Einer geht noch…

Einen (oder mehrere) Eierlikör auf die GroKo - Helau!
Einen (oder mehrere) Eierlikör auf die GroKo – Helau!
Hart an der Grenze war es gestern Abend. Nachdem ich sechs Stunden beim Frühschoppen des MKC war, etwas Pause zu Hause hatte, ging es am Abend karnevalistisch weiter. Der KCA in Alach feierte sein 30jähriges Jubiläum und die dazu stattfindende Prunksitzung ging inklusive der vorherigen Ordensverleihung auch sechs Stunden. Aus einer Schnapsidee vor 30 Jahren entstanden, hat sich der KCA inzwischen zu einer festen Größe im Thüringer Karneval entwickelt. Dazu beigetragen hat die tolle Nachwuchsarbeit und die ausgesprochen erfolgreiche Teilnahme bei vielen Thüringer Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport. Auch gestern Abend zeigten die Tanzgruppen und Mariechen, was sie drauf haben. Von den ganz Kleinen im Kita-Alter über die Juniorengarde bis zur ersten Garde (mit über 40 langen Beinen auf der Bühne beim Showtanz) bis hin zu den ehemals Aktiven Tänzerinnen haben zahlreich Gruppen mit Gardetanz und Showtanz die Bühne gerockt.
40 Beine auf der Bühne...
40 Beine auf der Bühne…
Mehrere Büttenredner begeisterten das Publikum. Ehrenpräsident Jörg Wutschig lies es sich ebenso wenig nehmen, wie der Thüringer Büttenredner schlechthin Wieland Henze als Schamane, das Publikum mit Zugaben zu begeistern. Erstmals gesehen habe ich den Verwandlungskünstler Stefan Dietrich – Klasse! Und der “Bestimmer” aus Alach begeisterte ebenso. Viele tolle Programmpunkte habe ich gesehen. Für Kopfschmerzen im doppelten Sinne sorgte es, dass ich mit dem Oberbürgermeister an einem Tisch gesessen habe. Der Prinz des Vorjahren Samu hatte sich zu später Stunde vorgenommen, die GroKo zu befördern, bzw. zwischen uns zu vermitteln. Nach sage und schreibe acht Eierlikörrunden fühlten wir uns nicht nur wie Udo Lindenberg, sondern es war auch jeglicher Widerstand gebrochen. Bei der Hauptausschusssitzung und im Stadtrat werde ich den OB einmal fragen, wie weit er sich daran erinnert. Kommende Woche ist erst einmal Karnevals-Pause bevor es dann mit der Festsitzung beim KKH und dem FACEDU sowie dem Festumzug und der Rosenmontagsparty weiter geht. Heute ist jetzt auch noch Pause – etwas runter kommen von den 12 Stunden Karneval 🙂 Vielleicht am Nachmittag dann eine Runde Badminton mit meinen Söhnen, falls ich dann wieder wettbewerbsfähig bin. Bilder vom KCA

Marbachia Heijo!

Finale beim MKC-Frühschoppen
Finale beim MKC-Frühschoppen
Start in die 57. Saison beim MKC und natürlich “da sind wir dabei das ist priiiima – Viva Marbachia!”. Seit 2003 bin ich Ehrenmitglied des MKC in Marbach und seit diesem Jahr zudem auch ordentliches Mitglied. Ob daraus in der kommenden Saison noch mehr wird, werden wir sehen 😉 Heute stand wie immer der karnevalistische Frohsinn im Mittelpunkt. Über 300 Gäste beim ersten Frühschoppen hatten anderes Bier auf den Tischen. Neu als ´Bierpartner ist das Hofbräuhaus und dafür wurde auch die blau-Weiße Dekoration im Saal toleriert. Ansonsten ist da aber ein heikles Thema – auch unter Karnevalsvereinen gibt es sportliche Konkurrenz. Nächstgelegener Mitbewerber unseres rot-weißen MKC ist der blau-Weiße KCA aus Alach. Ich bin dort passenderweise ebenso Mitglied wie im FACEDU und fühle mich aber bei allen drei Karnevalsvereinen ausgesprochen wohl. Gefreut habe ich mich sehr, dass zum Finale (nach über fünf Stunden) das Urgestein des Thüringer Karnevals und MKC-Minister “Mäcki” Fahrenberger wieder auf der Bühne stand und gemeinsam mit dem ganzen Saal das “Delirium” sang. Bilder vom Frühschoppen    

27. Erfurter Sportgala

Die geehrten Sportlerinnen und Sportler des Jahres
Die geehrten Sportlerinnen und Sportler des Jahres
Heute Abend ging es beim Thema Sport einmal nicht um die Abstiegssorgen einiger Erfurter Ballsportvereine und auch nicht um den Finanzbedarf zur Sanierung der Sportstätten oder der Vereinskassen, sondern es wurde einfach einmal nur gefeiert. Die 27. Erfurter Sportgala ehrte die Sportlerinnen und Sportler, sowie Mannschaften des Jahres und versammelte zudem die Erfurter Sportfamilie im Kaisersaal. Ich habe bei der Gelegenheit einmal nachgerechnet und festgestellt, dass ich immerhin zum 19. mal dabei war. Leider war unser SWE Volley-Team in diesem Jahr nicht unter den drei Mannschaften des Jahres. Zwei Mal konnten wir in den vergangenen Jahren den Titel als Mannschaft des Jahres erringen – jeweils nach dem Erstligaaufstieg 2003 und 2010. Hinzu kommen noch einige Platzierungen auf dem Treppchen – meist hinter den erfolgreichen Handballerinnen des THC. Auch in diesem Jahr gewannen die Handball-Damen, aber sie teilten sich den Titel mit den Rockets und auf Platz drei folgten die Black Dragons. Bei den Männern siegte Patrick Becjert vor Marcel Kriehoff und Nils Dunkel. Bei den Sportlerinnen des Jahres waren wir dann doch wieder dabei. Kristina Vogel gewann vor Pauline Grabosch. Auf dem dritten Platz landete unsere Europameisterin Julia Großner. Unser Ehrenmitglied beim SWE Volley-Team ist vor 12 Jahren vom Hallenvolleyball in den Sand gewechselt, wurde Junioren-Europameisterin und holte diesen Titel nun auch im letzten Jahr bei den “Großen”. Feiern, Tanzen und ein Showprogramm gehören in jedem Jahr zum “Klassentreffen” der Sportfamilie dazu. Herzlichen Glückwunsch allen Siegern und Platzierten – wir sehen uns auch in diesem Jahr wieder bei vielen Sportveranstaltungen in der Landeshauptstadt. Bilder der Sportgala 2018  

Sport und Rotwein

Badminton-Politik-Team
Badminton-Politik-Team
Nach einer Studie kanadischer Wissenschaftler soll ein Glas Rotwein so effektiv sein, wie eine Stunde Sport. Die Studie kreist derzeit durch das Netz und wird vorzugsweise von denjenigen zitiert, die mit Sport nicht ganz so viel am Hut haben. Ich gebe zu, ich trinke ausgesprochen gerne Rotwein und treibe ausgesprochen gerne und häufig Sport. Allerdings gehört zur Ehrlichkeit dazu, dass ich dennoch regelmäßig mit der Falschanzeige meiner Waage hadere. Persönlich glaube ich daher nicht so richtig daran, dass Rotwein beim abnehmen hilft. Bewegung und weniger Kalorienzufuhr bleiben am effektivsten. Besonders spürbar registriere ich, dass genereller Alkoholverzicht dabei ebenso hilfreich ist. Seit nunmehr über 10 Jahren verzichte ich nach dem Aschermittwoch bis Ostern auf Alkohol und spüre jedes Jahr einen positiven Begleiteffekt. Neben dem “Runterkommen” nach der Karnevalszeit, ist dies auch die Zeit in der mir meine Waage am sympathischsten ist und ich der bevorstehenden Strandsaison beruhigt entgegen sehe. Ab diesem Wochenende startet die heiße Karnevalsphase. Frühschoppen in Marbach beim MKC und Prunksitzung in Alach beim KCA sowie zuvor am Freitagabend die Sportgala im Erfurter Kaisersaal. Sportlichen Aktivitäten gibt es also bestenfalls am Sonntag und um das zu kompensieren waren wir (Stadtratskollegen und Mitarbeiter der Fraktion) wenigstens heute Abend einmal wieder Badminton spielen – den Gegenwert von zwei Gläsern Rotwein haben wir im Sportpark Johannesplatz abgearbeitet.

Defensionskaserne als Blickpunkt auf dem Petersberg

Der Buga-Planungsraum Petersberg
Der Buga-Planungsraum Petersberg
Seit vielen Jahren steht sie leer und verfällt zusehens – die Defensionskaserne auf dem Erfurter Petersberg macht nicht nur den Stadträten Sorge, sondern auch den Buga-Planern. Mit Blick auf die Buga 2021 wächst die Sorge, dass dann eine Ruine ein negativer Blickfang sein könnte. Im Buga-Ausschuss diese Woche im Rathaus haben wir intensiv darüber diskutiert, wann und wofür die Bundesfördermittel zur Verfügung stehen könnten. Unsere Bundestagsabgeordnete und Stadträtin Antje Tillmann hatte dazu im letzten Stadtrat eine Anfrage gestellt. Aus der Beantwortung ging hervor, dass die Fördermittel nur von der LEG als Eigentümer beantragt werden können. Dies erfolgte bis jetzt noch nicht, weil mit der Stadt an einem Nutzungskonzept über die Buga hinaus gefeilt wird. Der Plan des Landes dort ein Museum der Thüringer Geschichte einzurichten, traf auf Widerstand in Weimar. Somit war die lautstark vorgetragene Absichtserklärung des Oberbürgermeisters und des Ministerpräsidenten am wackeln. Der jetzt im Raum stehende Kompromiss kommt in jedem Fall erst nach der Buga zum Tragen – manche sagen erst 2024. Damit stellt sich die Frage nach einer Zwischennutzung und Gestaltung zur Buga um so dringender. In der heutigen Tagespresse finden sich dazu Überlegungen bezüglich der Ansiedelung von einer gastronomischen Einrichtung mit bis zu 700 Plätzen. Ich bin gespannt, ob wir in einer der nächsten Ausschusssitzungen mehr zu diesem Ideen erfahren – die Zeit drängt.

Lebenszeichen von RWE

Der wichtige Ausgleichstreffer…
Eine ganz starke Reaktion und ein wichtiges Lebenszeichen gab es gestern Abend von RWE. Zum Rückrundenstart und einen Tag vor Abgabe der Finanzunterlagen beim DFB, zeigten die Spieler, dass sie nicht kampflos aufgeben. Gemeinsam mit unserem Fraktionsreferenten und rund 7.200 Fans sah ich das beste Saisonspiel von RWE und einen 3:1 Sieg gegen den vor dem Spieltag amtierenden Spitzenreiter und Aufstiegsaspiranten Magdeburg. Wenn dieses Ergebnis am Samstag bei der RWE-Mitgliederversammlung jemand voraus gesagt hätte wäre er ins Fabelreich verwiesen wurden. Samstag hatten rund 700 Vereinsmitglieder die Weichen für einen neuen Aufsichtsrat bzw. Präsidium gestellt. Das Gremium musste sich sofort an die Weiterarbeit der “Geldeinsammelmission” stürzen. Rund 1,5 Millionen muss RWE bis heute 24 Uhr beim DFB nachweisen. Falls dies nicht gelingt drohen Punktabzug plus Geldstrafe sowie ein verbot für Spieler-Neuverpflichtungen. Letzteres bedarf es nicht unbedingt, wie der gestrige Abend bewies. Die Spieler haben zur Begeisterung der Fans gekämpft und unser Ersatztorwart hatte zudem einen Klasse Einstieg.
...und der Jubel nach dem 3:1
…und der Jubel nach dem 3:1
Der drohende Punktabzug könnte aber den gestrigen Drei-Punkte-Erfolg gleich wieder relativieren. Insofern schauen Medien und Fans gespannt auf den heutigen Abend. Seit Ende Dezember 2017 ist klar, dass die Stadt bei der Frage nicht helfen kann. Hoffnungen, die Oberbürgermeister Andreas Bausewein in Gesprächen genährt hatte, sind nicht umsetzbar. Das hat er möglicherweise gewusst, schiebt aber dennoch die Schuld auf den Stadtrat (er habe keine breite Mehrheit erreicht, würde aber noch einmal die Gesprächsrunde drehen). Fakt ist, dass es keinen konkreten Vorschlag gab. Rechtlich geht es nicht, dass RWE Geld von der Stadt bekommt. Lediglich die rund 100.000 Euro Schulden bei der Stadt (mit beschlossenem Tilgungsplan) stehen im Raum – bei einer Insolvenz wäre sie natürlich auch weg. Darüber hinaus geht es um derzeit rund 220.000 Euro Mietzahlungen in der Saison 2017/2018, die eine erheblich Ermäßigung zum ursprünglichen Mietpreis von 500.000 Euro bedeuten. Der Stadtrat hat die im Frühjahr 2017 beschlossen, damit RWE die Lizenz erhält und weil das Mietobjekt Multifunktionsarena durch die gesperrte Westtribüne noch unfertig ist. Für die kommende Saison gilt zu bedenken, dass die Westtribüne weiterhin gesperrt ist. Im Fall eines Abstiegs von RWE aus sportlichen Gründen oder einer geordneten Insolvenz würde in der 4. Liga wahrscheinlich höchstens ein Mietpreis von 70.000 Euro zu erzielen sein. Im Fall einer ungeordneten Insolvenz möglicherweise gar nichts. Diese Diskussion steht aber erst an, wenn klar ist wo die Reise für RWE hingeht. Der gestrige Sieg war ein ermutigendes Signal. Mal sehen welches Signal es heute Nacht gibt.

Das GroKo-Leid der SPD

Sportbegleitprogramm
Sportbegleitprogramm
Erstmals habe ich mir eine SPD-Bundesparteitag über einen längeren Zeitraum im Fernsehen angesehen und dabei festgestellt, dass die Genossen dabei absolut nicht zu beneiden sind. Während ich gestern im Fitnessraum des Leonardo-Hotels in Heidelberg-Walldorf das Sonntägliche Sportprogramm absolviert habe lief bei Phönix der SPD-Parteitag. Der laute Streit, zwischen Jusos und den Funktionären der SPD war öffentlicher Ausdruck der Zerrissenheit der SPD seit der Bundestagswahl im September letzten Jahres. Es ist allerdings zu befürchten, dass dies noch eine Weile so weiter geht – Juso-Kevin hat das zumindest postwendend nach dem Parteitag in Bonn angekündigt. Die nächste öffentliche Runde wird folgen, wenn die Parteigenossen über einen Koalitionsvertrag abstimmen werden. Für die CDU hatte übrigens Angela Merkel beim Deutschlandtag der Jungen Union in Dresden einen Parteitag dazu angekündigt. Der ursprünglich für Dezember geplante Termin wurde nach dem Jamaika-Ende abgesagt. Mal sehen, wann wir geladen werden. Seit 1991 war ich bei fast allen Bundesparteitagen der CDU und bei den meisten auch als Delegierter. Von vielen Parteitagen ist kaum etwas in Erinnerung geblieben. Solch hitzige Diskussionen, wie bei der SPD gab es allerdings nie. Vom SPD-Parteitag habe ich mir ein klares Signal für die Koalitionsverhandlungen erhofft. Das für und wider ist nahezu in jeder Stammtischrunde diskutiert insofern ist es entbehrlich dies hier noch zu tun. 362:279 war das Ergebnis der schwere Geburt des SPD-Parteitages. Nun soll es also Koalitionsverhandlungen geben und außer den Jusos gibt gab es umgehend Kritik von Linken, AfD, FDP und Grünen. Die SPD hat nicht nur intern viel zu tun, sondern muss auch öffentlich wieder zurück in die Spur finden.  Erstaunlicherweise war dies aber im GroKo-kritischen Thüringen offensichtlich für die Führung der SPD nicht wichtig. Der ehemalige Landesvorsitzende Andreas Bausewein war beim Bundesparteitag nicht präsent und auch der künftige Hoffnungsträger Wirtschaftsminister Tiefensee zog den Besuch eines Basketballspiels vor. Na gut, vielleicht haben sich die Beiden auch den Tag bei Phönix gegönnt. Ich habe das nur zwei Stunden durchgehalten.

Kein Handballwochenende

Zu Gast bei der TSG Wiesloch
Zu Gast bei der TSG Wiesloch
Vier Handballspiele haben wir am Wochenende verfolgt und leider steht danach das Fazit, dass es kein Handballerfolgswochenende war. Am Freitag habe ich mit meinem Sohn, der selbst Handball in der E-Jugend in Wiesloch spielt, dass EM-Hauptrundenspiel gegen Tschechien verfolgt. Erst gegen Ende steigerte sich das DHB-Team deutlich und gewann. Am Samstag waren wir dann beim Verein meines Sohnes der TSG Wiesloch zum Spitzenspiel der Damen in der Baden-Liga. Der erste gegen den zweiten Wiesloch gegen Nussloch versprach Spannung und die gab es auch. Vor guter Zuschauerkulisse verloren die Damen aus Wiesloch knapp mit 25:26. Etwas besser machten es die Herren im anschließenden Spiel gegen Pforzheim und es reichte für ein unentschieden.
Finale Handball WM 2009 in Zagreb
Finale Handball WM 2009 in Zagreb
Gegen den ungeliebten Gegner Dänemark reichte es dann für die DHB-Auswahl heute wieder nur zu einer knappen Niederlage und so ist der Einzug in das Halbfinale eine rechnerische Angelegenheit. Neben einen Sieg gegen Spanien im abschließenden Gruppenspiel müssen auch die anderen mitspielen. Vermutlich werde ich also keine kurzfristigen Flug nach Zagreb buchen müssen. mein kroatischer Freund Alen hat mir diese Woche geschrieben er würde Tickets für das Finale besorgen, wenn Kroatien gegen Deutschland spielt. Kroatien ist neben Frankreich auf bestem Weg ins Halbfinale, aber es wird wohl an Deutschland scheitern. Erinnerungen werden da wieder wach. 2009 war ich mit meinen beiden großen Söhnen zum WM-Spiel um Platz 3 und zum Finale in Zagreb. Damals hatte Alen die Karten schon längerfristig besorgt und wir hatten keine Zweifel, dass Deutschland nach einer tollen Vorrunde dabei sein würde. Damals war die Finalpaarung Frankreich gegen Kroatien und die Kroaten verloren. Handball ist ein schneller und auch harter Sport. Im Gegensatz zum Football und Eishockey sind die Spieler aber ungeschützt. Ich war wieder einmal sehr beeindruckt, auch wenn es sportlich erfolgreicher laufen könnte.  

Immer eine Reise wert

Tolle Aussicht vom Schloss
Tolle Aussicht vom Schloss
Immer wieder ist Heidelberg eine Reise wert, auch wenn das Wetter wie an diesem Wochenende nicht so richtig einladend ist. Statt Schnee gibt es in Heidelberg eher Regen. Um überhaupt Schnee zu sehen, muss man selbst im tiefen Winter mit der Heidelberger Bergbahn den Königsstuhl erklimmen. Bei unserem Besuch am Samstag begann die Schneefallgrenze bei 500m. Auf halber Höhe war aber bereits das Schloss einen Zwischenstopp. Im Inneren der imposanten Burganlage ist auf der einen Seite das deutsche Apothekermuseum beheimatet und auf der anderen Seite das größte Holzweinfass. Die meisten Touristen zieht es aber zu der wunderschönen Aussicht auf die Stadt. Für den Abend ist für uns immer der Besuch in Mandys Railway Diner Pflichtprogramm. Wer Burger liebt, muss dorthin. Allerdings muss man meist einige Zeit an der Bar auf einen freien Tisch warten. Aber auch dieses Mal hat sich das Warten gelohnt und in dem umgebauten Eisenbahnwagon gibt es sowieso an jeder Ecke etwas zu bestaunen. Bilder aus Heidelberg

Wie Mehltau…

Alle Jahre wieder
Alle Jahre wieder
Immer zum Beginn des Jahres lädt der amtierende Oberbürgermeister zum Neujahrsempfang, die Amtskette wird aus dem Tresor geholt und die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit hat Stress. Für das zurückliegende Jahr werden Erfolge bebildert und zu einem Jahresfilm zusammen geschnitten. Im Ideal fall passt dann die Ansprache des Oberbürgermeisters zum Film. Auch in diesem Jahr waren wieder hunderte geladene Gäste im Ratssitzungssaal und nutzten die Gelegenheit für gute Wünsche und Gespräche. Wohltuend kurz fiel der offizielle Teil aus. Der Oberbürgermeister wünschte sich für das neue Jahr, dass wir alle einmal nur die positiven Seiten sehen mögen. In einem Jahr, wo in drei Monaten das Votum über seine Amtszeit ansteht ist dies ein verständlicher Wunsch. Aber auch heute Abend wurde wieder deutlich warum sich sein Wunsch nicht erfüllen wird. Beim Verlesen seiner Neujahrsrede wurde Andreas Bausewein nicht müde zu betonen wie erfolgreich das letzte Jahr war. Als er am Ende seiner Rede erklärte, dies könne nun jeder an Hand des folgenden Stadtvideos prüfen, stieg die Neugier auf das Werk der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit. Offensichtlich hatte der Oberbürgermeister den Film zuvor noch nicht gesehen, sonst hätte er gemerkt, dass dieser nicht so recht zu seiner Erfolgsrede passen wollte. Gefühlt jeder zweite Beitrag drehte sich um die Multifunktionsarena – wie alle wissen alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Weder finanziell, noch vom Zeitplan und auch nicht bei der wirtschaftlichen Betrachtung kann die Arena als Erfolg betrachtet werden. Die zuständige Beigeordnete kam in dem Video vorsichtshalber nicht ins Blickfeld. Lediglich die beiden Großveranstaltungen der Deutschen Meisterschaften der Leichtathletik und das Frauen-Länderspiel gegen Kanada können als positive Beispiele herhalten. Aber auch nahezu alle anderen Beiträge lagen wie Mehltau über den Problemen der Stadt. Ein Kindergartenneubau im Johannesfeld kann nicht darüber hinweg täuschen, dass die Kitas bestenfalls erst bis 2021 saniert sind, obwohl Andreas Bausewein einst 2012 versprochen hatte.
Viele Gespräche am Rande des Neujahrsenpfangs
Viele Gespräche am Rande des Neujahrsenpfangs
Ein Fördermittelbescheid für eine Berufsschule kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schulen der Stadt marode sind und rund 450 Millionen Sanierungsbedarf haben. Bauseweins Ankündigung, diesen Stau innerhalb von 10 Jahren abzubauen kann man getrost als Neuauflage des Kita-Märchens verbuchen. Die gefeierte Einweihung der Rathausbrücke gewinnt ob ihrer Gestaltung als Hubschrauberlandeplatz lediglich mit Pitti, der noch einsam auf der Brücke sitzt. Der Sanierungsbedarf an Straßen und Brücken ist beträchtlich – immerhin kündigte der OB dazu viele Baustellen in diesem Jahr an. Die missglückte Begegnungszone fand nur indirekt Erwähnung und sorgte für nette Bilder beim jeweiligen Stadtrundgang mit dem Königspaar und dem Bundespräsidenten. Die Ortsteile gab es im Jahresrückblick des Oberbürgermeisters gar nicht. Der überlange Schluss mit der vollständigen Fassung eines Weihnachtsliedes von unserem wunderschönen Weihnachtsmarkt sollte wohl für besinnlich schöne Klänge sorgen. Es gibt viele positive Dinge in unserer Stadt. Dass sie wächst gehört dazu – über 213.000 Einwohner. Sie ist wunderschön und um unsere Altstadt beneidet uns jeder Besucher. Der ICE-Bahnhof macht uns zur wirklichen Mitte Deutschlands. Aber es gibt auch viel zu tun. Wenn wir uns den Herausforderungen im Stadtrat stellen wollen und der Oberbürgermeister die Stadt führen und nicht nur verwalten soll, müssen die unangenehmen Themen benannt werden. Dinge schön reden und nur die positiven Dinge sehen, bringt uns nicht weiter.