudem wird deutlich gemacht, dass das “Drogenproblem nicht vor einzelnen Schultypen” halt macht und sogar “Gymnasien” betroffen seien. Für alle Problembeschreibungen im Kontext schulischer Präventionsarbeit wird schließlich ein “geeignetes Projekt” vorgeschlagen, welches als hilfreich angesehen wird, um die “notwendigen Informationen über Suchtverläufe” der Erfurter Schülerschaft vermitteln zu können. Aus der Beschreibung sind folgende Punkte problematisch, da sie nicht differenziert und unterkomplex betrachtet werden:
  • Die attestierten Veränderungen in der “Konsumlandschaft” beziehen sich nicht nur auf den, gerade auch durch die Medien gehypten, Anstieg des Konsums bestimmter Substanzen, wie Crystal. Die so genannten “illegalen Drogenfälle” weisen vielmehr ein hochriskantes Konsummuster auf, das sich zugleich durch den Beikonsum auch von legalen Drogen, wie Tabak und Alkohol kennzeichnet. Aus dem Jahresbericht 2016 der Drogenhilfe “Knackpunkt” in Erfurt lässt sich dazu folgendes festhalten: “Der Konsum ist gekennzeichnet von polyvalenten Substanzeinsatz und hoher Risikobereitschaft bei gleichzeitig gutem Wissenstand bezüglich der spezifischen Substanzwirkung.” Dass Drogenkonsumenten in der Regel um die Substanzwirkung und -nebenwirkungen Bescheid wissen, dürfte hiermit vorausgesetzt werden. Es zeigt auch, dass die vielbeschworene Aufklärung über Gefahren und Risiken von Drogen, zumindest nicht vor (weiterem) Drogenkonsum abhält. Dieser Illusion geht man schließlich auf dem Leim, wenn der präventive Fokus allein auf die biochemische Bedeutung der jeweiligen Substanz überstrapaziert wird und die konkrete Lebenssituation von Drogenkonsumenten in ihrem biografischen Verlauf nicht genügend gewürdigt wird. Hierzu hilft wiederum der Blick auf die Lebenspraxis der Klienten, der sich oft durch multiple Problemlagen auszeichnet, wie Wohnungs- und Arbeitslosigkeit, Schulden, drohende Haftstrafen durch Konsum etc., die wiederum die Frage nach der Motivation zu einer Teil- oder Vollabstinenz wesentlich beeinflussen.
  • Wenn schon von einer “Veränderung” in der Konsumlandschaft gesprochen wird, dann müssen auch die Verfestigungen angeschaut werden, die im Bereich der legalen Drogen, insbesondere bei Alkohol, nach wie vor bestehen. Für Erfurt konstatiert der ökumenische Suchthilfeverbund im Jahresbericht 2016 jedenfalls ein “nahezu unverändertes” hohes Niveau bei alkoholbezogenen Störungen.
  • Kindern und Jugendlichen, speziell in der Rolle als Schüler, wird unterstellt, dass sie “verführbar” und ohne eigenen Willen wären, statt davon auszugehen, dass sie auch Drogen konsumieren möchten. Der Fokus auf die “Opferrolle” entspricht dann der Präventionslogik in der traditionellen Suchtprävention, die auf pädagogischen Allerweltsformeln aufbaut, wie “je früher wir eingreifen, desto besser”. Als Resultat erwartet man dann “höhere Chancen” auf ein “drogenfreies Leben.” Das eigentliche Ziel und die Methode der präventiven “Aufklärung” sind dann Verhinderung und Bevormundung, da man davon ausgeht, dass jeder Konsum bereits eine Vorform des Süchtigen wäre. Akzeptiert man hingegen, dass Drogenkonsum – zumal in einer auf Konsum getrimmten liberal-modernen Gesellschaft – nicht verhindert werden kann, dann ginge es darum, den jungen Heranwachsenden “Mut” zuzusprechen, sich “ihrer eigenen Vernunft” zu bedienen, wie Immanuel Kant das bereits weitsichtig formulierte. Kinder und Jugendliche sollten hiernach dazu befähigt werden, einen angemessenen Umgang mit Drogen zu finden.
  • Die damit angesprochene einseitige Wahrnehmung von Drogen als etwas Defizitäres und Lustfeindliches, läuft dann auf eine Präventionsarbeit hinaus, die statt auf eine Erziehung zur Drogenmündigkeit auf Abschreckung und einseitige Risikoaufklärung setzt. Nicht “geeignete Projekte”, vereinzelte “Präventionsveranstaltungen” oder externe “Präventionsexperten” wären demnach der zu vermittelnde Ort, sondern die Schule und das Umfeld der Schule (Familien etc.).
Stellungnahme zu den Beschlussvorschlägen:
  1. Die Erstellung eines übergeordneten und damit zentralistischen Gesundheitskonzeptes für die Erfurter Schulen mag sinnvoll sein, wenn den Schularten damit Gestaltungs- und Handlungsspielräume für suchtpräventive Maßnahmen eröffnet werden. Ein theoretisches Konzept auf alle Schulen in Erfurt zu übertragen, mag allerdings in der Schulpraxis auf Widerstand stoßen, weil es suggeriert, dass Schulleitung und Lehrer “nicht in der Lage” seien, sich um diesen Bildungsauftrag angemessen zu kümmern. Und: das vorhandene Gesundheitskonzept, so der vermittelnde Eindruck, könne hiermit als “gescheitert” angesehen werden. Zudem ignoriert der Gedanke, die Perspektive der Schulen vor Ort, deren eigenen Bemühungen, Lehrplaninhalte und Ideen zur Gesundheitsförderung in pädagogischen Prozessen umzusetzen. Gerade vor dem Hintergrund des Bildungsföderalismus, den jeweiligen spezifischen räumlich, sachlichen, ideellen und personellen Rahmenbedingungen in den 89 Schulen in Erfurt, wäre eine übergeordnete Konzeptualisierung sicher reizvoll, aber dem Anspruch nach praxisfern. Anhand welcher gesundheitsrelevanten Leitlinien müssten denn Grund-, Regel, Gesamt-, Gemeinschafts- und Sonderschulen, sowie Gymnasien und berufsbildende Schulen ihre pädagogische Praxis ausrichten? Das müsste vorerst unbedingt mit den Schulleitungen und Lehrern besprochen werden, sinnvollerweise dann unter der Frage: “Was hätten sie als Schule gewonnen, wenn es ein übergeordnetes Gesundheitskonzept gäbe?”
  2. Die Idee einer notwendigen Kooperation mit außerschulischen Akteuren, den so genannten Präventionsexperten, zur Erstellung eines Gesundheitskonzeptes ignoriert wiederum, dass Lehrer durchaus selber in der Lage sind, einen pädagogisch getragenen und didaktisch versierten Umgang damit zu finden. Sie benötigen dafür eher Freiräume und Zeit, statt wohlausgeklügelte Konzepte, die – zumal sie die Perspektive der Schüler nicht aufnehmen, hinter deren praktischen Erfordernissen liegen.
  3. Sinnvoll.
  4. Sinnvoll- dennoch: ist es nicht die Lösung, um den bestehenden und zukünftigen Lehrermangel auszugleichen
  5. Die Zuständigkeit für Sucht- und Drogenprävention im Kontext Schule ist im Thüringer Schulgesetz mit den §§ 47, 53 auch und unter Zuhilfenahme des Schulpsychologischen Dienstes geregelt.
  6. Wenn von einer “effizienteren Koordination” die Rede sein soll, zwischen Polizei, Schulamt, freien Trägern und auch “ämterübergreifend”, dann wäre die Anbindung der vorhandenen integrierten Koordination von Psychiatrie, Sucht und Prävention an eine Stabstelle sinnvoll.
  7. Sinnvoll.
  8. Die Frage der Wirksamkeit kann sich nicht in einer strukturell-abstrakten Bestandsaufnahme von Angeboten erschöpfen. Sie muss schlussendlich durch die Einholung der Perspektive der Drogenkonsumenten beantwortet werden.
  9. Sinnvoll.
  10. Wir schließen uns der Meinung und Empfehlung zum Thema “Revolution-Train” der drei Präventionsfachzentren der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen e.V., dem Impuls-Büro der Suchthilfe in Thüringen GmbH und dem Fachverband Drogen und Rausch e.V. an, die dessen methodisch-praktische Umsetzung und Nachhaltigkeit infrage stellen.

Zwei ganz wichtige Siege

Der lange ersehnte Sieg
Der lange ersehnte Sieg
Doppelt Anlass zur Freude gab es heute Abend – jedenfalls für Sportfans im Allgemeinen und Rockets bzw. Eisbären-Fans im Besonderen. Bei dem einen Event waren wir in der Erfurter Messehalle live dabei und bei dem anderen am Live-Ticker in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin. Im ganz wichtigen Spiel gegen den Abstieg gewannen die Rockets gegen die Walter Tiger Tübingen verdient mit 100:82. Allerdings machten sie es trotzdem spannend. Nachdem sie im 1. Viertel schon mit 10 Punkten führten, gerieten sie im 2. Viertel in Rückstand. Entgegen sonstiger Rocket-Gewohnheiten drehten sie aber hinten heraus richtig auf und gewannen verdient. Wohlwollend registrierte dies auch Ministerpräsident Bodo Ramelow, der das ganze Spiel verfolgte aber beim 3 Korb-Pausenwurf erfolglos blieb. Mit dem Sieg sind die Rockets nun auf einem Nichtabstiegsplatz. Zum letzten Auswärtsspiel der Saison am kommenden Dienstag werde ich mit meinem Sohn mitfahren und hoffentlich dort feiern können. Während des heutigen Spiels war immer ein Auge bei den Eisbären am Live-Ticker. Nachdem wir am Freitag in Berlin mit Maschine von den Puhdys gesungen hatten “Wir wollen die Eisbären sehen” und heute bei den Rockets den gleichen Puhdys-Song auf die Rockets ist die Verbindung ja wohl klar! Die Mehrzahl der neutralen Sportfans ist auch deshalb für die Eisbären, weil sie im Eishockeyfinale Außenseiter gegen die Münchner sind. Um so beeindruckender ist es wie sie den 1:3 Rückstand jetzt auf ein 3:3 gedreht haben und am Donnertag zum entscheidenden siebten Spiel antreten. Nach dem heutigen 5:3 ist wieder alles offen und Sieger der Herzen sind die Eisbären schon jetzt! Bilder von den Rockets

Schulsanierung durchdacht voranbringen

“Bei der Schulsanierung in Erfurt ist nach wie vor unklar, in welchem Zeitraum und mit welchem Geld der Oberbürgermeister den Investitionsstau von rund 450 Mio. Euro lösen will”, kritisiert CDU-Fraktionschef Michael Panse mit Bezug auf Berichte der Tagespresse vom 24. April 2018. Letztlich sei es vor allem dem Druck der Eltern zu verdanken, dass es in Erfurt bei der Schulsanierung überhaupt etwas Bewegung gibt. Wie es um einige Erfurter Schulen tatsächlich bereits steht, zeigte am 23. April ein Bericht der Kindersendung “Logo” des Kinderkanals. Die Aufstellung der Schulen, wie sie in den Erfurter Tageszeitungen dargestellt wird, scheint willkürlich und ohne Prioritätensetzung. Ohne Zweifel besteht bei vielen Erfurter Schulen dringender Sanierungs- und Investitionsbedarf. Einen tatsächlichen Plan konnte Andreas Bausewein bisher nicht vorlegen, der nicht nur zeitliche Prioritäten setzt, sondern auch für Schüler und Eltern gut erreichbare Ausweichmöglichkeiten während der Bauphasen oder anderweitiger Notfälle benennt. Unklar erscheint zudem, wo genau die im Zeitungsbericht benannten 30 bis 40 Mio. Euro herkommen sollen. Die CDU-Fraktion fordert daher die Aufstellung eines Zeitplanes für die Schulsanierung der nächsten Jahre. Dabei sind entsprechende Prioritäten zu setzen und es müssen die jeweils betroffenen Schulen bei der Planung mit eingebunden werden. “Das Mammutprojekt ‘Erfurter Schulsanierung’ muss durchdacht sein. Ankündigungsrhetorik, die vor allem dem aktuellen Wahlkampf geschuldet sein dürfte, ist in dieser Sache gewiss nur hilfreich, wenn ein Umsetzungsplan vorliegt”, erklärt Panse. Das aktuelle Beispiel der Steigerwaldschule zeigt abschließend, wie wichtig, eine durchdachte Planung bereits für eine einzelne Schule ist. Der Finanzpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Thomas Pfistner macht die dortigen Bauverzögerungen zum Thema im Ausschuss für Finanzen und Vergaben. Dort sollen Ursachen klar analysiert werden. “Es kann nicht sein, dass teilweise keinerlei Bautätigkeiten ausgeübt werden bzw. die Arbeit ab 16 Uhr eingestellt ist. Gerade die frühen Abendstunden, Ferien und freien Schultage sollten dahingehend genutzt werden, dass die Baumaßnahmen zügig vorankommen. Hier müssen insbesondere die Ausschreibungen nochmals genau in den Blick genommen werden. Nötigenfalls muss auch über einen Zweischichtbetrieb nachgedacht werden”, unterstreicht Pfistner.

Demografischer Wandel, Fachkräftebedarf und Familienfreundliches Thüringen

Demografische Vollbremsung
Demografische Vollbremsung 1990
Diese Themen sind alle nicht neu, aber eine Lösungsoption für diese Handlungsfelder ist nicht in Sicht. Das Zentrum für Sozialforschung Halle e.V. hat im Auftrag der Thüringer Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie Infrastruktur und Landwirtschaft eine Studie dazu erstellt. Heute wurde diese Studie gemeinsam mit der Serviceagentur Demografischer Wandel in Sömmerda vorgestellt. Anknüpfend an mein altes Thema der demografischen Entwicklung habe ich die Vorstellung der Studie, aber vor allem die anschließende Diskussion interessiert verfolgt und dabei festgestellt, dass wir nach wie vor in der Analyse der Ursachen gut sind, aber die Handlungsoptionen überschaubar sind und vor allem viel mit Geld zu tun haben. Bereits jetzt fehlen insbesondere im Pflegebereich Fachkräfte. Jüngste Zahlen der Bundesregierung sprechen von 25.000 unbesetzten Stellen für Fachkräfte in der Alten- und Krankenpflege sowie 10.000 unbesetzten stellen bei Hilfskräften. Zugleich klagen pflegende Angehörige, dass es um die Vereinbarkeit von familiärer Pflege und Beruf nicht gut bestellt ist. Während im betrieblichen Umfeld die frühkindliche Betreuung ein breit akzeptiertes Feld ist, gibt es da viel aufzuholen, wenn es um die Pflege älterer Familienangehöriger geht. Das Landesprogramm für das solidarische Zusammenleben der Generationen (jetzt heißt es eins99) könnte da helfen. Allerdings befürchte ich, dass es nur in wenigen Ansätzen dafür genutzt wird. Viele Handlungsempfehlungen an die Landesregierung haben wir diskutiert und festgehalten. Allerdings richten sich die meisten an den Bund und haben viel mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen zu tun. Ich bin immer noch überzeugt davon, dass wir zur Bewältigung des demografischen Wandels und damit auch zu den Antworten auf eine alternde Gesellschaft einen Handlungsmix brauchen. Länger arbeiten (können – nicht müssen!), Zuwanderung und Leistungsverzicht (bei der Rente) bzw. Leistungserhöhungen bei Berufstätigen – dies sind alles unangenehme Themen für die Politik. Aber wir werden um unangenehme Themen nicht herum kommen und es wäre falsch davor die Augen zu verschließen.

Kindergarten statt Kita

Die Fröbel-Skulptur
Die Fröbel-Skulptur
Kindergarten war die Bezeichnung für etwas einen international besonders erfolgreichen Thüringer Markennamen. Am Samstag vor 237 Jahren wurde Friedrich Fröbel geboren und seine Erziehungsmethoden und Ideen zur frühkindlichen Bildung sind bis heute aktuell. In Bad Blankenburg gründete Fröbel 1840 den ersten Kindergarten. Über 40 Länder weltweit haben nicht nur die Idee sondern auch den Namen Kindergarten übernommen. In Deutschland und auch in Thüringen ist inzwischen der etwas sperrige Name Kindertageseinrichtung üblich. Ich finde den Namen Kindergarten immer noch schöner und dies nicht nur, weil bei mir im Wohnzimmer eine kleine typische Fröbel-Pyramide steht. Würfel, Walze und Kugel stehen für die drei grundlegenden Spielelemente Fröbels. Mein Vater absolvierte einst seine Lehrerausbildung in Keilau, einem der bekannten Fröbel-Orte und von ihm habe ich die Skulptur. Der Begriff Garten passt aber immer noch in unsere moderne Zeit. In einem Garten wächst etwas und bei der richtigen Zuwendung gedeiht es. Genau dies wollen wir für unsere Kinder. Gerne teile ich den beigefügten Artikel. Der Fröbel-Kreis engagiert sich für das Erbe des Pädagogen und dazu gehört auch der Name Kindergarten. Kindergarten statt Kita